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Migration: „Medien sind keine neutralen Vermittler“

10.01.2012 | 18:18 |   (Die Presse)

Österreichs Medienmacher geben zu, dass Migranten vor allem im Kontext von Konflikten vorkommen. Das Thema Migration bleibt ein Hochaktuelles. Eine Migrantenquote in den Redaktionen lehnen sie großteils ab.

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Wien/Cla. Zuwanderung ist aus demografischen und wirtschaftlichen Gründen notwendig. Laut einer aktuellen Studie der Wissenschaftlerin Karin Zauner sind österreichische Chefredakteure und Geschäftsführer von Medienbetrieben geschlossen dieser Meinung. Für ihre Studie „Zuwanderung – Herausforderung für Österreichs Medien“, die morgen, Donnerstag, im Medienzentrum des Parlaments präsentiert wird, befragte sie 40Entscheidungsträger aus Medienbetrieben und zwölf Experten aus der österreichischen Politik, von Ethnomedien und Interessensvertretungen.

Migration ist für Medienschaffende konstant ein hochaktuelles Thema. Die Studie von Zauner zeigt, dass sich die österreichischen Medien sehr wohl mit den Themen Migration und Integration auseinandersetzen. Ihre eigene Rolle im Integrationsprozess sehen die Befragten dabei durchaus kritisch. 46Prozent meinen, dass Massenmedien eher einen negativen Einfluss auf Integration haben. Nicht zuletzt wegen der Berichterstattung über Migranten. 57 Prozent bewerten sie als „überwiegend negativ“. 40 Prozent der Befragten sehen den Großteil der Schuld bei den Boulevardmedien, die bewusst negativ über Zuwanderung berichten würden. Rund ein Drittel der Befragten nannte diesbezüglich namentlich die Kronen Zeitung. 93 Prozent geben zu, dass Migranten in der Berichterstattung meist im Kontext von Konflikten und Problemen vorkommen.

 

Bedrohungsszenarien konstruiert

Überraschend ist bei der Untersuchung das Ergebnis, wie Medien ihre eigenen Praktiken beschreiben. 97 Prozent der Befragten geben zu, dass Medien gezielt polarisieren, skandalisieren, Bedrohungsszenarien konstruieren und Stereotype verwenden, um den Absatz zu steigern. Die befragten Medienmacher halten sich selbst eher weniger für „neutrale Vermittler“. Grundsätzlich halten aber 80 Prozent positive Berichte über Einwanderer für sinnvoll, um etwa gegen Klischees zu kämpfen.

Bei der Frage, ob ethnische Diversität unter den Mitarbeitern zu einer Verbesserung der Berichterstattung über Migranten führt, scheiden sich die Geister. 40 Prozent der Befragten halten das für richtig, 40 Prozent lehnen dies ab. Relativ große Einigkeit herrscht wiederum bei dem Thema „Immigrantenquote“. 83 Prozent lehnen freiwillige Selbstverpflichtungen, wie es sie etwa in den USA oder Großbritannien bereits seit Langem gibt, ab. Im Gegensatz zu anderen Ländern hat in Österreich keines der Medien ein Diversitätskonzept. Auch weiß man nicht um die Anzahl der Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Doch laut den Befragten haben 17 von 22 Medien mindestens einen.

Für ihre Forschungsarbeit bekam Karin Zauner gestern, Dienstag, von Bundesminister Karlheinz Töchterle den Förderpreis für Medienforschung des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) überreicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2012)

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4 Kommentare
Gast: rosamundepilcher
11.01.2012 09:48
6 0

recht auf wahrheit

"Bewusst negativ" heisst mit anderen Worten dass nichts geschönt oder verschwiegen wird.

Dagobert
11.01.2012 08:33
8 0

Meinungsdiktat

Zitat:"Zuwanderung ist aus demografischen und wirtschaftlichen Gründen notwendig"

Völlig korrekt. Noch besser wäre es aber, wenn wir unseren Frauen die Möglichkeiten bieten würden Familie und Job zu vereinen (sieh EU-Studie). Abseits von abschieben von Kleinkindern in den Kindergarten.

Aber völlig daneben ist die derzeitige Zuwanderung von bildungsfernen Schichten aus Ländern die uns von ihrer Religion und Kultur diametral gegenüberstehen.

Die Berichterstattung in den Medien ist ein Witz. Auf der einen Seite der brave Migrant (die Statistiken sagen etwas anderes) auf der anderen Seite der böse inländische Ausländerfeind, der nicht differenziert.

Zitat:"Grundsätzlich halten aber 80 Prozent positive Berichte über Einwanderer für sinnvoll, um etwa gegen Klischees zu kämpfen"

Einseitige Berichterstattung auf Kosten der Wahrheit und Objektivität. Das funktioniert aber nicht, da die Realität von vielen als anders wahrgenommen wird. Kein Wunder, das Journalisten inwischen so einen schlechten Ruf haben. Ursprünglich wurdet ihr als Korrektiv des Staates gesehen, aber das ist vorbei.

Zusätzlich ein Förderdschungel für Migranten denen durch das Gesetz ein jahrelanges warmes Plätzchen gewährt wird.

Weiters ein unreflektiertes decken durch manche Parteien und Gruppierungen, die lieber Einheimische medial bashen, als ihre Dogmatismen zu verifizieren.

Kein Wunder das es RICHTIGE Migranten in Österreich schwer haben.


Antworten Gast: schlÄchter
11.01.2012 10:35
3 0

Re: Meinungsdiktat

sg dagobert!
+
mfg
s.

erichhard
11.01.2012 08:17
9 0

uiiii...

... da wird ja wieder fleissig gefiltert.

Ich versuchs mit Schlagwörtern:

WissenschaftlerIN Frau Zauner - Robert Misik - Gruppe revolutionäre Marxisten - objektiver Artikel ?