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China-Restaurants geht der Nachwuchs aus

03.11.2009 | 18:47 |  YU HUI UND DUYGU ÖZKAN (Die Presse)

Die chinesische Community in Österreich lebt in den Köpfen der Bevölkerung nur von Gastronomie. Der Nachwuchs geht jedoch lieber studieren und will eine Zukunft jenseits von Acht Schätzen & Co.

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"Tausendjährige Eier mit Sojabohnenkäse". Dem verwunderten Kunden gibt Küchenchef Wu Li Ming gleich Entwarnung. „Das sind Enteneier, eine Delikatesse.“ Im vierten Wiener Gemeindebezirk betreibt Wu seit einem Jahr das chinesische Lokal „Green Cottage“. Hier, rund um die Kettenbrückengasse, befindet sich zwar kein „Chinatown“, aber dafür reihen sich mehrere chinesische Restaurants und Geschäfte aneinander.

Wie die meisten chinesischen Migranten in Österreich lebt Wu Li Ming von der Gastronomie. Allein in Wien werden rund 500 Restaurants von Chinesen betrieben. Mit Erfolg, denn neben der italienischen Küche mögen die Österreicher chinesisches Essen ganz besonders gerne. „Das Betreiben eines chinesischen Restaurants ist durchaus lukrativ“, sagt Li Ming. Er hat sein Handwerk an der Schule für asiatische Kochkunst in seiner Heimatstadt Hangzhou gelernt.

Doch nicht alle Lokalbetreiber können eine Kochausbildung vorweisen. „Für die Speisen, die in den meisten chinesischen Lokalen serviert werden, braucht man nicht wirklich eine Ausbildung“, sagt der mehrfach ausgezeichnete Küchenchef. Seit 21 Jahren kocht Li Ming in Wien, seit einem Jahr besitzt er das „Green Cottage“. Auf den ersten Blick wirkt sein Lokal ganz und gar nicht wie ein klassisches chinesisches Restaurant: keine Drachenfiguren, keine Lampions, lediglich ein paar kleine Zeichnungen aus dem Fernen Osten.

Dass sich die klassischen chinesischen Restaurants zwischen Bregenz und Eisenstadt unverkennbar ähneln, ist unter anderem Xiao Juan Lin zu verdanken. Die 50-Jährige führt seit 2004 das Handelsgeschäft „Guan Da“ im zweiten Wiener Bezirk. Sie bietet unter anderem die Baumaterialien und die Inneneinrichtungen für chinesische Restaurants an.

Vier bis fünf neue China-Restaurants stattet sie pro Jahr aus. „Unser Geschäft entwickelt sich gut“, sagt Lin. „Wegen unseres Direktimportes aus China sind wir recht günstig und, noch wichtiger, wir sprechen mit den meisten Kunden in deren Muttersprache.“

 

Die unsichtbaren Migranten

Die chinesische Community in Österreich wächst: Waren 2002 etwa 5000 Menschen Inhaber eines chinesischen Passes, so hat sich die Zahl bis 2009 nahezu verdoppelt. Werden die Eingebürgerten hinzugerechnet, leben etwa 15.858 Chinesen in Österreich. Jenseits von „Acht Schätzen“ werden sie von der Öffentlichkeit jedoch kaum wahrgenommen.

„Die chinesischen Zuwanderer erster Generation sind schon mehr als 40 Jahre hier. Sie können kaum Deutsch und sind ihren Traditionen sehr verbunden. Deshalb halten sie sich meist in ihrem eigenen Kreis auf“, sagt Wei Ping Zhan, Vorsitzender des Vereins „Komitee der Überseechinesen“. Zwar würden Austrochinesen gerne ihre Fähigkeiten zeigen und in der österreichischen Gesellschaft mitwirken, so Zhan, „aber von den Medien in Österreich werden wir trotz ständiger Einladungen totgeschwiegen. Deshalb sind wir praktisch unsichtbar.“

Geschäftsfrau Lin betont die Wichtigkeit interkultureller Veranstaltungen. „Seit einiger Zeit werden die Veranstaltungen mit österreichischen Partnern immer mehr und auch interessanter. Die Integration klappt immer besser.“

Dass die erste Einwanderergeneration noch mit sprachlichen Hürden kämpft, weiß auch Hongli Chen. Der 46-Jährige sitzt in seinem Handy- und Elektronikladen in der Kettenbrückengasse und erklärt seinem Kunden geduldig den Unterschied zwischen einer PIN und einer PUK-Nummer. „Manchmal ist es schon mühsam“, sagt Chen, „viele meiner Kunden können kaum Deutsch. Erklären Sie ihnen mal, was ein PUK ist.“

 

Keine tausendjährigen Eier

Chen, der unter seinem Jackett ein österreichisches Trachtengilet trägt, hat seine Kinder daher zweisprachig erzogen. „Mein Sohn studiert an der Technischen Universität“, sagt Chen sichtlich stolz. Auch der Sohn von Küchenchef Wu Li Ming spricht fließend Deutsch mit Wiener Akzent. „Mein Sohn besucht ein Gymnasium“, sagt Wu, „später wird er studieren gehen.“ Im späteren Leben soll er Karriere machen – in Informatik. Und nicht damit, verwunderten Restaurantbesuchern zu erklären, was tausendjährige Eier sind.

Auf einen Blick

Austrochinesen: Insgesamt leben laut Statistik Austria 15.858 Menschen chinesischer Herkunft (inklusive Taiwan, Hongkong und Macao) in Österreich, die meisten davon in Wien. 5991 Chinesen besitzen bereits die österreichische Staatsbürgerschaft.

www.statistik.gv.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)

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27 Kommentare
Gast: Sonja
08.11.2009 01:38
0 0

Der Nachwuchs ist schwer in Ordnung

Mit chin. Schülern haben wir bisher die besten Erfahrungen gemacht. Sie sind ehrgeizig und sehr wissbegierig. Auch wenn einer erst kurz vor Schulbeginn aus China gekommen ist, hat er innerhalb kürzester Zeit Dt gelernt.
An Chinesen gefällt mir allgemein, dass sie sehr höflich und freundlich auftreten und nie mit ihrer Religion hausieren gehen.

Gast: Sam
04.11.2009 18:20
2 0

Geglückte Integration

Chinesen sind weltweit als fleissige und zielstrebige Migranten bekannt, mit denen es kaum Probleme gibt.
Obwohl sie in den USA auch meist in eigenen Stadtvierten (CHINATOWN) leben, sind sie wesentlich beliebter und gebildeter als unsere präpotenten türkischen Moslems, die lieber in der Sonne im Park sitzen, unsere großzügigen Sozialleistungen in Anspruch nehmen und sich dann noch benachteiligt fühlen.
Auf sie könnten wir locker verzichten, was unserem Sozial und Gesundheitsbudget gut täte!!

Gast: Jobsuche
04.11.2009 14:19
0 0

Jobangebot

Und weil wir gerade dabei sind, ich suche eine(n) chinesischsprachige(n) Verkäufer(in) für ein hochwertiges Juweliergeschäft in Salzburg...

Gast: Luca Montecuma
04.11.2009 14:03
3 0

Die unsichtbaren Migranten


sind keineswegs unsichtbar, wenn man mit offenen Augen durch Wien geht. Immer mehr Schüler und Studenten an den heimischen Universitäten sind chinesischer Herkunft.



Gast: Gast
04.11.2009 10:50
0 0

Toller Artikel!

Bei der morgendlichen Zeitungslektüre habe ich mich über die interessante Integrations-Strecke sehr gefreut. Danke.

Gast: Gast
04.11.2009 09:42
5 1

Es geht anscheinend auch anders

Genau so sollte Immigration eigentlich ablaufen. Die zweite Generation wird zweisprachig erzogen und eine gute Ausbildung wird angestrebt.
Man bleibt den Traditionen seines Heimatlandes treu aber versucht sie nicht der Bevölkerung des Gastlandes aufzudrücken. Alle Einwanderer, chinesischer oder japanischer Herkunft die ich bis jetzt kennenlernen durfte hatten Arbeit und waren fleißig. Das ist Immigration die Österreich was bringt!

1 0

Re: Es geht anscheinend auch anders

aber man macht asiatischen Zuwanderern jede Menge Schwierigkeiten.

Z.B. wurde das chinesische Scheidungsdokument meiner jetzigen ( chinesischen ) Frau hierzulande von Amts wegen nicht anerkannt, da in China die Scheidung nicht von einem Gericht ausgesprochen wird, sondern nur vom Einwohnermeldeamt bestätigt wird.

Daraufhin mussten wir in China heiraten, nachdem wir eine Unmenge Zeit und Geld in die Übersetzung von Dokumenten, der notariellen Beglaubigung der Übersetzung, der Beglaubigung durch das Chinesische Aussenministerium und die Überbeglaubigung dieser Dokument durch die österreichische Botschaft in Peking investiert hatten.

Nachdem der Botschaft in Peking klar war, das unsere Heirat kein Schwindel war wurde es ein bisschen einfacher.
Unsere Heiratsurkunde ( vom gleichen Einwohnermeldeamt ausgestellt wie die Scheidungsurkunde ) wurde ohne Probleme anerkannt - in Chinesisch ohne Übersetzung!
Die Heirat kostet dort 9 Yuen oder ca 90 Cents Gebühren - eine Scheidung kostet gleichviel.

Antworten Antworten Gast: Spitzbub
04.11.2009 14:30
0 0

Cool

und wie ist es so mit der chinesischen Frau?

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Re: Cool

Bitte Vorsicht - im Internet sind mindestens die Hälfte der Kontakt-Angebote Abzocker(Innen)!
So ziemlich alle Chinesinnen die ich kenne haben Selbstvertrauen - sie sind nicht Sex-Schmeichelkätzchen - die Familie ist das Wichtigste.
Ich habe mit meiner Frau einen Super-Lebenspartner gefunden.

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast-Wiener
05.11.2009 07:28
0 0

Re: Cool

Antwort eines anderen. Glücklich !!!!
Aaber der mann schweigt und genießt.....(Verheiratet !)

Antworten Antworten Antworten Gast: Wastl
04.11.2009 17:02
0 0

Re: Cool

Ja, genau, bitte um Details!

Gast: tempurastyle
04.11.2009 09:24
2 0

es liegt daran,...

..., dass auch wenn der durchschnittliche Provinzchinese noch so ungebildet und arm ist, er alles mögliche tut, dass seine Kinder studieren gehen können. Auch wenn es heisst, dass er tagtäglich schuften gehen muss. Das ist eine ganz andere Mentalität, die nicht nur für China gilt, sondern auch für Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur, Hong Kong.
Ich habe viele Freunde (Österreicher), deren Eltern (Mittelschicht) ihnen das Studium nicht finanzieren wollen. Sowas wäre unvorstellbar in Asien. Andersrum, ein chinesischer Freund ist heute Arzt, dank seiner Eltern (Kellner).

dojon86
04.11.2009 10:23
0 0

@tempurastyle

Na ja, das liegt vielleicht auch daran, daß der jugendliche Chinese sich damit zufrieden gibt, bis zum Studienabschluß bei den Eltern zu wohnen, während der angehende österreichische Jungakademiker darauf besteht, einen eigenen Haushalt zu führen. Was monatliche Kosten von 700 € pro Kind bedeutet. (Kinderbeihilfe bereits eingerechnet) Ja ja, die gebetsmühlenartige Propaganda unserer Medien für mehr individualistische Selbstverwirklichung hat eben unerwartete Folgen.

Antworten Gast: Atze
04.11.2009 10:22
1 0

Re: es liegt daran,...

Das war früher in Deutschland nicht anders. Da wurden Häuser verkauft, damit alle acht Kinder studieren konnten, denn das Studium mußte selber bezahlt werden. Das war in der Zwischenkriegszeit.

Die gesellschaftliche Gehirnwäsche nach dem 2. WK hat dieses langfristige Denken erfolgreich zerstört. Entstanden sind Konsummaschinen. Die gleiche Entwicklung werden wir eines Tages in Asien ebenfalls sehen. Wir sind halt schon einen Schritt weiter (am Abgrund).

Gast: Putzi
04.11.2009 09:07
3 1

Schon bekannt !

Naja, das weiß eigentlich jeder: Die Chinesen, Japaner, Thais und Phillipinen(also Asiaten) ähneln in ihrer Einstellung, in der Erziehung und Umgang sehr, sehr den Österreichern(nicht den Deutschen !!). Deshalb fallen sie auch nicht auf, und es gibt auch keine Schwierigkeiten mit ihnen. Sozialhilfe-Empfänger kenne wir keinen Einzigen, im Gegenteil, sie sind stolz, sich in Österreich emporarbeiten zu können.
Diese Art der Integration wäre einmal ein Beispiel für unsere liebe Frau Fekter !! Die sollte sich daran mal fragen und orientieren,warums bei denen klappt !

Gast: Bananenrepublik
04.11.2009 08:23
1 4

Eigentlich sollten wir unser eigenes Volk abschaffen

Andere können es scheinbar besser und drum sollten sie unser Land weiter übernehmen.

Gast: complicatius
04.11.2009 05:42
1 0

Nachwuchs geht jedoch lieber studieren..

Könnt' ma net schreib'n:
"Der Nachwuchs studiert lieber.."

Antworten Gast: Demonix
04.11.2009 12:22
0 0

Re: Nachwuchs geht jedoch lieber studieren..

Das nennt man new wording. Abgeleitet von demonstrieren "gehen" , die sekundär Grammatik studieren "gehen".

Gast: Xan
03.11.2009 23:37
3 0

Wenn alle Einwanderer so wären

hätten wir keine Probleme.
Muss ja einen Grund haben das wir mit Asiaten so gut auskommen, und sie so gut mit uns.

Gast: MSM
03.11.2009 23:24
3 0

Die Asiaten...

...sind in den USA als sehr tüchtig und insbesondere technikaffin bekannt! Unglaublich eigentlich, mehr oder minder ungebildete Menschen aus der chinesischen Provinz kommen nach Österreich, und schon die nächste Generation studiert an der TU! Wenn man bedenkt, in welchem Sumpf sich die vorderasiatischen Zuwanderer dagegen bewegen, und das von Generation zu Generation ohne Chance auf Verbesserung...

Antworten Gast: gast 3
04.11.2009 09:56
0 0

Re: Die Asiaten...

Deswegen gibt es in den USA auch Reibereien zwischen den Afro-Amerikanern und den asiatischen Einwanderern, weil die Asiaten eben in der 2 Generation im sozialen Gefüge einen wesentlichen Sprung vorwärts machen, was den Afroamerikanern oft nicht gelingt.

Gast: gast
03.11.2009 22:07
1 1

Japan =! China

Das Bild passt ja super...

http://de.wikipedia.org/wiki/Maneki_Neko

Gast: Gast
03.11.2009 22:04
7 0

Chinesen sind keine Türken

Warum integrieren sich Chinesen und nicht die Türken. Von den 15.000 Chinesen hört man nichts, die sind fleissig, die Kinder studieren. Bei den Türken ist es anders. Sozialhilfe ist besser und bringt Geld ohne zu arbeiten. Mir sind 10 Ostasiaten lieber als wie ein Türke oder Araber.

Antworten Gast: SGeksejlsj
04.11.2009 09:59
1 3

Re: Chinesen sind keine Türken

Bewahren Sie sich Ihr schlichtes Gemüt und ihre einfache Weltsicht und bleiben Sie glücklich.

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
03.11.2009 21:31
0 2

was solls...

... gibt eh viel zu viele china-restaurants wo man dann allein drin herum sitzt.
ist halt auch eine marktbereinigung.

Gast: joh03
03.11.2009 20:45
1 0

Bisher nur gute Erfahrungen !

In meiner Firma habe ich beim Einkauf und in der Buchhaltung ca. 50% Chinesen, welche bisher keinerlei Anlass zu Klagen gaben. Allesamt gut und fleißig. Auch deren Integrationswille ist bewundernswert, wobei scheinbar Österreich für sie ein Lieblingsland ist. Z.B. hat fast jeder Chinese/in in China den Film "Sissi"(uralt, Romy) mindestens 10x gesehen, das ist dort ein Mythos.
Lachen musste ich letztens, als eine Gruppe einen Trachtenladen komplett leerkaufte, besonders die Frauen wirkten in der österreichischernTracht.
Interessant auch das Liedgut: Vom "Erzherzog-Jodler " bis zum "Kufsteiner-Lied", vom Mozart-Kennen(Werke) bis Haydn und Strauss. Auch Österreich-Geschichte ist für sie interessant.
Und die Integration in der Gesellschaft, wo man sie hineinlässt, funktioniert, von der Feuerwehr bis zum Roten Kreuz. Sehr lernwillig, aber sie fallen kaum auf..........

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