Schwarzenegger als Motivator: „Wir feiern die echten Action Heroes“

31.01.2013 | 17:23 |  von Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Arnold Schwarzenegger sang in der Aula der Wissenschaften Lobeshymnen auf Bundeskanzler Werner Faymann und Österreich. Und riet, für eine grüne Zukunft die „Kraft des Individuums“ zu nutzen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Vor der Aula der Wissenschaften hatte man den grünen Teppich ausgerollt. Der hohe Gast: ein Professor von der University of Southern California, ehemals Mr. Universe, Terminator, Gouverneur von Kalifornien, dessen Leinwand-Comeback in den USA gerade ebenso floppt wie seine ausführliche Biografie. Gut, dass der Professor noch eine Karriere als Umweltaktivist hat. Und ein Land, in dem man ihm gern zuhört.

Wobei man der Ehrlichkeit halber sagen muss: Arnold Schwarzenegger weiß zu motivieren. Bundeskanzler Werner Faymann wurde in seiner ganzen Karriere wohl noch nie so viel gelobt wie an diesem Donnerstagvormittag in der Wiener Wollzeile. Er liebe die Partnerschaft, die er und Faymann entwickelt hätten, sagte Schwarzenegger da. „Danke, dass du so ein großartiger Leader bist!“

Dabei war es gerade nicht die hohe politische Ebene – auch wenn selbst EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso angereist war – die Schwarzenegger mit der von ihm einberufenen Umweltkonferenz ansprechen wollte. 2010 hatte er die Organisation R20 mit dem Ziel gegründet, Städte und Regionen zu unterstützen und zu vernetzen, die nicht länger auf (inter-)nationale Entscheidungen warten wollen, sondern den Klimawandel auf eigene Initiative bekämpfen wollen.

Eine Idee, die auch österreichische NGOs begrüßten – die aber auch kritisierten, dass  die Konferenz als reiner „Elitezirkel“ von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft angelegt sei, zu der die Zivilgesellschaft in Form der NGOs keinen Zutritt hätte. Schwarzenegger jedenfalls begann seine Keynote mit einem auf Deutsch gehaltenen, rhetorisch sehr amerikanischen Ausflug in die Steiermark.

Mehr zum Thema:

Auf dem Flug hierher, erzählte er, „habe ich sehr lange sehr intensiv an meine Kindheit“ gedacht, „an die kalten Wintertage“, an denen er mit seinem Bruder Wasser vom Brunnen geholt und Holz in die Küche getragen habe, „damit wir es dort warm haben“, an Schneeballschlachten und Eisschießen auf dem zugefrorenen Thalersee.

Er habe sich aber auch an seine vielen Filmrollen als Action-Held erinnert. „Und jetzt bin ich hier, auch als Kämpfer, aber ohne Schwert, ohne Pistolen, ohne Gewehr. Meine Waffe ist die Überzeugung, dass wir, wenn wir alle zusammenhalten und den richtigen Weg gehen, unsere Welt sauberer, gesünder und viel besser machen können.“ Es sei zwar schön, wieder in Filmen zu spielen und zu schießen. „Aber heute sind wir hier, um die echten Action Heroes zu feiern.“

Zweck seiner Initiative sei, Erfolgsgeschichten auszutauschen, sagte Schwarzenegger – und er erlaube sich, mit seiner eigenen zu beginnen, nämlich jener als republikanischer Gouverneur mit grünen Zielen. Die Wurzeln dafür würden in Österreich liegen: „Hier in Österreich aufzuwachsen hat mich die Umwelt schätzen gelehrt.“ Er sei stolz auf Österreich und das, was es im Umweltbereich geleistet habe. „Danke, dass ihr mich immer mit offenen Armen willkommen heißt – natürlich mit einem Schnitzel in der einen und Schnaps in der anderen Hand!“

Den wird es für Schwarzenegger spätestens bei der Ski-WM in Schladming wieder geben. Zuvor gab er am Donnerstag noch ein paar Tipps: „Bleiben Sie nicht in ideologischen Ecken stecken“, riet er. „Nützen Sie die Kraft des Individuums“, und: „Hören Sie auf, den Leuten zu sagen, was sie nicht tun dürfen.“ Man könne ruhig Hummer fahren – solange die Energie dafür nachhaltig sei. Im Anschluss diskutierte er noch mit gut 1000 Studenten in der Nationalbibliothek, übernahm eine Buchpatenschaft für eine seltene Karte von Kalifornien und traf des Abends Erwin Pröll. Der Niederösterreichs Beitritt zu Schwarzeneggers R20 besiegelte.

Auf einen Blick
Arnold Schwarzenegger war gestern in Wien, wo er eine Konferenz seiner NGO R20 eröffnete. R20 will Regionen zusammenführen, die sich für nachhaltige Energiegewinnung engagieren. Danach diskutierte er mit Studenten und traf Erwin Pröll. Als Nächstes wird er zur WM-Eröffnung erwartet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

54 Kommentare
 
12

Der Schärdinger

Was hat er denn bekommen, dass er sein I`ll be back in den Raum sagte, ja Applaus, den meine ich aber nicht.
Wenn Herr Schwarzenegger über sein Kalifornien fliegt, wird er jede Menge Swimmingpools, Villen in allen Variationen sehen aber nur keine Duschen die ab fünf Minuten das Wasser abdrehen.

Hat eigentlich schon jeder vergessen, dass Mr. Terminator der Buhmann war,

als er die Todesstrafe befürwortete ?

Na toll

Um unser Steuergeld kommt sogar der Arni und klopft für die Sozialisten doofe Sprüche.

Anscheinend sind sie in Kalifornien auch schon draufgekommen, dass nicht alles glänzt, wo grün draufsteht und jetzt wird halt ein neuer Geldgeber gesucht.

Die Welt lacht über Europa, aber Europa hat nichts besseres zu tun, als sich, in linksgrüner gutmenschlicher Manier, selbst zu zerstören.

Wäre mir ja egal, aber ich und meine Kinder sitzen dabei erste Reihe Fußfrei.

0 0

Re: Na toll

R20 ist Arnold Schwarzeneggers Organisation, der Event wird durch Sponsoren finanziert. wo genau ist da nochmal "Ihr Steuergeld" reingeflossen?


Re: Re: Na toll

Keine Angst, kommt schon noch.

Oder glauben sie ernsthaft wo ein sozialdemokratischer Spitzenpolitiker anwesend ist, da gibts nicht was auf Steuerzahlers Kosten zu verteilen?

0 1

Re: Re: Re: Na toll

Schwarzenegger hat die Kooperation mit einen Wiener Uni-Insitut und seiner R20 Organisation bekanntgegeben und er hat die Glaubwürdigkeit seines Events mit dem Kanzler unterstreichen können. Der Kanzler hat sich dafür im Glanz von Arnie sonnen können. Dass in allen Medien das große Lob für Arnie gegenüber Faymann hervorgehoben wird, halte ich für eine Fehlinterpretation bzw. Unkenntnis der US Kommunikations-Gepflogenheit: da ist es unhöflich, einen "Gastgeber" oder Geschäftspartner NICHT als "great" oder "awesome" zu bezeichnen.
Aber: ich will den Faymann auch nicht unnötig in Schutz nehmen, ich sehe Arnie aber eher mit der anderen Reichshälfte verbunden. (Pröll, Berlakovich, Töchterle waren auch bei R20 eingebunden).

Re: Re: Re: Re: Na toll

Vorallem stößt mir diese "grüne Zukunft" unheimlich sauer auf, da inzwischen nachgewiesen wurde, dass die meisten diesbezüglichen Projekte eine negative Energiebilanz aufweisen.

Außerdem steckt hier überall Steuergeld in Form von Förderungen und garantierter Abnahme drinnen, was ja wohl doch sehr Markt verzerrend ist.

2 0

Herr Schwarzenegger

genießt meine Achtung. Er hat den amerikanischen Traum verwirklicht.

Auch sein Engagement für Umweltschutz ist löblich. Bloß frage ich mich schon, gerade die USA hätte da viel nachzuholen, bis sie auf dem Stand von Europa sind.

Weiters weiß er nicht wirklich wovon er spricht. Wenn er meint, er spart Energie, wenn er mit Verkehrsflugzeugen unterwegs ist und sein privates Flugzeug braucht er nur für dringende Termine. Auch gehört die Aussage, nach 5 Minuten duschen schaltet sich das warme Wasser aus, eher in die Witzkiste.
Würde jede Familie den Energieverbrauch haben, den Familie Schwarzenegger in hat, dann würden sämtliche Energielieferungen zusammenbrechen.

Das sollte sich Herr Schwarzenegger mal überlegen. Mit vollen Hosen ist leicht sch.... gilt hier wohl.

2 0

Re: Herr Schwarzenegger

Ein typisch verlogener Typ, der sich halt in öffentlichen Themen genau so verhält, wie er seine Frau betrogen hat. Predigt uns Wasser und sauft selber Kübel wei Wein. Unglaubwürdig, aber die Klimawandler glauben halt auch, dass wir auf sie hereinfallen, wenn sie mit sogenannten "Stars" antanzen. Und der Herr Wirtschaftsminister Mitteregger aus dem hintersten Mühlviertel sagt dann, dass wir Provathaushalte gerne höhere Preise für die ÖKO-Energie zahlen. Ein schlechter Mühlviertlerwitz.

Schwarzenegger

Ich dachte, ich lese Die Presse und nicht Krone oder Österreich. Hat Die Presse es wirklich nötig, über eine derartige Null zu berichten?

1 0

Umwelt retten - ist schon ein wenig abgedroschen

Für den Weltfrieden sein, ein Charity-Projekt gründen oder die Umwelt retten - das kommt immer gut an, vor allem für Schauspieler, die ein bißchen außer Tritt gekommen sind.

2 0

Faymann loben?

Komm schon Arni, das hast du nicht nötig.

Schwarzenegger sang Lobeshymnen auf Bundeskanzler Werner Faymann

Ich kann mir vorstellen, dass der Werner privat ein ganz umgänglicher Mensch ist, aber Bundeskanzler hatten wir schon viel bessere.

Sponsoring bringt Lob.


10 0

kalifornien ist bankrott

jetzt macht er halt da weiter....

dabei haben wir selbst genug politiker die das land in ein finanzielles desaster treiben!!!

10 0

Filmpromotion, sonst gar nix!

Die Umwelt leigt dem Herrn am Herzen?

Ach ja, warum fährt er dann privat einen Humer der 30l auf 100 km braucht?
Warum lässt er sich per Hubschrauber nach Kitzbühel einfliegen?
Warum fliegt er alle seine Österreichtermine per Privatjet?
Weil er so ein Umweltschützer ist?

Erschütternt

Wenn man sieht was Anabolika aus einem Menschen macht.

1 0

Re: Erschütternt

das wollte ich auch schreiben !!

11 0

Wenn ihm so viel

an unserem BK liegt, er kann ihn gerne nach Kalifornien mitnehmen. Mir werden beide nicht fehlen. Es ist schon lustig, der Herr Terminäder hat sich jahrelang einen Dr... um Österreich geschert. Jetzt, wo er in Kalifornien nichts mehr zu melden hat, besinnt er sich auf seine alte Heimat. Und unsere Polithiasln rollen ihm noch den roten (was sonst?) aus.

Nicht blöd

Ich muss sagen, Arnie ist ganz schön gerissen. Wenn man die Mächtigen und die Journaille Österreichs auf seine Seite bringen will, dann muss man Faymann und dem heiligen Klimawandel huldigen...

6 0

Schwarzenegger

Er wird immer Unsymphatischer der Terminator
Will er mit der Klimalüege auch einen
Friedensnobelpreis gewinnen?
Und wenn einer unsere Politmarionetten Lobt
dann Stimmt mit dem sowiso was nicht


21 0

wer faymann

als großartigen leader bezeichnet, darf sich nicht wundern wenn man ihm jede intelligenz abspricht.

7 0

Re: wer faymann

auch einem ohne-Partei-waere-ich-nichts Typen die "Kraft des Individuums" nahezulegen scheint kognitiv maximal daneben.

Sauprolet!

!!!

4 0

Re: Sauprolet!

Falsch - Mehrzahl!
Sauproleten

Der grüne Arni mit den Sozis am Start

Kein wunder dass Kalifornien pleite gegangen ist.

 
12

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    06:00
    Wien
    15°
    Steiermark
    11°
    Oberösterreich
    11°
    Tirol
    10°
    Salzburg
    10°
    Burgenland
    15°
    Kärnten
    11°
    Vorarlberg
    11°
    Niederösterreich
    10°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden