"Deepwater Horizon": BP zahlt Rekordstrafe

15.11.2012 | 21:45 |   (Die Presse)

Der britische Ölkonzern wird nach der Katastrophe im Golf von Mexiko eine Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Dollar zahlen.

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Der britische Ölkonzern BP und die US-Behörden haben sich auf eine Strafzahlung in Höhe von 4,5 Milliarden US-Dollar (3,54 Mrd. Euro) für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko geeinigt. Dies bestätigte ein BP-Sprecher am Donnerstag in London. Es ist die höchste Strafzahlung in der US-Geschichte, die ein Unternehmen jemals zahlen musste. Nicht berücksichtigt sind zivile Schadenersatzansprüche.

Darüber hinaus müssen sich die beiden damals hochrangigsten BP-Aufseher auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im kommenden Jahr wegen fahrlässiger Tötung von elf Menschen vor Gericht verantworten, die bei der Explosion ums Leben gekommen waren. Ein weiterer damaliger ranghoher BP-Manager sei angeklagt worden, weil er Informationen über den Unfall vor dem US-Kongress verheimlicht haben und Ermittler angelogen haben soll, sagte Justizminister Eric Holder.

Golf von Mexiko: Größte Ölpest der US-Geschichte

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Mit der Einigung auf eine Strafsumme hat ein monatelanger Streit zwischen US-Behörden und BP ein Ende genommen. Im April 2010 war die BP-Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko explodiert und hatte die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Dabei starben elf Arbeiter. Fast 90 Tage floss unkontrolliert Öl ins Meer, weil BP das Leck nicht stopfen konnte. Die Ölpest hinterließ enorme Schäden in der Natur sowie der Fischerei und im Tourismus. Das US-Justizministerium geht davon aus, dass BP und seine Partnerfirmen grob fahrlässig gehandelt haben.

Der Ölkonzern hat sich nach der Katastrophe gewappnet: BP hatte in seiner Bilanz 38 Mrd. Dollar für die Kosten der Katastrophe zurückgestellt. An die 14 Milliarden mussten die Briten bereits an Reparatur- und Reinigungskosten zahlen, etwa für das Stopfen des Lecks. Rund neun Mrd. Dollar wurden bereits an private Kläger ausgezahlt. Auf die Zahlung weiterer 7,8 Mrd. Dollar hat sich das Unternehmen mit Vertretern tausender Klägern geeinigt. Diese Summe ist noch nicht ausgezahlt und bedarf noch der gerichtlichen Bestätigung.

Bisheriger Rekord: Pfizer

Im Streit um Schadenersatzforderungen hatten die USA zuletzt den Ton gegenüber BP deutlich verschärft. Das Justizministerium zog mit einem vernichtenden Urteil über Sicherheitskontrollen gegen die Briten ins Feld. Schon im Jänner hatte eine Untersuchungskommission des Weißen Hauses festgestellt, dass BP und seine Partnerfirmen Einsparungsmaßnahmen getroffen hätten, die mithalfen, die Katastrophe zu ermöglichen.

BP übernahm schon kurz nach Bekanntwerden des Lecks die volle Verantwortung für das Unglück. Aber erst nach vielen Versuchen gelang es der britischen Ölfirma, das Leck zu schließen: am 19. September 2010.
Die BP-Strafe ist mehr als dreimal so hoch wie die bisherige Rekordstrafe. Diese zahlte der US-Pharmakonzern Pfizer in einem US-Prozess: 1,3 Mrd. Dollar. Die Börse war darauf aber vorbereitet. Die Aktie von BP reagierte kaum.

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16 Kommentare

Das ausgeflossene Rohoel

ist mittlerweile von Bakterien weggefressen, die ja auch das natuerliche aussickernde Oel in der Region locker bewaeltigen (ca 1/3 des beim Unfall ausgetretenen ca. aus dem Gedaechtnis). Die hohen Versicherungssummen die fuer Betriebe jetzt Pflicht werden vertreibt die kleineren Unternehmen eher aus dem Geschaeft zugunsten der grossen wie BP.
So schauts aus, auch wenns vielen nicht taugt.

Re: Das ausgeflossene Rohoel

das versteht die propagandaempfangliche Mehrheit nicht

Sehr billig!!

BP kauft den Golf von Mexico für 4.5 Milliarden Euro im Sonderangebot

Das.....

Geld geht an die Regierung der USA. Noch Fragen?

Wunschdenken

Dieses Geld sollte direkt in erneuerbare Energien gesteckt werden! Aber leider verhält es sich nicht so!

Witzig

Der BP Konzern gehört Rockefeller. In der Wallstreet und FED haben sie auch das sagen, also im Prinzip auch in der Regierung.
Wer erhält also jetzt das Geld?

Re: Witzig

Oder (/und) stecken doch die Freimaurer dahinter?
Oder die Illuminaten ?

Re: Witzig

Rockefeller gehörte bis zu ihrer Zerschlagung die Standard Oil. Jetzt ist die Familie an den Nachfolgefirmen (Socony, Socal tec.) beteiligt. BP ist eine europäische Firma, wobei natürlich nicht auszuschließen ist, dass es auch US-Shareholder gibt.
Oder was glauben Sie, warum z.B. Halliburton nicht bestraft wurde?

Mit Geld kann man nicht alles unvergessen machen

Bei mir haben die BP-Halunken lebenslang bekommen, ich fahr nie wieder eine BP-Station an, die sind meistens ohnehin die Teuersten.

Was haben die Mitschuldigen an der Umweltkatastrophe, die Halliburton Gangster, eigentlich für Strafen erhalten? Immerhin sind elf Menschen dabei gestorben!

Nicht BP zahlt....

....sondern wir Konsumenten zahlen. Bestenfalls schlagn sie uns dies Strafzahlungen nicht sofort auf den Treibstoffpreis auf.

mit geld nicht gutzumachen!!!!!!


Re: mit geld nicht gutzumachen!!!!!!

Völlig richtig.

Beim nächsten "Unfall" zahlen's halt wieder 3,5 und haben in der Zwischenzeit Hunderte verdient (nein, falscher Begriff, muss abkassiert heißen).

Der Schaden ist eben NICHT mit Geld aus der Welt zu schaffen und auch nicht mit Bakterien.
Mit den Summen, die solche Konzerne bewegen, können sie natürlich jedes Gefälligkeitsgutachten kaufen.

So, jetzt dürft's fleißig rot geben, ändert aber nichts an den Tatsachen.

btw: nein, ich bin kein fanatischer Grünwähler.

4,5 Milliarden Dollar

Der Wimpernschlag eine Mücke für einen der reichsten Konzerne der Welt.

British Petrol, kurz BP, kam in 2007 auf einen Umsatz von 291,44 Milliarden Dollar, was dem britischen Ölkonzern in unserem Ranking Platz einen Platz auf dem Siegertreppchen einbringt.

Gruß!

Tipp für Anleger

Die Aktie wird jetzt sicher interessant für Anleger :-)

Re: Tipp für Anleger

Genau das ist das Traurige daran.

Auch wenn sich der Schaden nicht ungeschehen machen lässt: die sollten mindestens 10 Jahresgewinne zahlen, dann überlegen sie sich 10 mal keine adäquaten Sicherheitsmaßnahmen zu installieren.
Wobei BP nur als Beispiel für alle Anderen steht.

peanuts!

bei durchschnittlich 20.000.000.000,-- Gewinn nach Steuern pro Jahr!!!

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