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Medizin: Warum so viele Iraner Ärzte sind

03.08.2010 | 18:28 |  NASILA BERANGY (Die Presse)

Krankenhäuser in Österreich wären ohne persische Ärzte kaum vorstellbar. Dass das Medizinstudium so beliebt ist, hat vielleicht auch damit zu tun, dass im Iran nur die „Besten“ Medizin studieren dürfen.

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In Österreich leben laut Statistik Austria 13.000 Iraner – mehr als 1000 von ihnen sind Ärzte. Jaleh Lackner-Gohari war vor ihrer Pensionierung eine von ihnen – sie war die erste iranische Ärztin in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg. Ende 1955 wurde die damals 16-jährige Maturantin – sie hatte zwei Klassen übersprungen – von ihren Eltern zum Medizinstudium nach Wien geschickt.

Als im Mai die Alliierten und im Oktober die Russen aus Österreich abzogen, war sie bei einer österreichischen Familie in Wieden. Die „Stadt des Walzers“ war für sie in der Nachkriegszeit eine traurige, ärmliche Stadt und nicht das Europa, das sie sich vorgestellt hatte. Doch obwohl die Stadt arm war, hatte man die Oper wieder hergerichtet. Für die Musik- und Literaturliebhaberin faszinierend.

Doch den Wunsch zu äußern, Musikerin zu werden, „das war damals unmöglich“. Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dass sie Medizin studieren müsse. Heute sind zwei ihrer Kinder Musiker und leben ihren Traum.

Immer schon hat sie sich in NGOs engagiert, war Mitbegründerin der Gesellschaft iranischer unabhängiger Frauen. Seit einem Jahr ist sie Mitorganisatorin der Mahnwache zur Solidarität mit trauernden Müttern (siehe unten rechts). Österreich sieht sie als ihre Heimat. „Wir sind keine Gäste, leisten unseren Beitrag an der Gesellschaft.“ Tatsächlich wären österreichische Krankenhäuser ohne iranische Ärzte unvorstellbar.

Doch warum ist für so viele iranische Eltern der Arztberuf so wichtig? Von klein auf werden Kinder erzogen, einmal Arzt oder Ärztin zu werden. Von sanftem Druck ist die Rede. Andere Studienrichtungen werden dabei gerne als Hobby lächerlich gemacht. Auch Afsaneh Gächter ist damit vertraut. Ihre Eltern wollten sie auch als Ärztin sehen. Doch sie hat sich geweigert und Soziologie, Ethnologie und Geschichte studiert. „Ein brotloser Beruf wäre das“, hörte sie damals von ihren Eltern.

Dass das Medizinstudium so beliebt ist, hat vielleicht auch damit zu tun, dass im Iran nur die „Besten“ Medizin studieren dürfen. Einmal im Jahr gibt es für alle, die studieren wollen, eine Aufnahmeprüfung. Je nach erreichter Punkteanzahl werden die Maturanten für die jeweiligen Studienrichtungen zugelassen. Für Humanmedizin muss man die meisten Punkte erreichen, gefolgt von Zahnmedizin.

 

Medizin ist Status

Medizin hat Gächter zwar nicht studiert, forscht aber über Wissens- und Kulturtransfer zwischen Österreich und dem Iran am Institut für Iranistik an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Mit einem Medizinstudium sei für viele Iraner ein sozialer Status und Prestige verbunden, glaubt Gächter. Für Lackner-Gohari ein berechtigtes Image, da es ein schwerer Beruf sei, bei dem man ständig mit dem Leid von anderen konfrontiert ist.

Doch manche führen das große Interesse der Iraner an der Medizin auch darauf zurück, dass die „Wiege der Medizin“ sich in dieser Region befindet. Minoo Rahimi, Allgemeinärztin und Vorstandsmitglied der österreichisch-iranischen Ärztegesellschaft, spielt auf Ibn Sina und Zakaria Razi an. Beides persische Gelehrte und bedeutende Ärzte. „Ihre Bücher waren eine Grundlage der Medizin in Europa“, sagt Gächter. Letzterer entdeckte im neunten Jahrhundert Alkohol. Gächter: „Die wissenschaftliche Sprache war damals Arabisch, deswegen glauben viele in Europa, er wäre Araber gewesen.“

Sozialer Status oder Wiege der Medizin, Tatsache ist, dass selbst das Interesse der zweiten Generation an Medizin groß ist. Auch wenn nur ein Elternteil Iraner ist. Dass es einen sanften Druck der Eltern gebe, sei nicht zu leugnen, doch großteils sei man glücklich über das Medizinstudium. Rahimi: „Es ist ein langwieriges Studium mit einem großen Volumen an Wissenschaft. Wenn man nicht diszipliniert ist, schafft man es nicht allein durch den psychischen Druck der Eltern.“ Entweder wird das Interesse während des Studiums geweckt oder man bricht ab. Die Mehrheit schaffe das, sagt Rahimi.

So überrascht es nicht, dass immer wieder Ordinationen der ersten Generation durch die zweite übernommen werden, ohne dass eine Verwandtschaft oder Bekanntschaft besteht. Rahimi führt sich selbst als Beispiel an – ihr Vorgänger war ein iranischer Armenier, der die Ordination mit seiner österreichischen Frau führte.

 

Die schwarze Doktorin

Vor der Übernahme war für einige Patienten eine offene Frage, ob sie überhaupt Deutsch könne. Und sie wollten wissen, wie die „schwarze Doktorin“ aussieht. Dass manche Patienten sich bei ihr über Ausländer beschweren, ist für sie unfassbar. Rahimi: „Ich frage dann: Was glauben Sie, wer Ihnen gegenübersitzt?“ Da bekomme sie zu hören, „Frau Doktor, Sie sind keine Ausländerin, Sie sind eine von uns.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2010)

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23 Kommentare
Gast: Gastname
04.08.2010 16:41
0 0

Überschrift

Immer wieder ein Lobartikel, der zu verschleiern hilft, dass es recht schwer ist fuer Iraner in Oesterreich. Wer begibt sich schon in der Presse in die Niederungen des Problems und der Recherche, wenn die dummen Linken die Arbeit umsonst machen.

Gast: Heissi
04.08.2010 11:09
1 2

Sonne bereits untergegangen

Die Sonne über der medizinischen Lehre im Iran ist aber leider schon vor Jahrhunderten untergegangen. Manche iranischen Ärzte hier in Österreich sind aber mit Vorsicht zu genießen. Da sind doch große Lücken. Schlimm was manchmal auf die Menschheit losgelassen wird...

Antworten Gast: Gastname
04.08.2010 17:10
0 0

Re: Sonne bereits untergegangen

Na kein Wunder, wenn Sie von sich auf andere schließen...

Antworten Svenfekter
04.08.2010 14:47
1 0

Re: Sonne bereits untergegangen

Moderne Medizin begann vor 1000 Jahren im Iran. Ibni Sina ist der Vater....
Damals gab es keinen Österreicher!

Antworten Antworten Gast: CH
04.08.2010 16:43
0 0

Re: Re: Sonne bereits untergegangen

Svenfekter - solch ein Tölpel sitzt sicher in einer Parteizentrale - denn soviel Blödheit gibts sonst ja kaum...

Antworten Antworten Antworten Gast: Mosi_
05.08.2010 12:22
0 0

Re: Re: Re: Sonne bereits untergegangen

Fragt sich bloß, wer hier der Tölpl ist?

Antworten Antworten Antworten Gast: asdf1
04.08.2010 22:15
0 0

Re: Re: Re: Sonne bereits untergegangen

Hier hat Svenfekter völlig recht.
Historische Tatsache, auch wenn das nicht Ihrem Weltbild entspricht.

Antworten Gast: Joto
04.08.2010 12:04
1 1

Re: Sonne bereits untergegangen

Völliger Blödsinn.
Warum sollten hier ausgebildete iranische Äsrzte schlechter sein als deutsche oder österreichische?
Dummes Vorurteil?

Antworten Antworten Gast: gast
04.08.2010 17:08
0 0

Re: Re: Sonne bereits untergegangen

Habe die Erfahrung gemacht, dass persische Ärzte oft die Besseren sogar sind.

Svenfekter
04.08.2010 10:09
1 4

Die Iraner studieren Medizin, da sie

einen guten Prasidenten haben, der sie motiviert! Er heisst übrigens Ahmadinejad!

CyHit
04.08.2010 09:57
1 0

BP gegen den Iran

http://de.wikipedia.org/wiki/BP_(Konzern)
Abschnitt International
ein bisschen selbst weiter recherchieren und mein letzter Satz wird bestätigt.
Das sind unsere Feinde weil die es so wollen.

4 0

Kann ich bestätigen!

Ich kenne viele Perser und Perserinnen, die meisten davon sind äußerst sympathische und intelligente Menschen!

Dekkard
04.08.2010 08:57
4 0

Habe kein Problem damit...

Die Perser die bei uns leben sind doch eh fast alle säkularisiert. Die haben von Religion alle die Nase voll, und gesehen was der Islam aus ihrem Land gemacht hat seit dort durch den Ayatollah die Spinner das sagen haben.


Antworten Gast: urbanoslav.metropolovic
16.08.2010 13:11
0 0

Re: Habe kein Problem damit...

@kami
ich finde IHRE vorurteile primitiv: die einzeltat eines psychopathen zu generalisieren zeugt von einem beispiellos kleinen horizont.
ich kenne keine österreichischen väter, die so handeln, wie sie gerne glauben machen möchten !
glauben sie, ihre steiniger im iran sind besser ?
geben sie einfach zu, dass ihr land von versagern regiert wird.
ausserdem: wenn deutsch, dann bitte richtig-nicht insest, sondern inzest.
das von ihnen verwendete wort existiert
nicht.

Antworten Gast: Kami
07.08.2010 10:02
0 1

Re: Habe kein Problem damit...

Relgion hin oder her, iranische Väter vergewaltigen nicht ihre Söhne und machen keine INSEST kinder mit ihre Töchter. Darum finde ich Ihre Vorurteile sehr primitiv.

Antworten Antworten Dekkard
16.08.2010 13:37
1 0

Was zu beweisen wäre.

Woher wissen sie das das nicht passiert? Im Iran gibt es keine Pressefreiheit, daher würde der Fall nicht einmal an die Öffntlichkeit kommen. Es gibt ja angeblich auch keine homosexuellen im Iran. Dabie ist erwiesen das sexuelle Ausrichtung nichts mit Nationalität zu tun hat.

Eines ist aber garantiert erwiesen: das im Evin Gefängnis weibliche Regimegegner vergewaltigt werden. Empfehle Literatur von Anonia Rados, die arbeitet zwar für einen miesen Sender aber sie hat zurecht viele Auszeichnungen bekommen...

minas
04.08.2010 06:20
4 0

Freut mich immer wieder wenn Laender wie der Iran,

Syrien et al. ihre Kinder in den Westen schickt um hier zu studieren aber zur selben Zeit den Krieg gegen die Unglaeubigen voran treibt.

Antworten Gast: Kami
07.08.2010 10:11
0 0

Re: Freut mich immer wieder wenn Laender wie der Iran,

Ihr Sarkasmus zeigt Ihren falschen Weltbild, der wiederum Ihre Ahnungslosigkeit hervorsticht, und das ganze ist zu bedauern. Vielleicht sind Sie einer von diesem ewig gestrigen !?

Antworten Dekkard
04.08.2010 09:08
8 0

Re: Freut mich immer wieder wenn Laender wie der Iran,

Im Gegensatz zur Türkei und der gesamten arabischen Welt, kommen aus dem Iran großteils hochqualifizierte Leute her (siehe Bericht) - welche vor dem Mullah Regime geflüchtet sind.
Wie schon Scholl-Latour festgestellt hat: "Wenn in allen Ländern zwischen Marokko und Indonesien heute demokratische Wahlen wären, wären auf einem Schlag überall die Islamisten an der Macht - mit Ausnahme vom Iran."

Kein Wunder, die wissen was es bedeutet unter einem islamischen Recht leben zu müssen!

Antworten Gast: Miteinander
04.08.2010 08:47
0 2

Re: Freut mich immer wieder wenn Laender wie der Iran,

Kultureller Austausch ist ein Prozess der Zeit braucht, dabei ist aber vor allem zu beachten das sich zwei Seiten öffnen müssen, sonst gibt es sehr schnell zwei Verlierer!
Das Wichtigste dabei ist das dabei jeder gemahnt sei,
bei sich selber anzufangen :-)

Antworten Gast: Miteinander
04.08.2010 08:45
0 2

Re: Freut mich immer wieder wenn Laender wie der Iran,

Kultureller Austausch ist ein Prozess der Zeit braucht, dabei ist aber vor allem zu beachten das sich zwei Seiten öffnen müssen, sonst gibt es sehr schnell zwei Verlierer!
Das Wichtigste dabei ist das dabei jeder gemahnt sei,
bei sich selber anzufangen :-)

Antworten Gast: telorod
04.08.2010 08:29
0 0

Re: Freut mich immer wieder wenn Laender wie der Iran,

Schön, dass a Freud ham!

Antworten Gast: Mike_RIKO
04.08.2010 08:10
2 1

Re: Freut mich immer wieder wenn Laender wie der Iran,

So ein Schwachsinn!