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Klimaforschung: „Die Erwärmung ist nicht abnormal“

07.10.2008 | 18:59 |  MARTIN KUGLER (Die Presse)

Wissenschaftler haben die Klimageschichte der letzten 10.000 Jahre rekonstruiert. Temperaturschwankungen um 1,5 bis zwei Grad innerhalb einiger Jahrzehnte waren in den letzten Jahrtausenden völlig normal.

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Die Katastrophenszenarien von Klima-Apokalyptikern halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand: Zum einen wird immer wieder behauptet, dass die globale Temperatur auf den höchsten Stand seit langem gestiegen ist. Und zum anderen ist immer wieder zu hören, dass die momentane Erwärmung schneller vor sich geht denn jemals zuvor. Beides ist falsch, wie nun das groß angelegte Forschungsprojekt „Hola“ (Holozänes Lawinengeschehen) zeigt. Dabei wurden Lawinenereignisse im Zillertal seit dem Ende der letzten Eiszeit studiert. Die Lawinen konnten durch Jahresring-Analyse von Holzresten in einem hochalpinen Moor auf das Jahr genau datiert werden. Zudem konnte aus der Breite der Jahresringe auf die damaligen klimatischen Bedingungen geschlossen werden.

 

Temperaturen im Normalbereich

Die Ergebnisse: Temperaturschwankungen um 1,5 bis zwei Grad innerhalb einiger Jahrzehnte waren in den letzten Jahrtausenden völlig normal. Zum Vergleich: In den letzten 130 Jahren ist die globale Durchschnittstemperatur um 0,8 Grad gestiegen. „Was wir jetzt erleben, liegt in der normalen Schwankungsbreite“, sagte Gernot Patzelt, Innsbrucker Lawinenforscher am Dienstag bei der Präsentation der Studie in Wien. Auch stärkere Temperaturänderungen in kurzer Zeit hat es immer gegeben. So gab es beispielsweise vor 6000 Jahren einen Temperatur-Einbruch um fast drei Grad innerhalb von 50 Jahren – und genauso schnell wurde es auch wieder wärmer. Patzelt: „Die Geschwindigkeit ist nicht abnormal.“

Auch die weiteren Ergebnisse haben es in sich: Ganz klar bestätigt werden konnte, dass es in zwei Drittel der letzten 10.000 Jahre wärmer war als derzeit. Die höchsten Temperaturen in den letzten 10.000 Jahren lagen um 0,7 bis ein Grad höher als heute, zu kälteren Zeiten war es um ein Grad kühler. Darauf hat auch der Wald im Gebirge reagiert: Die Waldgrenze lag im „Klimaoptimum“ um 100 Meter höher als derzeit.

All diese Daten konnten durch die Analyse von Zirbenresten und Blütenpollen aus einem Moor bei der Schwarzensteinalm (nahe der Berliner Hütte) gewonnen werden. Abgehende Lawinen hatten Zirben mit sich gerissen und in das Hochtal verfrachtet, wo sie im sauerstoffarmen Moorwasser Jahrtausende überdauert haben, erläutert Roland Luzian, Naturgefahren-Experte im Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW), der gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Pindur jahrelang in 2150 Meter Seehöhe geforscht hat. Im Hola-Projekt kooperierten das BFW, die Universität Innsbruck und die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Die Ergebnisse wurden im Band „Prähistorische Lawinen“ im Verlag der ÖAW veröffentlicht.

Aus den Zirbenresten – die sinningerweise mit Lawinensonden gesucht wurden – konnte eine durchgehende Serie von Jahresringbreiten konstruiert werden, die bis ins Jahr 7108 vor Christus zurückreicht. Parallel dazu wurden per Computersimulation Lawinenabgänge an dem Berghang modelliert. Dadurch konnte die Baumgrenze in früheren Zeiten rekonstruiert werden.

Die erste im „Hola“-Projekt erfasste Lawine donnerte exakt im Winter 6256/55 v. Chr. in die Tiefe. Bis zur Gegenwart wurden 64 starke Lawinen registriert, davon waren 21 waldzerstörend. Das Interessante daran: Die starken Lawinen gingen fast alle in kühleren Perioden ab. Allerdings, so betont Patzelt, können diese auch in wärmeren Zeiten vorkommen – wenn auch seltener.

Patzelt zieht aus den nun vorhandenen Daten ein klares Fazit: „Wir gehen keiner Katastrophe entgegen.“ Man habe wärmere Zeiten in der Geschichte stets als „Optimum“ bezeichnet und als positiv empfunden. So wurde im Hochmittelalter in Mittelgebirgsregionen oder in England Wein angebaut. „Warme klimatische Verhältnisse haben eher positiven Einfluss auf die Menschheit“, sagt der Forscher.

In den Alpen ist das durchaus plausibel: Denn je höher die Temperatur ist, desto besser ist das für den Schutzwald. Dieser reicht erstens höher hinauf und ist zweitens dichter, erläutert Luzian. Die Folge: Der Wald schützt vor großen Lawinen und er steigert zudem auch die Wasserspeicherfähigkeit der Berghänge, sodass Erdrutsche und Muren in Warmzeiten seltener sind.

Die Ergebnisse von Hola haben auch für den Lawinenschutz große Relevanz: Heutige Schutzmaßnahmen sind so ausgelegt, dass sie vor einem alle 150 Jahre auftretenden Großereignis schützen. Lawinen dieser Größenordnung gab es in den vergangenen Jahrtausenden im Schnitt alle 130 Jahre. Mit der Auslegung liegt man also ganz gut.

Klima: Neue Methoden

Klimadaten aus exakten Messungen gibt es erst seit eineinhalb Jahrhunderten. Diese zeigen, dass sich die mittlere Temperatur der Erde seither deutlich erhöht hat. Allerdings zeigen Forschungen, dass wir uns im längerfristigen Vergleich immer noch in einer Kaltzeit befinden: In zwei Dritteln der letzten 10.000 Jahre (nach dem Ende der Eiszeit) war es wärmer als jetzt. Das haben Innsbrucker und Wiener Forscher nun anhand von prähistorischen Lawinenabgängen (siehe Bild) und der Analyse von Jahresringbreiten bewiesen.

Am Wegener Zentrum der Universität Graz wird ein anderer Ansatz verfolgt: Durch die Auswertung von Signalen von Navigationssatelliten können Rückschlüsse auf das Wetter- und Klimageschehen in höheren Schichten der Atmosphäre gezogen werden. Diese Messungen sind sehr genau und stabil, sie zeigen klar eine Erwärmung. [Wiatr, ESA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.10.2008)

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39 Kommentare
 
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Guest24
08.10.2008 08:57
0 1

Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Der Mann soll ich einmal überlegen, wo sich die Waldgrenze einpendeln würde, wenn die jetzigen Temperaturen für 50 Jahre eingefroren werden. Die Bäume wandern nicht so rasch, wie die Temperaturen steigen oder fallen. Eine der schlechtesten Arbeiten der letzten Jahre, die in die Kategorie Wunschdenkforschung fällt und wissenschaftlichen Kriterien nicht im geringsten erfüllt. Und Herr Patzelt: in England wird seit den 70ern Wein angebaut, und das weitaus produktiver und ergiebiger als im Mittelalter. Lernens Klimageschichte und verwechseln sie ein heutiges Optimum nicht mit einem zukünftigen Extremum... Wenn Sie den Sommer 2003 als Optimum für die österr. Landwirtschaft bezeichnen, dann lacht der Bauer.

Antworten Gerald
08.10.2008 12:08
1 0

Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Kennen Sie die Studie, oder woher wissen Sie, dass diese Arbeit keine wissenschaftlichen Kriterien erfüllt? Was Sie da außerdem zur Baumgrenze sagen, ist ziemlich abenteurlich. Wenn die Baumgrenze steigt, heißt das ja nicht, dass es darunter plötzlich schlagartig unbewohnbar für die Bäume wird. Fichten kommen dann z.B. statt in 300-2000m Seehöhe (Hausnummer) halt in 500-2200m vor. Zum "Wandern" bleibt genug Zeit. Mit Extremereignissen (Sommer03) argumentieren ist überhaupt Blödsinn. Der Winter 05/06 war z.B. bitterkalt, da gab es fast zwei Wochen mit bis zu -25°C wo zahlreiche Dieselautos abgefroren sind. Sagt das was über das Klima aus? Wohl kaum. Der Sommer03 war für die Landwirtschaft außerdem nicht wegen der Hitze schlecht, sondern weil ein riesiges Omega-Hochdruckgebiet über Europa fast 4Monate lang keinen Regen zuließ. Hoch- und Tiefdruckgebiete haben auch mit dem Klimawandel nichts zu tun.


Antworten Antworten Guest24
08.10.2008 14:26
0 1

Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

"Was Sie da außerdem zur Baumgrenze sagen, ist ziemlich abenteurlich."

D.h. dass nach Ihrer Meinung die historische Baumgrenze und die Temperaturen aus den Jahresringen ablesbar sind? Das wurde in der Studie nämlich gemacht und daraus die Schlüsse gezogen. Der Autor vergleicht lokales Bergklima mit globaler T-Erhöhung - was für eine Schnapsidee. Schneiden Sie mal einen Baum vor Ihrem Haus um, und versuchen Sie daraus Waldgrenze und Temperatur der letzten 100 Jahre zu rekonstruieren...

"Der Sommer03 war für die Landwirtschaft außerdem nicht wegen der Hitze schlecht, sondern weil ein riesiges Omega-Hochdruckgebiet über Europa."

Und wie wäre es der Landwirtschaft damals gegangen, wenn nicht 32°C herrschen sondern 26°C?.... besser oder schlechter? Mehr Grundwasserverdunstung oder weniger? Na also...

Antworten Antworten Antworten Gast: Iceager
11.10.2008 12:05
1 0

Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Guest24:
D.h. dass nach Ihrer Meinung die historische Baumgrenze und die Temperaturen aus den Jahresringen ablesbar sind? Das wurde in der Studie nämlich gemacht und daraus die Schlüsse gezogen.

"Genau so ist die Hockey-Stick-Kurve, oder besser, Fälschung, entstanden. Michale Mann hat die Baumringe einer (!) Kiefernart genommen und daraus besagte Kurve kreiert. Im Nachhineinweigerte sich Mann die Daten und Methoden zu veröffentlichen, damit dit die Kurve rekonstriert werden konnte. Trotzdem scheuen sich Al Gore ud Konsorten nicht, sie weiterhin als 'Beweis' für den AGW anzuführen."

Antworten Antworten Antworten Antworten Guest24
12.10.2008 08:01
0 1

Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Dann ist die Methode Patzelts also noch falscher als die von Mann, da ersterer als Draufgabe auch noch Bäume aus unbekannten Höhen mischt. Danke für den Hinweis. Was ein Nichtwissenschaftler (Al Gore) macht, ist mir als Wissenschaftler ziemlich egal. Ausserdem hat sich am grundlegenden Charakter der korrigierten T-Kurve nichts geändert, schaut noch immer wie ein Hockeystick aus.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
12.10.2008 14:34
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Ist ja interessant, daß ein "Wissenschaftler" hier anonym seine "Erkenntnisse" absondern muß!!! Ein Hoch der Wissenschaftsethik!

Antworten Antworten Antworten Gerald
09.10.2008 08:23
1 0

Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Sie sprechen dem Experten der die Studie verfasst hat die Wissenschaftlichkeit seiner Studie ab, sind aber selbst nicht einmal in der Lage diesen kurzen Artikel richtig wiederzugeben. Die Baumgrenze wurde nicht, wie Sie in diesem Posting behaupten, durch Jahresringe von Baumstämmen rekonstruiert, sondern durch "Computersimulationen von Lawinenabgägen".

Und das was Sie da über die Temperatur im Sommer daherschwafeln ist ebenfalls ein Topfen. Relevanter wie die Temperatur ist immer die Niederschlagsmenge! In den Tropen hat es z.B. fast immer über 30°C, aber es regnet ausreichend, so dass es für die Landwirtschaft kein Problem gibt. Mehr Wasserverdunstung (Grundwasser kann nicht verdunsten, ist ja unter der Erde) durch höhere Temperatur führt zu mehr Niederschlag. Das Wasser verschwindet ja nicht, sondern regnet wieder ab. Wärmere Temperaturen mit ausreichend Niederschlag stellt kein Problem dar.

Antworten Antworten Antworten Antworten Guest24
09.10.2008 12:07
0 0

Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

", sondern durch "Computersimulationen von Lawinenabgägen".

Wie um alles in der Welt kann eine Lawinensimulation zeigen, aus welcher Höhe eine der im See lagernden Zirben stammt??? Ob aus 2160 oder 2600 m Seehöhe?

Und nochmals zur Baumgrenze: Die wird auch bei gleichbleibenden Temperaturen wie heute in 50 bis 100 Jahren um 100m höher liegen, die Wanderung ist ja erst im Gange. Patzelt vernachlässigt vollkommen die Trägheit der Reaktion...

"Relevanter wie die Temperatur ist immer die Niederschlagsmenge! In den Tropen hat es z.B. fast immer über 30°C, aber es regnet ausreichend, so dass es für die Landwirtschaft kein Problem gibt."

Bei uns 2003 aber nicht... Vielleicht, weil wir nicht in den Tropen sind?

Und sie sagen, dass der Boden bei höheren T nicht trockener wird? Aha... lernt man das auf der Ibk-Uni?
Wo regnet es wieder ab? An Ort und Stelle? *lach*

Selbst Böhm von der ZAMG erwartet Trockenperioden in SO-Österreich bei steigenden Temp.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gerald
09.10.2008 14:12
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Wie diese Simulation funktioniert? Keine Ahnung, fragen Sie das den Hrn. Patzelt, der wird das sicher am besten erklären können. Stattdessen haben Sie ohne jegliche Hintergrundkenntnis gleich seine Studie diffamiert (unwissenschaftlich, Forschungsskandal). Unqualifiziert den Mund aufzureißen und abzulästern ist immer einfach.

Das mit der Baumgrenze habe ich Ihnen eh schon weiter oben erklärt. Wenn Sie das nicht verstehen, kann ich auch nichts machen.

Und zum Niederschlag: Natürlich regnet es nicht an Ort und Stelle wieder ab. Es wird aber auch nicht nur an Ort und Stelle wärmer (Verdunstung steigt dann global), oder haben Sie sich das so vorgestellt? *lach*

Ich kenne die Aussage von Hrn. Böhm. Auch er hat das anhand einer Computersimulation prognostiziert. Nur sind solche Prognosen speziell mit so vielen Variablen sehr fehleranfällig (das heißt aber nicht, dass Böhm schlecht gearbeitet hat).
Außerdem: Warum glauben Sie gerade Böhms Simulation und Patzelts nicht?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Guest24
10.10.2008 09:05
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Aha, und warum glauben Sie Böhms Aussagen nicht? Aber ok, stellen wir fest: Wenn die T steigen, hat das keinen negativen Einfluss auf den Grundwasserspiegel...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gerald
10.10.2008 12:29
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Ich habe nirgends geschrieben, dass ich Böhms Aussage nicht glaube. Ich glaube Böhm hat genauso wie Patzelt sein bestmöglichstes getan, um die Kriterien der Wissenschaftlichkeit zu erfüllen. Sie sollten sich vielleicht einmal mit multivariater Datenanalyse (die solchen Computersimulationen zu Grunde liegt) beschäftigen, da gibt es eine Grundaussage: Absolute Sicherheit gibt es nicht! Und je mehr Variablen sie haben desto schwieriger wird es eine valide Aussage zu treffen. Beim Klima gibt es x-tausende von Variablen. Böhm hat anhand seiner Variablen eine Aussage erhalten, doch wieviele Einflussfaktoren da noch fehlen, ist eine andere Frage. D.h. aber nicht, dass Böhm schlecht gearbeitet hat, denn viele Zusammenhänge und Faktoren beim Weltklima sind einfach noch unbekannt/zu wenig oder falsch verstanden. Böhm kann aber eben nur mit dem gegenwärtigen nicht mit dem zukünftigen Wissen arbeiten.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Guest24
10.10.2008 13:47
0 0

Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

ad Böhm: ok, dachte, Sie wollten seine Ergebnisse in Frage stellen.

ad Patzelt: Dann darf er aber nicht hinausposaunen: "Alles normal, hat es schon immer gegeben. Ich gebe hier die Entwarnung für das CO2". Da muss sich einer schon sehr sicher sein, aber ohne Kenntnis des Wachstumortes/seehöhe des Baumes kann er das gar nicht. Und deshalb ist die Wissenschaftlichkeit schwer verletzt. Man erkennt ja ganz klar seine Intention: Er will kalmieren, beschwichtigen, alles natürlichen Faktoren zuschreiben. Und das auf einem sehr wackeligem Gerüst. Und sagen Sie bitte nicht das ewige Mantra "Man weiß zuwenig und alles ist kompliziert" auf, wenn die Argumente ausgehen.

p.s. man sagt nicht bestmöglichst (doppelter Superlativ)

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Guest24
10.10.2008 09:00
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Weil er grobe wissenschaftliche Fehler macht:

o Erstellung von historischen T-Verläufen aus Bäumen, von denen er nicht wissen kann, in welcher Höhe sie gewachsen sind (schon gar nicht aus Lawinensimulationen!). Kein Wunder, dass er zu großen Schwankungen kommt, wenn er den T-Verlauf eines Baums aus 2600m an den eines Baums aus 2300m reiht...
o Vergleich dieser zusammengestoppelten lokalen T-Verläufe mit globalen Temperaturen
o naive Aussage 1 im Artikel: warme Zeiten wurden immer als Optimum bezeichnet (Niemand beklagt sich über die heutigen Temperaturen)
o naive Aussage 2: damals wurde in England Wein angebaut (ja, seit den 70ern des letzten Jahrhunderts auch wieder, nur steigen im Gegensatz zum Mittelalteroptimum die Temperaturen weiter an)

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gerald
10.10.2008 12:20
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Na gut, ich gebe mich geschlagen und halte fest: Sie haben kein Wort von Patzelts Studie gelesen. Wissen aber anhand eines Zeitungsberichts sofort, dass das nur vor groben wissenschaftlichen Fehlern strotzender Mist sein kann.

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10.10.2008 13:51
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Ja traurig, alleine daraus kann man das schon erkennen. Schade, dass die Studie in keinem Journal veröffentlicht ist, sondern nur im Eigenverlag der ÖAW. Wäre gespannt, ob die Studie den peer-review Prozess überstanden hätte.

Antworten Antworten Antworten Gast: guest
08.10.2008 14:54
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Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Wie kommt man zu den 'älteren Temperaturwerten' aus denen die Idee der globale Erwärmung resultiert?

Antworten Antworten Antworten Antworten Guest24
08.10.2008 15:42
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Re: Re: Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Kritik an der Baumgrenze und Vergleich global-lokal dürfte angenommen sein, zum nächsten:

"Da das individuelle Wachstum von Bäumen aber neben den Klimaeinflüssen von vielen anderen Faktoren wie zum Beispiel Alterstrend, anthropogenen Einflüssen, Konkurrenz, Autokorrelation, Rauschen oder anderem abhängt, müssen diese so erst herausgerechnet werden. Dafür bedient sich die Dendrochronologie eines umfangreichen Instrumentariums an mathematischen Methoden."

Und da wäre ich gespannt, ob das alles gemacht wurde und für Bäume in dieser Höhe überhaupt schon gemacht wurde. Wenn ein Baum in den Schatten eines anderen gerät, ist alles für die Katz, und wie will der Autor zeigen, dass der von der Lawine mitgerissene Baum zeit seines Lebens allein stehend war?....

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08.10.2008 16:19
0 0

Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Meine Frage hat sich darauf bezogen, wie jene, die von der globalen Erwärmung überzeugt sind zu ihrer Überzeugung kommen. Aus welchen Temperaturdaten leiten sie ihr Wissen ab, dass wir genau jetzt in einer durch Kohlendioxid verschuldeten Warmzeit leben? Woher weiß man wie warm oder kalt es vor 150 Jahren im Vergleich zu heute auf unserem schönen Planeten war?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Guest24
09.10.2008 08:35
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Re: Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

Die letzten 150 Jahre? Ich schlage das Thermometer vor. Das ist keine Erfindung der 50er Jahre.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: guest
09.10.2008 13:50
0 0

Re: Der nächste Innsbrucker Forschungsskandal...?

'Falsch. Globale Temperatur wird jedes Jahr vom Britischen Wetterdienst auf +/- 0,06°C genau vorherberechnet.'

Und seit wann kann man die Temperatur so genau messen? Abgesehen von der von freeman erwähnten Problematik.

Und dieser Teil meiner Frage: 'Woher weiß man wie warm oder kalt es vor 150 Jahren im Vergleich zu heute auf unserem schönen Planeten war?'

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten freeman
09.10.2008 11:51
1 0

Ein Thermometer allein reicht wohl nicht...

Wetterstationen wurden im 18.-19. Jhdt haupsächlich am Rande der Städte gegründet - dort wurden dann kontinuierliche Messungen vorgenommen.

Im Messzeitraum wuchsen die betreffenden Städte aber vielfach um die Wetterstationen herum, was einen Temperaturanstieg von ein paar Grad durchaus erklärt.

Die kontinuierliche Messung einer "Globaltemperatur" ist mitnichten ein triviales Problem zu dessen Lösung "nur ein Thermometer" erforderlich ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Guest24
10.10.2008 09:02
0 0

Re: Ein Thermometer allein reicht wohl nicht...

Falsch, schauen Sie sich mal an, wo die Stationen stehen. Übrigens glaube ich kaum, dass der frühere Beginn von Blüte und das Abschmelzen der Gletscher durch die städtischen Wärmeinseln verursacht wird...

Mohareb
08.10.2008 02:02
0 1

Und das soll bitte ein Beweis wofür sein ... ?

Dafür, dass Erwärmungen und Abkühlungen normal sind? Dem stimme ich zu.
Dass das Hinauspusten von milliarden Tonnen von Gasen, die ganz klar als Treibhausgase identifiziert wurden (und das kann auch der gute Professor der Uni Innsbruck nicht leugnen) KEINE WIRKUNG haben soll, können wirklich nur Idioten glauben.
Ein persönliches Gespräch mit einem Klimatologen der Uni Graz hat mir andere Einblicke eröffnet. Aber anscheinend war auch der von der angeblich "linken Klima-Hysterie-Lobby" geschmiert, wie von paranoiden "Rechten" oft behauptet. (So nebenbei halte ich die Termini Links und Rechts für längst überholt). Oder die Klimatologen in Graz sind einfach unfähige Deppen ...
Oder will nur niemand ihre Forschungsergebnisse veröffentlichen ?
Oder wie ... ?

Antworten Gerald
08.10.2008 12:46
0 0

Re: Und das soll bitte ein Beweis wofür sein ... ?

Die Wirkung von Treibhausgasen wurde bislang nur im Laborversuch nachgewiesen! Das muss schon dazu gesagt werden, denn nicht alles was im Laborversuch klappt, kann auch problemlos auf größeres umgemünzt werden. Vor allem das Weltklima ist derart komplex mit zigtausenden Einflussfaktoren, dass Vorhersagen schwer bis unmöglich sind. CO2 ist nur ein Faktor unter zigtausenden. Die Klimatologen an der TU Graz sind sicher keine Deppen, genausowenig wie die Klimatologen die keine Erwärmung voraussagen? Über das Klima gibt es mMn z.Zt. nur eine Aussage: Wir wissen erbärmlich wenig!
Die Erderwärmung macht laut Satellitenmessungen seit 6 Jahren Pause, vorhergesehen hat das niemand. Der El Nino der im Oktober05 begann, konnte bis April05 nicht vorhergesehen werden, aber das Klima in 50Jahren das kennt man?
Die Wissenschaft lebt übrigens von Skepsis, unumstößliche Gewissheiten sind eher was für Religionen.

Antworten Antworten Mohareb
08.10.2008 16:12
0 0

Re: Re: Und das soll bitte ein Beweis wofür sein ... ?

So gut WIE ALLE wissenschaftlichen Erkenntnisse entstammen Laborversuchen und deren Vergleich mit der Natur. Das ist kein Argument.
Seins mir nicht bös, aber wenn man nur ein bissl Ahnung von Physik und Chemie hat muss einem klar sein, dass JEDE transparente Substanz (zB ein Gas) einen anderen Brechungsindex aufweist. Und allein das sollte genügen um klar zustellen, dass sich Licht in veränderter Atmosphärenzusammensetzung anders verhält.
Soweit kapiert ?
Dazu brauch ich noch nicht mal eine lancierte Studie um das zu verstehen.
Es ist ein dummer Umkehrschluss zu sagen unser Raubbau am Planeten habe KEINERLEI Einfluss auf das Klima.
Hinzukommen tausende abgeholzte Quadratkilometer an ehemaligem Regenwald, der ein enormer Wasserspeicher ist/war.
Er wird täglich kleiner. RASANT.
WO SOLL DENN DAS WASSER JETZT HIN ?
Wir Leben in einer multifaktoriellen Welt und so ist auch die Erwärmung und die Klimaveränderungen multifaktoriell zu betrachten.
Ist das SOOO SCHWER ZU KAPIEREN ?

Antworten Antworten Antworten Gerald
09.10.2008 08:41
1 0

Re: Re: Re: Und das soll bitte ein Beweis wofür sein ... ?

Natürlich entstammen so gut wie alle wissenschaftlichen Erkenntnisse dem Laborversuch, da man zu Beginn immer im kleinen tüftelt. Ein Übertragen auf Größeres (Upscaling) ist aber keineswegs immer möglich.

Vielleicht sollten Sie nochmal Ihre Physik bzw. Chemiebücher konsultieren (Mittelschulniveau würde schon reichen), denn mit dem "Brechungsindex" hat der Treibhauseffekt nichts zu tun.

Dann beginnen Sie das Thema Erderwärmung noch mit Umweltzerstörung zu mixen. Ja, die Abholzung des Regenwaldes ist ein Problem, habe ich wo was anderes behauptet?

Aber an Ihren polemischen Fragen (Wo soll das Wasser jetzt hin? Ist das sooo schwer zu kapieren?) habe ich eh schon erkannt, dass es Ihnen nur um panisches Rumbrüllen geht. Sie brauchen wirklich keine "lancierte Studie", denn Sie würden die eh nicht verstehen wollen.

 
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