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Solarium-Jugendverbot wird schleppend umgesetzt

27.04.2011 | 09:38 |   (DiePresse.com)

Konsumentenschützer schickten minderjährige Testpersonen in Wiener Sonnenstudios. Mehr als ein Drittel der Sonnenstudios ließ sie "braten".

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Für Jugendliche und sonnenbrandgefährdete Menschen sollten Solariumbesuche tabu sein. Aber viele Anbieter halten sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben. Das hat ein Test des Verbrauchermagazins "Konsument" des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) ergeben. In sechs von 15 überprüften Wiener Sonnenstudios durfte dabei die minderjährige Testperson anstandslos "braten".

Sehr helle oder junge Haut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlung. Wer in der Jugend oft einen Sonnenbrand hat oder regelmäßig ins Solarium geht, setzt sich einem deutlich erhöhten Krebsrisiko aus. Deshalb ist Minderjährigen seit September 2010 die Benutzung von Solarien verboten. Bei Verstößen drohen den Betreibern Strafen bis zu 2180 Euro. Sie müssen die Einhaltung des Verbots durch Ausweiskontrollen oder Maßnahmen wie elektronische Zutrittssysteme sicherstellen. Nur Verbotsschilder aufzustellen, reicht nicht.

E-Card-Schwindel angeboten

In sechs Solarien wurde der Jugendschutz laut "Konsument" völlig missachtet. In einem Fall - in einem Fitness-Center - wurde der jugendlichen Testperson gleich ein Preisangebot für mehrere Besuche gemacht. Bei einem anderen Anbieter wies das Personal zwar auf das Alterslimit hin, bot aber an, die Zugangskontrolle mit der E-Card einer volljährigen Person freizuschalten - davon müsse schließlich niemand erfahren.

In fast allen Studios wurde nicht explizit über gesundheitliche Risiken aufgeklärt, eine Schutzbrille gab es nur bei vier Anbietern. Auch bei der Hygiene hapert es laut "Konsument" zuweilen: In zwei Fällen suchten die Tester sogar vergebens nach der vorgeschriebenen Dusche.

Sechsmal "nicht zufriedenstellend"

Im Anhang der Solarienverordnung findet sich auch die Feststellung, dass Personen mit Hauttyp 1 "unter keinen Umständen" auf die Sonnenbank gehören. Der VKI schickte deshalb auch jemanden mit sehr heller Haut und hellblonden Haaren los. Diese offensichtlich sonnenbrandgefährdete Testperson habe in 13 der überprüften 15 Studios "ohne jeglichen Hinweis auf gesundheitliche Bedenken Zutritt" erhalten.

Testsieger wurde "Sonnentreff das Solarium": Der Liesinger Anbieter hat sowohl den Jugendschutz eingehalten als auch die erwachsene Testperson mit Hauttyp 1 abgewiesen, Gesamtnote "gut". Drei weitere Sonnenstudios wurden als "durchschnittlich", fünf als "weniger zufriedenstellend" eingestuft. Jene sechs Solarien, die gegen das Verbot für Minderjährige verstoßen hatten, erhielten ein "Nicht zufriedenstellend".

(APA)

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5 Kommentare
Anonymous
27.04.2011 18:29
2 0

.

Die ÖVP wirbt für ein selbstbestimmtes, möglichst freies Leben und dann kommt ein Verbot nach dem anderen. Sollte so eine Entscheidung nicht bei den Eltern liegen?

Gast: lawandorder-mikl
27.04.2011 17:54
0 0

RECHT MUSS RECHT BLEIBEN !

Sofort Anzeigen erstatten und in Kopie an die Hardlinerin Mikl-Leitner ( oder wie die heißt ).

Ihre Law and order Partei !!

Gast: KeinSolariumgeher
27.04.2011 12:02
6 2

Sinnfrei,

warum können Jugendliche ab 16 wählen, aber nicht entscheiden ob sie ins Solarium dürfen, einfach nicht nachvollziehbar.

4 2

Re: Sinnfrei,

Das kann ich Ihnen erklären:

Wählen verursacht maximal Brechreiz (angesichts der Wahlergebnisse). Zu viel Solarium verursacht Hautkrebs.

Deshalb.

Antworten Antworten Dr. Buesam
27.04.2011 13:41
5 0

Re: Re: Sinnfrei,

Wählen hat allerdings gesamtgesellschaftlich mehr Schadenspotential als der Hautkrebs eines einzelnen. Es müßte daher Solarium ja, Wählen nein lauten.