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Zu viele gefährliche Pestizide in Gemüse und Obst

16.08.2012 | 14:22 |   (DiePresse.com)

Global 2000 testete Lebensmittel auf Rückstände hormonell wirksamer Chemikalien. Vor allem Kopfsalat, Paradeiser, Gurken und Lauch sind belastet.

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Obst und Gemüse in der EU weisen laut der Umweltschutzorganisation Global 2000 hohe Belastungen durch hormonell wirksame Chemikalien auf. Bei einer gemeinsamen EU-weiten Analyse mit dem "Pesticide Action Network" (PAN) haben die Tester bei einzelnen Lebensmitteln gleich bis zu 30 verschiedene Pestizidrückstände gefunden. An der Spitze der Negativliste: Kopfsalat, Paradeiser, Gurken und Lauch. Die Umweltschutzorganisation riet den Konsumenten am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien, Obst und Gemüse nur mehr aus biologischen Anbau zu kaufen.

Als "hormonell wirksame Chemikalien" werden Stoffe bezeichnet, die in den Hormonhaushalt des Körpers eingreifen - und so das endokrine System stören können. Eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien zeige laut Global 2000, dass diese Chemikalien mit einer Reihe chronischer Krankheiten in Zusammenhang stehen, darunter Fruchtbarkeitsstörungen, hormonell bedingte Krebserkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs, Fettleibigkeit und Diabetes.

Keinen gesetzlichen Schutz

Bei dem Test kamen bedenkliche Ergebnisse zutage. So lagen die durchschnittlichen Belastungen durch hormonell wirksame Pestizide zwischen 600 Mikrogramm pro Kilo Äpfel oder Lauch, ein Kilo Grüner Salat wies gleich 1.300 Mikrogramm auf. "Eine Anti-Baby-Pille beinhaltet im Vergleich dazu maximal 200 Mikrogramm synthetischer Östrogen- und Gestagen-Hormone. Das ist beunruhigend", so Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei Global 2000.

Da es noch keinen gesetzlichen Schutz vor diesen Rückständen gibt, riet die Umweltorganisationen den Konsumenten dazu, auf Obst und Gemüse aus biologischem Anbau zurückzugreifen. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Belastung bei Bio-Lebensmittel um das 50 bis 100-fache niedriger sind als bei herkömmlichen. Die Lebensmittel zu waschen, hilft übrigens kaum: "Aus hygienischer Sicht ist es sinnvoll, aber die Rückstände werden dabei kaum beseitigt", sagte Burtscher.

Verbot gefordert

Gleichzeitig forderte die Organisation auch die Politik auf, aktiv zu werden. Die neue europäische Pestizid-Gesetzgebung, die 2011 in Kraft getreten ist, sehe zwar vor dem Hintergrund möglicher Gesundheitsgefahren ein generelles Verbot hormonell wirksamer Pestizidwirkstoffe vor, doch bei der Umsetzung ist Global 2000 zufolge kaum etwas geschehen, da es noch keine "offiziellen" Kriterien zur Identifizierung hormonell wirksamer Chemikalien gibt. "Die EU-Kommission hat nun die Aufgabe, bis Dezember 2013 Kriterien zur Charakterisierung dieser Substanzen auszuarbeiten. Entscheidend wird sein, ob diese ausreichenden Schutz für die Konsumenten bieten werden; oder ob einmal mehr Schlupflöcher geschaffen werden, mit denen die Interessen der Industrie bedient werden", so Burtscher.

(APA)

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5 Kommentare
Gast: Gast 2012
16.08.2012 23:38
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Panikmache ohne belegbaren Hintergrund?

und schuld sind die bösen Bauern, die keine Steuern zahlen und Gift verspritzen?

Antworten Gast: jordan dyer
17.08.2012 10:22
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Re: Panikmache ohne belegbaren Hintergrund?

Ist belegt.

Re: Re: Panikmache ohne belegbaren Hintergrund?

was is belegt???? Angstmacherei und ein Spendenaufruf für Global 2000 ist das. Oder steht irgendetwas konkretes in dem Artikel?

Schwach

warum schreib die Presse den wortwörtlich gleichen Artikel wie die Kleine schon Stunden zuvor? hat sich diesen Schwachsinn jemand durchgelesen vorm Druck?

Antworten Gast: hsfdjj
16.08.2012 16:10
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Re: Schwach

Die Lösung liegt in der letzten Zeile: Meldungen der APA (Austria Presse Agentur) werden unverändert auf die Website gehievt - anscheinend geht das sogar vollautomatisch, d.h. da muss der Presse/Kleine-Mitarbeiter nichteinmal an den PC.