EU: Autos werden teurer

Eine geplante Abgasnormen in der Europäischen Union verteuern die zusätzlichen Entwicklungskosten für Neuwagen um rund 1000 Euro. Entsprechend höher werde auch der Endkundenpreis ausfallen.

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Symboblild – (c) AP (Bela Szandelszky)

Wien/Red./AG. Autos werden in der Europäischen Union künftig etwas teurer. Der Grund dafür ist die neue Abgasnorm, die Brüssel zur Begrenzung des Ausstoßes von klimaschädlichem Kohlendioxid vorsieht. Ab 2020 dürfen Neuwagen in Europa nur noch 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Heute liegt er nach Angaben der EU-Umweltagentur bei 136 Gramm.
Um diese Vorgabe zu erfüllen, müssen die Hersteller pro Neuwagen zusätzliche Entwicklungskosten von knapp 1000 Euro einplanen, berichtet die deutsche „Welt“ unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichte Studie des Internationalen Rats für sauberen Transport (ICCT). Entsprechend höher werde auch der Endkundenpreis ausfallen.

Keine Elektroautos notwendig

Die Zahlen der Beratungsgruppe liegen jedoch deutlich unter jenen Schätzungen, die Autohersteller und auch EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard bisher in den Raum gestellt haben. Die EU-Politikerin ging bisher von den doppelten Zusatzkosten für die Autoindustrie aus.

Anders als in bisherigen Studien begnügten sich die Experten des ICCT nicht damit, Hersteller selbst nach ihren Kosteneinschätzungen zu fragen. Stattdessen zerlegten sie die Autos in seine Einzelteile und eruierten, was entsprechend effizientere „Ersatzteile“ kosten würden. Das Ergebnis: Die notwendigen Technologien seien „heute schon auf dem Markt“ und reichten aus. Es würden „keine oder nur wenige Hybridfahrzeuge“ benötigt, auch Elektroautos nicht, um die Klimaziele zu schaffen.

Matthias Wissmann, Präsident des deutschen Verbands der Automobilindustrie, widerspricht dem deutlich: Es sei „unverzichtbar, dass sich alternative Antriebskonzepte auf dem Markt durchsetzen“, zitiert ihn die „Welt“. In der EU gelten heute strengere Grenzwerte als in den meisten Staaten der Erde. Die USA streben bis 2025 allerdings einen Grenzwert von 93 Gramm pro Kilometer an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2013)

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