Klimawandel: CO2 ist Teil der Lösung

23.11.2012 | 18:48 |  von Jakob Zirm (Die Presse)

Das Ziel, schnell genug auf CO2-freie Techniken umsteigen zu können, wird immer unrealistischer. Ohne CO2-Management, in Form von CCS oder Power-to-Gas, werden die Klimaziele nicht erreicht werden.

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Wien. Die Zukunft der Energieversorgung liegt in den erneuerbaren Energieträgern wie Wasser, Wind und Sonne. Daran zweifelt kaum jemand, der sich ernsthaft mit dem Thema befasst. Die Frage ist jedoch: Wann beginnt diese Zukunft? Laut Befürwortern der grünen Energiewende schon morgen. Sie argumentieren, dass technisch schon heute fossile Brennstoffe vollständig ersetzt werden könnten. Die Energiemärkte sprechen jedoch eine andere Sprache. Dort kostet beispielsweise Strom aus Fotovoltaikanlagen immer noch mehr als jener aus konventionellen Gaskraftwerken und muss daher von den Stromkunden subventioniert werden.

Alles deutet also darauf hin, dass es noch einige Jahrzehnte dauern wird, bis der Traum einer Energieversorgung ohne CO2-Ausstoß Wirklichkeit wird. Fossile Brennstoffe werden während dieser Übergangsphase zum gewohnten Einsatz in Kraftwerken oder Autos kommen. Zu lange, um die Klimaziele zu erreichen.

Um dieses Dilemma zu lösen, gibt es jedoch ebenfalls bereits Technologien des „CO2-Managements“. Eine davon ist „Carbon Capture and Storage“ (CCS). Damit wird das Abscheiden von CO2 aus dem Abgas und die Speicherung desselben unter der Erde, oder – so eine Vision – in Algen gebunden, bezeichnet. Diese noch in Erprobung befindliche Technik ist zwar ebenfalls aufwendig und teuer, zurzeit aber immer noch günstiger als etwa der Umstieg auf Fotovoltaik. So kostet die Vermeidung einer Tonne CO2 durch CCS laut Studien von Internationaler Energieagentur oder Weltklimarat IPCC zwischen 60 und 120 Dollar, bei Fotovoltaik wird dieser Wert mit 220 bis 270 Dollar je Tonne angegeben.

Weltweit gibt es bisher 14 größere CCS-Projekte – vor allem in Nordamerika. In Europa hadert die Technik bislang noch mit großem Widerstand aus Bevölkerung und Politik, da Kritiker ein Entweichen des CO2 aus den unterirdischen Lagerstätten (meist ehemalige Öl- oder Gasfelder) befürchten. Dies könne zu Vergiftungen führen, da CO2 in konzentrierter Menge toxisch ist, so die Kritik. Diese Annahme wurde von britischen Wissenschaftlern im Vorjahr widerlegt. Sie untersuchten die Todesfälle bei natürlichen CO2-Austritten – etwa Vulkanen – und kamen zu dem Schluss, dass die Chance höher ist, im Lotto einen Jackpot zu gewinnen, als als Anrainer an CO2-Vergiftung zu sterben.

Trotz dieser Widerstände dürfte CCS ein Baustein im Energiesystem der kommenden Jahrzehnte werden. So bringt es nicht nur eine Lösung für nicht vermeidbare Prozess-Emissionen (etwa bei der Stahl- oder Zementproduktion). Das CO2 könnte in einigen Jahren auch bereits ein begehrter Rohstoff für eine andere Technologie werden: Power-to-Gas. Dabei wird überschüssiger Strom aus Wind- oder Solarkraftwerken in künstliches Methan umgewandelt. Dies würde eine Lösung für das große Problem der Volatilität der erneuerbaren Stromproduktion bringen. Bläst heute zu nachfrageschwachen Zeiten der Wind stark, kann der dadurch erzeugte Windstrom weder genutzt noch gespeichert werden.

 

Gaspipeline statt Hochspannungsleitung

Künftig soll dieser überschüssige Strom verwendet werden, um per Elektrolyse Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff umzuwandeln. Letzterer kann dann durch die Zugabe von CO2 zu Methan (CH4) weiterverarbeitet werden. Dieses ist ident mit Erdgas und kann auch in der vorhandenen Gasinfrastruktur transportiert und gespeichert werden. Statt neuer – bei der Bevölkerung nicht erwünschter – Hochspannungsleitungen quer durch Europa könne die Energie so unterirdisch durch Gaspipelines von den großen Windparks im Norden oder Solarkraftwerken im Süden in die industriellen Zentren Mitteleuropas gebracht werden, so die Befürworter.

Erste Power-to-Gas-Pilotanlagen sind in Deutschland bereits in Bau. In diesen soll auch die Effizienz der Technik erhöht werden. Denn auch hier gibt es noch beträchtliche Nachteile gegenüber konventionell aus der Erde gepumptem Erdgas. So gehen bei der Umwandlung 40 Prozent der Energie verloren, eine Kilowattstunde Gas kostet schlussendlich sieben bis neun Cent. Fossiles Gas aus Russland kommt hingegen zurzeit noch auf drei Cent.

In Zukunft könnte sich so jedoch ein emissionsfreier Kreislauf ergeben: In Kraftwerken wird CO2 abgeschieden und gespeichert, um in Power-to-Gas-Anlagen als Rohstoff für die Herstellung künstlichen Gases zur Verfügung zu stehen. Dieses wird danach wieder in Kraftwerken verbrannt. Durch so ein System könnte sogar der CO2-Gehalt in der Atmosphäre wieder gesenkt werden. Dann nämlich, wenn in den Kreislauf auch Biogas eingespeist wird, da die dafür benötigten Pflanzen während ihres Wachstums ja Kohlendioxid aus der Luft entnommen haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2012)

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40 Kommentare
 
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Das ist ja alles nicht richtig!

Die Behauptung, dass "schon heute fossile Brennstoffe vollständig ersetzt werden könnten", zeugt von völliger Unwissenheit! So lange man Strom aus Wind und Sonne nicht speichern und dann abgeben kann, wenn er gebraucht wird, kann man damit überhaupt niemanden "versorgen"!

CCS ist nicht nur verschwenderisch, sondern auch viel zu gefährlich! Ein immer möglicher CO2-Ausbruch hätte Tausende Tote zur Folge. Außerdem ist das Volumen von CO2 sehr groß, man hätte die zur Verfügung stehenden unterirdischen Hohlräume schon sehr bald angefüllt, womit das Verfahren ein Ende nehmen müsste.

Dass "bei der Umwandlung 40 Prozent der Energie verloren gehen", stimmt nur für den Schritt von Wasserstoff zu Methan. Nach dem ganzen Prozess Windstrom-Wasserstoff-Methan Gasverstromung hätte man nur mehr ca. ein Fünftel des "gespeicherten" Windstroms und das zu gigantischen Kosten. Daraus wird nie etwas!

Der ganze Artikel ist nichts anderes als naive Wundergläubigkeit!

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CCS ist ein sauteurer Irrweg

Zum Abscheiden und Verflüssigen von CO2 aus dem Abgas braucht man wiederum viel Energie. D.h. ein kalorisches Kraftwerk müsste bis zu 30% mehr Brennstoff verheizen, um die gleiche Menge Strom zu produzieren. Also eine gigantische Ressourcenvergeudung um ein fragwürdiges Ziel zu erreichen. Daran ändert auch nichts, dass man das CO2 danach technisch über Power-to-Gas Anlagen nutzen und in Methan verwandeln könnte.
Denn diese Nutzung stellt uns die Natur ohnehin viel billiger zur Verfügung. Pflanzen nutzen das emittierte CO2 als Nahrung und wandeln es im Zuge der Fotosynthese in Pflanzenmaterial um, aus diesem kann man wiederum durch Verrottung Methan gewinnen.
Power-to-Gas Anlagen sind also nichts anderes wie der technische Nachbau von natürlichen Gegebenheit, nur bei weitem nicht so billig und effizient.

Re: CCS ist ein sauteurer Irrweg

So ist es ! Und nicht nur die CO²-Rückgewinnung ist sehr energieaufwendig, erst recht ist es die Elektrolyse des Wassers zur H²-Gewinnung und dann wieder die Umsetzung zu CH4 !! Bei allen diesen Schritten geht enorm viel Energie verloren !!!!!

Klimalüge

dazu die Empfehlung "Die Klimalüge" bei Kopp Verlag.de erhältlich.

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Re: Klimalüge

Man muss ganz klar zwischen Klimawandel und den Gründen unterscheiden, wenn man behauptet es gibt bei uns keine Klimaerwärmung macht man sich für mich lächerlich.

Der Vater meiner Freundin ist seit Leben lang ein Bergsteiger und hat vor 50 Jahren und davor schon Bilder von Gletschern gemacht hier ist es offensichtlich dass sich zumeist in Österreich das Klima die letzten 50 Jahre geändert hat.

Ob und wie viel der Mensch dazu beigetragen hat ist eine ganz anders Geschichte.

Re: Re: Klimalüge

lieber julrich, der Onkel meines Freundes Nachbarn hat unlängst in der Siedlung mit 100%iger Sicherheit versichert, dass......
Vielleicht hat Ihre Datenquelle auch ein Foto vom Großglockner, so um die Jahrhundertwende, wo man am Fuße der Pasterze Kühe weiden sieht. Das war aber kein einmaliges Ereignis, sondern damals normal. Nur heute ist ein abnehmender Gletscher nahezu skandalös und auf alle Fälle menschenvernichtend.
Also Hr. julrich, zuerst denken, dann posten


Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Schöne Fotos ja, aber halt fast alle aus der beliebten Zeit der Klimawarner (so ab 2000) und nur zwei aus 1877 und 1900, die noch dazu gar keine Fotos, sondern nur gemalte Bilder sind. Netter Versuch, aber wieder einmal ein Beispiel der Klimahysteriker, erst behaupten, dann beharren und, wenn notwendig, mit "lustigen" Daten belegen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Ich warte noch auf ihre Kuh. Mir reicht auch eine Zeichnung ;)

Re: Re: Klimalüge

seit die Erde besteht hat sich auch das Klima verändert, einmal kälter einmal wärmer. Die Erde und die Menschen haben es überlebt und das sehr gut, wie die Bevölkerungszahl bestätigt. Es ist längst von seriösen Wissenschaftern bestätigt, dass der CO² Ausstoss des Menschen am Klimawandel nichts beitragen kann. Um was es einzig und allein geht, ist Wohlstandsumverteilung und der Möglichkeit mit dieser Lüge enorme Einkommen zu erzielen, zB.: Al Gore.

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Re: Re: Re: Klimalüge

Fast alle Klimatologen (= 97%), die sich mit diesem Thema beschäftigen sind der Meinung, dass der Mensch sehr wohl wesentlich für die Klimaerwärmung verantwortlich ist. Oder wollen sie das bestreiten?

Es wird immer den einen oder anderen geben, der eine andere Meinung hat. Diese Meinung dann aber als wissenschaftlich bewiesen zu bezeichnen und die andere 97% unter den Tisch fallen zu lassen, ist wissenschaftlich völliger Nonsens.

Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Mit einiger Wahrscheinlichkeit hat der Mensch seit seinem Erscheinen das Klima auf der Erde beeinflußt, schließlich hat er deren Oberfläche nicht unmaßgeblich verändert. Alleine schon die Abholzung riesiger Waldflächen hat das Klima über den Wasserhaushalt verändert.

Aber sicher keinen Einfluß hat die CO²-Konzentration in der Atmosphäre, denn sein Anstieg ist immer Folge und nicht Ursache einer Klimaerwärmung !!! Das ist rein physikalisch gut begründbar und wurde auch in den Analysen des Grönlandeises nachgewiesen.

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Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Sie vermischen hier Äpfel mit Birnen und behaupten noch dazu - betreffend Grönlandeis - etwas Falsches.

Am Ende der Eiszeit verkleinert sich der Antarktische Eisschild am Südpol. Dadurch wird CO2 aus dem Meer freigesetzt.
In dieser Phase folgt die CO2-Konzentration tatsächlich zeitlich der Erwärmung nach. Das freigesetzte CO2 beschleunigt, dann die Erwärmung, die sich auch auf die Nordhalbkugel fortsetzt.

Auf der Nordhalbkugel erfolgt die Erwärmung IN FOLGE der höheren CO2-Werte. Und genau das kann im Grönlandeis nachgewiesen werden. Also genau das Gegenteil von dem was sie oben schreiben.

Mit dem anthropogener Treibhauseffekt hat das im Übrigen überhaupt nichts zu tun.

Quelle:
http://icebubbles.ucsd.edu/Publications/CaillonTermIII.pdf

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Verzapfens keine Unwahrheiten !!

Die Grönlandeisuntersuchungen wurden unter anderen vom Geo-Forschungszentrum Potsdam durchgeführt und ich habe deren Ergebnisse (wie oben dargestellt) von dessen em.Chef Prof.Dr.Dr.hc.Reinhard F.J. Hüttl persönlich !!!!!

Es gibt auch keinen CO²-Rückkoppelungseffekt, da die Überlappung der Absorptionsspektren von Wasserdampf und CO² dies ausschließen !!!!!!!!!!

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Na geh, wirklich.

Wer glauben sie hat das geschrieben:

"Auf die Zunahme des Treibhauseffektes müsse reagiert werden. Weltweit steige der Meeresspiegel im Schnitt um drei Millimeter pro Jahr."

Die Lösung finden sie hier:
http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/288765

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Schau, schau! Ist der Hüttl auch so ein Wendehals und hat sich jetzt kaufen lassen!

Vor 4 Jahren beim Kongreß in Wiesbaden tönte er noch völlig anders !!!!

0 4

Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Ich meine die, die wissenschaftliche Publikationen dazu veröffentlichen.

Woher wissen sie, dass ich ein Hr. bin?

Re: Re: Re: Re: Klimalüge

dazu die Frage Hr. rex_
meinen Sie die Klimatologen, die auch für zahlreiche, nachgewiesene Betrügerein verantwortlich sind - und bitte jetzt keine Rückfragen bez. der genauen Aufstellung, denn das wäre nur mehr peinlich - oder meinen Sie jene Klimatologen, die von dieser Materie leben müssen und Geld für deren Erforschungen bekommen, oder meinen Sie die rund 0,1% der Wissenschaftler (das sind eben die 97% Klimatologen) die den Menschen hauptverantwortlich machen und dabei aber mit völliger Absicht die klimatische Vergangenheit ignorieren, oder meinen Sie jene Klimatologen, die politisch vorangetrieben werden, oder meinen Sie jene Klimatologen, die Jahr für Jahr tausende Kilometer zu den Kongressen pilgern und dort den Menschen des rücksichtslosen Energielebens verurteilen? Also, welchen meinen Sie?

0 4

Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Ich meine die, die wissenschaftliche Publikationen dazu veröffentlichen.

Woher wissen sie, dass ich ein Hr. bin?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

ach Gottchen, seien Sie doch bitte mit etwas mehr nachdenken bei der Sache. Veroffentlichen tun höchstens wiederum nur max. 0,1% der Wissenschaftler und der Rest arbeitet mit ...ohne Mitspracherecht. Allein im IPCC werden Berichte von einem ganz, ganz kleinen Teil der "Klimaforscher" besprochen, ausgearbeitet und freigegeben. Da gibt es selbst in dieser Organisation einwände und wiederstände gegen so manche Aussagen. Also denken Sie doch bitte einmal vor dem posten nach.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Nur so zur Information, was eine wissenschaftliche Veröffentlichung überhaupt ist:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftliche_Publikation

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Sorry, aber sie haben genau Null Ahnung von wissenschaftlicher Arbeit, sonst könnten sie so etwas nie schreiben.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

natürlich nicht, davon haben ja nur Klimaforscher eine Ahnung :-)
Was ich allerdings schon kann, ist lesen und daher schlage ich vor, auch Sie lesen einmal die IPCC-Berichte und dazu auch noch (vielleicht erstmalig) die Kommentare, Foren, Argumentationen und auch Stellungnahmen zu kritisierten Abschnitten. Können Sie das?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

was ich noch vergessen habe, achten Sie auch auf Zahlen, denn mit denen haben Sie scheinbar massive Probleme

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Mit welcher Zahl konkret?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Klimalüge

Mit den lächerlichen 97% z.B.

 
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