25.05.2012 20:23 | Meine Presse Merkliste 0

Integration: Hindernislauf zur akademischen Anerkennung

24.01.2012 | 18:30 |  von NERMIN ISMAIL (Die Presse)

Migranten haben Schwierigkeiten bei der Anerkennung ihrer Studienabschlüsse und Ausbildungen in Österreich. Die Verfahren ziehen sich oft jahrelang hin – mit ungewissem Ausgang.

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Wien. „Ich habe mittlerweile davon abgelassen“, sagt Meliha Kedić. Die Bosnierin hat auf der Universität Bihac Deutsche Sprache und Literatur studiert, mit der Absicht, Deutschlehrerin oder Dolmetscherin zu werden. 2009 zog sie aus familiären Gründen nach Österreich – wo ihr Diplomzeugnis bis heute nicht anerkannt ist.

Die Anerkennung ausländischer Zeugnisse in Österreich ist ein bürokratischer Hindernislauf – das hat nicht nur Kedić erkennen müssen. Die Ungewissheit ist von Anfang an Teil des Prozesses – und schreckt viele ab, es überhaupt zu versuchen. Zwar ruft die Wirtschaft in regelmäßigen Abständen händeringend nach ausländischen Fachkräften, doch bleiben zahlreiche hoch qualifizierte Migranten, die bereits in Österreich sind, schon beim Verfahren der Nostrifizierung auf der Strecke.

„Menschen haben eine mittlere und höhere Bildung und können diese sehr oft nicht direkt nützen“, sagt Norbert Bichl. Mitarbeiter des Beratungszentrums „Perspektive“, der Anerkennungs- und Weiterbildungsberatungsstelle für Asylberechtigte und Neuzuwanderer. „Und der Arbeitsmarkt erkennt ihre Ausbildungen nicht an.“

 

Beruf oder Weiterbildung

Nostrifizierung, so wird die Anerkennung von ausländischen Prüfungszeugnissen, Diplomen etc. genannt. Hierbei muss beachtet werden, ob die Anerkennung für eine Berufsausübung, die mit einem Studienabschluss verbunden ist, oder eine Weiterbildung notwendig ist. Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums sowie in der Schweiz ist der Zugang zu einer Reihe von akademischen Berufen durch eigene Richtlinien geregelt, die den Angehörigen dieser Staaten einen unmittelbaren Berufszugang ermöglichen und das Verfahren ersparen. Bei Drittstaaten gibt es eigene Regeln. Der Antrag kann von jeder in Österreich lebenden Person an der Universität, an der ein vergleichbares österreichisches Studium eingerichtet ist, oder am Fachhochschulkollegium gestellt werden.

Viele Unterlagen können auch in beglaubigter Abschrift abgegeben werden, doch die Urkunde über den Abschluss wird nur im Original angenommen. Für Meliha Kedić wurde das zu einem Problem: „Ich hatte eine Bestätigung von meiner Universität, doch sie wollten sie nicht annehmen. Somit musste ich auf die Urkunde warten, um das Nostrifizierungsverfahren einzuleiten.“

 

Hohe Kosten für Anerkennung

Für die Beteiligten ist dieser Umstand nicht nur frustrierend, sondern auch mit hohen Kosten verbunden. Allein die Nostrifizierungstaxe, die bei der Einreichung entrichtet werden muss, beträgt 150 Euro – plus diverse Gebühren und Verwaltungsabgaben. Darüber müssen ausländischen Dokumenten auch beglaubigte Übersetzungen beigelegt werden, die ebenfalls kostspielig sind.

Und: Die Antragsgebühren werden auch bei einem negativen Verfahren nicht rückerstattet. Berater Bichl meint, das Verfahren sollte grundsätzlich kostenlos sein oder maximal mit der normalen Antragsgebühr von 14,30 Euro versehen sein. „Gleichzeitig müssten Möglichkeiten geschaffen werden, dass Übersetzungen von Amts wegen und somit kostenlos erfolgen.“

Im zuständigen Wissenschaftsministerium hält man von diesem Vorschlag allerdings nicht viel – denn auch bei einer Abweisung entstehe ein entsprechender Arbeitsaufwand.

Trägt das Verfahren der Nostrifizierung keine Früchte, kann noch um die Zulassung zum österreichischen Studium angesucht werden. In diesem Fall könnte man sich abgelegte Prüfungen einzeln anrechnen lassen. Genau das plant jetzt auch Meliha Kedić. Zunächst muss sie jedoch nach Bosnien fahren, um wieder einen aktuellen Nachweis zu besorgen.

 

Master statt Diplom

Sie verzichtet nun auf die Anerkennung ihres Diploms – und inskribiert sich stattdessen für das Masterstudium in Wien. Wenn auch mit einer gewissen Verbitterung: „Das Schlimme ist, dass du bereits ein Diplomstudium hinter dir hast.“ Die Verantwortung dafür, dass es mit der Nostrifizierung nicht geklappt hat, sieht Kedić bei der „Lahmheit der Behörden“.

Wie vielen Menschen in Österreich eine Nostrifizierung bereits geglückt ist, das weiß Berater Norbert Bichl nicht. „Denn interessanterweise gibt es auch keine offiziellen Gesamtstatistiken darüber.“ Immerhin, im Integrationsstaatssekretariat hat man sich vorgenommen, die Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen zu entbürokratisieren. Auch das Wissenschaftsministerium arbeitet bereits an einer Novellierung der Gesetzesbestimmungen.

Auf einen Blick

Nostrifizierung: Bei ausländischen Zeugnissen und Abschlüssen wird überprüft, ob die abgelegten Prüfungen und der besuchte Unterricht mit dem österreichischen System vergleichbar sind. Wird etwa ein ausländischer Studienabschluss nostrifiziert, gilt er als gleichwertig mit dem österreichischen. Die Nostrifizierung eines Uni-Abschlusses kostet derzeit 150 Euro plus Gebühren und Verwaltungsabgaben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2012)

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26 Kommentare
 
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1 0

Anspruchsgesellschaft

das sind die Folgen
jeder sieht es als sein Menschenrecht alles geschenkt zu bekommen

Solch eine Gesellschaft wird nicht lange gutgehen. Menschen, die erfolgreich waren musst oft für sich kämpfen (lernen)....

Europa darf nich (das alte) Rom werden... :-)

Gast: Wünsch dir was
25.01.2012 16:09
3 0

Angestachelt von den vielen Migranten-NGOs,

wollen die Migranten hier alles geschenkt, möglichst ohne eigene Leistung. Kurz, das privilegierte Bürschchen ohne Studium oder Berufserfahrung, läßt sich regelmäßig von den gevieften, steuergeldgesponserten NGO-Lobbyisten über den Tisch ziehen, was die österr. Steuerzahler viel verschwendetes Steuergeld kostet. Wer nicht zu Leistung bereit ist, muß in seinem Herkunftsland bleiben. Um im hiesigen kompetitiven Arbeitsmarkt bestehen zu können, muß man wie überall auf der Welt erst einmal die Landessprache auf Muttersprachenniveau beherrschen und den höheren mitteleuropäischen Standards entsprechend vor allem dem dort geltenden qualitativen Anspruchsniveau entsprechen, was heißt, daß man hier wie alle anderen auch die für die Berufsausübung nötigen Prüfungen ablegt, um der hier geltenden Norm zu entsprechen. Entspricht man dieser Norm, sind die Prüfungen kein Zeitaufwand. Entspricht man dieser Norm nicht, wird es hingegen zeitaufwändig. Doch Ausnahmen sind nicht zu akzeptieren.

Als völlig falsch erweist sich, daß in Österreich die Migranten überall begünstigt und bevorzugt werden. Die Privilegierten werden immer frecher mit ihren Forderungen. Daher endlich Schluß damit. Gleiche Chancen für alle. Wem das nicht paßt, der soll woanders hingehen. Doch dort gelten ebensolche Spielregeln.

Sollte ich zB in die Türkei übersiedeln, muß ich alles ausnahmslos selbst bezahlen, Türkisch lernen, einen Job errangeln und den dortigen Spielregeln entsprechen. Und das ist keine Diskriminierung.

Elrond
25.01.2012 13:47
2 0

Geht auch anderen so, und

die jammern nicht sofort.
Kenne mehrere Beispiele.
>gute> und <schlechte<
mfg

Gast: Wer integrationswillig ist, nützt die hiesigen Bildungschancen um am Arbeitsmarkt kompetitiv zu sein
25.01.2012 13:16
5 1

Auch viele Österreicher sind vielfach für ihren Job überqualifiziert und verdienen deswegen viel zu wenig

Grundübel Nr. 1 ist,
daß an der Spitze minderqualifizierte Parteigünstlinge herumfuhrwerken, die sich nur mit ungefährlichen Nächstdümmeren umgeben. Das setzt sich über die Hierarchiestufen fort. Super Abschlüsse, z.B. von US-Spitzenunis, sind in Österreich für den Papierkübel: man wird nur durch Unmengen kostenlos zu leistender Überstunden über viele Jahre mit sehr mäßigen Gehalt ausgebeutet, den fürstlich honorierten Spitzenjob bekommt dann ein geschobener Parteigünstling, der außer Verschwendung nichts zusammenbringt. Die Leistungsorientierten enden dann nur zu oft krankgemacht in Frühpension oder flüchten ins Ausland.

Grundübel Nr. 2 ist
die Glorifizierung der Migranten. Jeder weiß, daß die beruflichen und universitären Standards regional völlig unterschiedlich sind. Deutschsprachige Handwerker sind weltweit gesucht, andere tut man sich lieber nicht an. Ebenso kann sich die Uni Bihac u.ä. weder mit der Uni Wien noch Harvard messen. Auch die US-Spitzenunis anerkennen österr. Uni-Abschlüsse insoferne nicht an, als daß ein österr. Master dort wie ein US-Bachelor behandelt wird und das US-Master-Studium in etwas abgewandelter Form nochmals absolvieren muß, doch man tut dies freiwillig, um einen gutbezahlten+interessanten Konzernjob zu bekommen. Genauso ist es mit den vielen den hiesigen qualitativen Standards nicht entsprechenden Abschlüssen ökonomisch wenig erfolgreicher Länder;dazu kommt das dort übliche Schummeln mit gekauften Zeugnissen, da dort die Korruption floriert.

Gast: nun denn
25.01.2012 10:05
2 0

naja

„Menschen haben eine mittlere und höhere Bildung und können diese sehr oft nicht direkt nützen"-
das betrifft auch genügend ÖsterreicherInnen, zB JungakademikerInnen und andere gut gebildete Personen, die Jobs unter ihrem Aus/bildungsniveau annehmen müssen oder überhaupt keinen Job finden. Das interessiert aber niemanden.

"Berater Bichl meint, das Verfahren sollte grundsätzlich kostenlos sein oder maximal mit der normalen Antragsgebühr von 14,30 Euro versehen sein. „Gleichzeitig müssten Möglichkeiten geschaffen werden, dass Übersetzungen von Amts wegen und somit kostenlos erfolgen.“

Warum sollen Nostrifizierungsverfahren und Übersetzungen grundsätzlich kostenlos sein?
Und solange es keine weltweit einheitlichen Standards (was ziemlich illusorisch ist) im Aus- und Bildungsbereich gibt, sind Nostrifizierungsverfahren nun mal notwendig und sinnvoll.

Außerdem: Wem dienen schnelle und eventuell ungenaue Anerkennungsverfahren - der Wirtschaft, die sich noch mehr Druck auf die Arbeitnehmer/Arbeitsuchenden und profitsteigerndes Lohndumping erhofft?

Ich finde, man sollte Probleme von mehreren Seiten betrachten und nicht nur Einzelinteressen hervorheben, wie in diesem Artikel.

presser
25.01.2012 09:31
0 0

Nostrifizierungen

Warum soll nicht jedese studium nostrifgkjfg werden?

presser
25.01.2012 09:30
5 1

Lohndumping

Vor 30 Jahren konnte sich ein fleißiger Hilfsabeiter ohne Lehrabschluß auch ein Haus bauen.
Heute kann er sich nicht einmal mehr die Wochenkarte leisten um in die Arbeit zu kommen.

30 Jahre Zuwanderung hat die Löhne nach unten gedrückt, jetzt sollen mit rumänischen Lehrabschlüssen die Facharbeiter gedrückt werden.

Gut bezahlte Jobs für Akademiker sind jetzt schon Mangelware, zukünftig müssen sie auch noch mit Diplomen der University of Nairobi konkurrieren...

Antworten presser
25.01.2012 09:33
1 0

Re: Lohndumping

and so on,,,

stefania
25.01.2012 08:22
6 1

Ein Witz aus den Zeiten der ungarischen Revolution:


Sitzen zwei Spatzen auf einem Zaun.

Spatz eins zu Spatz zwei: "In Ungarn war ich Adler!"

Antworten Gast: schlÄchter
25.01.2012 13:20
1 0

Re: Ein Witz aus den Zeiten der ungarischen Revolution:

sg frau stefania!
sehr gelungene fabel. nur wird die weder herr redakteur nerman noch herr bichl verstehen (wollen).
+
mfg
s.

3 1

Ein Diplomstudium auf einer öffentlichen Universität in

Russland, Mazedonien oder Serbien ist mit Verlaub etwas ganz anderes als ein Diplomstudium auf einer öffentlichen Universität in Österreich, Deutschland oder sogar Polen (Warschau) (was jetzt sicher einige verwundert). Die Einrichtungen sind korrupt, für Geld ist alles zu haben. Die Lehrmittel sind oft von Vorgestern und das schlägt sich auch in der Anzahl der Wissenschaftlichen Erwähnungen dieser Länder in den Wissenschaftsverlage nieder.

Auch wenn nicht alle Schwindeln: Viele tun es.

Gestern war eine Kenianerin im ORF, die ein "fast fertiges Wirtschaftsstudium" aus irgendwo vorzuweisen hatte. Natürlich schob sie es auf ihre Hautfarbe, dass sie keine Adäquate Stellung bekam. Adäquat bedeutet in diesem Fall für Inländer irgendwo zwischen Call Center Agent und Sekretärin. Aber natürlich sind alle Österreicher Rassisten, wenn man einer Afrikanischen Frau mit dunkler Hautfarbe nicht mindestens einen Vorstandsposten anbietet. Die sind doch alle Durchgeknallt!

Ich finde 150€ für die Prüfung eines Fremddiploms nicht zu hoch gegriffen. In Anbetracht dessen, dass die Einkommensmöglichkeiten überproportional ansteigen, ist das eher noch zu niedrig - wenn man weiß was da alles mit dranhängt. Bei solchen Dingen sollte Kostenwahrheit herrschen.

0 3

Re: Ein Diplomstudium auf einer öffentlichen Universität in

Ich finde die 150€ auch fuer ertraeglich. Trotzdem eine frage: waren sie jemals an einer auslaendische uni immatrikuliert? Oder schreiben sie nur "aus dem bauch heraus"?

Antworten Gast: Bildungsexpertin
25.01.2012 09:48
2 4

Das ist doch ein ausgemachter Unsinn.

Veraltetere Lehrmittel als an der Uni Wien werden Sie kaum wo finden ...

Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ein in Serbien oder Kenia absolviertes Jus-, Medizin- oder Wirtschaftsstudium nichts wert ist, nur weil die Menschen dort eine dünklere Hautfarbe haben?

EUR 150 Nostrifizierungstaxe mag Ihnen nicht viel erscheinen. Aber lassen Sie mal eine mehrere hundert Seiten starke Diplomarbeit beglaubigt übersetzen ...

3 0

Re: Das ist doch ein ausgemachter Unsinn.

Wenn man über etwas nicht sprechen kann, muss man darüber Schweigen.

Ich rate Ihnen gut gemeint, ihre Auslandserfahrung aufzupolieren. Unter Lehrmittel versteht man nicht Tisch Stuhl und Klo, sondern zum Beispiel Bücher und Computer.

1 2

Re: Re: Das ist doch ein ausgemachter Unsinn.

Sie geben hier unsinn - oder niedergeschriebene vorurteile - von sich. Sie koennen nicht alle studienrichtung ueber "einen kamm scheren". Und es geht hier auch nicht nur um studienabschluesse aus entwicklungslaendern.

Antworten Antworten Gast: Frau
25.01.2012 14:54
1 0

Re: Das ist doch ein ausgemachter Unsinn.

Nur muss die Diplomarbeit ja nicht uebersetzt werden, sondern lediglich die Zeugnisse.

Antworten Gast: Blankensteiner Husar
25.01.2012 09:24
1 1

Re: Ein Diplomstudium auf einer öffentlichen Universität in

Sie waren wohl noch nie in einer der "tollen" österreichischen Bildungshochburgen wie Universität Wien, Karl-Franzens-Uni Graz oder so ähnlichen Museumsbetrieben aus der Mitte des vorvorvorigen Jahrhunderts.
Österreich hat nur einen Nobelpreisträger; und die war auch nicht Uniabsolvent.

Antworten Antworten Gast: Nobelpreiskomitee
25.01.2012 14:57
1 0

Re: Re: Ein Diplomstudium auf einer öffentlichen Universität in

Österreich hat nur einen Nobelpreisträger???

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_%C3%B6sterreichischen_Nobelpreistr%C3%A4ger


Gast: Schröder Jens
25.01.2012 07:35
6 2

„Lahmheit der Behörden“

Schon eigenartig. dass bei uns Plagiatjäger in Dissertationen politisch unliebsamer Personen, wie bei DR. Hahn, herumstöbern und gleichzeitig schreit man nach schneller, billiger Nostrifizierung ausländischer Diplome.

Man weiss jedoch ganz genau, dass in einem Nachbarland perfekte Fälschungen gegen Entgeld natürlich für Alles zu haben sind. Ob Pass, Führerschein, Jahreskarte der Wr. Linien, Diplome, ....

Auch weiss man, dass bestimmte Landsleute dick auftragen und vorgeben, mindestens ein Hochschulabsolventen zu sein.

Hier eine rasche Änderung herbeizuführren würde dem Betrug Vorschub leisten.

Qualität kostet und braucht Zeit. Wer sich ein Diplom erarbeitet hat, dass dem einer österreichischen Hochschule gleichwertig ist, wird es auch nostrifiziert bekommen.

5 3

wenns denen nicht passt -

warum bleiben sie als akademiker nicht in ihrer schönen heimat. die arbeitsplätze brauchen wir für unsere familien. das wird man doch noch sagen dürfen - oder?

karl gross
25.01.2012 04:46
5 1

bah

die anerkennung meines österreichischen studiums war in frankreich auch mit einem gewissen behördlichen und finanziellen aufwand verbunden. da waren halt ein paar wege zu erledigen.

und wie bei allen anderen behördenwegen auch sind auch hier leute eher unbeliebt und müssen mit längeren verfahrensdauern rechnen, die arrogant fordernd auftreten und glauben, dass ihnen die goldenen trauben in den schoss fallen werden nur weil sie irgendwo in einem entwicklungsland eine ausbildung von oft eher zweifelhafter qualität absolviert haben.

ich habe eine kollegin aus marokko deren glück es war, aus einer guten familie zu stammen und als teil eines geschäfts von der firma für eine ausbildung an einer der französischen eliteunis rekrutiert worden zu sein.

sie macht zwar ihre arbeit, aber es steckt sonst nichts dahinter und sie wird frustriert feststellen, dass sie nicht weiterkommen wird, weil es ihr an der elementarsten allgemeinbildung fehlt. und genau das ist so oft das problem bei leuten aus problemregionen: eine ausbildung kann machen wer connections hat und sie glauben, dass man ihnen anschliessend alles zu füssen legen wird.

Gast: Bergfex2
24.01.2012 23:37
4 0

EU-Diplome sind nicht dasselbe, auch wenn eine Richtlinie das meint

Also an sich kann ich schon verstehen, daß man alles prüfen will. Aber in der Tat darf dies nicht zu kompliziert sein. Und bezüglich der EU. Nur weil eine Richtlinie sagt, daß eine Diplom wäre mit dem Anderen vergleichbar, heißt es noch nicht, daß dies in der Praxis so ist. Beispiel Allgemeinmedizin in Deutschland 5 Jahre postpromotioneller Ausbildung mit Erfahrung in der Lehrpraxis. In Österreich sind es normalerweise drei Jahre mit reiner Erfahrung im Krankenhaus. Das kann man doch nicht vergleichen.

Gast: jojooooooooolala
24.01.2012 22:56
2 0

ja so is es

Ja, so kann man an einer Elite Uni in den USA seinen Doktor machen, den man sich dann aber leider in AUT erstmals nostrifizieren lassen muss.
Da macht es Deutschland schon besser, dort ist man gleich anerkannt mit seinem US Elite PhD.
Warum macht man nicht eine Datenbank mit akkreditierten Unis und Studien. Ist ja nicht so als gäbe es nur in der EU gute Unis....

Antworten Elrond
25.01.2012 13:46
0 0

Re: ja so is es

Doktorat muss man nicht nostrifizieren.

Gast: Gertrude Franz
24.01.2012 21:00
14 2

Entschuldigung Bitte ja!!

Nostrifizierung: Bei ausländischen Zeugnissen und Abschlüssen wird überprüft, ob die abgelegten Prüfungen und der besuchte Unterricht mit dem österreichischen System vergleichbar sind.

Das muss sorgfältig geschehen und erfordert Zeit.
Sonst könnte ja jeder daherkommen mit irgend einem Wisch in fremder Sprache.

Schon aus Gründen der GLEICHWERTIGKEIT oft nur mit Zusatzprüfungen möglich.

In der Regel sind europäische Abschlüsse höherwertig!

Ich sehe hier wieder einen Versuch der Gleichmacherei und Nivellierung nach unten zu machen, da viele Migranten daherphantasieren daheim einen Universitätsabschluss gemacht zu haben, der sich in Wirklichkeit als Referenzschreiben eines Dorfbürgermeisters herausstellt.


Antworten Ilka
25.01.2012 14:07
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Re: Entschuldigung Bitte ja!!

In der Regel sind europäische Abschlüsse höherwertig!

Stimmt; darauf muss man leider bei dieser Debatte im wieder verweisen!

 
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