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Klimawandel: Bäume mit Bodenheizung

11.08.2012 | 18:01 |  von Martin Kugler (Die Presse)

In einem Waldstück, das mit Hightech-Ausrüstung ausgestattet wurde, versuchen Forscher, die Wirkung des Klimawandels auf den CO2-Haushalt des Bodens nachzuvollziehen.

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Wald ist normalerweise eine „Kohlenstoffsenke“: Die Bäume nehmen beim Wachstum CO2 auf und speichern es. Wenn die Bäume gerodet werden (oder vermodern), wird CO2freigesetzt – dann wird der Wald zu einer „Kohlenstoffquelle“.

So weit, so bekannt. Die Gehölze oberhalb des Bodens sind aber nur die halbe Wahrheit. Denn unter der Erdoberfläche ist mindestens genauso viel Kohlenstoff gebunden wie oberhalb. Wenn nicht sogar mehr: Für Österreich wird geschätzt, dass in den Wäldern rund 320 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert sind, in den Waldböden hingegen 465 Millionen Tonnen. Dieser Kohlenstoff ist in organischem Material gebunden: in Wurzeln, in vermoderndem Laub, in Humus oder in Bodenmikroorganismen – Insekten, Amöben, Pilzen oder Bakterien. Die Bodenbewohner bauen den Kohlenstoff ab, gewinnen daraus die Energie, die sie zum Leben benötigen (und bilden daraus ihre eigene Körpermasse).

Dabei wird CO2 frei. Wenn diese „Bodenatmung“ größer ist als die Zufuhr von Kohlenstoff aus Pflanzenresten, dann ist der Boden eine CO2-Quelle, andernfalls eine Senke. Im Gleichgewichtszustand – sofern es so etwas überhaupt gibt – ist die Bilanz null. Laut den Gesetzen der Biochemie beschleunigt sich der Stoffwechsel bei höheren Temperaturen. Die Konsequenz: Wenn es im Zuge des Klimawandels wärmer wird, dann wird mehr CO2 aus dem Boden frei. Mit anderen Worten: Die Klimaerwärmung könnte dazu führen, dass der Boden zu einer CO2-Quelle wird, was den Klimawandel weiter verstärken würde.

Ob das wirklich so ist, war lange Zeit unklar. Erst Klimamanipulationsexperimente, in denen natürlicher Boden künstlich erwärmt wird, konnten zeigen, dass es im Prinzip stimmt. Eines dieser Experimente findet in Österreich statt: 2004 haben Forscher um Andreas Schindlbacher vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) in der Nähe von Achenkirch (Tirol) ein Waldstück in 910 Metern Höhe mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Seither wird alljährlich in der schneefreien Saison der Boden erwärmt und der CO2-Haushalt gemessen. Schon bald stand das erste Ergebnis fest: Eine Erwärmung des Bodens um vier Grad erhöhte den CO2-Ausstoß auf den Versuchsflächen um 40 bis 50 Prozent.

Die Versuche werden – gefördert vom Wissenschaftsfonds FWF und in Kooperation mit der Uni Wien, der Boku oder der Uni Bayreuth – ständig verfeinert. Es wird untersucht, ob das CO2von den Wurzeln stammt („autotrophe“ Bodenatmung) oder von Bakterien („heterotroph“). Studiert wird das Artenspektrum der Mikroorganismen und der Stickstoffhaushalt. Und durch C-14-Analysen kann festgestellt werden, wie lange sich ein Kohlenstoffatom bereits im Boden befunden hat.

Eine große Unbekannte war bisher die Rolle von Niederschlägen. Vermutet wurde, dass sich der Stoffwechsel im Boden bei Trockenheit verlangsamt, weil alle Transportvorgänge von Wasser abhängen. Getestet wurde das, indem über den Versuchsflächen ein transparentes Plastikdach installiert wurde: Für drei Wochen im Sommer kam dadurch kein Tropfen Wasser auf den Waldboden – es herrschte eine künstliche Dürre. Wie erwartet verringerte sich der CO2-Ausstoß des Bodens. Die große Überraschung war, dass der Effekt der dreiwöchigen Dürre lange Zeit anhielt – und unter dem Strich die erhöhte CO2-Freisetzung wegen der Erwärmung kompensierte (Global Change Biology 18: 2270). Wenn es also zusätzlich zur Erwärmung im Sommer auch trockener wird, dann könnte der CO2-Ausstoß des Bodens im Endeffekt gleich bleiben.

Viele Details sind noch unklar, derzeit wird etwa untersucht, wie sich die chemische Struktur der organischen Substanz im Boden verändert. Denn es könnte sein, dass sich die CO2-Bilanz verändert, wenn leicht abbaubarer Kohlenstoff zur Neige geht und nur mehr stärker gebundener Kohlenstoff verfügbar ist.

Lexikon

Im Boden leben riesige Mengen
Mikroorganismen – in einem Gramm Erde können Milliarden von Bakterien sein. Deren Untersuchung ist sehr schwierig, da man die meisten
Arten nicht isoliert kultivieren kann.

Mykorrhiza. Noch weniger ist über viele Bodenpilze bekannt: Diese leben oft in Symbiose mit Bäumen („Mykorrhiza“), die vielfältigen Wechselwirkungen lassen sich im Labor kaum erforschen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2012)

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19 Kommentare

Methan ist viel treibhauswirksamer,...

.... da ist CO2 nix dagegen.
In Sibirien gibt es eine Eisfläche in der Methan eingeschlossen ist, die ist größer als die USA.
Wenn wir die abtauen dann haben wir ein Problem.

"Wenn es also zusätzlich zur Erwärmung im Sommer auch trockener wird, dann könnte der CO2-Ausstoß des Bodens im Endeffekt gleich bleiben."

im endeffekt?
der endeffekt einer abnahme der niederschläge ist das großflächige absterben des aktuellen baumbestandes! und bis dieser durch andere baumarten ersetzt wird, dauert es ~100 jahre, in denen der co2 ausstoß enorm ansteigt!

Re: "Wenn es also zusätzlich zur Erwärmung im Sommer auch trockener wird, dann könnte der CO2-Ausstoß des Bodens im Endeffekt gleich bleiben."

Klima-Erwärmung bedeutete in der Vergangenheit immer

mehr Niederschläge.

Eiszeiten hingegen waren immer extreme Trockenzeiten,da Wasser sinnlos als Eis gebunden wurde.

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Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Schon immer ist aufgefallen, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre der Erwärmung nachhinkt und nicht umgekehrt.
Wenn mit dieser Untersuchung bewiesen wird, dass der natürliche CO2-Ausstoß - zum globalen CO2-Ausstoß trägt der Mensch laut Weltklimarat nur 3 Prozent bei, während 97 Prozent natürlich sind - von der Temperatur abhängt, so ist das ein starkes Indiz dafür, dass die Erderwärmung nicht vom CO2, sondern die CO2-Zunahme in der Atmosphäre von der Erderwärmung kommt!

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Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Ah, das Periskop mit dem üblichen Stuss.

Es ist der Klimawissenschaft schon immer bekannt gewesen dass Temperaturanstieg auch zu CO2 Anstieg führt. Etwa über den oben diskutierten Prozess, oder über auftauenden Permafrost, Ausgasen von sich erwärmenden Meeren usw.

Das ist ja gerade das gefährliche am anthropogenen CO2, dass auch CO2 selbst einen positiven Feedback Kreislauf unterliegt: mehr CO2 erhöht die Temperatur, mehr Temperatur führt wieder zu mehr CO2.

Es ist nun ein leichtes die involvierten Zeitskaeln zu studieren und dabei sieht man eindeutig dass der momentane Temperaturanstieg von CO2 verursacht wurde und nicht etwa umgekehrt: http://www.skepticalscience.com/co2-lags-temperature-intermediate.htm

Was Ihr Geschwätz weiter unten betrifft: der anthropogene Einfluss auf den Temperaturanstieg der letzten 100 Jahre kann mit 50% beziffert werden, für die letzten 50-65 Jahre steigt diese Zahl auf 100%: http://www.treehugger.com/climate-change/comprehensive-review-whats-causing-global-warming.html

Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

"zum globalen CO2-Ausstoß trägt der Mensch laut Weltklimarat nur 3 Prozent bei"

NUR 3 prozent???

wenn ein kübel wasser bis zum rand gefüllt ist und immer gleich viel verdunstet wie nachgefüllt wird, dann sind 3% zusätzliches wasser der grund, dass es überläuft!

der yucatan-asteroid hat auch NUR einen krater von 300 km verursacht. was ist das schon im vergleich zum erdumfang? nun, für die saurier und viele andere spezies hat es gereicht.

Re: Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

So ein dummer Vergleich!

9 ppm CO2 und ein Riesenmeteorit.

Ohne CO2 gibt es auch keine Photosynthese und je mehr CO2,desto besser wachsen die Pflanzen.
Aber von Biologie und Ökologie haben die grünen Komiker leider keine Ahnung.

Re: Re: Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

nein, das stimmt nicht, die haben sogar sehr viel Ahnung. Die Grünen Weltverbesserer haben eigentlich nur das eine Problem, dass mit der Realität nicht viel zu verdienen ist und sich 99% der Klimasuperhelden eine neue, wieder unüberprüfbare Arbeit suchen müssten!

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Re: Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Der Kübel ist keineswegs bis zum Rand gefüllt!
60 Prozent (IPCC) oder zwei Drittel (andere Wissenschaftler) des Treibhauseffektes macht der Wasserdampf in der Atmosphäre, der ständig gewaltig, um viel mehr als 3 Prozent, schwankt. Ebenso schwankt auch das bodennahe Ozon so sehr, dass sich der Weltklimarat gar keine Zahl anzugeben traut!

Die 3 anthropogenen CO2-Prozent, die nur ca. ein halbes Prozent zum gesamten Treibhauseffekt beitragen, gehen in diesen riesigen Schwankungen völlig unter und können niemals einen Effekt auf die Erderwärmung haben!

Die vom Weltklimarat beauftragten Wissenschaftler haben in ihrem Gefälligkeitsgutachten einen menschlichen Einfluss nur für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zugestanden (genau für die Zeit von 1970 bis 2005) und gleich 10-mal(!) dazugeschrieben, dass man aus so einem kurzen Zeitraum keine Schlüsse ziehen kann!

Der ganze CO2-Hype ist von Nutznießern angezettelt, eine wissenschaftliche Begründung für den Einfluss des Menschen auf die Erderwärmung gibt es nirgends!

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Re: Re: Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Kleine Anmerkung: Zum bodennahen Ozon kann man keine genauen Zahlen angeben, da bodennahes Ozon extrem instabil ist und nur durch ständige starke Sonneneinstrahlung tagsüber ein Problem darstellt. Sobald diese Sonnenstrahlung bei Nachteinbruch weg ist, zerfällt das bodennahe Ozon innerhalb kürzester Zeit komplett, auch in Zonen wo noch kurz zuvor tagsüber die Ozonwarnstufe überschritten wurde.

Re: Re: Re: Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Wie auch die Ozonschicht nur in finsteren polaren Wintern durch ein stabiles Kälte-Hoch abnimmt

und sofort mit dem Frühling und der Sonne verschwindet dann

dieses "Ozonloch" bald wieder.

Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Korrekt!

Aber wo bleibt der "Alfie" des Standard mit seinen berühmten CO2-Gegen-Kommentaren?

Schon in Qatar auf GRÜNER Quartiersuche für den nächsten sinnlosen Klima-Gipfel im November?

Re: Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Alfie ist vielleicht leichtgläubig aber nicht dumm. Vielleicht ist er gar nicht mehr sicher, dass er bisher den richtigen Standpunkt vertreten hat?

Re: Re: Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Wenn jemand vom Kioto-CO2-Kaspale-Theater lebt,

muß er es auch verteidigen!

Antworten Gast: Karrel
12.08.2012 11:11
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Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Eher beides. Quasi Rückkoppelung. Steht auch so im Artikel: "Die Klimaerwärmung könnte dazu führen, dass der Boden zu einer CO2-Quelle wird, was den Klimawandel weiter verstärken würde."
Allerdings könnte diese Rückkoppelung relativiert werden, weil der CO2 Ausstoß zwar durch den Temperaturanstieg erhöht, aber durch Trockenheit wieder reduziert wird. So hab ich es zumindest verstanden.

Re: Re: Der Co2-austoß der Natur ist also um so größer, je wärmer es wird

Und deshalb kann es nach der Chaos-Theorie durch zuwenig menschliches CO2 WIEDER zu einer neuen grauslichen Eiszeit kommen!

Bin für eine Studie:

Kann die Angst vor Klimawandel krank machen?

Re: Bin für eine Studie:

wie wäre es mit einer selbststudie?
titel: "kann die negierung der realität das gehirn austrocknen?"

Re: Re: Bin für eine Studie:

Wäre den grünen Komikern zu empfehlen,denn ihre Büros werden nämlich ständig im Winter überheizt!