Rapsöl fressende Kühe produzieren weniger Treibhausgase

14.02.2013 | 10:06 |   (DiePresse.com)

Rapsöl im Futter von Milchkühen verringert deren Methan-Ausstoß. Das haben österreichische und dänische Forscher herausgefunden.

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Setzt man dem Futter von Milchkühen Rapsöl zu, kann man ihre Treibhausgas-Emissionen verringern. Das fanden Wiener und dänische Forscher heraus. Denn Bestandteile des Öls hemmen eine neu entdeckte Gruppe von Mikroben im Wiederkäuermagen, die Methan produzieren, berichten die Wissenschaftler aktuell in der Fachzeitschrift "Nature Communications".

Etwa ein Drittel der als "von Menschen verursacht" eingestuften Emissionen des Treibhausgases Methan stammen aus den Vormägen (Pansen) der Wiederkäuer, sie werden dort von Methan-bildenden Mikroorganismen gebildet, erklären die Forscher in einer Aussendung der Universität Wien. Methan ist ein Gas mit dem 25-fachen Treibhauspotenzial von CO2, es bleibt neun bis 15 Jahre lang in der Luft und trägt nach Schätzungen 20 Prozent zur globalen Erwärmung bei.

Fleisch- und Milchbedarf steigt massiv

Weil sich der Fleisch- und Milchbedarf bis 2050 vermutlich verdoppeln wird, würden auch die Methan-Emissionen dementsprechend steigen, schreiben die Forscher in dem Fachartikel. Die Methan-bildenden Mikroorganismen wären daher ein vielversprechendes Ziel, um die Emissionen im Rahmen zu halten und damit den Klimawandel zu bremsen.

Die Forscher entdeckten, dass Holstein-Kühe weniger Methan produzieren, wenn ihr Futter ein wenig Rapsöl enthielt. "Wir haben daraufhin die Zusammensetzung der Mikroorganismen-Gemeinschaft in den Pansen der Wiederkäuer bestimmt und ihre Aktivitäten untersucht, dabei sind wir auf eine neue Gruppe gestoßen", erklärte Tim Urich vom Department für Ökogenetik der Universität Wien. Man habe diese Mikroben (Archaeen) anschließend genauer beschreiben können.

So fanden die Forscher heraus, dass die Mikroben bestimmte Nährstoffe (Methylamine) verwenden, die im Futter der Kühe, vor allem in Zuckerrüben, "in erheblichen Mengen" vorhanden sind. Bekamen die Mikroben mehr Methylamine zu fressen, wuchsen sie besser und damit steigerte sich prompt ihr Methanausstoß. Andererseits konnten sie durch geringe Mengen von Rapsöl gehemmt werden, sodass sich ihre Methan-Emissionen um etwa 15 Prozent verringerten, so die Forscher. Sie vermuten, dass Bestandteile des Öls für diese Archaeen mehr oder weniger giftig sind.

(APA)

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14 Kommentare

Das Märchen vom Methan


Methan ist zwar 20-mal (hier steht 25-mal) so wirksam wie CO2, es gibt in der Atmosphäre davon aber nur so wenig, dass seine Klimawirksamkeit lt. Weltklimarat (Radiative Forcing) nur etwas mehr als ein Viertel des CO2 ist!

Der größte Teil des Treibhauseffektes kommt mit Sicherheit von den Wolken. Für Genaueres reicht unser Wissen nicht. Vom Rest kommen lt. Weltklimarat drei Viertel vom Wasserdampf in der Atmosphäre. Daneben gibt es das bodennahe Ozon und langlebige Treibhausgase, zu denen auch das Methan gehört. An der Klimawirksamkeit (Radiative forcing) dieser langlebigen Treibhausgase hat das Methan einen Anteil von 17 also fast 20 Prozent.

Dieser knapp 20 Prozent Anteil an den langlebigen Treibhausgasen, die selbst nur sehr wenig zum Treibhauseffekt beitragen, kann unmöglich 20 Prozent der Erwärming verursachen. Das ist unsinnige Panikmache!

Re: Das Märchen vom Methan

Ich stelle mal ihre angenommene Llinearität in Frage.

Re: Re: Das Märchen vom Methan

Ich weiß schon, dass eine lineare Extrapolation unsicher ist, aber was sollte ich sonst machen? Und warum sollte der Verlauf eigentlich nicht linear sein?

Dieses Problem kommt nur daher, dass der Weltklimarat überhaupt keine Angaben darüber macht, welchen Anteil am gesamten Treibhauseffekt das CO2 überhaupt hat.
Wahrscheinlich steckt dahinter Absicht, denn wenn alle erfahren würden, wie winzig dieser Anteil ist und dazu noch wie klein der anthropogene Beitrag zum globalen CO2-Ausstoß in Wrklichkeit ist, dann könnte man niemandem den Bären vom menschengemachten Klimawandel aufbinden!

Re: Re: Re: Das Märchen vom Methan

Wieviele Gramm brauchen sie um eine Waage mit links und rechts 10kg aus dem Gleichgewicht zu bringen?

Das Ökologiesystem ist ein Gleichgewicht. Und dieses kann sprunghaft reagieren. Ich hoffe sie wissen was stabile und nicht stabile Systeme sind?

Re: Re: Re: Re: Das Märchen vom Methan

Der überwiegende Teil des Ttreibhauseffektes kommt von den Wolken und vom Wasserdampf in der Atmosphäre. Die Vorstellung, dass der Bedeckungsgrad und die Luftfeuchtigkeit immer konstant sein sollen, widerspricht jeder Erfahrung und kann doch nicht geglaubt werden!
Auch Pflanzen nehmen umso mehr CO2 aus der Atmosphäre als dort vorhanden ist. Was die Ozeane machen ist so unterschiedlich, dass man darüber gar nichts sagen kann.
Es muss immer verschiedene Gleichgewichte geben, egal ob der Mensch CO2 ausstößt oder nicht!

Re: Re: Re: Re: Re: Das Märchen vom Methan

Natürlich stellen sich Gleichgewichte ein. Die Frage die sich stellt, wie kommt der Mensch samt geschaffenen Umfeld damit zu recht? Und diese Frage ist durchaus nicht simplen Charakters!

Re: Re: Re: Re: Re: Das Märchen vom Methan

"Die Vorstellung, dass der Bedeckungsgrad und die Luftfeuchtigkeit immer konstant sein sollen, widerspricht jeder Erfahrung und kann doch nicht geglaubt werden!"

Ja, richtig. Nun die Preisfrage - mit steigenden Temperaturen, steigt der Wassergehalt in der Luft, sinkt er oder kann das niemand voraussagen?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Das Märchen vom Methan

Schauen wir, was die vom Weltklimarat beauftragten Wissenschaftler dazu sagen:
Es gibt zwar Studien, die dsa erst das erst seit 1979 beobachten und über bestimmten Orten eine Zunahme der Luftfeuchtigkeit gefunden haben. Bodenbeobachtungen und Satellitenmessungen passen aber überhaupt nicht zusammen weshalb sie in Summe sie vom Fehlen von größeren Änderungen in der relativen Feuchte sprechen. Sie vermuten aber, dass die vielleicht in großen Höhen zugenommen hat.
Trotzdem sagt der IPCC, dass schon eine geringe Erwärmung genügt, die Luftfeuchtigkeit steigen zu lassen, was wieder die Erwärmung verstärkt, was wieder in einem selbst verstärkenden Kreislauf eine Zunahme des Wasserdampfs bewirkt ... usw..
Wenn es diesen Schneeballeffekt wirklich geben würde, wäre die Erde schon längst eine unerträglich heiße Waschküche und wäre unbewohnbar!

Bei dieser Gelegenheit habe ich im Bericht des Weltklimarates auch gefunden, dass die Wolkendecke über der Erde zw. 1976 und 2003 um ca. 2 bis 3 Prozent geschwankt hat. Von einem einzigen Gleichgewicht, das durch anthropogene Emissionen gestört wird, kann also gar keine Rede sein!


Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Das Märchen vom Methan

Luftfeuchtigkeit ist als Konzept Teil der Weltverschwörung des Klimarates seit 1979?

Re: Das Märchen vom Methan

Man weiß schon etwas über die Klimawirksamkeit von Wolken: Klimatologen sagen: Ein Prozent Änderung im Bedeckungsgrad mit Wolken wirkt genau so wie eine Verdoppelung(!) des CO2-Gehaltes der Atmosphäre!

Wenn ich solche Meldungen lese,

dann sehe ich immer die Umweltsünden vor unserer Haustür, um die sich niemand schert. Bereits über die Grenze, in Ungarn, Slowenien, Kroatien etc. werden nach wie vor Felder abgebrannt - ohne irgendwelche Konsequenzen. Und wir machen uns Gedanken über den Methan-Ausstoß bei Kühen! Haben diese Leute noch alle Sinne?

Pervers! Kühe sind kein Müllschlucker!

Mit Tiermehl als Kuhfutter hat man BSE erzeugt. Und jetzt kommt das nächste Experiment! Damit dann vielleicht die jährliche CO2-Produktion um 0,00000000000000000000002% gedrosselt wird.

Re: Pervers! Kühe sind kein Müllschlucker!

3. Mit dem Unterschied, dass Rapsöl rein pflanzlicher Natur ist und für Pflanzenfresser, wie es Kühe nun mal sind, "verträglicher" ist als Tiermehl.

0

?

1. Methan
2. 15 %

Macht aber nix ...

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