Japan-Tsunami erzeugte Eisberge in der Antarktis

13.600 Kilometer vom Epizentrum des verheerenden Bebens lösten sich durch den Tsunami zwei Eisberge von der Größe Manhattans vom Schelfeis. Es ist das erste Mal, dass dies per Satellit beobachtet werden konnte.

JapanTsunami liess Eisberg
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JapanTsunami liess Eisberg
Zwei Eisberge lösen sich vom Sulzberger Schelfeis – (c) Nasa

[Washington/Wien/WG] US-Forschern gelang, wie jetzt bekannt wird, im März eine sensationelle Beobachtung: Sie konnten sehen, wie der Tsunami, der nach dem Beben im März Japan traf, zwei riesige Eisberge vom „Sulzberger-Schelf“ am Rand der Antarktis losbrach.

Das starke Wellen Kalbungen von Schelfeis auslösen könnten, wurde schon vermutet. Nun wurde es erstmals beobachtet, fast in Echtzeit: Kurz nach dem Tsunami vom 11. März nutzten die Nasa-Eisforscherin Kelly Brunt und Kollegen optische Bilder und Radarfotos von Satelliten, die gerade das pazifische Polarmeer beobachteten. 18 Stunden nach dem Beben traf dort ein Tsunami von nur etwa 30 Zentimeter Höhe auf die antarktische Küste. Kurz darauf trieben zwei Eisberge, je 80 Meter hoch und von der Fläche Manhattans, vom Sulzbergerschelf weg; er liegt an einem Punkt etwa auf halbem Wege südlich einer Linie Neuseeland – Feuerland und soll seit 46 Jahren nicht mehr gekalbt haben. „Das ist ein Riesentrumm Eis, das wegen eines 13.000 Kilometer entfernten Bebens abbricht“, sagte Brunt.

Ende 1868 hatten Seeleute von unüblich vielen Eisbergen südlich von Südamerika berichtet. Später wurde vermutet, sie hätten sich wegen des Arica-Bebens vom August 1868 gelöst: Es hatte einen Tsunami an die Küste Nordchiles gedrückt.

 

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