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Türken entdecken das Eigenheim

14.12.2010 | 18:42 |  NASILA BERANGY (Die Presse)

Immer mehr türkische Zuwanderer erwerben in Österreich ein Haus oder eine Eigentumswohnung und fühlen sich immer mehr heimisch. Auch Experten sind sich einig und deuten das als ein Bekenntnis zu Österreich.

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Wien. Gastarbeiter wollen im Gastland arbeiten und sich mit ihren Ersparnissen in der Heimat ein besseres Leben aufbauen. So stellte man es sich vor rund 30 Jahren zumindest vor. Nicht nur die Österreicher, auch die türkischen Gastarbeiter selbst. Sie steckten ihr in Österreich verdientes Geld in der Türkei in Häuser, um einmal dorthin zurückzukehren. Doch dieses Bild hat sich im letzten Jahrzehnt gewandelt. Immer mehr holen ihr Kapital wieder nach Österreich zurück, um sich hier Eigentum zu erwerben.

Dass es sich um einen Trend handelt, bestätigen Andrea Höller von ERA Immobilien und Bernhard Raikersdorfer von RE/MAX Immobilien. Beide Firmen beschäftigen mittlerweile türkischstämmige Makler, um diese neue Klientel bestmöglich zu bedienen. Warum der Bedarf plötzlich so groß ist, erklärt Josef Senel, türkischstämmiger Betreiber einer Agentur und Kenner der türkischen Wiener Community: Durch die Familienzusammenführungen habe man sich immer wohler gefühlt, es folgten die ersten Betriebsgründungen – und schließlich begann man, Österreich erstmals als Heimat wahrzunehmen.

 

Leere Häuser in der Türkei

Dass man nicht mehr wie früher in der alten Heimat investiert, sondern in Österreich, ist für den türkischstämmigen Unternehmensberater Ergün Kuzugüdenli durchaus verständlich – denn man hat Häuser gekauft, die man nur selten bis nie bewohnt hat.

Oft kaufen diese Familien Häuser am Stadtrand, etwa in Gänserndorf, Deutsch-Wagram oder Schwechat, weiß Kuzugüdenli. Zum einen, weil es dort günstiger ist, zum anderen, weil man lieber außerhalb der Stadt leben möchte. Das erklärt Kuzugüdenli auch damit, dass die Menschen oft aus ländlichen Regionen stammen und dies der ursprünglichen Kultur näher komme.

Die Größe der Familie sei ebenfalls entscheidend, sagt Heinz Fassmann, Professor am Institut für Geografie und Regionalforschung, der gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern einen Atlas der wachsenden Stadtregionen erstellt hat. Besonders beliebt sind auch Wiener Neustadt und Neunkirchen in Niederösterreich. In Wien sind es die Bezirke Favoriten, Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring. Das begründet Fassmann damit, dass eher dort gekauft wird, wo man sich schon auskennt – also dort, wo man vorher in Miete gelebt hat.

Dabei spielt die türkische Mentalität zu kaufen, statt zu mieten, eine wesentliche Rolle. Denn damit ist ein hohes Image verbunden. Kuzugüdenli: „Bevor Türken jahrelang Miete zahlen, und die Wohnung nie ihnen gehört, zahlen sie lieber einen Kredit ab.“

Während die Stadt Wien eine Stadt der Mieter ist, ist London eine Stadt der Käufer, sagt Meinungsforscher Peter Hajek. Wenn jetzt in der Türkei eher gekauft als gemietet wird, dann werden türkische Zuwanderer das auch hier mit allen Mitteln versuchen so umzusetzen, da sie so aufgewachsen sind. Und: Ein Eigenheim ist auch ein Statussymbol.

Dabei beobachtet Kuzugüdenli, dass die erste Generation, die hier oft in Substandardwohnungen gelebt hat, nun ihren Kindern eine bessere Lebensqualität bieten will – jetzt, wo man weiß, dass man bleibt. Dass die ehemaligen Gastarbeiter ihre Wurzeln nun in Österreich sehen und nicht mehr zurückkehren wollen, war eine gedankliche Umstellung. Erleichtert wurde sie auch dadurch, dass man sich eigene Strukturen, etwa Geschäfte und Lokale, aufgebaut hat.

 

Großes Potenzial

Die türkische Community in Österreich ist ein fixer Bestandteil des Lebens geworden, auch des Wirtschaftslebens: Banken und Immobilienfirmen haben längst das Potenzial der Community erkannt und bieten immer mehr muttersprachliche Beratung, gleichzeitig inseriert man häufiger in türkischsprachigen Medien. Und auch der Arbeitsmarkt steht der Gruppe in diesem Sektor weit offen – Immobilienfirmen sind laufend auf der Suche nach Mitarbeitern mit Türkisch als Muttersprache.

Zwar sind die Hauskäufer nach wie vor eine Minderheit, aber eine, die stetig wächst. Vor allem der dritten Generation ist es wichtig, hier gut zu leben, dazu gehört eben auch Eigentum. Und: Es ist ein Bekenntnis, in Österreich bleiben zu wollen – darüber sind sich die Experten einig.

Auf einen Blick

Trend: Türkischstämmige Zuwanderer entscheiden sich zunehmend für einen Eigentumserwerb in Österreich. Immobilienmakler bemühen sich vermehrt um diese Klientel.

Hintergrund: Trends zur Besiedlung bietet „Der Atlas der wachsenden Stadtregionen“.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.planungsgemeinschaft-ost.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.12.2010)

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95 Kommentare
 
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Gast: Gesichtschirurg
16.12.2010 00:17
0 1

Es ist doch egal...

- entweder Sie kaufen ihre Häuser in der Türkei - dann ist es der fehlende Wille zur Integration in dem Land in welchem sie leben.

- oder Sie kaufen und investieren ihr Erspartes in Österreich und werden dadurch zu unerwünschten Dauernachbarn.

Und wenn Migranten es doch schaffen sich zu integrieren und sich auf hohem sprachlichen Niveau auszudrücken bzw. zu wehren, passt es manchen Ethno-Ösis noch weniger.

Gast: gast
15.12.2010 18:33
4 2

Was wollt ihr? EIN RÜCKFÜHRUNGSGESETZ!

Wann wollt ihr es? JETZT!

Antworten Gast: ZG
15.12.2010 21:11
0 0

Re: Was wollt ihr? EIN RÜCKFÜHRUNGSGESETZ!

Geht nicht deine Mutter hatt was dagegen.???

Gast: Wiener
15.12.2010 18:13
5 2

Viel besser wäre sie würden die Heimreise entdecken!

Und dort wo die hinseideln verlassen die Einheimischen fluchtartig die Gegend...

Herberti
15.12.2010 16:21
8 2

"Durch die Familienzusammenführungen habe man sich immer wohler gefühlt"

Genau das ist der Grund die Familienzusammenführungen SOFORT KOMPLETT EINZUSTELLEN!

Und zwar nicht aus Bosheit, sondern weil Integration nicht mehr stattfindet, sofern sie überhaupt irgendwann stattgefunden hat.

Wenn man nicht SOFORT handelt, wird türkisch früher oder später zur 2. offiziellen Sprache in Österreich. Mitsamt türkischen Schulen, türkischen Ämtern, türkischer Selbstverwaltung.

Auf gut Deutsch: Teile Österreichs werden zur türkischen Provinzen. Österreich verliert Teile seines Territoriums. Das sind unglaubliche Veränderungen, die sämtliche Rechte der Österreicher und die Verfassung brechen.

Antworten Gast: ZG
15.12.2010 21:14
0 4

Re:

Genau das ist der Grund die Familienzusammenführungen SOFORT KOMPLETT EINZUSTELLEN!

Das ist aber ein Problem,die Ösi Frauen sind wie durchgelegene Matratzten,die wollen wir Türken nicht.

Antworten Antworten Gast: osman.ervertaydigerler
09.01.2011 19:59
0 0

Re: Re:

ZG:lernen sie bitte deutsch und vergessen sie ihr türkisches machotum!
damit machen sie sich in ö nur lächerlich!
sie haben hier eh nix zu melden!
nützen sie ihr stimmrecht und helfen sie mit, in der türkei ein sozialsystem und eine demokratie aufzubauen.

Antworten Antworten Arethas
15.12.2010 23:06
1 0

Re: Re:

Was ihr lieber wollt, wollen wir hier lieber nicht diskutieren...

Dirty Egi
15.12.2010 14:39
3 1

Alle guten Dinge sind 3.

Wieso wieder weggehen. Die 3.Belagerung war doch ein voller Erfolg.

Antworten Svenco
15.12.2010 15:05
0 6

Re: Alle guten Dinge sind 3.

Exakt...

Die Türken müssen diesmal von der Eroberung richtig überzeugt sein, damit sie sich schon heimisch fühlen!
Selig sei Kara Mustafa Pascha! Er hatte ein gutes Ziel angesetzt!

Antworten Antworten Dirty Egi
15.12.2010 17:36
0 0

Re: Re: Alle guten Dinge sind 3.

Kara Mustafa war ein Versager.
Mein Vorbild ist Mehmed der Eroberer.
Der große Fatih hat das Mittelalter beendet und die Türen zur Neuzeit geöffnet und ein 1000-jähriges Reich vernichtet.
Was hat Kara Mustafa gemacht?

Gast: Fred
15.12.2010 14:14
9 1

Bekenntnis zur Landnahme

Schön, wie der Autor oder die Autorin sich freut, dass die Türken sich in Österreich heimisch fühlen. Nur freuen können sich die Österreicher ihrerseits erst dann darüber, wenn es mit einem Bekenntnis zur österreichischen Lebensart verbunden wird - man Scharia und Kopftuch wirklich abstreift. Bis dahin bleibt es eine als bedlohlich empfundene Landnahme...

Antworten luda2010
19.12.2010 00:33
0 0

Re: Bekenntnis zur Landnahme

so was zu erwarten ist kindisch. für viele Migranten ist die österr. Lebensart nicht attraktiv. österreicher sind ja auch oft nicht stolz darauf, also was erwartet man von zuwanderern. wenn ihr euer Land nicht mögt, wie soll ein ein Fremder....
Ö - land der Komplexe...

Hinji
15.12.2010 12:35
11 0

Gibts das?

Mein Kommentar von vorhin wurde gelöscht...ganz schön frech!

Kurzum nochmal:
Bekenntnis zu Österreich wär super, aber die, die ein Haus kaufen sind sowieso integriert und haben das Geld (weils brav arbeiten).
Und was ich nicht verstehe ist, warum in türkisch/in türkischen Medien inseriert wird und türkischstämmige Makler gesucht werden....
Hat das mit Integration zu tun?

Antworten Cuchulainn
15.12.2010 13:53
1 0

Re: Gibts das?

Das ist hier der Brauch.

Antworten Gast: isis osiris
15.12.2010 13:49
1 4

Re: Gibts das?

Aus dem gleichen Grund, warum NÖN "Süt" verkauft.
Und warum es in New York City viele Produkte gibt, die russisch, griechisch oder sonstwie beschriftet sind. Oder in Wien vor 1918 viele Produkte tschechisch.
Man erreicht die Communities besser, macht bessere Geschäfte so und Makler sind meiner Meinung nach keine Integrationsbeauftragten, sondern: Geschäftsleute.

Und das ist gut so.

Antworten Antworten Gast: Arbeitender Gast
30.12.2010 20:32
0 0

Re: Re: Gibts das?

New York ist nicht Wien. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

Antworten Antworten Gast: nichtgutso
15.12.2010 18:31
3 2

Re: Re: Gibts das?

Ist ja soo weltmännisch dass beim Billa Joghurt in Küberln verkauft wird die nicht nur türkisch beschriftet sind sondern die sogar eine Moschee ziert.

In den moslemischen Ländern werden sicherlich die Produkte auch mehrsprachig beworben werden und für Christen mit einer Kirche verziert sein ...

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
15.12.2010 19:45
3 2

Sie sagen es

Unglaublich urban und weltmännisch, nicht mal einfachste Vokabeln der Landessprache wie Milch zu beherrschen bzw. beherrschen zu wollen? Oder sind die Kaufmotive Heimweh(?), Nationalstolz oder Sentimentalität?
Die NÖM holt mit ihrer Charmeoffensive die Kunden vermutlich dort ab, wo sie stehen. Oder gibt es andere Gründe, mit weltmännischen Gesten eine sehr unweltmännische Geisteshaltung zu unterstützen?

6 1

Das Abendland sieht der Rettung entgegen,

endlich wieder ein Grund für eine Jubelmeldung.

Wir müssen uns aber sehr anstrengen, dass es noch besser wird.

harleybear
15.12.2010 12:29
6 0

nau bumm

da werdens aber im speckgürtel augen und ohren machen die alteingesessenen

Antworten galli leo
15.12.2010 12:55
2 6

die alteingesessenen im speckgürtel

meinen sie damit die wenigen, die schon seit generationen dort zu hause sind?

oder die selber grad erst aus der stadt zugezogenen?

sollten sie erstere meinen: deren 'augen und ohren machen' über türkischstämmige nachbarn wird nicht schlimmer sein als das über die heutigen zuwanderer inländischer abstammung.
(allgemein gesagt:) weniger integrationswillig können nämlich türken auch nicht sein!

Antworten Antworten Gast: Speckgürtler
15.12.2010 18:23
5 3

Re: die alteingesessenen im speckgürtel

Ich als Alteingesessener sage Ihnen: Mit den zuagrasten Weanern gibt es Probleme, ja. Aber nie im Leben auch nur annähernd so viele wie mit Türken. Letztere gehören nämlich schlichtweg einer Krawallkultur an.

sküs
15.12.2010 12:18
9 2

fühlen sich immer mehr heimisch

soll das eine Jubelmeldung sein?

Gast: gast
15.12.2010 11:22
5 0

jetzt gehen dann bei uns



die immobilienpreise auch noch baden !

Gast: henzo der erfolgreiche
15.12.2010 11:19
3 22

Interessant

Offenbar postet hier ein Pool an Bildungsverlierern und ökonomischen Verlierern, die es selbst nicht zu Eigentum bringen.
Hackelts was, bildet Euch!
Die Türken machen das auch - und wenn Ihr das nicht schafft - verloren....

 
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