Klimakonferenz: Wenig Resultate in Doha

09.12.2012 | 18:18 |   (Die Presse)

Das Kyoto-Protokoll wird bis 2020 verlängert, sonst gibt es kaum greifbare Ergebnisse. Ursprünglich sollte in Doha weiter über einen neuen Weltklimavertrag verhandelt werden.

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Doha/Ag. Die große UN-Klimakonferenz von Doha hat ganz den – geringen – Erwartungen entsprochen, die man in sie gesetzt hat: Als das Treffen am Wochenende zu Ende ging, hatten die teilnehmenden Staaten kaum Fortschritte erzielt. Als Minimalergebnis wurde lediglich das Kyoto-Protokoll, das eigentlich heuer ausgelaufen wäre, bis ins Jahr 2020 verlängert.

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Nach zähem Ringen entschied der katarische Konferenzleiter Abdullah bin Hamad Al-Attiyah quasi im Alleingang, dass das neue Gerüst, das keine schärferen Verpflichtungen vorsieht, ab 2013 gelten soll. Katar verhinderte so zumindest ein völliges Scheitern des Gipfels.

Im Kyoto-Protokoll hatten sich die Industriestaaten verpflichtet, ihren jährlichen Treibhausgas-Ausstoß zwischen 2008 und 2012 um durchschnittlich 5,2Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Nun verpflichteten sich 37 Länder, ihre Treibhausgase bis 2020 weiter zu reduzieren, darunter alle EU-Staaten. Für Österreich bedeutet dies eine Reduktion um 16Prozent, sagte Umweltminister Nikolaus Berlakovich zur APA.

 

„Prozess neu aufstellen“

Gemeinsam sind die Kyoto-II-Staaten für rund 15 Prozent des weltweiten Treibhausgas-Ausstoßes verantwortlich. Bei Kyoto II machen unter anderem Kanada und Japan nicht mit. Sie wollen nur noch auf freiwilliger Basis ihre Emissionen mindern – und dies auf tieferem Niveau als unter dem Kyoto-Protokoll.

Ursprünglich sollte in Doha weiter über einen neuen Weltklimavertrag verhandelt werden, der ab 2020 für Industrie- wie Schwellenländer gelten soll. Ziel ist nun, dass der neue Vertrag bis 2015 ausgehandelt ist. Beschlossen wurden in Doha auch Regelungen zur finanziellen Hilfe für Entwicklungsländer, allerdings ohne konkrete Zusagen.

Während Regierungsvertreter versuchten, positive Ergebnisse herauszustreichen, zeigten sich Umweltschutzorganisationen bitter enttäuscht: Für Greenpeace-Klimaexperten Martin Kaiser etwa ist das Ergebnis „ein Alarmsignal dafür, dass dieser Prozess völlig neu aufgestellt werden muss“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.12.2012)

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11 Kommentare

Einigkeit

Der Mensch war sich nie Einig, und warum soll er es jetzt sein?
Die Naturkatastrophen werden jedes Land treffen und nur so wird das geprüfte Volk seiner Regierung klar machen das es eine WELTWEITE EINIGUNG geben muss.
Leider!!!!!!!!! aber es war immer so, nur Katastrophen einigen die Völker und die Welt.

Welche Qualifikation muss man nachweisen,

um sich Greenpeace-Klimaexperte nennen zu dürfen?

Auf der Homepage von Greenpeace wird M. Kaiser auch als Waldexperte bezeichnet. Reicht dazu der Besuch der Baumschule?

Österreich wird doch nicht wieder das einzige Land sein, das sich zu astronomischen Strafzahlungen verpflichtet?!

Während sich die Industrieländer in Kyoto zu einer Treibhausgaseinsparung von 5,2 % verpflichtet haben und die EU mit 8% den Vorreiter spielen wollte (ermöglicht wurde das dadurch, dass die Deutschen die Umstellung der unwirtschaftlichen DDR-Braunkohlekraftwerke, die wahre CO2-Schleudern waren, auf Öl oder Erdgas vor sich hatten), so hat sich Österreich in seinem Wahn sogar zu völlig unerreichbaren 13 % Einsparung verstiegen! Seither sind wir wegen Nichterfüllung des selbstgesetzten Zieles zum größten Umweldsünder geworden und mussten jährlich hunderte Millionen an völlig sinnlosen Strafzahlungen leisten!

Diesen Wahnsinn hat man bisher möglichst unter den Teppich gekehrt, jetzt scheint ihn Berlakovich aber fortsetzen zu wollen! Und das in Zeiten, wo wir wirklich kein Geld zu verschenken haben, sondern wichtige Aufgaben, die Geld kosten, bewältigen müssen!


Re: Österreich wird doch nicht wieder das einzige Land sein, das sich zu astronomischen Strafzahlungen verpflichtet?!

Wenn es um linksgrüne Anliegen geht, dann ist immer genug Steuergeld vorhanden - koste es, was es wolle.

Weshalb das aber Berlacovik weiter betreibt, liegt wohl an den Investitionen weniger, die an dem Biosprit gut verdienen.

Genauso wie bei Photovoltaik und Windkraft, wo wenige garantierte Gewinne, auf Kosten der Verbraucher, lukrieren.


Am Besten alle Teilnehmer auf die Saualm bringen und dort einsperren!

Lauter versaute Politiker die nur uns vera... und uns enteignen wollen mit einem fadenscheinigen Vorwand!

Die Europäer haben sich wieder mal übertölpeln lassen

Wer hält sich denn bitte noch an diesen schwachsinnigen Kyoto-Vertrag? Kanada und Japan sind ausgetreten, die USA pfeifen seit jeher drauf. Dem mittlerweile größte CO2-Emittenten China geht es absolut am A... vorbei. Nur die europäischen Tro##eln und da allen voran die österreichischen verpflichten sich wieder zu absolut unerreichbaren Zielen (16% Reduktion im Vergleich zu 1990!). Aber ist ja eh wurscht, kaufen wir halt wieder um dreistellige Millionensummen unsinnige CO2-Zertifikate. Um das Geld der Steuerzahler war den Politikern ja noch kein Unfug zu teuer.

"Nach zähem Ringen entschied der katarische Konferenzleiter Abdullah bin Hamad Al-Attiyah quasi im Alleingang"

Ach wie schön.

Da entscheidet einer für uns alle.

Zum Teufel mit allen Angstmachern.

Klimawandel

Ich glaube daran dass wir Schritte setzten müssen da dies ansonsten schreckliche Folgen für große Teile der Weltbevölkerung haben wird. Wenn diese Schritte allerdings so aussehen dass wir CO2 Zertifikate kaufen statt etwas an unserer Umweltpolitik zu ändern können wir uns das ganze sparen!

nicht neu aufstellen liebe geenpiss anhaenger ..

diesen schwachsinn allemal beenden. co2 bedingte klimaerwaermung ist unbewiesener mumpitz der nur kostet.

12

deppensteuer verlängert

und das im Alleingang !
so ein Zufall

Re: deppensteuer verlängert

Wollte Ihnen ein grünes Stricherl geben, sorry!

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