Deutschland droht Milliardenloch bei CO2-Zertifikaten

06.02.2013 | 12:41 |   (DiePresse.com)

Die Preise sind niedrig. Die EU-Kommission will Zertifikate zurückhalten. Deutschland könnte einen Verlust von bis zu 1,4 Milliarden Euro einfahren.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wegen des Preisverfalls beim EU-weiten Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten droht Deutschland heuer ein weiterer Einnahmeausfall von 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro. Das geht aus einer Antwort des Parlamentarischen Finanz-Staatssekretärs Steffen Kampeter (CDU) auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zunächst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet. Statt ursprünglich kalkulierter 17 Euro je ausgestoßener Tonne Kohlendioxid müssen Energieunternehmen und Industrie derzeit teils nur drei oder vier Euro zahlen. Dadurch wird gerade die klimaschädliche Kohleverstromung wieder lukrativer.

Kampeter betonte, wie hoch die Einnahmen am Ende letztlich sein werden, hänge stark von der Marktentwicklung ab. Die Gelder speisen den Energie- und Klimafonds (EKF) der deutschen Regierung, aus dem wichtige Energiewendeprojekt mitfinanziert werden, etwa eine Förderung für energetische Gebäudesanierungen, Speicherprojekte, nationale Klimaschutzprojekte oder die Elektromobilität.

Zertifikate zurückhalten

Umweltminister Peter Altmaier (CDU) stützt den Vorschlag von EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard: Sie will vorerst wegen des Preisverfalls 900 Millionen CO2-Zertifikate vom Markt zurückhalten. So sollen der Preis wieder gesteigert und Anreize gesetzt werden, um das Klima zu schützen. Doch Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) blockiert den Vorschlag aus Sorge um zusätzliche Belastungen für die Industrie. Ohne Einigung der Bundesregierung dürfte der EU-Vorschlag scheitern, eine Entscheidung soll bis März fallen.

(APA/dpa)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

2 Kommentare

Wer in Kyoto weniger versprochen hat, als zu erreichen ist - wie Deutschland - hat CO2-Zertifikate zu verkaufen, wer den Mund zu voll genommen hat und ein irrsinniges Ziel versprochen hat - wie Österreich - muss diese Zertifikate kaufen!

Die EU hat in Kyoto 7 Prozent Reduktion versprochen, was hauptsächlich durch Umstellung von Kohlekraftwerken auf Erdgas erreichbar war. Österreich hatte als einziger westlicher Staat diese Umstellung mit sowjetischem Erdgas schon hinter sich und hätte sagen sollen: wir haben 60 % Wasserkraft und können gar nichts mehr einsparen (Frankreich hat das mit 60 Prozent Atomkraft so gemacht). Statt dessen wollten sich die österreichischen Delegierten wichtig machen und haben völlig unrealistische 13 Prozent Einsparung versprochen, die natürlich niemals erreicht werden können!

Nach den Meldungen in "Die Presse" - die wahrscheinlich gar nicht vollständig sind - hat Österreich deshalb bis 2012 schon 1,3 Milliarden Euro für Zertifikate usw. = "Deppensteuer", vorwiegend an Deutschland bezahlt. Erst im Herbst haben sich die Österreicher - zum Unterschied von anderen Staaten - verpflichtet, sich auch in Zukunft an die Kyoto-Vereinbarungen zu halten. Das wird uns wieder mindestens eine Milliarde Euro (oder mehr?) Deppensteuer kosten!

begreift irgendjemand den Schwachsinn?

wer verdient den da was ?

warme Luft zu verkaufen muss wohl ziemlich lukrativ sein

irgendwie Mafiös

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    16:00
    Wien
    21°
    Steiermark
    20°
    Oberösterreich
    20°
    Tirol
    16°
    Salzburg
    19°
    Burgenland
    21°
    Kärnten
    20°
    Vorarlberg
    20°
    Niederösterreich
    16°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden