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Ernährung: Junge Männer essen ungesund

19.05.2011 | 12:28 |   (DiePresse.com)

Viel Fleisch und Fett, wenig Obst und Gemüse und kaum Wissen über gesunde Ernährung: Männliche Jugendliche leiden oft an Mangelernährung. Ein Symposium beschäftigt sich in Wien mit dem Thema.

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Jugendlichen ist eine gute Figur wichtig, doch scheint für sie hochwertiges Essen kein Thema zu sein. Junge Männer haben kaum ein Bewusstsein für vernünftiges, gesundes Essen. Vor allem die Gruppe sozial schlecht Gestellter weist Defizite bei Ernährungsstatus, Ernährungswissen und gesundheitsbezogener Alltagsgestaltung auf. Die Folgen: Rund 17 Prozent der männlichen Lehrlinge sind übergewichtig, zusätzliche 13 Prozent adipös, wie Experten am Donnerstag beim Symposium "Wie isst Mann? Wie kocht Mann?" in Wien berichteten.

"Selbst- und Fremdwahrnehmung gehen hier stark auseinander. Die Hälfte der übergewichtigen jungen Burschen gibt an, mit ihrem Körpergewicht zufrieden zu sein", sagte Marlies Gruber vom "forum.ernährung heute", das das Symposium in Wien veranstaltet. "Ein vielversprechender Ansatz liegt darin, das Rollenbild des kochkompetenten und genussaffinen jungen Mannes - fernab von Klischees - zu stärken." Denn klassische Strategien der Ernährungsaufklärung und Gesundheitsförderung würden diese Zielgruppe kaum erreichen, so Marlies Gruber.

Schön sein wichtiger als gesund sein

"Gesund aussehen - gesund sein" wird bei jungen Männern völlig unterschiedlich wahrgenommen. Oftmals sind die äußere Erscheinung sowie ein gewisses "Männlichkeitsbild" wichtiger als die eigene Gesundheit. Zwar zeigen männliche Jugendliche hohes Interesse an Sport, aber ein Vorsorgegedanke in puncto Ernährung ist jedoch nicht vorhanden, so der Wiener Jugendforscher Manfred Zentner. "Ein schöner Körper ist wichtig, aber bitte nicht ein gesunder Körper", so Zentner. Ein Rausch an jedem Wochenende gehört für viele Jugendliche einfach dazu, ob das auch gesund ist, sei dahingestellt.

Entscheidend sind auch der kulturelle Hintergrund sowie die Zugehörigkeit zu Lebensstilen und Szenen: Studien im deutschsprachigen Raum zeigen, dass sich mehr als 85 Prozent der Jugendlichen zumindest einer Szene zugehörig fühlen. Auch bei der Vermittlung von ernährungs- und gesundheitsrelevanten Themen sind diese Lebensstilgruppierungen ein wichtiger Faktor. Die Verwendung von Symbolen, Codes und Rollen-Vorbildern birgt hier Potenzial für Sensibilisierung und Akzeptanz.

Vielen jungen Männern fehlt der Zugang zu ausgewogener Ernährung. "Beim Kauf von Lebensmitteln müssen sie sich jeden Tag entscheiden und keiner sagt ihnen, was richtig und was falsch ist", erklärte der Experte.

"Mit Salat wird es schwierig"

Thomas Altgeld, Ernährungsexperte aus Hannover, glaubt, dass das auch an den Rollenerwartungen liegt. Denn Eigenverantwortung für die Gesundheit und für den Umgang mit dem eigenen Körper hängt fast immer mit geschlechtsspezifischer Sozialisation zusammen. "Männer sind kein unerreichbares Geschlecht", sagte Altgeld. Aber sie würden bald in einer Ecke stehen, wenn sie nicht "ihren Mann stehen". "Wenn unter den Kumpels zwischen Steak und Currywurst einer einen schönen Salat bestellt, wird es schwierig." 90 Prozent der jungen Männer essen vier bis sechsmal pro Woche Fleisch, frisches Gemüse findet bei der Hälfte nie oder nur selten seinen Platz auf dem Teller.

Die Folgen von ungesunder Ernährung sind fatal: "Für Deutschland wurden die jährlichen Kosten für Krankheiten, die durch Übergewicht verursacht sind, mit 15 bis 20 Milliarden Euro, in den USA sogar mit 117 Milliarden US-Dollar (82,2 Milliarden Euro) beziffert", so Bernhard Schwarz vom Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien.

(APA)

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7 Kommentare
Gast: Genderlogik
19.05.2011 14:51
1 0

Genderlogik

Frauen sind mit ihrem Aussen unzufrieden obwohl sie schlank sind => Die Männer sind schuld, sie verhindern, dass Frauen sich lieben wie sie sind

Männer sind mit ihrem Aussehen zufrieden auch wenn sie Fett sind => Die Männer sind schuld, sie haben sich gefälligst selbst zu hassen, ihr "Rollenbild" muss angepasst werden.

Männer bitte einreihen in die "Gender-Umerziehungslager"

Antworten Gast: Biologie-Student
19.05.2011 15:12
0 0

Whooot?

Ich weiß, die lieben Frau Genderinnen sind ur mühsam und ich halte sehr wenig vom Feminismus, aber dieser Artikel hat rein gar nichts mit Feminismus zu tun oder einem Gender-Umerziehungslager.

Junge Männer ernähren sich nicht gesund - das geht aus dieser Studie hervor. Dagegen sollte etwas unternommen werden und das dürfen die Männer auch ohne Bevormundung.

Also wo liegt das Problem?

Gast: EinMann
19.05.2011 14:47
1 1

Ich ess was ich will

und Punkt!

Die Gendertanten mit ihrem Gender-Faschismus sollen sich um ihren eigenen Sch*** kümmern und uns Männer endlich in Ruhe lassen!

Antworten Gast: Auch ein Mann
19.05.2011 15:26
1 0

Re: Ich ess was ich will

Diese Einstellung lobe ich mir aus Gründen der Pensonssicherheit.

Ungesund essen und ein bisserl Stress in der Arbeit - das beste Rezept für einen sozialstaatsverträglichen solidarischen Herztod mit 60.

Arethas
19.05.2011 14:23
0 0

Ausgereizt

Offensichtlich sind die weiblichen Jugendlichen (jetzt fett oder Bulimikerinnen) schon als Zielgruppe ausgereizt.

"Ein vielversprechender Ansatz liegt darin, das Rollenbild des kochkompetenten und genussaffinen jungen Mannes - fernab von Klischees - zu stärken."

Klar, warum sollten auch gerade Männer normal essen?

Antworten Gast: foobaro
19.05.2011 22:35
0 0

Re: Ausgereizt

Wie viele Frauen sehen Sie vorm Würstelstand?
Wie viele Frauen sehen Sie vor dem Dönerstand?
Wie viele Frauen sehen Sie im Schweizerhaus Stelze essen?

Klar, warum sollten gerade Männer Interesse an einem gesunden eigenen Körper und einem möglichst beschwerdefreien Leben haben?

Es gibt schlichtweg einen signifikant-höheren Prozentsatz an Männer, die ihren Körper mit zu häufigen falschen Essen ernähren, als Frauen. Und da steckt eben auch Gender-Blah im Spiel. Insofern man sich nämlich ein klein wenig wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigt, wird man feststellen, dass nicht alle Gender-Typen deppert sind, sondern auch einige schlaue Ideen hinter der ganzen Sache stecken. Und hier gibt es eben eine signifikante Querverbindung.

Antworten Antworten Arethas
24.05.2011 16:58
0 0

Re: Re: Ausgereizt

Jein. Selbstverständlich solltem man nicht jeden Tag Fastfood und Schweinsbraten in sich hineinstopfen, aber was "falsches" und "richtiges" Essen ist, ist erstens individuell höchst unterschiedlich, zweitens durchaus geschlechtsabhängig (auch männliche Schimpansen zB. essen mehr Fleisch) und drittens des öfteren einfach nur Modeströmungen unterworfen.

Manche Gendertypen sind wirklich nicht deppert. Hinterlistig würde es eher treffen.