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EU: USA schuld am Scheitern des Klimagipfels

23.11.2009 | 18:29 |   (Die Presse)

Unmut über die Amerikaner wurde beim EU-Umweltministertreffen laut. In Kopenhagen müsse sich "jedes Industrie- und Schwellenland auf konkrete Reduktionsziele festschreiben", so die Minister-Schelte.

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Brüssel (ag., red.). Über die Erfolgschancen des Klimagipfels im Dezember in Kopenhagen scheint sich kaum noch jemand Illusionen zu machen: Ein neues internationales Abkommen wird dort wohl nicht unterzeichnet werden. „Ich bin skeptisch, aber wir müssen bis zum Schluss kämpfen“, sagte etwa Österreichs Umweltminister, Niki Berlakovich, bei einem Treffen mit EU-Kollegen am Montag in Brüssel. Die EU – die sich als Vorreiterin in Sachen Klimaschutz versteht – schiebt für das erwartete Scheitern in Kopenhagen nun indirekt den USA die Schuld in die Schuhe.

So lobte Schwedens Premier und amtierender EU-Ratsvorsitzende Frederick Reinfeldt in einem Interview ausdrücklich die Bemühungen aller Parteien bei den Klimaverhandlungen, die US-Position nannte er allerdings „nicht wirklich ausreichend“ für einen Erfolg: „Die Diskussionen im Kongress über eine neue amerikanische Klima- und Energiepolitik grenzen die Möglichkeit für eine klare Führerschaft in dieser Frage ein“. Zum Hintergrund: Derzeit versucht US-Präsident Barack Obama ein verbindliches Gesetz zur Reduktion von Treibhausgasen im Kongress durchzubringen. Davor möchte er sich auf keine verbindlichen Ziele zur Reduktion der verschmutzenden Treibhausgase festlegen – schon gar nicht beim Gipfel in Kopenhagen.

Unmut über die Amerikaner wurde auch beim EU-Umweltministertreffen in Brüssel laut. In Kopenhagen müsse sich „jedes Industrie- und Schwellenland auf konkrete Reduktionsziele festschreiben“, so die Minister-Schelte an den USA. „Ohne die Beiträge der USA und China werden wir nur Hälfte unseres Zieles (die Treibhausgase bis 2020 um 30 Prozent zu reduzieren, Anm.) erreichen können“, erklärte Schwedens Umweltminister und Ratsvorsitzender Andreas Carlgren. Peking will sich nicht auf Zahlen festlegen, solange dies nicht die Amerikaner tun. Die Russen hingegen sagten zu, die CO2-Emissionen bis 2020 um 25Prozent zu senken.

Die Brüsseler Konferenz war das letzte Treffen der EU-Minister vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen. Bestätigt wurde dabei die vereinbarte Verhandlungsposition der Europäer: Die Union hat sich darauf festlegt, bis zum Jahr 2020 20Prozent an Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.

Sollte am Ende des Kopenhagener Gipfels doch ein verbindliches Abkommen mit belastbaren Zusagen stehen, will die Union den Wert auf 30Prozent erhöhen.

 

Uneinig bei Lastenverteilung

Trotz ehrgeiziger Ziele sind aber auch die Europäer weit von einer gemeinsamen Position entfernt. Knackpunkte werden mit höchster Wahrscheinlichkeit vor Kopenhagen nicht mehr geklärt werden können: So hat sich die Union zwar grundsätzlich darauf geeinigt, durch Finanzhilfen Entwicklungsländer zu unterstützen, ihre Klimaziele zu erreichen. Wie viel Geld aber jedes einzelne EU-Land bereit ist, dafür zu zahlen, bleibt offen. Eine Arbeitsgruppe zur Lastenverteilung soll erst nach dem Kopenhagener-Gipfel ihre Arbeit aufnehmen. UN-Klimachef Yvo de Boer forderte nun die EU-Staaten auf, möglichst rasch konkrete Finanzzusagen zu machen.

Unklarheit herrscht auch darüber, inwieweit die Kohlendioxid-Speicherkapazität von Wäldern bei der Lastenverteilung angerechnet werden wird. „Die EU muss klarer werden“, verlangt nun de Boer.

DER KLIMAGIPFEL

Neues Abkommen. Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen (7. bis 18.Dezember 2009) sollen die Grundzüge für ein neues globales Klimaschutzabkommen verabschiedet werden. Dies soll die Basis für das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls darstellen, das nach 2012 abläuft. Bisher haben sich zum Kopenhagener Klimagipfel 65 Staats- und Regierungschefs der insgesamt 192 teilnehmenden Staaten angemeldet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2009)

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11 Kommentare
Gast: aloulyz
10.12.2009 16:14
0 0

teilnehmende länder am klimagipfel

Habe mal ne Frage welche Länder nehmen am Klimagipfel teil?

Gast: t1
24.11.2009 08:59
0 0

Unwort der Jahres...

... festschreiben

lilli
24.11.2009 04:20
3 0

Verstanden

Die Amerikaner und vermutlich auch die Chinesen haben vier sehr wichtige Dinge verstanden: Erstens, Global warming ist ein Hoax der in 10 Jahren niemanden mehr interessiert, zweitens die Suche nach einer neuen Energiequelle ist der Schlüssel zu wirtschaftlicher und militärischer Macht, drittens sogenannte erneuerbare Energien können bestenfalls einen kleinen Beitrag leisten, aber nie den Energiebedarf eines florierenden Landes decken und viertens es ist gut für das Image wenn man auf „grün“ macht.

oberdenker
24.11.2009 21:22
0 0

Hoax?

Wieso sind Sie sich so sicher, dass der Klimawandel ein "Hoax" ist?

Derzeit sind zahlreiche führende Wissenschaftler eher nicht Ihrer Meinung (siehe bspw. unter http://www.diedenker.org/inhalte/viewtopic.php?t=483).

Glauben Sie, dass diese Wissenschaftler Teil einer Verschwörung sind? Oder glauben Sie, dass die Folgen des Klimawandels einfach weniger dramatisch ausfallen als derzeit prognostiziert?

lilli
25.11.2009 01:46
0 0

Re: Hoax?

Tatsache ist, es gibt eine große Anzahl von glaubwürdigen Wissenschaftern, die Zweifel an den sich wöchentlich steigernden Theorien haben. Es handelt sich bestimmt um keine Verschwörung, sondern ganz einfach um eine Hysterie wie sie schon unzählige Male in der Geschichte vorgekommen ist. Man soll ja nicht glauben was zB die Nazis oder die Kommunisten oder sonst welche ideologisch Verblendete alles „wissenschaftlich“ nachgewiessen haben. Es ist halt eine Theorie, schon Jahrzehnte alt und nur mit Totschlagmethoden des political correctness am Leben zu erhalten. Und die Lust am Untergang hat momentan religiöse Ausmaße angenommen. Anbei ein Link zum aktuellsten Skandal der honorigen Wissenschafter (Fox News): http://www.youtube.com/watch?v=pBH7FrJVAe4&feature=player_embedded

oberdenker
06.12.2009 13:50
0 0

Re: Re: Hoax?

Hallo Lilli!

Ich bin, wie die "Kritischen Rationalisten" (http://www.diedenker.org/inhalte/viewtopic.php?t=126) auch für eine gesunde Skepsis gegenüber der Wissenschaft und vor allem einzelnen Wissenschaftlern, habe aber dennoch kaum angesehene wissenschaftliche Meinungen gehört, die den Klimawandel derzeit für nicht vor allem menschlich erzeugt und für nicht bedenklich halten.

Mir scheint es intuitiv auch logisch, dass die moderne Lebensweise nicht langfristig haltbar wäre (wobei mich persönlich weniger die Abgase als sonstige giftige und schwer abbaubare Abfälle, bis hin zu nuklearen, beunruhigen).

Das Video ist ganz interessant, aber in "typisch amerikanischer" Manier auch etwas "reißerisch", populistisch. Denn wenn ich das recht mitbekommen habe geht es eigentlich "nur" um ein paar wenige Mails von 1-2 Personen. Und selbst wenn diese bzw. deren angesprochene Studien sehr bedeutend wären, so werden sie wohl doch nicht die Weltherrschaft innehaben und die wichtigsten Wissenschaftler irreführen?

MfG

oberdenker
23.11.2009 23:46
0 0

Zu den Nachteilen von internationalen Abkommen...

...und somit gewissermaßen für die us-kritische Haltung gegenüber dem "Kyoto-Protokoll" siehe (und kommentiere) bei Interesse:

http://www.diedenker.org/inhalte/viewtopic.php?t=481

antikarl
23.11.2009 23:03
4 0

Immer wieder Kopenhagen

Warum schreibt die Presse nicht, dass man die rauchende Pistole gefunden hat: die Emails der Climat Researche Unit der East Anglia University, aus welchen hervorgeht, dass sich die Klimatologisten den bereits 10 Jahre andauernden Stillstand bei der Erwärmung nicht erklären können, woraus eindeutig zu lesen ist, dass Daten gefälscht wurden und die CO2-Hysterie eine politische Entscheidung war und mit Wissenschaft nichts zu tun hat.

Antworten Gast: Gast
24.11.2009 08:19
1 0

Re: Immer wieder Kopenhagen

Völlig richtig, leider ist die Lehrdichtung von der anthropogenen Klimaerwärmung zum Dogma der Political correctness geworden und darf daher von Politikern und Medien nicht mehr in Frage gestellt werden. Die von diversen, gut verdienenden Pseudowissenschaftlern erdichteten Katastrophenszenarien leben davon, dass sie nicht falsifiziert werden können, so wie man einst den Voraussagen von Nostradamus nichts entgegensetzen konnte.

Gast: Blitzky
23.11.2009 20:33
2 0

Obama ist aber lernfähig.....

... ich gehe davon aus, dass er über kurz oder lang das österreichische Beispiel für die USA kopieren wird. Also: Bei der Klimakonferenz sich an vorderster Front für eine möglichst große CO2-Reduktion stark machen, dafür Lob von allen Seiten einfahren.... und Jahre später viele Ausreden dafür parat haben, dass man diese selbst gesteckten Klimaziele um Längen verpasst hat.

0 0

Sie sollen mal versuchen!

Die Europaer können über jeden herfallen, der schwaecher ist als sie!
Sie sollten mal dies einmal mit den Amerikaner versuchen!