Genmais-Rattenstudie: EU sieht keine Gefahr

Für die EU ist es nicht notwendig, die umstrittene Maissorte NK603 erneut zu überprüfen. Die französische Studie sei wissenschaftlich nicht fundiert.

Archivbild: Wie gefährlich ist Genmais? Eine französische Studie sagt, dass er krebserregend ist.
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Archivbild: Wie gefährlich ist Genmais? Eine französische Studie sagt, dass er krebserregend ist.
Archivbild: Wie gefährlich ist Genmais? Eine französische Studie sagt, dass er krebserregend ist. – (c) APA (Andreas Gebhard DPA)

EU-Wissenschafter haben in der umstrittenen französischen Studie zum erhöhten Krebsrisiko durch Genmais keinen Grund zum Handeln gesehen. Die Studie des französischen Forscherteams um Gilles-Eric Seralini enthalte schwere Mängel, teilte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) am Mittwoch im italienischen Parma mit. Daher halten es die Gutachter nicht für notwendig, die gentechnisch veränderte Maissorte NK603 erneut zu überprüfen.

Die Forscher hatten im September eine Studie im Fachblatt "Food and Chemical Toxicology" veröffentlicht, wonach der gentechnisch veränderte Mais NK603 bei Ratten Krebs verursachen soll. Die Labortiere hatten etwa zwei Jahre lang den Genmais NK603 des Herstellers Monsanto gefressen. Sie wurden auch dem zugehörigen Pflanzenschutzmittel Glyphosat ausgesetzt - viele von ihnen bekamen Tumore oder Schäden an Niere und Leber. Die Untersuchung hatte eine Kontroverse zum Umgang mit Genmais ausgelöst.

Kritik: Zu wenige Versuchstiere

Die EU-Agentur hatte bereits im Oktober die Vorgehensweise des französischen Forschers bemängelt. Es fehlten Daten und es seien zu wenig Versuchstiere verwendet worden, hieß es damals. Der Franzose wurde aufgefordert, noch fehlende Datensätze einzureichen.

Dies sei nicht geschehen, so die EFSA am Mittwoch. Der erste negative Eindruck habe sich bestätigt. Die Schlussfolgerungen des französischen Teams seien aufgrund des Studiendesigns, der Präsentation und der Interpretation der Ergebnisse wissenschaftlich nicht fundiert. Außerdem verwies die EFSA auf separate Behörden-Gutachten aus Deutschland und weiteren fünf EU-Staaten, die ähnlich kritisch ausgefallen seien.

(APA/dpa)

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