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Juden kämpfen gegen das Vergessen

17.01.2012 | 18:19 |  IDA LABUDOVIC (Die Presse)

Jüdische Initiativen unterstützen die Aktionswoche „Jetzt Zeichen setzen“, unter anderem mit Friedhofsführungen und einer Lesung zur Wannsee-Konferenz.

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Wien. „Meine Familie wurde erstmals im Jahr 1670 aus Wien vertrieben“, sagt Victor Wagner, Präsident der B'nai B'rith Zwi Perez Chajes Loge. Die Hilfs- und Wohltätigkeitsorganisation, die in Wien seit mehr als 50 Jahren aktiv ist, unterstützt heuer neben anderen jüdischen Organisationen und Jugendverbänden die Gedenk und Aktionswoche „Jetzt Zeichen setzen“ (siehe Bericht oben).

„Unsere Message dazu ist, dass man nie vergessen darf, was hier passiert ist. Und Leute, die mit Antisemitismus und Rassenhass sympathisieren, dürfen in einer zivilisierten Gesellschaft keine Position haben.“ Regelmäßig veranstaltet die Loge B'nai B'rith einen interkonfessionellen Dialog in ihren Räumlichkeiten in der Taubstummengasse im vierten Wiener Gemeindebezirk. Damit sollen Vorurteile abgebaut und Missverständnisse aufgeklärt werden. „Oft sind Meinungen und Vorurteile wegen Fehlinterpretationen entstanden“, meint Wagner. Er glaubt, dass der Antisemitismus in Österreich zwar prozentuell zurückgegangen sei, dennoch sei er immer noch stark ausgeprägt. „Im Allgemeinen sind die Berührungsängste der Österreichischen Bevölkerung gegenüber den Juden größer als in vielen anderen Ländern. Der Hauptgrund dafür erklärt sich aus der Vergangenheit.“

 

Friedhofsführung und Lesung

Aufklärend sollen auch zwei Führungen durch den Jüdischen Friedhof Währing wirken, die im Rahmen der Aktionswoche durchgeführt werden. „Es ist interessant zu sehen, dass der Jüdische Friedhof eine ganz andere Struktur hat, aber auch welche Personen auf den Friedhöfen begraben sind: wie zum Beispiel die Familie Epstein, die das Palais Epstein in Wien hinterlassen hat“, meint Organisator Nikolaus Kunrath.

Eine weitere spannende Veranstaltung dürfte die Lesung „Geheime Reichssache“ werden – genau 70 Jahre nach der Wannsee- Konferenz wird über die „Endlösung der Judenfrage“ aus Originaldokumenten und dem Protokoll dieser Konferenz gelesen. Am 20.Jänner 1942 hatten sich auf Einladung des SS-Obergruppenführers Reinhard Heydrich 15 hochrangige Vertreter des NS-Regimes in einer Villa am Wannsee zum Arbeitsfrühstück getroffen, um die Vernichtung der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zu organisieren. In weniger als zwei Stunden war der Völkermord an den Juden beschlossen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.01.2012)

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8 Kommentare
Gast: Demokratius
01.02.2012 11:56
16 0

Leute, die mit Antisemitismus und Rassenhass sympathisieren, dürfen in einer zivilisierten Gesellschaft keine Position haben.“

Welch schönes Motto, aber ...

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/726421/Lieberman_Israel-muss-Teil-des-vereinten-Europas-sein

Wer ist Semit und wer ist Chasar in Palästina? Wer terrorisiert mit Massenvernichtungswaffen und wer vertreibt wen aus seinem Heimatland?

Wie kann dieser Mann in einer angeblich zivilisierten Gesellschaft eine Position haben?

Für eine ehrliche Antwort im Sinne von "NIE WIEDER" bin ich dankbar.

Gast: Luzifer
20.01.2012 00:28
3 0

Bitte aus dem Holocaust die richtigen Schlüsse ziehen:

Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurden im Laufe der Geschichte nicht nur von den Deutschen begangen. Ihnen eine "Erbschuld" zu unterstellen, ist Rassismus pur und widerspricht den historischen Erfahrungen!

Bitte aus den Ereignissen die richtigen Schlüsse auch bei anderen Nationen ziehen!

Gast: Glaubnyx
19.01.2012 23:01
0 0

Bin gegen vergessen

Aber was soll vergessen werden. Viele wisen nix. Die können auch nix vergessen. Eichmann hätte man am Leben und in Talk Shows auftreten lassen sollen. Als lebendes Anschauungsobjekt für irre Technokratenmörder. Ähnliche Typen rennen auch heute herum. Nur fehlt der, in dessen Fahrwasser sie zur Entfaltung kämen. Aber im Kleinen sekkieren sie dennoch fröhlich vor sich hin.

Gast: kritischer Wiener
18.01.2012 17:15
2 2

Ewiggestrige...

Die Suppe ist schon so dünn, wird aber immer noch am Köcheln gehalten...

Gerhard Z.
18.01.2012 13:09
2 1

Oh Gott (unserer)

Bitte wer sind hier die "Ewiggestrigen" ?????

Gast: Menschenrechte für alle
18.01.2012 08:57
6 2

Jetzt ein Zeichen setzen

Menschenrechte gelten auch für Palästinenser.

Antworten Gast: Bildungsexpertin
18.01.2012 12:47
3 0

Und womit hat die jüdische Community in Wien die Menschenrechte der Palästinenser beschnitten?


Bitte unterscheiden:

Juden <> Israelis <> Likud

Antworten Gast: Genosse Graf Gudenus, Paris
18.01.2012 10:13
0 0

Zeitgeist: Syrer