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EU: Mängel "bei praktisch allen Reaktoren"

02.10.2012 | 12:27 |   (DiePresse.com)

Nach der Fukushima-Katastrophe hat die EU Stresstests für alle AKW in der Union beschlossen. Morgen wird das Ergebnis präsentiert, Details sind bereits durchgesickert.

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Nach dem Atom-Unglück im japanischen Fukushima im März 2011 hat die EU Stresstests für sämtliche Atomkraftwerke in der Union in Auftrag gegeben. Den Abschlussbericht will EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Mittwoch vorstellen. Medienberichten zufolge zeichnet sich schon ab, dass Mängel gefunden wurden. Besonders schlecht sollen dabei Anlagen in Österreichs Nachbarändern wegkommen.

Der Entwurf des Stresstest-Abschlussberichts stellt "bei praktisch allen Reaktoren" in der EU die "Notwendigkeit für Sicherheitsverbesserungen fest", so die Nachrichtenagentur AFP. "Die Identifizierung von Hunderten notwendigen Sicherheitsverbesserungen für die existierenden Nuklearanlagen erfordern eine Gesamtinvestition zwischen zehn und 25 Milliarden Euro in den kommenden Jahren", zitiert die deutsche "Welt" den Abschlussbericht.

AKW nahe Österreich besonders schlecht

Die Sicherheitsstandards in den österreichischen Nachbarländern, Tschechien und Slowakei sollen besonders schlecht wegkommen. Das berichtet das "WirtschaftsBlatt" am Dienstag. In zumindest der Hälfte der getesteten Sicherheitskategorien hätten die Prüfer Mängel in den tschechischen Standorten Dukovany und Temelin sowie den slowakischen Kraftwerken Bohunice und Mochovce festgestellt, so die Zeitung.

In Dukovany und Temelin sei die Ausrüstung zur Bekämpfung von Notfällen nicht sicher genug untergebracht. Zudem gebe es keinen ausreichenden Notfallplan, um das Kraftwerk komplett hinunterfahren zu können. Auch die Management-Richtlinien für den Fall ernsthafter Unfälle seien nicht oder nicht ausreichend umgesetzt. Darüber hinaus fehlten technische Einrichtungen zur Vermeidung von Wasserstoffexplosionen bei Unfällen ebenso wie Filtersysteme für die Entlüftung der Reaktorhülle bei Überdruck. In Temelin seien zudem die seismischen Messinstrumente überholungsbedürftig. Ähnlich kritisch sei die Lage bei den slowakischen Kraftwerken in Bohunice und Mochovche.

Faymann: Jedes AKW einzeln prüfen

Österreichs Bundekanzler Werner Faymann reagierte am Dienstag auf die Vorab-Berichte. Seiner Ansicht nach zeigt das Ergebnis sowohl, dass Stresstests grundsätzlich nötig sind, aber auch, dass man noch genauer hinschauen müsse. Dies werde man auch beim Europäischen Rat zur Sprache bringen: "Man kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen." Österreich werde sich für eine "Prüfung jedes einzelnen Kernkraftwerks in der EU" stark machen, kündigte er nach dem Ministerrat an.

Atomkraft in der EU
In der EU stehen in 14 Ländern Atomkraftwerke. Insgesamt zählt die Europäische Union 68 Nuklearanlagen mit 134 Reaktoren.

>> Karte: Atomkraft in Europa

(APA/AFP/dpa)

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65 Kommentare
 
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sofort entlassen und anklagen!

ach ja, hab ganz vergessen: wie gesagt - das zahlen sich die betreiber alles selber, kein cent aus öffentlicher hand!! aber vor allem ausserdem: das war gemeingefährliche gefährdung, es müssen alle leiter sofort fristlos gehen und angeklagt werden. das war/ist fahrlässiger und gefährlicher als alles, was bisher geschehen ist.

Gast: b745
04.10.2012 18:26
0 0

25 milliarden

wieviel könnte man damit erreichen wenn man das geld in alternativen stecken würde und diese zeitbomben abdrehen würder

Antworten Gast: Halbwissen
04.10.2012 20:34
0 0

Re: 25 milliarden

Grundsätzlich ein guter Vorschlag !

Allerdings gehören die AKWs ja jemanden.
Es sollten also scharfe Auflagen gemacht werden, so das AKWs entweder sicher ( ist nicht mglich ) gemacht werden oder sich der Betrieb nicht lohnt.
Es wäre ein Fehler Rechtsunsicherheit herzustellen. Da die Betreiber aber versichert haben das AKWs sicher sind und dies nicht der Fall ist sind scharfe Auflagen gerechtfertigt.

Gast: uburoi
04.10.2012 18:00
0 0

wer nachplappert ist immer im nachteil?

tatsächlich gehts um 2, 5 billionen und die kosten für atomlager, die niemand beziffern konnte.

*irks*

Die EU reguliert jeden Blödsinn ...

... und schreibt so wichtige Dinge wie die Krümmung der Banane vor.

Aber bei den erheblichen Risiken die von der Atomkraft ausgehen und die vor keiner Grenze halt machen, da überlässt sie es den einzelnen Staaten, was sie tun oder - besser - nicht tun.

Hier gibt es erheblichen Handlungsbedarf, wie man sieht!

Aber muss zuerst auch in Europa ein Atomkraftwerk in die Luft fliegen, bevor die EU hier (sinnvollerweise) mit klaren Vorgaben aktiv wird? Ich hoffe nicht.

Re: Die EU reguliert jeden Blödsinn ...

Nur damit mich nicht ein Schlaumeier korrigiert: Bei der Banane wird von der EU die Größe aber nicht die Krümmung geregelt. Dafür ist diese bei der Gurke festgelegt ;-)

Antworten Antworten Gast: toro
04.10.2012 16:13
2 0

Re: Re: Die EU reguliert jeden Blödsinn ...

Korrektur: nichts von dem wurde von der EU vorgeschrieben, sondern von den Handelsverbänden freiwillig implementiert, um Handelsklassen besser erfassen zu können.
Sollte man eigentlich wissen, ist ein uralter Hoax.

Antworten Antworten Antworten Gast: kußmeier
04.10.2012 18:04
0 0

Re: Re: Re: Die EU reguliert jeden Blödsinn ...

die regel stimmt aber nur in bestenfalls einem sechstel der verfahren.

sollte man nicht vergessen, ist allbekannt.

Im ESM liegen noch ein paar Milliarden die darauf warten sinnvoll verbraucht zu werden ....

.... ... bevor uns die Banken um die Ohren fliegen tschebberts wahrscheinlich im AKW.

Re: Im ESM liegen noch ein paar Milliarden die darauf warten sinnvoll verbraucht zu werden ....

Auch die Aufkündigung des Kioto-Protokolles würde uns mindestens 700 Mio Euro jährlich ersparen.

Und auf jeden Fall: Selber zahlen!!

nur darf das auf keinen fall wieder der öffentlichen hand auf den kopf fallen! das sollen die ganzen betreiber und e-abzocker selbst zahlen. aus den vergangenen gewinnen, denn da waren ja ganz offensichtlich schwerste versäumnisse, während man sich ausbezahlt hat - was bei der Sicherheit "eingespart" wurde.

Gast: Halbwissen
04.10.2012 13:38
1 1

Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld ?

- die Eigentümer natürlich nicht ( wurden ja auch von den Managern ausgeraubt )

- die Öffentlichkeit könnte, aber die druckt nur Geld für die Banken

- bleiben nur die Stromkunden, wobei die Unternehmen wegen den Standortdruck ausgenommen sind. Beamte bekommen einen Inflationsausgleich und daher zahlen alles die Leute in der freien Wirtschacht.


Endlich gibt es Kostenwahrheit!

Diese Prüfung zeigt eindeutig warum Atomkraft in den letzten Jahrzehnten eine Bereichungsmaschine für Manager war.

Endlich ist auch klar, warum Deutschland nach der Abschaltung seiner AKWs plötzlich aufatmen konnte und der Netzzusammenbruch nicht stattgefunden hat.

Endlich ist auch klar, wieviel die Aussagen von Energiemanagern über technische Problem und Lösbarkeiten wert sind.

Re: Endlich gibt es Kostenwahrheit!

Und Windfloder-Parks mit gigantischen öffentlichen Förderungen bereichern grüne Firmen!

Den grünen Visor abnehmen,Jordi!

Gast: Eyjaffjallalljoekul
04.10.2012 13:10
0 4

Ah, die Atomkraft, sehr schön.

Die saubere Energie der Zukunft. Warum haben wir in Österreich keine gebaut? Sind/waren unsere Politker denn so blind?

Unser Politiker sind kreativ genug

... sind andere Einnahmequellen als die Atomlobby zu suchen. Ausnahmen bestätigen natürlich diese Regel in strahlendem Gedenken an Wolfi Schüssel.

Re: Unser Politiker sind kreativ genug

Windparks mit öffentlichen Förderungen bringen auch Profit!

Die dabei getöteten Vögel und Fledermäusde spielen da keine Rolle.

Ist ja Öko-Energie oder doch nicht,

Mister dau wauuzzi!

Gast: antiatom
04.10.2012 13:06
2 1

einfach strompreis rauf und gut ists

is eh alles wurscht, zahlen tuts ja sowieso der bürger.........

Gast: Elektriker
04.10.2012 12:51
4 3

Gut angelegtes Geld

Das Geld ist dafür wesentlich besser angelegt als es den Bankstern vie Griechenland oder sonstigen PIIGS in den Rachen zu schieben, oder in unnützen Windrädern aka Subventionsgräber zu vergeuden.

Gast: mmmh
03.10.2012 05:39
4 1

naja

aber abschalten können wir den schrott auch nicht, da ja zb in deutschland viele länder die meiler erst durch abnahmagarantien überhaupt ermöglicht haben...
wollma hoffen, dass der schrott noch ein paar jährchen zusammenhält, wenn nicht freut sich die weltwirtschaft über den untergang europas...

Sinnlos auf Sicherheit zu prüfen

Für Sanierungen, um die Reaktoren wenigstens ein bissl sicherer zu machen hat die EU sowieso kein Geld, das brauchen wir für die Griechen.
Und beim nächsten Super-Gau (der bestimmt früher oder später kommt), da wird dann gejammert und irgendein Mist erzählt.

Antworten Gast: UDo5H
03.10.2012 09:11
4 2

Das sind private Kraftwerke,

das sollen die privaten Betreiber bezahlen, die haben schliesslich fürstlich verdient.

Antworten Antworten Gast: Die Gewinne werden Privatisiert, die Folgen sozialisiert.
03.10.2012 14:20
2 3

Re: Das sind private Kraftwerke,

Die Gewinne dürfen die Betreiber und ihre Aktionäre behalten, die Kosten für die Entsorgung, sowie diverse Sicherungsmaßnahmen haben gefälligst die Staaten und Gemeinschaften zu zahlen, wo kämen wir hin, wenn die armen Betreiber ihr mühsam erzielten gewinne in derartigen Blödsinn wie Sicherheit stecken müßten.

Das einzige was mich beruhigt, gibt es ein Katastrophe, sitzen jene die dafür Verantwortlich sind ebenso im Dreck wie alle anderen auch, ein paar können sich ins Ausland absetzten schon richtig, nur was ist das für ein Leben die Heimat für immer verloren zu haben, nie wieder in jene Wälder gehen, in denen man die Jugend verbracht hat, nie wieder ein Blick vom Fenster wie davor...

Ich denke nicht, das sich jemals wer gedankten darüber gemacht hat, wenn Städte wie München, London und Pars für immer unbewohnbar werden, nie wieder ein Oktoberfest, nie wieder eine Liebeserklärung am Eifelturm, nie wieder Sommerspiele in London, nie mehr wieder französischen Wein und Käse,...

Re: Re: Das sind private Kraftwerke,

Im Katastrophenfall haben die Veranwortlichen längst den Privatjet in Richtung sichere Destination bestiegen und lachen sich nicht einen Ast sondern einen ganzen Wald ab.

Re: Re: Re: Das sind private Kraftwerke,

Durch EHEC-Bakterien

auf Bio-Öko-Sojasprossen sind mehr Menschen gestorben

als durch die Atomkatastrophe in Fukushima.

Ist aber wie bei der irrationalen Angst vor dem Weissen Hai,

denn durch Haie sterben jährlich nur ca. 30 Menschen,

aber 70 Menschen werden jährlich

von Kokosnüssen erschlagen.

Re: Re: Re: Re: Das sind private Kraftwerke,

So einen Blödsinn hab ich auch noch nie gehört! Wenn das eh alles so ungefährlich ist, dann könnens ja nach Tschernobyl ziehen und mal ausprobieren, wie es sich dort lebt.

Und was die Finanzierung betrifft muss ich echt sagen, ist mir lieber die Steuern werden in die Sanierung gesteckt als immer wieder nach Griechenland geschickt, die sich damit dann eine neue Rennstrecke bauen.
Wenn nämlich nähe Österreich ein AKW in die Luft geht, dann betrifft mich das genauso und ich hab leider keinen Privat-Jet mit dem ich mich in Sicherheit bringen kann.

 
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