Diskriminierung wegen der „falschen“ Sprache

15.02.2011 | 18:19 |  von AYSUN BAYIZITLIOGLU (Die Presse)

Sprachen wie Türkisch werden in der Öffentlichkeit weniger akzeptiert als andere Fremdsprachen. Gerade die Angst, wegen des Akzents nicht akzeptiert zu werden, sei ein Hindernis, Deutsch zu lernen.

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Wien. Integration beginnt mit fehler- und akzentfreiem Deutsch. Zumindest glauben das viele Migranten, da in der Öffentlichkeit laufend die Verpflichtung zu Deutschkursen diskutiert und die deutsche Sprache gern als scheinbare Lösung aller Integrationsprobleme betrachtet wird. Ein Bild, das auch noch dadurch unterstützt wird, dass Migranten immer wieder angefeindet werden, wenn sie in ihrer eigenen Muttersprache oder in gebrochenem Deutsch sprechen.

So passierte es etwa der 41-jährigen Italienerin Adriana Silvestri. Sie fühlt sich oft wegen ihrer Muttersprache, ihres Akzents und ihres Aussehens in der Öffentlichkeit herabgesetzt – denn die dunkelhäutige Italienerin wurde schon einige Male für eine Türkin gehalten. So wurde sie einmal in der Straßenbahn von einer Dame beschimpft, weil man mit österreichischen Kindern gefälligst Deutsch zu reden hat – und nicht Türkisch.

Zur Erklärung: Silvestris zwei Söhne sind – so wie ihr Südtiroler Mann – hellhäutig und blond. Und wie sich später herausstellte, dachte die ältere Dame, dass die Mutter eine türkische Babysitterin sei. „Die alte Dame hat sich aufgeregt, weil man ihrer Meinung nach österreichischen Kindern nicht Türkisch beibringen soll und mir unterstellt, dass ich kein Deutsch könne“, ärgert sich Silvestri.

 

Vorarlberger Dialekt in der U-Bahn

Dabei spricht sie nicht einmal Türkisch. Dafür fließend Italienisch und vier weitere Sprachen, weil sie in Russland und in Genf Sprachwissenschaft studiert hat – und mit ihrem Mann, der Diplomat bei der UNO ist, schon in mehreren Ländern gelebt hat.

Aber wen stört es überhaupt, wenn eine Mutter mit ihren Kindern Türkisch, Italienisch oder welche Sprache auch immer spricht?, fragt die Italienerin. „Selbstverständlich sollen alle Familien in der Öffentlichkeit auch ihre Muttersprache verwenden, wenn sie miteinander kommunizieren“, sagt Elisabeth Freithofer, Projektleiterin im Integrationshaus Wien. „Zu verlangen, dass Migranten im öffentlichen Raum nur Deutsch sprechen, wäre ähnlicher Schwachsinn, wie von zwei Vorarlbergern zu verlangen, in der Wiener U-Bahn keinen Dialekt zu verwenden.“ Noch dazu, meint Freithofer, sei die Verwendung der Muttersprache kein Hindernis, sondern die Grundlage für den Erwerb weiterer Sprachen.

Einzelne Fremdsprachen werden in Österreich allerdings unterschiedlich wahrgenommen. Ljubomir Bratic, Sozialwissenschaftler und Mitgründer des Integrationshauses meint: „Wenn Migranten eine westeuropäische Sprache wie Englisch oder Französisch sprechen, haben die Betroffenen mehr Chancen, akzeptiert zu werden.“

 

Kein Mehrwert?

Andere Sprachen haben in Österreich ein wesentlich schlechteres Image. Gibt es etwa gute und böse Sprachen? Bernhard Perchinig, Politikwissenschaftler, Migrationsforscher und stellvertretender Obmann des Vereins Zara (Zivilcourage und Antirassismusarbeit), meint, dass die öffentliche Wahrnehmung von Sprachen sehr hierarchisch verläuft. Da gebe es Englisch als Weltsprache, die ökonomische Macht zeigt. Und andere Sprachen, die als Kulturelement der Zuwanderer nicht akzeptiert werden wie Türkisch, Serbisch oder Russisch. „Weil die Mehrsprachigkeit nicht wirklich als Wert angesehen wird, lehnen Deutschsprachige anders Sprechende oft ab. Sie fühlen sich in ihrer eigenen Einsprachigkeit angegriffen“, meint Perchinig.

„Mir erzählen immer wieder Patientinnen, besonders türkischstämmige Frauen, dass sie wegen ihrer Sprache in der Öffentlichkeit diskriminiert werden“, erzählt Ayse Aksoy. Als Therapeutin im Verein „Miteinanderlernen“ beschäftigt sie sich intensiv mit Integrationsproblemen. Die türkischstämmige Österreicherin Hatice Deveci (37) ist eine davon Betroffene. „Ich habe kürzlich einer türkischen Frau mit Kinderwagen beim Einsteigen in die Straßenbahn geholfen und dabei mit ihr kurz Türkisch geredet. Sofort wurden wir von einer Dame beschimpft: ,Ihr Ausländer! Wieso redet ihr unter euch Türkisch! Schleicht euch in eure Heimat, dort könnt ihr weiterreden!‘“

 

Hemmung, Deutsch zu sprechen

Besonders Frauen haben oft Hemmungen, Deutsch zu sprechen, meinen Experten. „Wenn Migranten, die Deutsch lernen, nicht akzeptiert werden, nur weil sie kein fehlerfreies, akzentfreies Deutsch beherrschen, vergeht ihnen und allen anderen die Lust, diese Sprache zu lernen oder zu sprechen“, meint etwa Therapeutin Ayse Aksoy. Deshalb müsse sich auch niemand wundern, dass man in österreichischen Medien immer wieder liest, die Türken wollten nicht Deutsch lernen und seien integrationsunwillig.

Die Italienerin Silvestri versteht diese Probleme, mit denen viele Migranten konfrontiert sind: „Ich habe trotz meiner akademischen Ausbildung immer noch Hemmungen, mit Einheimischen Deutsch zu reden, weil ich spüre, dass mein Akzent sie nervt.“

Auch als Linguistin betont Silvestri, wie wichtig es sei, Migranten zu motivieren, die Sprache der Aufnahmegesellschaft zu lernen: „Selbst mir fällt es nicht leicht, Deutsch zu lernen.“ Für jene Menschen, die vorher noch nie eine Fremdsprache erlernt haben, müsse das noch viel schwieriger sein. „Aber trotzdem muss man sich bemühen, Deutsch zu lernen. Denn ohne die Sprache der Aufnahmegesellschaft zu können, kann man sich nicht integrieren.“

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.zara.or.at

Auf einen Blick

Diskriminierung: Immer wieder klagen Migranten, dass sie angefeindet werden, wenn sie in der Öffentlichkeit in ihrer Muttersprache sprechen. Dabei wird häufig ein Unterschied gemacht, welche Muttersprache es ist. So spricht etwa Integrationsexperte Bernhard Perchinig von einer hierarchischen Wahrnehmung verschiedener Sprachen – Englisch sei positiver besetzt, Türkisch, Serbisch oder Russisch dagegen negativ. Das liege daran, dass Englisch als Weltsprache ökonomische Macht zeige.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.02.2011)

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283 Kommentare
 
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der autor des artikels versucht zu manipulieren

muss diepresse wirklich so einen schwachsinn dulden?

Gast: Babylonicus
17.02.2011 20:16
2 0

"Mehrsprachigkeit als Wert"

.. ist sehr subjektiv. Sehen wir es vom wirtschaftlichen Standpunkt, dann ist der "Wert" von Sprachen wie Türkisch und Arabisch eher gering, wenn man nicht in einem der betreffenden Länder leben und arbeiten will. Die Sprache der internationalen Wirtschaft ist nun einmal Englisch. Türkisch z.B. als Vorteil zu preisen, um sich mit hier lebenden Türken unterhalten zu können, die nicht Deutsch sprechen, zeigt sehr deutlich, dass etwas falsch läuft - wenn die Polizei vermehrt Beamte mit Migrationshintergrund einstellen will, dann wird ja de facto zugegeben, dass man das wegen einer großen Zahl integrationsunwilliger Personen aus der betreffenden Ethnie versucht. Den Wert einer Sprache als Zugang zu anderen Kulturen schätzen leider auch viele Österreicher kaum; die reiche türkische und arabische Literatur ist dem Mitteleuropäer so kaum bekannt; den hier lebenden Türken und Arabern aus bildungsfernen Schichten allerdings auch. Pöbeleien oder gar tätliche Angriffe gegen Personen, die sich in einer anderen Sprache verständigen, sind inakzeptabel. Ein Unbehagen kann man aber niemandem verbieten. Es ist ein ähnliches Unbehagen, wie es Zuwanderer verspüren, wenn sie glauben, wegen ihrer Sprache nicht akzeptiert zu werden. Leider fühlen sich die Einheimischen mittlerweile in etlichen Gegenden nicht mehr akzeptiert und fremd. Alles böse Rassisten?

0 4

man erkennt die dämlichkeit des durchnittsrassisten

an der tatsache, dass er die verwendung einer ihm nicht geläufigen sprache als manko ansieht. viel dep*erter gehts nicht.

Ich kann mich nur wundern...

Natürlich soll jeder Mensch, der in Österreich leben möchte, Deutsch beherrschen. Das ist eine Grundvoraussetzung dafür, in einem Land anständig leben zu können. Man muss auf Ämter, zum Arzt, man sollte auch seinen Lebensunterhalt verdienen - das alles ist viel leichter, wenn man die Landessprache beherrscht. Man kann nicht erwarten, dass überall Informationen in jeder beliebigen Sprache zu finden sind. Von mir aus außer Deutsch noch Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch, aber man kann nicht jede Sprache der Welt berücksichtigen!
Somit ist für mich das Erlernen der jeweiligen Landessprache Pflicht und das sollten alle Einwanderer ebenso sehen! Ich würde nie in ein Land einwandern, ohne die Sprache zu beherrschen - zumindest soweit, dass ich mich verständlich machen kann.
Flüchtlinge haben oft nicht die Chance, sich vorzubereiten - aber auch sie haben die Möglichkeit, sich im Nachhinein zu bemühen, die Sprache zu lernen.

Das heißt aber noch lange nicht, dass man zu Hause oder wenn man unter sich ist, nicht seine Muttersprache sprechen soll/darf. Würde ich woanders leben und wäre ich mit Freunden oder Familie in den Öffis unterwegs, würde ich ebenso Deutsch mit ihnen sprechen.
Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun.

Re: Ich kann mich nur wundern...

Zu ihrem Beitrag kann ich ihnen nur zustimmen.

Deshalb sind auch die ablehnenden Reaktionen der Österreicher gegenüber den (sanft formuliert) "noch nicht in Österreich angekommen Mitmenschen" erklärbar und verständlich.

Die Mehrzahl der Zuwanderer (das Wort Asyl möchte ich in diesem Zusammenhang nicht strapazieren) hält nämlich sehr wenig von Integration. Und das nicht nur nicht zu Hause sondern auch in der Öffentlichkeit.

Zu Frau Adriana Silvestri: Für mich ist das eine Bestätigung des obigen Absatzes. Die Österreicher haben inzwischen einfach gegenüber dieser offensichtlichen Subkultur Ressentiments entwickelt. Das Frau Silvestri hier unschuldig zum Handkuss gekommen ist, ist leider sehr bedauerlich.

Liebe Grüße
Dagobert

Re: Re: Ich kann mich nur wundern...

Es ist trotzdem nicht in Ordnung, jemanden in der Öffentlichkeit einfach anzupöbeln, nur weil er nicht Deutsch spricht (oder Deutsch mit Akzent spricht).

Woher will man denn wissen, ob jemand, der gerade jetzt eine andere Sprache spricht, ausreichend Deutsch kann oder integrationswillig ist?

Ich wohne in einem kleinen Ort in Niederösterreich und wir haben viele Migranten hier - aus dem Iran, der Türkei und aus Ex-Jugoslawien. Die können aber alle Deutsch und ich hab mich schon oft an der Bushaltestelle mit meinen Nachbarinnen unterhalten. Manche Muslima unter ihnen tragen Kopftücher und alle sprechen mit ihren Kindern ihre Muttersprache. Die Kinder können zusätzlich auch Deutsch und sprechen es auch, wenn sie mit Kindern anderer Nationalitäten zusammen sind. Das höre ich immer, wenn sie sich vor unserem Haus aufhalten und miteinander reden.

Diese Menschen sind integriert, und daran ändert ihre andere Bekleidung oder Sprache ja nichts.

Ich kann mich nur wundern...

Natürlich soll jeder Mensch, der in Österreich leben möchte, Deutsch beherrschen. Das ist eine Grundvoraussetzung dafür, in einem Land anständig leben zu können. Man muss auf Ämter, zum Arzt, man sollte auch seinen Lebensunterhalt verdienen - das alles ist viel leichter, wenn man die Landessprache beherrscht. Man kann nicht erwarten, dass überall Informationen in jeder beliebigen Sprache zu finden sind. Von mir aus außer Deutsch noch Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch, aber man kann nicht jede Sprache der Welt berücksichtigen!
Somit ist für mich das Erlernen der jeweiligen Landessprache Pflicht und das sollten alle Einwanderer ebenso sehen! Ich würde nie in ein Land einwandern, ohne die Sprache zu beherrschen - zumindest soweit, dass ich mich verständlich machen kann.
Flüchtlinge haben oft nicht die Chance, sich vorzubereiten - aber auch sie haben die Möglichkeit, sich im Nachhinein zu bemühen, die Sprache zu lernen.

Das heißt aber noch lange nicht, dass man zu Hause oder wenn man unter sich ist, nicht seine Muttersprache sprechen soll/darf. Würde ich woanders leben und wäre ich mit Freunden oder Familie in den Öffis unterwegs, würde ich ebenso Deutsch mit ihnen sprechen.
Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun.

Aber wen stört es überhaupt, wenn eine Mutter mit ihren Kindern Türkisch, Italienisch oder welche Sprache auch immer spricht?

Die Ösi Herrenmenschen liebe Frau Silvestri.

Im vierten Reich ist nur Ösisch erlaubt.

Re: Aber wen stört es überhaupt, wenn eine Mutter mit ihren Kindern Türkisch, Italienisch oder welche Sprache auch immer spricht?

Ich verstehs auch nicht.
Wichtig ist doch, dass man die Landessprache beherrscht und sich so mit den Einheimischen verständigen kann. Wieso sollte man nicht seine Muttersprache sprechen dürfen, wenn man mit Familie oder Freunden unterwegs ist?

Re: Re: Aber wen stört es überhaupt, wenn eine Mutter mit ihren Kindern Türkisch, Italienisch oder welche Sprache auch immer spricht?

werden sie für ihre postings bezahlt?

oder verstehen sich einfach die umgangsregeln und den begriff höflichkeit nicht?

letzteres soll ja vorkommen.

Gast: de
17.02.2011 10:01
0 0

bw

als ich von deutschland zurückkam, wurde mir eine zeit lang gesagt 'oida, wos redtst wiara piefke?!?'

Re: bw

Das kenn ich von einer Freundin auch. Sie war mit einem Deutschen zusammen und hat eine Zeit lang mit ihm in Deutschland gelebt. Und jeder hat sie danach gefragt, ob sie eine Deutsche sei.

Gast: sprachfreak
17.02.2011 09:08
5 1

mehrsprachigkeit als wert

sicher ..... wenn man mit der sprache was sinnvolles anfangen kann .. also englisch, russisch , chinesisch (vorsicht schwer ..) teilweise französisch und spanisch ......

aber türkisch ... wozu ... damit man den dönner in der originalsprache bestellen kann ?

ni hau, doswidanja, sawasdee, namaste, und good bye


Re: mehrsprachigkeit als wert

Und wieso sollte ein Türke, Kurde, Araber, Afghane, etc. Deutsch lernen?

Um sich damit ein Schnitzel zu kaufen ist kein Argument mehr, weil es genug nicht Ösische Schnitzelläden gibt

Um die netten Wahlplakate der fpö zu lesen, die die Seele der überaus toleranten Herrenmenschen wiederspiegelt, zu verstehen?

Lassen wir es lieber sein Sprachfreak.

Antworten Antworten Gast: Hahahaha
17.02.2011 17:38
2 0

ja, warum sollten die Herrschaften zusätzlich zu ihrer Muttersprache Deutsch lernen? Weil "Mehrsprachigkeit" ein Wert ist (siehe Artikel), weil

sie sich Österreich aus über 180 Ländern als neuen Lebensmittelpunkt freiwillig ausgesucht haben und weil das Erlernen der Landessprache ein Zeichen des Interesses für und des Repekts gegenüber der neuen Heimat ist.

Wer aufgeschlossen, weltoffen und neugierig ist, wird die Landessprache gerne erlernen.
Sprachverweigerung aus Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit oder Trotz ist eher Ausdruck von Ignoranz und Provinzialismus.

Antworten Antworten Gast: gast
17.02.2011 15:20
1 0

Re: Re: mehrsprachigkeit als wert



DIRTY- das stimmt ! das ist aber auch alles, was da stimmt !

Re: Re: mehrsprachigkeit als wert

Nun ja, wenn en Türke, Kurde, Araber, Afghane etc. hier leben möchte, dann wäre es möglicherweise sinnvoll ;).

Irgendwann müssen die nämlich auch mal auf ein Amt oder ins Krankenhaus oder sonstwohin, wo es niemanden gibt, der ihre Sprache spricht. Und fürs Arbeiten könnte man eventuell die Landessprache auch gut gebrauchen. Natürlich nur, wenn man arbeiten will.

Zum Einkaufen in Wien braucht man das nicht, das ist klar - es gibt so ziemlich für jedes Land ein Lebensmittel- oder Gemischtwarengeschäft in Wien.

Antworten Antworten Gast: Lingus
17.02.2011 11:01
4 0

Re: Re: mehrsprachigkeit als wert

weil sie hier bleiben wollen - wenn ich in der Türkei bleiben will werd ich auch die Landessprache lernen!

Ich wär aber nicht traurig wenn die von Ihnen genannten Volksgruppen nicht bleiben und somit nicht dt. lernen!

Der größte Zuzug kommt aktuell aus D. Ö hat sehr viel zu bieten - entsprechdn viel können / sollten wir verlangen.
Einwanderer aus verwandten Kulturkreisen können wir deutlich leichter aufnehmen und die können - in der Regel - auch was, dass die heimische Wirtschaft braucht!

Re: Re: mehrsprachigkeit als wert

Du hast (wie sonst auch immer) nix kapiert!
Das ist natürlich kein Freibrief, die Sprache des Landes in dem man lebt zu verweigern!

Gast: komische leute
17.02.2011 08:59
3 1

die sache umdrehen,...

...und nochmals von einem anderen blickwinkel betrachten:

zeigt mir bitte eine österreichische familie, die z.b. nach australien ausgewandert ist, und dort zuhause oder ausser haus unter sich auf (akzentfrei) auf englisch redet. nicht mal der arnie schafft es nach mehreren jahrzehnten in kalifornien, richtig englisch zu sprechen.

zweites beispiel: treffen sich 2 emigrierte österreicher in dubai auf der strasse, reden sie deutsch oder fliessend akzentfrei arabisch?

Re: die sache umdrehen,...

Sehe ich auch so. Die Landessprache zu beherrschen ist wichtigu und notwendig. Trotzdem kann man doch zu Hause und unter sich sprechen wie man will.

Übrigens kenne ich eine Familie, die in die USA ausgewandert ist. Die Tochter war damals etwa 8 Jahre alt und der Sohn ein wenig älter. Trotzdem sprechen die beiden nun erwachsenen Kinder akzentfrei Englisch, die Mutter hat einen Akzent, der aber nicht schlimm ist.
Und die reden zu Hause deutsch miteinander, wenn sie mit amerikanischen Freunden unterwegs sind, reden aber alle Englisch.

Das Enkelkind wird bilingual erzogen (der Sohn hat eine Amerikanerin geheiratet) und alle sprechen mit der Kleinen mal so, mal so. Funktioniert prächtig.


Re: die sache umdrehen,...

a) Verzichtet Schwarzenegger deshalb darauf, in der Öffentlichkeit Englisch zu reden wie oben beschriebene Frauen? Außerdem kann er ja Spanisch auch.

b) Wie lange müssen die warten, bis sie die Staatsbürgerschaft erhalten? - Bis zum St. Nimmerleinstag...

Gast: Gast
17.02.2011 08:37
5 1

Tendenziöser Artikel

Einseitig und mit der üblichen manipulativen "Opferrhetorik" durchsetzt - langweilig.

Antworten Gast: hah
17.02.2011 09:56
0 4

Re: Tendenziöser Artikel

und du fuehlst dich angesprochen? hihihi

Antworten Antworten Gast: Gast
17.02.2011 20:38
2 0

Was für eine intelligente Replik. Aber mal grundsätzlich zu den ganzen Leidensartikeln über Fremdenrecht/Migration/Integration:

Österreich kommt (auch sozial schwachen) Migranten sehr entgegen (mehr als die klassischen Auswanderungsländer Australien, USA, Kanada) und trotzdem kann man in den Medien ständig nur Jeremiaden über das pöhse Österreich lesen. Wie wärs mal mit Dankbarkeit und Anerkennung? Es gibt kein Menschenrecht auf Zuwanderung in das Land seiner Wahl, das bekommen auch mehr als genug abgelehnte Antragsteller zu spüren, die vergeblich nach Australien oder Kanada zuwandern wollten. So what?
Immerhin handhabt Österreich den Familiennachzug toleranter als das vielgelobte Australien.
Die "Opferrolle" wird anscheinend gut beherrscht und taktisch klug eingesetzt. Das ist es, was langsam nervt und ungehalten macht.
Den teils professionellen Suderanten fehlt jeglicher Sinn für Relationen. Ansonsten kann man ihnen nur empfehlen, sich mal intensiv mit den Einwanderungsvoraussetzungen Kanadas und Australiens auseinanderzusetzen.
Das würde den Sinn für die internationale Realität schärfen, der Vergleich macht dann sicher.
Dass ein kleiner Sozialstaat wie Österreich, der entgegen verbreiterer Legenden, KEIN klassisches Zuwanderungsland ist (die Binnenmigration der Donaumonarchie ist ein anderes Thema) nicht ALLE Migrationswilligen aufnehmen kann, muss man vernunftbegabten Zeitgenossen nicht extra erklären.

Österreich hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten erst wieder an Zuwanderung größeren Ausmaßes gewöhnen müssen, das erklärt manche interkulturellen Probleme im Alltag.

Gast: I sogs glei
17.02.2011 08:30
5 0

Perchinigs Aussage

"Weil die Mehrsprachigkeit nicht wirklich als Wert angesehen wird, lehnen Deutschsprachige anders Sprechende oft ab. Sie fühlen sich in ihrer eigenen Einsprachigkeit angegriffen“.

trifft wohl "oft" auch auf Migranten zu - Ablehnen von Mehrsprachigkeit und durch die fremde Landessprache sich in der eigenen Einsprachigkeit angegriffen fühlend - oder etwa nicht?
Warum derartige Pauschalaussagen ("oft") über Einheimische-weil es da politisch korrekt ist?

Es versteht sich von selbst, dass man als freiwillig nach Österreich Zuwandernder die Landessprache erlernt. Wenn das nach Jahren immer noch nicht der Fall ist, kann man von Integrationsresistenz sprechen.

Höchste Zeit, dass verpflichtende Basiskenntnisse in Deutsch als Zuwanderungsvoraussetzung eingeführt werden.

 
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