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Jugendschutz: Sperrstunde für 16-Jährige bis 1 Uhr

14.06.2011 | 15:54 |  Von KARL ETTINGER (Die Presse)

Schutzbestimmungen. ÖVP-Landtagsklubs wollen bundesweite Regeln: Grenze bei 16. Für ältere Jugendliche soll jedes Bundesland Alkoholverbot und Ausgehzeit festlegen.

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Linz/Wien. Sisyphus heißt mit Zweitnamen Mitterlehner. Der von der ÖVP gestellte Familien-, Jugend- und Wirtschaftsminister ist nach wie vor bemüht, die unterschiedlichen Jugendschutzbestimmungen der einzelnen Bundesländer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Bei der Regierungsklausur am Semmering wurde das Vorhaben in das 90-Punkte-Programm von SPÖ und ÖVP zwar aufgenommen, aber ohne Zeitplan. Eine Hürde wurde freilich übersprungen: Denn die ÖVP-Klubobleute aus den Bundesländern haben sich unter der Federführung des oberösterreichischen Fraktionschefs Thomas Stelzer geeinigt, in welchen Bereichen es österreichweit einheitliche Bestimmungen geben soll. Sie haben damit Schrittmacherdienste für Jugendminister Mitterlehner geleistet.

Leichterer Vollzug der Gesetze

Anhaltspunkt für eine Neuregelung ist nach den Vorstellungen der ÖVP-Länderfraktionsführer, dass einheitliche Schutzbestimmungen für Jugendliche bis zum Erreichen des Wahlalters mit 16 Jahren österreichweit geschaffen werden müssten. Das würde, so argumentieren die ÖVP-Politiker, eine Vereinfachung bei der Vollziehung der gesetzlichen Bestimmungen ermöglichen.
Derzeit ist es so, dass etwa für Junge aus dem oberösterreichischen Innviertel eine andere Ausgehzeit gilt, wenn sie am Wochenende in die Disco nach Salzburg unterwegs sind. Umgekehrt gibt es für steirische Mädchen und Burschen weniger strenge Regeln, wenn sie etwa am Wochenende Bekannte in Wien besuchen. Die Eckpunkte für die ÖVP-Fraktionschefs:

► Bis 14: Jugendliche bis zum vollendeten 14. Lebensjahr dürfen sich bis 22 Uhr an allgemein zugänglichen öffentlichen Orten aufhalten. Diese Ausgehzeit gilt zwar schon jetzt in den meisten Bundesländern. In der Steiermark ist dies laut Jugendschutz derzeit jedoch nur bis 21 Uhr möglich.

► Bis 16: Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr sollen sich bis 24 Uhr (oder längstens ein Uhr) – da haben sich die ÖVP-Politiker noch Spielraum gelassen – an öffentlich zugänglichen Plätzen aufhalten dürfen. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ist die Ausgehzeit in dieser Altersgruppe schon jetzt mit ein Uhr früh festgelegt, während mehrere Bundesländer die „Sperrstunde“ für diese Jugendlichen mit 24 Uhr angesetzt haben. In der Steiermark ist das Ausgehen in diesem Fall mit 23 Uhr begrenzt.

► Verbote bis 16: Kauf und Konsum von alkoholischen Getränken sowie von Tabak müssen nach dem Willen der ÖVP-Klubchefs bis zum 16. Lebensjahr generell verboten bleiben.

► Älter als 16: Während sich die ÖVP-Politiker bei diesen Altersgruppen in ihren Ländern für bundesweit einheitliche Jugendschutzbestimmungen stark machen, wollen sie für Jugendliche über dem 16. Lebensjahr weiterhin länderweise einheitliche Regeln. Weil sich diese bisher bewährt haben, wie betont wird. Während etwa in Oberösterreich ab dem 16. Lebensjahr keine zeitliche Begrenzung mehr vorgesehen ist, ist das Ausgehen in Vorarlberg im Alter zwischen 16 und 18 Jahren längstens bis zwei Uhr früh erlaubt.

Regierung hat sich keine Frist gesetzt


Im Papier der Regierungsklausur wurde auch Spielraum gelassen. Zur Harmonisierung der Jugendschutzbestimmungen heißt es: „Schaffung möglichst einheitlicher und nachvollziehbarer Standards, um Jugendlichen eine klare Orientierung zu geben und die Eltern in ihrer Verantwortung zu unterstützen.“ Das will die Regierung mit 15-A-Vereinbarungen mit den Ländern festschreiben. Ziel sei es, die neun Jugendschutzgesetze zu harmonisieren. Der Zeitpunkt bleibt offen. Mitterlehner ist seit Sommer 2010 intensiv um eine Lösung bemüht.

("Die Presse" Printausgabe vom 15.06.2011)

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23 Kommentare
Gast: Mitzi89
15.06.2011 14:58
0 0

Das ist die Parxis:

Kinder mit dem Fahrrad müssen einen Helm tragen (lt. NÖ Landesgesetz)

Parteigünstlinge holen die Kinder mit dem Motorrad vom Kindergarten ab, ohne Helm für den Fahrer und die Kinder am Schoß....

Es ist kein Nachteil in NÖ wenn man ÖVP Mitglied ist! (Da schaut sogar die Polizei weg)

Gast: Plach2
15.06.2011 14:55
1 0

Wie lange geht das noch?

Weiterhin wird jede politische Funktion gleich 10 fach besetzt! Einmal im Bund und 9 x mit gleichen Aufgaben in den Ländern.

Wir brauchen dringend eine Verwaltungsreform
und eine Staatsreform!

0 0

Ich verstehe den scheinheiligen Schutz vor Verbrechen durch das Verbrechen der Bevormundung!

Unmündige, unerfahrene Bürger sind das Gestaltungsziel.

Eltern haben keine Funktion mehr zu haben, außer die der Ernährer.

Wer Unbill erfährt hat etwas erfahren, daß er später noch teurer bezahlt. Die Welt ist schlecht, besonders die der organisierten Nichtsnutze in Parteien, Gewerkschaften und Proporzlern der Kammern, Ämtern und Staatsbetrieben wie Schulen und Parteifirmen, etwa ORF, ÖBB, etc.

Nutzt das Web um euch kundig zu machen - Scheinheil ist keine Moral, denn Moralisten köpfen als erste.

Das Zusammenwirken ohne Übervorteilung des Nächsten ist erstrebenswert, alles andere ist Gier und führt zu Streit.

Geld wird in der nächsten Generation durch direkten Leistungsaustausch immer mehr ersetzt werden - die Aussaugenden Verwaltungen werden zu mehr Effizienz gezwungen oder verhungern.


Gast: kindergärtner
15.06.2011 09:52
0 0

selbstbeschäftigung der apparatschiks

nix gegen (sinnvolle) regeln. was da aber wieder bundesländerweise unnötiger beamtenschweiss und heisse luft auf kosten des bürgers produziert wird!
ob uns, die leut, derartig hirnrissige lösungsversuche (gehts net auch bezirksweise?) interessieren oder ob sie gebraucht werden, ist egal. 1 jahr kämpfens schon um den schmarrn! wenn a paar amigos ein geschäft wittern würden, wäre alles schon längst beschlossen.

Gast: Jimm de Ponte
15.06.2011 09:10
1 0

Kranke Bevormundung

Die sollen endlich aufhören mit diesen kranken Bevormundungen. Ständig sind irgendwelche Politheinis im Machtrausch und beschließen Gesetzte, die nur anderen das Leben vermiesen.

Gast: Sdk9901
15.06.2011 02:55
0 0

Angst? Vor was?

Bitte. Packt alle Kinder in Watte ein und lasst sie erst mit etwa 21 Jahren ins Leben.

TakaTuka
14.06.2011 23:31
1 0

Kinder und Solarium

Daß Kinder so von künstlichem UV-Licht verbrannt herumlaufen wie die beiden Mädchen auf dem Foto ist ein klares Versagen der Eltern.

Gast: maija
14.06.2011 22:30
2 0

Mitterlehner ist seit Sommer 2010 intensiv um eine Lösung bemüht.

Mitterlehner ist seit Sommer 2010 intensiv um eine Lösung bemüht.

oh mein gott. lasset uns beten daß dieser memmel für keine wichtigeren lösungen zuständig ist.

Satori65
14.06.2011 21:54
2 2

Provokane These:

Jene Kinder die täglich bis 1 Uhr unterwegs sind, sind die selben, die ab 2012 mit 3 Fünfer in die nächste Klasse aufsteigen dürfen...

Antworten der.Profi
15.06.2011 00:56
0 1

Re: Provokane These:

Das Stimmt nicht!!
Haben sie je ein kind bis um ein Uhr früh lernen sehn? als würde das Kind zuhause nach dem "Sandmann" schlafen gehen...
Außerdem bin ich der Meinung, dass zu Erfolg auch soziale Struktur gehört, welche man sich nicht zuhause vor dem Schreibtisch holt... und schlussendlich nehme ich mich selbst als Beispiel, ich darf so lange ausbleiben wie ich will, und habe eine der 10 besten Schulen dieses Landes gemeistert...

Antworten Antworten Satori65
15.06.2011 09:08
1 0

Re: Re: Provokane These:

Wie gesagt: "provokant"! Und die Betonung liegt auf "täglich"!
Natürlich lernt niemand um diese Zeit, und kein Jugendlicher schläft mit dem Sandmann ein, da gebe ich Ihnen gerne Recht.
Fakt ist aber auch, das jene die täglich so lange auf und unterwegs sind, die Leistung nicht bringen (können). Es gehören dazu einfach gewisse Regeln. Auch wenn man das als Jugendlicher nicht so einfach einsehen will....

Und wenn wir bei Ihnen als Beispiel bleiben: Es ist schön für Sie, dass Sie das so geschafft haben und Sie können stolz darauf sein. Noch mehr Stolz sollten Sie aber wahrscheinlich auf Ihre Eltern sein, die Ihnen in der Kindheit und Jugend die richtigen Werte vermittelt und ev. sogar vorgelebt haben!!
[Das Sie nicht zu den von mir angesprochenen Klientel gehören merkt man schon an ihrer Antwort]

wie der/die Poster "trudi" schon sagte:
Bei Eltern die sich um die Kinder kümmern, braucht es kein Gesetz!

Und ja, ich kenne mittlerweile beide Seiten: als ehemaliger Jugendlicher und jetziger Vater...

0 1

Re: Provokane These:

Wenn ich so an meine persönliche Jugend zurückdenke (und die ist noch nicht lange her...) muss ich leider Ihrer These widersprechen.

Antworten Gast: xxxx
14.06.2011 22:19
1 2

Re: Provokane These:

Das ist nicht provokant. Es ist logisch.

trudi
14.06.2011 20:01
3 1

in einer ordentlichen familie...

...kümmern sich die eltern um die ausgehzeiten, da brauchts kein gesetz.
natürlich muss man mit der erziehung schon vor dem 14. lebesjahr beginnen, sonst brauchts dann wirklich wieder die gesetzl. ausgehzeiten!
ich habe die zeit beim fortgehen meiner tochter selbst bestimmt und es hat geklappt.
daher mein tipp- aufs bauchgefühl hören und sich nicht ständig vom staat einsagen lassen.

0 0

Re: in einer ordentlichen familie...

und kinder, deren eltern sich nicht darum kümmern, dass die kinder zu angemessenen zeiten zu hause sind, kümmern sich auch nicht darum, wenn das gesetz die ausgehzeiten regelt..

Antworten Satori65
14.06.2011 21:14
1 0

Re: in einer ordentlichen familie...

Absolute Zustimmung!!
Bedauerlicherweie glauben die Politiker, sie müssen überall und in alles lenkend und reglementierend eingreifen...

Gast: kesdrda
14.06.2011 18:13
1 0

alle

paragraphen des jugendschutz-, tierschutz-, beschäftigungs-, bauordnungs-, schul-, uvm... gesetzes gehören bundesweit vereinheitlicht! damit diese geldverschwandung namens landesgesetzgebung endlich der vergangenheit angehört!

Antworten reiserl
14.06.2011 18:39
1 0

Re: alle

Da müssten unsere lieben Landesfürsten aber Macht abgeben, daran sind schon viele gescheitert.

Gast: Eurrora
14.06.2011 17:52
7 2

Jugendliche haben ab 24 h ,nichts mehr auf der Strasse verloren.

Mir tun die Jugendlichen leid ,weil niemand für sie da ist , um sie zu sinnvoll zu beschäftigen oder auch sich mit ihnen sich zu unterhalten.
Die Jugendlichen sind sogar dankbar ,wenn man sich mit ihnen unterhält.

Antworten Gast: Sperrstund is
14.06.2011 18:56
1 0

Re: Jugendliche haben ab 24 h ,nichts mehr auf der Strasse verloren.

Zum schlafen muß niemand da sein. Übrigens, wie äussert sich denn die Dankbarkeit?

Antworten Gast: rf4
14.06.2011 18:33
1 3

Re: Jugendliche haben ab 24 h ,nichts mehr auf der Strasse verloren.

:)
Herrlich!
Oder war das Ernst gemeint?

Gast: Plach2
14.06.2011 17:24
3 1

Nicht nur der Jugendschutz!

Wozu braucht das kleine Land Österreich gleich 10 verschiedene Gesetzgeber??????

Jedes Jahr kommen zig tausende Seiten Vorschriften und Gesetze neu hinzu. Oftmals widersprechen sie sich sogar...

Außederm kommen schon 80% der Gesetze aus Brüssel.

Noch NIE haben sich Politiker selber eingespart!

Gast: Cäsar
14.06.2011 16:17
3 1

Jugendschutz?

Naja, wenn man mit 16 Jahren wählen kann,
kann man natürlich auch bis 1 Uhr in der Früh nicht zu Hause sein. Beides ist Unsinn zum
Quadrat.