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Energie: Tschechien baut Atomkraft aus

09.09.2011 | 07:49 |   (Die Presse)

Während sich die meisten Länder von der Atomkraft abwenden, will die Regierung in Prag bis 2060 bis zu 80 Prozent des Energiebedarfes durch nukleare Energie decken. Auch Kraftwerk Temelin soll ausgebaut werden.

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Prag/REUTERS. Während sich die meisten Länder infolge der Katastrophe in Fukushima vor einem halben Jahr von der Atomkraft abwenden, plant Tschechien den Bau neuer Atomkraftwerke. Das geht aus einem Konzept hervor, das Reuters vorliegt.
Das Papier des Industrieministeriums besagt, dass bis 2060 die Atomkraft 80 Prozent des Energiebedarfes decken soll. Tschechien betreibt sechs nukleare Reaktoren und hat das Ausschreibungsverfahren für zwei weitere eröffnet. Tschechien exportiert seinen Strom unter anderem nach Deutschland. Die Deutschen wollen sich komplett von der Atomenergie abwenden. In politischen Kreisen in Prag fürchtet man nun wachsenden Druck gegen die geplanten neuen Kraftwerke aus Deutschland.

Prag rechnet mit Protesten

Auch aus Österreich erwarten die Tschechen Widerstand. Schließlich ist Temelin nur 50 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Und auch bei diesem AKW sollen bis 2025 neue Reaktorblöcke gebaut werden. Industrieminister Martin Kocourek sagte, Atomenergie sei als billige Energiequelle unerlässlich. Erneuerbare Quellen würden nicht ausreichen.
„Ein Teil der Europäischen Union bewegt sich in eine andere Richtung. Sie kümmern sich wohl nicht so sehr um ihre Wettbewerbsfähigkeit“, so der Minister. Derzeit trägt die nukleare Energie ein Drittel zur gesamten Stromproduktion Tschechiens bei.

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11 Kommentare
Gast: Blankenstein Husar
11.09.2011 01:03
0 0

Besser die Tschechen produzieren Strom aus Kernkraftwerken,

anstatt wieder ganze historische Städte auszuradieren, nur um an ein paar Tonnen Braunkohle zu kommen.....

Gast: T7T
09.09.2011 13:52
1 1

Billig?

Die tschechische Regierung muss die Atomwirtschaft mit Milliarden Kronen jährlich unterstützen. Von billig keine Rede.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
10.09.2011 11:05
1 0

Re: Billig?

Woher haben Sie die Information?
Wie hoch ist die jährliche Stützung?

Zu bemerken ist noch, dass 1 Mrd. Kronen dann gerade einmal 41 Mio. Euro sind.

Österreichs Stromkonsumenten müssen jährlich schon über 400 Mio. Euro für die lächerlichen Produktionsmengen von Ökostrom bezahlen!

Ich bin aber überzeugt, dass eine rein wirtschaftliche Betrachtung dann doch viel zu kurz greift.

Gast: nestbeschmutzer
09.09.2011 07:52
4 0

tststs

Scheinbar gibt es noch Minister, die ein wenig rechnen können. Alle anderen haben das bereits verlernt. Wenn Deutschland zugebaut ist mit Solar und Windlraftanlagen, werden die Tschechen ein gutes Geschäft machen... sag ich auch,wenn ich eine "flut" roter Stricherln bekomme, Steh dazu!

Antworten Gast: Tjoma
09.09.2011 14:00
0 0

Ich wette, dass Sie nicht gar wissen

wieviel eine MWh Atomstrom (inkl. aller Kosten) und wieviel eine MWh Windstrom (ebenfalls inkl. aller Kosten) uns kostet. Oder?

Antworten Gast: Otto I
09.09.2011 13:53
1 0

Selber ts ts ts.

Solar- und Windkraftanlagen sind im Bau günstiger als AKW. Vom Betrieb gar nicht zu reden.

Antworten Gast: Basel
09.09.2011 12:18
0 0

Re: tststs

Hat das Land ein Endlager für den Atommüll?

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.09.2011 13:59
0 0

Infos zu den Endlagern!

Tschechien hat, nach Wiki, schon 3 Endlager für radioaktives Material in Betrieb.

http://de.wikipedia.org/wiki/Endlagerung

Österreich, obwohl über viele Jahre 2 (Forschungs)Reaktoren im Betrieb waren (sind) hat kein Endlager. Auch kein Endlager für die schwach radioaktiven Abfälle aus dem medizinischen Bereich.

Die abgebrannten Brennstäbe der Kernkraftwerke sind heute auch zu warm um in Endlager zu gehen. Die Klärung dieser Endlager ist für spätestens 2015 geplant, frühere Entscheidungen bringen auch keine Vorteile.

http://derstandard.at/1293370531212/Atommuell-Endlager-Plaene-in-Tschechien-lassen-NOe-kalt

Antworten Antworten Gast: Petr 111
09.09.2011 13:56
0 0

Nein, die suchen noch.

Und wenn sie dann eines haben - dann werden sie ob der Kosten staunen. Das deutsche Endlager Asse kostet ca. 2 Mrd. EUR pro Jahr. Den Staat, nicht die AKW-Betreiber wohlgemerkt.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
09.09.2011 11:12
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Re: tststs

Tschechien ist mit Solaranlagen noch mehr zugebaut als D!

Tschechien hat aber auch eigene Uranvorkommen, auch kaum Erbebengefährdung, und muss daher diese strategischen Möglichkeiten nutzen. Ein Restrisiko bleibt aber.

In Ö laufen aber auch 2 Reaktoren, einer in Wien, einer in Seibersdorf.
Kann es sein, dass die Strahlungsintensität östlich von Seibersdorf (Mannersdorf) auf diese Tatsache zurückzuführen ist?

http://www.umweltnet.at/article/articleview/81383/1/29344

Könnte aber auch natürlich Ursachen haben!

Prinzipiell stellt sich auch die Frage ob man mit dem Leben wirtschaftliche Rechnungen machen sollte oder auch machen darf. Da wird es immer gewaltige Meinungsverschiedenheiten geben.

Antworten Antworten Gast: nix fir unguad
10.09.2011 10:30
0 0

Re: Re: tststs

'Prinzipiell stellt sich auch die Frage ob man mit dem Leben wirtschaftliche Rechnungen machen sollte oder auch machen darf'
1 TWh Elektrizität die in einem Kohlekraftwerk der neueren Bauart erzeugt wird ist statistisch gesehen für 24 frühzeitige Todesfälle verantwortlich. Nun bleiben in Deutschland wegen des Atomausstiegs alte Dreckschleudern länger am Netz. Deutschland nimmt dadurch pro Jahr über tausend Todesfälle wegen einer Ideologie in kauf. So viel zu Ihrer ursprünglichen Frage.
Darf ich fragen ob eine Ideologie pro Jahr über tausend Todesopfer wert ist?