Kreative Muslime: Wettbewerb zum Thema Integration

Die Muslimische Jugend organisierte einen Bewerb, bei dem junge Muslime zeigen sollten, was es für sie bedeutet, in Österreich zu leben. Eine prominente Jury soll nun die besten Beiträge wählen.

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(C) Creative Muslim Contest

Wien. „Die muslimischen Jugendlichen sollen selbst ihre Wünsche, Vorstellungen und Befürchtungen hinsichtlich des Themas ,Integration‘ darlegen“, sagt Saime Öztürk. Sie ist eine der Organisatorinnen des Projekts „Creative Muslim Contest“, zu dem die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) geladen hat: Es ist der bisher erste Kreativwettbewerb für Jugendliche islamischen Glaubens österreichweit. Thema: Was bedeutet es für dich, in Österreich zu Hause zu sein?

Am Montag endete die Einreichfrist für den Bewerb, an dem alle österreichischen Muslime zwischen 13 und 26 Jahren teilnehmen konnten. Mehr als 60 Werke wurden eingereicht, die sich in Ton, Bild, Video oder Text ausdrücken. Den Organisatoren ist es wichtig, den Jugendlichen „eine größtmögliche künstlerische Freiheit zu geben, um ihnen eine Stimme zu verschaffen“, sagt Öztürk.

An gewisse Regeln mussten sich die Teilnehmenden jedoch halten, beispielsweise darf die kunstvoll aufbereitete Arbeit weder rassistisch noch sexistisch oder beleidigend sein, sie muss ethisch-moralischen Prinzipien folgen.

 

Muslimisches Potenzial aufzeigen

Ziel der Initiatoren ist es, „das schöpferische Potenzial muslimischer Jugendlicher aufzuzeigen“, meint Öztürk. So müssten sie sich einer hochkarätigen Jury stellen, was für Ehrgeiz und Selbstwert von Bedeutung sei.

Gernot Stanfel, Musiktherapeut, ist einer der Juroren. Er ist überzeugt davon, dass „Religion und Spiritualität in allen Kulturen eine entscheidende Triebkraft für Kunst und Kultur“ sei. Stanfel selbst versucht, Musik in Verbindung mit traditioneller islamischer und österreichischer Kultur aufzuführen, und hofft, dass mit der Zeit Muslime in allen Bereichen der Gesellschaft als „selbstverständlich“ erlebt werden.

Für die Jury, die nun die Aufgabe hat, die einzelnen Werke zu beurteilen, konnten unter anderem Moderator und Kabarettist Dirk Stermann sowie Fernsehmoderatorin Arabella Kiesbauer gewonnen werden. Sie finde es essenziell, meint Kiesbauer, jungen Muslimen das Gefühl zu geben, ein anerkannter, produktiver und kreativer Teil der österreichischen Gesellschaft zu sein. „Wenn wir Integrationsbarrieren abbauen wollen, müssen wir Menschen mit Migrationshintergrund ermöglichen, sich zu integrieren, ohne die eigene Kultur aufzugeben.“

Auch die Liedermacherin Claudia Mitscha-Eibl ist Jurymitglied. Sie finde das Anliegen junger Muslime, mit ihrer Religion eine österreichische Identität zu entwickeln, wichtig und unterstützenswert. Der „Creative Muslim Contest“ will aus ihrer Sicht „Jugendliche dazu bewegen, Erfahrungen mit ihrer Integration in Österreich künstlerisch zu verarbeiten“. Mitscha-Eibl ist überzeugt davon, dass der künstlerische Ausdruck sehr gute Möglichkeiten biete, vielschichtigen Erfahrungen eine Gestalt zu geben.

Monika Alamgir ist eine von diesen Jugendlichen. Die 19-Jährige hat eine Diskussionsrunde aufgezeichnet, in der „Menschen mit verschiedenen Ansichten über das Thema Muslime und Integration reden“. Dazu motiviert, an dem Bewerb teilzunehmen, hat sie vor allem, dass sie die Gelegenheit hat, ihre Sicht zu präsentieren, aber auch die anderen Herangehensweisen zu thematisieren. Und das auf lustige, kreative Weise.

 

Veranstaltung zum Abschluss

Am 26. Februar organisiert die MJÖ im Etap Event Center (Eitnergasse 12, 1230 Wien) eine umfangreiche Abschlussveranstaltung mit zahlreichen Ehrengästen, bei der die Sieger des Contests präsentiert werden. Anmeldung per E-Mail unter cmc@mjoe.at.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

http://creativemuslimcontest.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2011)

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