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Vom serbischen Schweinezüchter zum Wiener Lokalbesitzer

28.07.2009 | 18:14 |  DUYGU ÖZKAN (Die Presse)

Zeljko Jovanovic gehört zur Volksgruppe der Roma, wurde in Serbien geboren, floh vor dem Krieg – und wurde in Wien sesshaft.

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Mit seinen grell gefärbten Haaren könnte der 47-jährige Zeljko Jovanovic als ein indischer Punk durchgehen. Indisch? Nun, Jovanovic gehört zur Volksgruppe der Roma – und die Roma- und Sinti-Völker sind ursprünglich aus Indien nach Europa gewandert. „Aber wie diese Inder nach Serbien kamen, das ist wohl vergessen worden“, sagt er.

Jovanovic wurde im serbischen Dorf Belegis geboren. Er erinnert sich an eine glückliche Kindheit in bitterer Armut. „Wir hatten ein kleines Zimmer für mich und meine Eltern.“ Wenn auch heute die Beziehungen zwischen Roma und Serben alles andere als nachbarschaftlich sind, Jovanovic kann dies zumindest für seine Kinderjahre nicht bestätigen. „Viele unserer Nachbarn sprachen Roma“, erinnert er sich, „und das, obwohl sie Serben waren. Die Atmosphäre war nachbarschaftlich. Man half einander.“

Im Alter von neun Jahren übersiedelt Jovanovic mit seiner Familie nach Deutschland. Als Gastarbeiter erhoffen sich seine Eltern einen Ausweg aus der Mittellosigkeit. Zwölf Jahre verbringt die Familie in Ravensburg, bis sie nach Serbien zurückkehrt. In seinem Geburtsort baut der junge Jovanovic einen Bauernhof auf. Seine selbst gezüchteten Schweine sollten über das Dorf hinaus bekannt werden.

„Ich habe meinen Tieren kein künstliches Futter gegeben, was damals die gängige Praxis war. Ich habe selbst Mais angebaut für meine Schweine. Die waren dann im Umland sehr beliebt.“

 

„Serbiens erster Biobauer“

Lachend fügt er hinzu: „Vielleicht war ich der erste Biobauer Serbiens.“ Sieben Jahre lang bestellt Jovanovic den Hof. Es sind die Achtzigerjahre, im ehemaligen Jugoslawien rumort es gewaltig. „Ich habe gewusst, dass etwas Schreckliches passieren wird“, erinnert er sich zurück. Bereits nach dem Tod des sozialistischen Staatspräsidenten Josip Broz Tito 1980 kam es zu ersten Unstimmigkeiten innerhalb der Teilrepubliken Jugoslawiens.

1991 bricht schließlich der Bruderkrieg aus. Im selben Jahr konnte Jovanovic mit seinem Onkel nach Wien fliehen. Im Gepäck: Nicht mehr als 80 Deutsche Mark und eine Unterhose. „In der ganzen Eile habe ich nicht geschaut, was ich eigentlich einpacke.“ Während die einzelnen Republiken nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens eigene Nationen und somit Identitäten entwickelten, wurden die Roma immer mehr marginalisiert. Wer konnte, floh mit Ausbruch des Krieges nach Westeuropa. Wer blieb, fand sich in drastisch verschlechterten Lebensumständen wieder.

Heute leben in Serbien rund 450.000 Roma. In einem Unicef-Bericht heißt es, dass 80 Prozent von ihnen arbeitslos sind. Wie auch in anderen Staaten von Exjugoslawien führen sie ein Leben am Rande der Gesellschaft. „Heute sind die meisten Roma in Serbien Tagelöhner. Wenn ihre Haut hellhäutig ist, dann verschweigen sie, dass sie Roma sind“, sagt Jovanovic.

Für ihn, der den Absprung geschafft hat, sieht es um einiges besser aus. „Das Glück war mein ständiger Begleiter“, sagt Jovanovic. Als Besitzer eines der hippsten Lokale Wiens zeigt er sich jedenfalls nicht unzufrieden. Das „Werkzeug H“, ein überdimensionales Wohnzimmer im Freien mit Sofas und ein wenig Urlaubsatmosphäre, ist für ihn die Erfüllung eines Traums.

Das Gebäude selbst war früher die Werkstatt des Unternehmens Werkzeug Huber, dessen Name nun ein wenig adaptiert weiterlebt – aus rund 500 Vorschlägen, die er mit seinem Geschäftspartner Manfred Wuits gesammelt hat, setzte sich diese Variante schließlich als Sieger durch.

 

Migrant als Lokalbesitzer

„Wir wollten eigentlich eine ruhige Kugel schieben“, erzählt Jovanovic über die Anfänge des Lokals vor zwei Jahren. Mittlerweile ist das Werkzeug H ein beliebter Treffpunkt, nicht nur von Nachbarn aus dem fünften Bezirk. „Unsere Kundschaft besteht aus Studenten, Künstlern und Prominenten“, sagt er sichtlich zufrieden. Nur das mit der ruhigen Kugel, das spielt es heute nicht mehr.

www.werkzeugh.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2009)

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19 Kommentare
Gast: Idefix
30.07.2009 08:56
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Seltsam ist es schon!

Bei den ganzen Zuwanderern finden sich wenn überhaupt und nicht kriminell oder wirtschaftsflüchtig nur "Wirte", "Sportler" und dergleichen mehr.
Leute weder mit Wissen noch mit Qualifikation! Wo bleibt der Arzt oder Physiker? Die gesamten Verteidiger von Multikulti brauchen sich nicht wundern wenn sich die Einheimischen langsam gegen diese Art von Zuwanderung stellen!
Einen serbischen Schweinezüchter kann man ja wohl nicht als das "Ziel" bezeichnen!

Antworten Gast: xyz
06.08.2009 16:38
0 0

Re: Seltsam ist es schon!

die qualifizierten leute gehen in einwanderungsländer, die sie mit offenen armen aufnehmen und wo nicht fremdengesetze und rassisten ihnen das leben schwermachen.

Antworten Antworten Gast: Idefix
07.08.2009 08:18
0 0

Re: Re: Seltsam ist es schon!

Irrtum die Qualifizierten gehen dorthin wo es sehr strenge Fremdengesetze und "Rassisten" gibt! Denn dort haben sie Ruhe vor dem Abschaum vor dem sie aus ihren eigenen Ländern geflohen sind. Nicht so wie bei uns wo der Bodensatz hereingeholt wird.

Antworten Antworten Antworten Gast: Renate
14.10.2009 18:17
0 0

Re: Re: Re: Seltsam ist es schon!

Was sind Sie denn für einer? Es geht mir gegen den Strich, wenn Menschen als Abschaum bezeichnet werden.
Was haben Sie gegen Wirte oder Sportler?
Was haben Sie gegen Bauern?
Ihre primitive Weltsicht deutet auf ein geistiges Niveau hin, das weit unter dem der von Ihnen herabgewürdigten Menschen liegt.

0 0

NA endlich mal

...eine Erfolgsstory , GOOD NEWS sozusagen.
..und eine , was sage ich da , geradezu Bereicherung unseres Kulturlebens. Brav ist er , nur weiter so !

Gast: Gast
29.07.2009 06:29
0 2

Warum findet keine der Gestalten den Weg zurück in die Heimat wenn der Krieg vor dem sie davongelaufen sind vorbei ist?

Will sie dort keiner mehr?

Antworten Gerald
29.07.2009 18:42
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Re: Warum findet keine der Gestalten den Weg zurück in die Heimat wenn der Krieg vor dem sie davongelaufen sind vorbei ist?

Ihr Posting ist ein heißer Kandidat für das dümmste des Tages.
Hr. Jovanovic arbeitet wenigstens und nicht nur das, er schafft auch Arbeitsplätze und leistet wohl mehr Zahlungen an unseren Staat wie Sie.
Da hat man einmal einen Roma der genauso hart arbeitet wie andere, nicht von Sozialhilfe lebt und in ewiger Opferrolle herumsumpert und dann ist es Leuten wie Ihnen auch nicht Recht.
Hören's also auf hier so dümmlich herumzuraunzen und schauen'S erst einmal, dass Sie ähnliches leisten, bevor Sie Ihren Schlapfen soweit aufreißen.

Antworten Gast: Gast
29.07.2009 14:52
0 0

Re: Warum findet keine der Gestalten den Weg zurück in die Heimat wenn der Krieg vor dem sie davongelaufen sind vorbei ist?

Na da postet wieder das ganze Multikultigeschmeiß. Ganz aufgeregt sind`s.

Antworten Antworten Gast: Renate
14.10.2009 18:20
0 0

Re: Re: Warum findet keine der Gestalten den Weg zurück in die Heimat wenn der Krieg vor dem sie davongelaufen sind vorbei ist?

Primitiv und widerlich, Ihre Wortwahl.

Antworten Gast: michel
29.07.2009 10:57
0 0

Re: Warum findet keine der Gestalten den Weg zurück in die Heimat wenn der Krieg vor dem sie davongelaufen sind vorbei ist?

Also für ein Meinungsforum in einer doch halbwegs g'scheiten Zeitung wie "Die Presse" ist das schon ein ziemlich kläglicher Beitrag.

Antworten Gast: freindalwirtschaft
29.07.2009 07:15
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gaunz einfach

ösi-land ist ein einwanderungsland und der gute hat es geschafft hier fuß zu fassen. also wieso sollte er wieder zurück in die finsternis? dazu gibt es keinen grund.

Antworten Antworten Gast: Gast
29.07.2009 07:24
0 1

Re: gaunz einfach

Na dann sollten wir uns langsam einen Grund für die Gestalten überlegen.

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Re: Re: gaunz einfach

warum überlegen wir uns nicht langsam einen grund für gestalten wie sie?

einfach widerlich, diese ausländerhasser!

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Re: Re: gaunz einfach

ich kenne deinen familiennamen nicht, aber vor 100 Jahren schon war die Mehrheit der Wiener nicht aus Wien, daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß auch in deinem stammbaum zuwanderer zu finden. Wenn ich jetzt schreib: schleich dich, bist dann happy?

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
29.07.2009 09:54
0 1

Re: Re: gaunz einfach

denkst du auch nach über das was du schreibst???? IDIOT! wegen solchen dummen Aussagen kam es vor über 50 Jahren zum Krieg. IDIOT

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
29.07.2009 14:55
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Re: Re: Re: gaunz einfach

Na und?

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Re: Re: Re: gaunz einfach

wozu die frage ob der denkt ? personen die solche aussagen treffen, fehlt dazu das wesentliche: ein funktionierendes gehirn !

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
05.08.2009 08:10
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Re: Re: Re: Re: gaunz einfach

Ein paar Fetzen Schul-Latein machen trotzdem noch keinen Menschen mit Hirn - es läßt ihn nur "wichtig" erscheinen! Grüner?

Antworten Antworten Antworten Weitweg
29.07.2009 09:00
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Re: Re: gaunz einfach

Was hast Du vorzuweisen ... außer heißer Luft in einem Forum?