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CO2-Emissionen: Ein Schritt nach vorne, zwei zurück

16.01.2012 | 17:27 |   (Die Presse)

Österreichs Treibhausgasemissionen stiegen im Jahr 2010 erstmals seit Jahren wieder an. Treiber waren vor allem Industrie und Verkehr. Die (teure) Lücke zu den Zielen aus dem Kyoto-Protokoll wird immer größer.

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Wien/Auer. Erstmals seit über vier Jahren sind die Treibhausgasemissionen 2010 in Österreich wieder kräftig angestiegen. Mit 84,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente stieß das Land um 4,9 Mio. Tonnen mehr aus als im Krisenjahr 2009. Damit vergrößert sich die Lücke zu den Zielen aus dem Kyoto-Protokoll deutlich. Bekanntermaßen hat sich die Republik mit der Ratifizierung des Abkommens verpflichtet, ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis Ende des Jahres 2012 um 13 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken.

Dass Österreich dieses Ziel nicht erreichen wird, ist längst klar – auch wenn sich Umweltminister Niki Berlakovich (ÖVP) immer noch scheut, das klar auszusprechen: Er räumte bei der Präsentation der Treibhausgasbilanz nur ein, dass die Kyotoziele „extrem schwierig zu erreichen“ seien. Tatsächlich ist es mittlerweile de facto unmöglich, sie zu erreichen.

30 Mio. Tonnen über Kyoto-Ziel

Österreich liegt schon seit Jahren deutlich über seinen Kyoto-Verpflichtungen, konnte seine Emissionen zuletzt aber immerhin stetig senken. Nach einigen Minischritten vorwärts machte die Klimapolitik des Landes 2010 gleich zwei kräftige Schritte zurück: Das Land emittierte wieder annähernd so viel wie 2008. Die Kyoto-Ziele verpasste es 2010 gleich um 15,8 Mio. Tonnen.

Knapp zehn Mio. Tonnen davon konnte Österreich durch den Zukauf von CO2-Rechten anderer Staaten oder durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern ausgleichen. Dennoch klafft 2010 immer noch eine Lücke von 6,2 Mio. Tonnen, für die das Land nach Ablauf der ersten Kyoto-Periode 2012 geradestehen muss. In Summe emittierte Österreich bisher 18,1 Mio. Tonnen zu viel. Bis 2012 wird diese Lücke voraussichtlich auf 30 Mio. Tonnen ansteigen. Geschätzte 200 bis 600 Mio. Euro muss die Republik für den Zukauf von weiteren CO2-Rechten budgetieren, will sie milliardenschweren Strafzahlungen entgehen. Wie viel Österreich sein mangelnder Erfolg in der Klimapolitik kosten wird, hängt auch davon ab, welche CO2-Rechte die Republik zukaufen will, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Wie „Die Presse“ berichtete, plädieren die Sozialpartner dafür, dass Österreich, anders als bisher, zu günstigeren Zertifikaten greifen soll. Diese haben jedoch meist keine klimaschonende Wirkung, weshalb Berlakovich der Idee nichts abgewinnen kann: „Ich lehne den Zukauf von heißer Luft ab.“ Ziel sei, „so viel zu reduzieren wie möglich“.

„Schweres Versagen“

Ansetzen muss Österreich da vor allem bei den Klima-Sorgenkindern Industrie und Verkehr. Mit dem Wirtschaftsaufschwung 2010 wurde die Industrie wieder zum größten Emittenten (24,7 Mio. Tonnen). Davon ist allerdings nur ein kleiner Teil Kyoto-relevant, weil die meisten Industriebetriebe am Emissionshandel teilnehmen.
Hauptverantwortlich für mögliche Strafzahlungen sind vielmehr Verkehr (22,5 Mio. Tonnen) und Raumwärme (11,4 Mio. Tonnen). 6,9 Mio. Tonnen an Emissionen im Verkehrssektor „importierte“ Österreich 2010 durch Tanktouristen.

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Eine weitere Erhöhung der Mineralölsteuer lehnte der Umweltminister dennoch ab: „Da sollte man nichts machen, solange der große Wurf zur Ökologisierung des Steuersystems nicht da ist.“ Stattdessen setzt Berlakovich, der als Minister auch für die Landwirte zuständig ist, unter anderem auf die rasche Einführung des umstrittenen Agrartreibstoffs E10 sowie auf Förderungen für Ökostrom oder die thermische Sanierung alter Gebäude. Manches würde erst mit Verzögerung Effekte zeigen, rechtfertigte er die schlechte Klimabilanz. Derzeit würden Bund und Länder über Maßnahmen für die Sektoren verhandeln.

Opposition und Umweltschutzorganisationen bezweifeln, dass die Klimapolitik dadurch entscheidend verbessert werde und werfen dem Umweltminister „schweres Versagen“ vor.

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42 Kommentare
 
1 2
Dagobert
17.01.2012 12:24
4 2

Ausstiegsforderung

Ausstieg aus dem Kyotoprotokoll ist die einzig sinnhafte Lösung.

Kanada ist einfach schlauer als Österreich, oder weniger kriecherisch; je nach Sichtweise.

Gast: biersauer
17.01.2012 11:10
1 0

Berlakowitsch hat aber die Rechnung ohne den Häupl gemacht,..

welchert den Erhalt der Feststoffheizungen bescheidmäßig durchsetzt und damit eine
Sanierung mittels Solarheizung und weitere
Wärmedämmung verhindert!

Gast: Ausguck
17.01.2012 09:00
8 3

Budgetentlastung

durch Ausstieg aus diesem Schmarn - SOFORT!

Gast: Hanibal L.
17.01.2012 08:45
10 3

stoppt die IPCC luegen

raus aus dem kioto vertrag , jetzt!!

Gast: fj
17.01.2012 07:06
8 2

Erkannt

Kanada hat offensichtlich erkannt, dass es sich hier um nichts anderes, als ein Riesenluftgeschäft zu Lasten der Steuerzahler handelt.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Backpapier
16.01.2012 23:22
13 3

Hut ab vor Kanada

Die machen das schon ganz vernünftig. Und ausserdem wie war das nochmal mit von vorn herein unerfüllbaren Verträgen lt. ABGB...... ?
In meinen Augen absoluter Misst. MMn. darf da kein einziger Euro fliessen.....

Antworten Gast: powidl
17.01.2012 10:29
2 1

Re: Hut ab vor Kanada

was denken Sie, wieviele Euros da schon geflossen sind. da geht's um richtig viel Geld ... nicht um die Umwelt

Kpb99
16.01.2012 22:44
11 2

wie dumm

so ein ziel zu versprechen! andere länder machen mehr dreck, zahlen aber natürlich nichts. aber wir können uns ja eine mrd leisten! kein problem. kürzen wir halt die pensionen! oder das kindergeld!

1 2

Re: wie dumm

österreich hat als Industrieland jahreland die Umwelt verschmutzt viel mehr als andere Laender

Antworten Antworten Kpb99
17.01.2012 17:17
2 1

Re: Re: wie dumm

weniger z.b. als das reichere (und besser geratete) deutschland, das z.b. nichts zu zahlen hat.
mit welchem recht aber etwa eine funktionärsclique in china sich heraus nimmt die welt zu verschmutzen, nur weil sie 1 mrd. bauern in armut verkümmern lassen, ist auch nicht ersichtlich.

Gast: b754
16.01.2012 19:28
9 0

unser giftzwerg berlakowitz

ist schon ein tausensassa da zahlen wir doch gern ein paar hundert millionen

insigma
16.01.2012 18:00
4 0

ist schon interessant irgendwie

ein land unterzeichnet das kyoto-protokoll, pfeift auf die einhaltung der vereinbaren ziele aber bedrucktes papier soll das zuviel an co2 wegzaubern.

weit hammas bracht ;-)

15 3

Deutschland braucht keine Strafzahlungen fürchten,

obwohl dort pro Kopf mehr CO2 ausgestoßen wird als bei uns. Daran sieht man recht deutlich, welche Vollkoffer für uns in Kioto "verhandelt" haben.

Besonders traurig dabei ist, dass unsere eitlen Selbstverwirklicher nicht einmal die Cojones haben, den kanadischen CO2-Weg zu gehen... ;-)

Antworten Gast: Pfeiffdrauf
17.01.2012 09:43
3 1

Re: Deutschland braucht keine Strafzahlungen fürchten,

Vollkommen richtig.
Bei uns wird das ganze ohnehin nur dazu benutzt, dass die Bauer über diesen unnötigen E10.Treibstoff zusätzlich gefördert werden und, dass Grüne und deren Vereine wichtig machen können und blödsinnige Tempolimits verhängt werden. Deshalb - solange die größten Umweltverschmutzer wie die USA oder China nicht einmal bei Kyoto dabei sind - wie Kanada, raus aus diesem Nonsens.

Gast: Umweltministerium
16.01.2012 17:19
4 1

30 Millionen Tonnen zu viel CO2

Unsere Steuerzahler werden's schon wegatmen.

Caesarion
16.01.2012 17:13
16 4

5% des weltweiten CO2 ...

... Ausstoßes wird vom Menschen verursacht.
Außer Ablasshandel an den Bürgern mit dem Heiligenschein des Umweltaktivisten ist das nichts. Geldbeschaffung auf tiefstem Niveau! Und jeder muss mitmachen.

Antworten periskop
16.01.2012 18:08
12 3

Re: 5% des weltweiten CO2 ...

Können Sie die Quelle für die 5 % vom Menschen verursachten CO2 angeben?

Nach dem letzten Bericht des Weltklimarates (AR4 des IPCC, Figure 2.3) sind es ja nur 3 % die von fossilen Brennstoffen und derZementerzeugung stammen!

CO2 macht nach diesem Bericht etwa ein Fünftel des Treibhauseffektes, der Anteil des Menschen an der ganzen Treibhauswirkung ist nur verschwindende 0,6 Prozent!

Überhaupt konnten die Wissenschaftler, die den Auftrag hatten, "den vom Menschen gemachten Klimawandel zu untersuchen" ihren Auftraggebern nur wenig helfen. Im "Executive Summary", S. 665/6 8 (von Hrn. BM Berlakovich als Beweis für die Schuld des Menschen genannt) wird 10-mal darauf hingewiesen, dass ein Zusammenhang zwischen anthropogenem CO2 und Klimawandel nur für die zweite Hälfte des 20. Jahrhundetrts "very likely" ist. Zweimal wird dort auch gesagt, dass Zeiträume von weniger als 50 Jahren nichts bedeuten.

Liest man den ganzen Text, so erfährt man, dass die Computermodelle für den Temperaturverlauf von 1975 bis 2005 (in 9.4.1.2, S. 684 steht "over the last three decades") nur nachvollziehen können, wenn man den menschlichen CO2-Ausstoß und die Aerosole mitberücksichtigt. Für die sonstige Vergangenheit geht das laut Figure 9.5 schon.
Drei Dekaden sind aber viel weniger als 50 Jahre, also wertlos. Außerdem hätten die Computermodelle vielleicht auch dann gepasst, wenn man z.B. die Anzahl der Drogensüchtigen hineingerechnet hätte.

Es gibt also überhaupt keinen echten Grund für den CO2-Hype!

doctork
16.01.2012 16:11
7 1

Statistik?

Die 60% sind relativ zu sehen, und zwar als Entwicklung der Abteilung Verkehr. Natürlich ein Schmäh, damit "Verkehr" als großer Sünder an erster Stelle steht.

Interessanter wäre ein Diagramm mit den absoluten Anteilen der verschiedenen Verursacher. Ist aber nirgens zu sehen. Warum wohl?

+60% in 20 Jahren. Na Und.

Antworten periskop
16.01.2012 18:14
5 1

Re: Statistik?

Damals in Kyoto, kurz nach dem Fall des eisernen Vorhangs, konnte sich jeder ausrechnen, dass der Ost-West-Verkehr über österreichische Autobahnen enorm zunehmen werde.
Das Gejammer über mehr CO2-Ausstoß des Verkehrs ist völlig unberechtigt!

8 1

Re: Re: Statistik?

Und jetzt tanken die Italiener

in Österreich massenhaft an ihrer

N- Grenze Treibstoff,

da er hier billiger ist

und

dadurch erhöhen sich auch die Kioto-Strafzahlungen jeden Tag.

Also endlich raus aus diesem Knebel-Vertrag!

Antworten Antworten Antworten periskop
17.01.2012 08:20
9 2

Re: Re: Re: Statistik?

So lange die Italiener beim Tanken in Österreich mehr Steuern abliefern als die Strafzahlungen dafür ausmachen, ist das ein gutes Geschäft.

Allerdings sind diese Strafzahlungen eine reine Deppensteuer: da müssen die, die in Kyoto den Mund zu voll genommen haben - wie Österreich - von denen, die dort vorsichtig waren - wie Deutschland - CO2-Zertifikate kaufen.
Wir Österreicher subventionieren damit also die reichen Deutschen!

Deshalb ist Ihr letzter Satz: "raus aus diesem Knebel-Vertrag" völlig richtig! Kanada hat es vorgemacht, wir sollten es nachmachen!

Antworten Gast: Analyst 829
16.01.2012 16:55
4 3

Re: Statistik?

Hätte Österreich jährlich 3 Mrd. Euro statt in die Asylindustrie in die Förderung der Wärmedämmung von Häusern z. B. über Rückvergütung der Umsatzsteuer auf die verwendeten Energieträger gepumpt, hätten wir das Kyotoziel leicht erreicht!

Das höchste Einsparungspotential gibt es ganz eindeutig bei privaten Haushalten. Die Beheizung von Wohnhäusern verursacht mit Abstand das meiste leicht vermeidbare CO2.

Bei den Motoren ist ohne hohen technischen Aufwand und völlig neue Konzepte nicht mehr viel drinnen. Bei Wohnhäusern kann man aber in mehr als 50 % der Fälle ohne enormen Aufwand die Heizkosten um die Hälfte senken.

Doch die Interessen der Länder stehen dem entgegen. Den Ländern gehören Landesenergiegesellschaften. Z. B. NÖ und die EVN möchten keine Förderungen der Verbraucher, sondern Förderungen für sich z. B. bei der Windkraft, die dann Verbraucher über Zuschläge beim Strom zahlen müssen.

Der Zuzug von Slumdogs, die man hier ohnedies nicht brauchen kann, kostet nicht nur jährlich über 3 Mrd. Euro, sondern ist auch noch dazu schlecht für die Welt, da die Slumdogs im relativ hohen Norden mehr CO2 verursachen als in den Slums des Südens.

Dass die Statistiken im Sinne der Auftraggeber Staat, Länder und Gemeinden aber vor allem im Sinn der staats- bzw. landesnahen Konzerne gefälscht werden, ist klar.

Die Erreichung der Kyotoziele allein über die Wärmedämmung von Wohnhäusern ist möglich und macht sich über bessere Atemluft, die nur mehr im Winter schlecht ist, bezahlt.

Re: Re: Statistik?

50% Heizkostenersparnis verspricht ihnen nicht einmal eine Baufirma! Ersparen Sie uns dafür bitte Ihre Märchen!

naehich
16.01.2012 16:01
2 12

Unfähigkeit der ÖVP Politiker

Ist ja nichts neues: die ÖVP Politiker sind ja nicht einfach nur unfähig und untätig, sondern tun schon lange alles um Österreich in Sachen Umweltschutz, Innovation, Bildung und Wissenschaft nachhaltig zu schädigen.
Mit den Konzepten von vor hundert Jahren wird Hinterwäldlerpolitik betrieben und damit auch die österreichische Wirtschaft nachhaltig beschädigt.
Statt Zukunftssicherheit zB auf dem Gebiet der nachhaltigen Energien wird weiterhin Lobbying für Öl- und Energiekonzerne betrieben.
Da wundert es dann nicht dass Leute wie Schüssel Idealbesetzung für Versorgungsposten in der Energiewirtschaft sind.

Antworten Dagobert
17.01.2012 12:30
3 1

Re: Unfähigkeit der ÖVP Politiker

Direkt aus einer Pressesendung der "Grünen" abgeschrieben?

Ihre nachhaltigen Energien funktionieren nicht, ohne einen wirtschaftlich nicht vertretbaren Aufwand (Stichwort Netzstabilität) zu verursachen, ohne die Umwelt zu verschandeln (WKA´s), ohne die Versorgungssicherheit zu gewährleisten (Photovoltaik).

Wachen sie doch endlich aus ihrem linksgrünen Gutmenschen Traum auf.


Antworten pesosope
17.01.2012 09:04
0 0

Re: Unfähigkeit der ÖVP Politiker

welches Lobbying meine Sie da genau?

 
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