Abgeschossener Bär "M13": Problembär oder nicht?

Der Bär wurde in der Schweiz abgeschossen. Er hatte seine Scheu vor den Menschen verloren. Greenpeace kritisiert den Abschuss.

Archivbild: Braunbär
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Archivbild: Braunbär
Archivbild: Braunbär – (c) EPA Andreas Gebert

Der Braunbär M13 ist gestern, Dienstag, im Schweizer Kanton Graubünden abgeschossen worden. Die Tötung wurde laut den Behörden "unausweichlich". Das Tier habe vergangenen Herbst und nach dem Winterschlaf seine Nahrung immer wieder in Siedlungen gesucht. Er sei Menschen am Tag gefolgt und habe trotz wiederholter Vergrämungsaktionen keine Scheu mehr gezeigt, teilten die Behörden des Bundes und des Kantons Graubünden am Mittwoch mit.

M13 wurde dadurch zum Sicherheitsrisiko. Das "Konzept Bär Schweiz" sieht in diesem Fall den Abschuss vor. Das erlegte Raubtier war im Oktober 2011 und danach im Juni 2012 mit einem Sender versehen worden.

Greenpeace: "M13 war kein Problembär"

Kritik am Abschuss kam am Mittwoch von der Umweltschutzorganisation WWF Österreich: „Der Abschuss erfolgte eindeutig zu früh - viel besser hätte man die Vergrämungsmaßnahmen intensiviert und fortgeführt“, erklärt WWF-Bärenexperte Christian Pichler. „M13 war im Gegensatz zu JJ3 sicher kein Problembär. Dass er jetzt sterben musste, hat vor allem mit der schlechten Akzeptanz von Bären im Schweizer Puschlavtal zu tun - und diese ist wiederum eine Folge mangelhafter Information der Bevölkerung.“

Somit sind in Graubünden innerhalb von fünf Jahren zwei aus Italien eingewanderte Braunbären erlegt worden. Das gleiche Schicksal ereilte Mitte April 2008 den ebenfalls aus Oberitalien eingewanderten Bären JJ3. Das Tier hatte den Winterschlaf in Graubünden verbracht und nach dem Erwachen zu oft Nahrung in bewohnten Gebieten gesucht.

Bär war auch in Österreich unterwegs

M13 war im vergangenen Jahr auch in Tirol unterwegs gewesen. Anfang April 2012 war M13 in Nauders am Reschenpass gesichtet worden, einige Wochen später hatte er in Pfund (Bezirk Landeck) Bienenstöcke geplündert und ein Bienenhaus zerstört. Der mit einem Peilsender ausgestattete M13 war zuvor in Südtirol unterwegs.

Der Bär hatte die Polizei im April indirekt zu einer Leiche geführt: Auch der Suche nach M13 entdeckten die Beamten in Spiss im Bezirk Landeck einen durch Gewalt ums Leben gekommenen 40-jährigen Südtiroler. Wegen Mordes müssen sich seit Dienstag dessen Witwe und ihr mutmaßlicher Geliebter in Ravensburg vor Gericht verantworten.

(APA/sda)

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