UETD gegen FPÖ: Krieg per Aussendung

Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten lieferte sich ein Wortgefecht mit FPÖ-Generalsekretär Vilimsky über seine Angriffe gegen Türken, Araber und Schwarze. Sie verlangte eine Entschuldigung des Politikers.

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(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)

Wien. „Es sind auch vor allem kulturferne Nationen aus dem islamischen Raum: Türken, Araber, Schwarzafrikaner.“ Er wolle nicht, dass noch mehr „Kulturfernes ins Land hereinschwappt“. Diese Aussagen von FP-Generalsekretär Harald Vilimsky in einem „Presse“-Interview vom 21.September stoßen vor allem in der türkischen Community auf massive Ablehnung. Am aktivsten trat die UETD Austria (Union of European Turkish Democrats), eine NGO mit europaweiten Niederlassungen, auf.

Sie verlangte per Aussendung eine Entschuldigung des FPÖ-Politikers. Die Aussagen Vilimskys seien Ausdruck populistischer Hetze und würden Türken, Araber und Schwarze diskriminieren, sowie eine Bedrohung durch Migranten suggerieren.

Vilimsky reagierte zwar auf die Vorwürfe, allerdings nicht mit einer Entschuldigung. Im Gegenteil: In einer Aussendung schoss der FPÖ-Generalsekretär scharf auf die UETD und brachte deren Vizepräsidenten Sami Akpinar ins Spiel, der kürzlich zivilrechtlich – nicht rechtskräftig – verurteilt wurde. Er soll eine Kurdin verleumdet haben, einer terroristischen Organisation anzugehören.

 

„Handlangerin Ankaras“

Vilimsky sprach weiters vom „Blöken des Wolfs im Schafspelz“ und von der UETD als einer „Handlangerin Ankaras“, für die es in Österreich „wahrlich keinen Bedarf“ gebe.

Die UETD konterte ihrerseits mit dem Verweis auf eine lange Liste rechtskräftig verurteilter FPÖ-Politiker – und wiederholte ihre Forderung nach einer Entschuldigung. Sprecher Ercan Karaduman: „Vilimskys nationalistisches Blöken gefährdet jeglichen Dialog und schadet dem Integrationsprozess in Österreich.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2011)

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