Klima: „Sonne schenkt uns Zeit“

09.02.2012 | 18:24 |  JÜRGEN LANGENBACH (Die Presse)

Das Buch "Die kalte Sonne", das vom Umweltaktivisten und RWE-Manager Fritz Vahrenholt mit verfasst wurde, belebt die Debatte.

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Unter Berücksichtigung der wichtigsten natürlichen und anthropogenen Klimafaktoren ist um das Jahr 2035 mit einer leichten globalen Abkühlung von etwa 0,2 bis 0,3 Grad Celsius gegenüber heute zu rechnen.“ Abkühlung. Das ist die Kernpassage in einem Buch, das die Klimadebatte in Bewegung bringt wie kein anderes – „Die kalte Sonne“ –, und dessen Hauptverfasser eine solche Provokation vor drei Jahren noch in den Müll geworfen hätte, oder an die Wand. Der Autor heißt Fritz Vahrenholt, er war vehementer Verfechter des Schreckbildes der globalen Erwärmung. Aber dann reiste er als Gutachter der deutschen Regierung zu einem Treffen des Uno-Klimabeirats IPCC und sah, wie es dort zuging: Ein Bericht über das Potenzial erneuerbarer Energien wurde federführend von einem Greenpeace-Mitarbeiter verfasst, der sich zudem auf eine von ihm selbst erarbeitete Studie stützte.

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Das war das eine Damaskus-Erlebnis für Vahrenholt, das zweite hatte er in seinem Beruf. Vahrenholt ist ein alter Umweltaktivist, er legte sich 1978 – beim Dioxin-Unfall in Seveso – mit der Chemieindustrie an, wurde später als SPD-Mitglied Umweltsenator in Hamburg. Schließlich wechselte er zum Energieriesen RWE und baute die Abteilung für alternative Energien auf. Er ließ Milliarden in Sonne, Wasser und Wind investieren – und musste lernen, dass der Wind nicht mitspielte, er wurde immer schwächer.

Das lenkte Vahrenholts Blick auf natürliche Klimaschwankungen, auf die irdischen und, vor allem, die möglicherweise von der Sonne kommenden. Die konnten in seinen Augen erklären, was der IPCC selbst nicht erklären kann (wofür manche Klimaforscher aber gute Hypothesen haben, s. Interview unten): Seit 1998 haben sich die globalen Temperaturen nicht erhöht. Vorher waren sie, seit den 70er-Jahren und vor allem in den 90ern, steil nach oben geschossen. Aber nun blieben sie konstant, obgleich sich die Ausstöße des Treibhausgases CO2 durch die Entwicklung Indiens und Chinas stark erhöhten.

Das lenkte Vahrenholts Aufmerksamkeit auf die Sonne, er sieht in ihren Schwankungen eine gute Erklärung für die Entwicklung der letzten hundert Jahre – plus 0,8 Grad –, aber auch für das Einhalten seit 1998. „Mindestens die Hälfte“ der 0,8 Grad rechnet Vahrenholt der Sonne und der irdischen Natur zu. Und die natürlichen Zyklen beider treffen sich derzeit so günstig, dass bis 2035 eine Abkühlung ins Haus steht (dann geht es hinauf, bis 2100 um 0,6 bis ein Grad).

Schwächere Sonne, stärkere Wolken?

Dabei stört ihn nicht, dass die Sonne schwächer geworden ist, er sieht gerade darin einen möglichen Mechanismus: Weil die schwächelnde Sonne weniger Sonnenwind zur Erde schickt, kann der nicht mehr so viel kosmische Strahlung abfangen – und die sorgt ihrerseits dafür, dass sich in der Atmosphäre Kondensationskerne für Wasser und mit ihnen kühlende Wolken bilden, auch das ist umstritten (s.u.). – Wie auch immer: „Die Klimakatastrophe findet nicht statt – Das Wichtigste in Kürze.“ So fasst Vahrenholt Befunde der Klimatologen zusammen, durchaus auf der Höhe der Zeit; aber er lehnt sich auch weit aus dem Fenster, zum einen mit dem Vorwurf an den IPCC, er sei blind für alles außer CO2. Und zum anderen mit der vorgeblichen Präzision seiner Prognosen. Exakt 0,2 bis 0,3 Grad weniger anno 2035? „Wer die festgefahrene Debatte beleben will, muss schon den Mut haben, eine Zahl zu nennen“, erklärte er im „Spiegel“, und wenn er irre, werde er später gerne widerrufen.

Aber die Zeit bis dahin will er nutzen. Auch er will weg von fossilen Energien und hin zu erneuerbaren, nur nicht überstürzt und überteuert (und im eher finsteren Deutschland nicht just zu Sonnenenergie): „Wir haben Zeit gewonnen, kostbare Zeit.“

F.Vahrenholt/S.Lühning, „Die kalte Sonne“, Hoffmann und Campe, 2012

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.02.2012)

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270 Kommentare
 
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Gast: Otto F.Krammer
06.04.2012 07:47
0 0

Die Sonne schenkt uns keinerlei Zeit,..

sondern sanfte Energie, welche wir dank Intelligenz nützen dürfen.

Gast: biersauer
31.03.2012 09:14
0 1

Massenhafte rote Polemik!


Gast: Co2arl
16.03.2012 14:12
0 1

Nur noch Lug und Betrug!!!!

Jedes mal wenn ich was über CO2 und Klma les könnt ich kotzen!!!!!
CO2 HAT KEINEN EINFLUSS AUF UNSER KLIMA!!!!!!

Das einzige Treibgas das unser Klima beeinflusst ist WASSERDAMPF!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und das ist FAKT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Diese "super klugen" Menschen von IPCC sind nichts anderes als ein haufen, von Politikern gekauften, LUEGNERN!!!!!!!

Gast: Otto F.Krammer
25.02.2012 15:55
0 0

Die Tatsache, dass Windkraftanlagen aus der Umwelt Energie..

in elektrischen Strom umwandeln und damit die Windgeschwindigkleit und so die Schadwirkung vermindern, dürfte manchen Rotstrichlern nicht in den Kram passen, aber es ist Tatsache!
In Deutschland sind es einstweilen über 24Gigawatt und in Österreich über 1 Gigawatt. Das ist bereits mehr Energie als in der bewegten Luftmasse eines solche Sturmtiefs vorhanden ist und als elektrischer Strom ins Netz geleitet wird.
Die Direkte Stromgewinnung aus den PV-Anlagen und die Leistung der Wasser-Laufkraftwerke hat damit insgesamt eine Größenordnung erreicht, dass damit auf den einhergehenden Klimawandel dämpfend eingegriffen wird. Was somit das Zurückdrängen fossiler und nuklearer Anlagen rechtfertigen sollte.l

Re: Die Tatsache, dass Windkraftanlagen aus der Umwelt Energie..

Im Vergleich zu der ungeheuren Energie eines Sturmtiefs sind die Windkraftanlagen nicht einmal ein Fliegenschiss!

Die vielen Gigawatt klingen ja toll, der von Windrädern erzeugte Strom entspricht aber nur ca. einem Viertel dieser Leistungsangabe.

Weil der Windstrom nur in unvorhersehbaren Stößen kommt und Dampfkessel zur Änderung der Leistung mehrere Stunden brauchen, werden diese so befeuert, als ob es den Windstrom gar nicht geben würde.
Aus diesem Grund gibt es auch keine Berichte über Brennstoffeinsparungen durch Windstrom.

Die irrsinnig teuren Windräder sind eigentlich nur potemkin'sche Dörfer um das Herz der Umweltbewegten höher schlagen zu lassen!

Antworten Antworten Gast: windstrom
02.03.2012 21:13
0 0

Re: Re: Die Tatsache, dass Windkraftanlagen aus der Umwelt Energie..

Sie wissen micht, dass an einem einzigen stürmischen Tag in NÖ von den WIndanlagen gemessene 10.000MWh ins Netz geliefert wurden.

Re: Re: Re: Die Tatsache, dass Windkraftanlagen aus der Umwelt Energie..

An einem stürmischen Tag gibt es gar keinen Windstrom!
Windräder können bei Windgeschwindigkeiten, die etwa in einem Bereich 1:3 schwanken, Strom ans Netz liefern. Dieser Bereich wird nie so hoch angesetzt, dass auch die seltenen, bei Stürmen auftretenden hohen Windgeschwindigkeiten damit abgedeckt werden können, sonst würde man am unteren Ende des Bereichs mehr verlieren, als man oben dazugewinnen kann.
Bei Sturm müssen die Windräder auch wegen der zu hohen mechanischen Belastungen still gesetzt werden.
Aus diesen Gründen gibt es bei Sturm gar keinen Windstrom!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: windstrom
04.04.2012 12:36
0 0

Re: Re: Re: Re: Die Tatsache, dass Windkraftanlagen aus der Umwelt Energie..

Ihre Polemik sollten Sie angesichts der Tatsachen, für sich behalten, denn sie blamieren sich bereits kräftig, wenn Sie Messergebnisse ableugnen.
Sie haben sich bereits als DAMPF-Plauderer geoutet und da weiß man woher der Wind weht.
Windkraftwerke werden dann abgestellt, wenn ihre Leistung zuviel ist, nämlich bei Sturmfronten, werden dann ganze Windparks stillgesetzt, weil das dann vom Netz nicht mehr aufgenommen werden kann. Lesen sie diese Berichte!
Das ist derzeit wegen fehlender Speicher noch nötig.

Re: Re: Re: Re: Re: Die Tatsache, dass Windkraftanlagen aus der Umwelt Energie..

Zuerst nennen Sie unleugbare Tatsachen, die aus den Angaben der Windturbinenhersteller stammen, "Polemik" und dann sagen Sie doch dasselbe wie ich!

Natürlich müssen die Windparks bei Sturm stillgesetzt werden, weil sie dann die Netzfrequenz nicht mehr halten können, sodaß dieser asynchrone Strom vom Netz nicht mehr aufgenommen werden kann!

Gast: Otto F.Krammer
13.02.2012 09:58
1 7

Österreich hat mit über 1 Gw WIndkraftanlagen am Netz.

Diese Leistung ist bereits ein wichtiger Schuitzfaktor gegen dioe Auswirkungen der Auswirkungen durch atmosphärische Energie. Dazu kommen indirekt die hohe Leistung an anderen Umweltenergieanlagen.
Diesen Einfluss gegen klimabedingte Schäden wurden erstmals beim Sturmtief "Kyrill" erkennbar, als dieses
Sturmgeschehen beim EIntreffen über dem NÖ/Bgld
Windparks zum Abflauen kam, währendem es bei einem ähnlich starkem Sturmereignis über der Steiermark, ohne solche Windkraftanlagen, zu gewaltigen Schäden gekommen ist.
Aus der Tatsache, dass der Energiegehalt eines solchen STurmtiefs ein endliches ist, kann daraus abgeleitet werden, wie groß diese Energie ist und wieviel daraus entzogen werden kann. Solch Einwände, es werden bei Sturm die Windkraftanlagen abgestellt ist falsch, denn wie Berichte aus den Hurricanzonen aus den USA zeigen, laufen diese auch bei Sturm und entziehen
der Umwelt damit die Schadenergie und leiten diese
in Form elektrische Energie fort zur nützlichen Verwendung.
Jede dadurch gewonnene Kilowattstunde ist eine weniger zum Schaden und eine mehr zum Nutzen!


Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

alles klar, bezahlte Auftragsarbeit. Wäre aber fair gewesen das in dieser Reportage dazuzuschreiben..

Antworten Gast: Konservativer
12.02.2012 15:32
9 1

Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

Selbst wenn er von der RWE bezahlt werden würde (was ökofanatische Propaganda ist), würde ich ihm tausendfach mehr trauen als euch Ökos.

Waldsterben, saurer Regen, Klimaerwärmung, Artensterben etc. - ihr Ökos habt die Welt seit Jahrzehnten FRECH ANGELOGEN.

Nun glaubt euch keiner mehr.

Gut so.

Antworten Antworten Gast: biersauer
24.02.2012 18:24
0 0

Re: Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

Diese Ökofaschisten sind die besten Umfärber - von Naturgrün zu Ökogrün, solange sie uns dafür Geld herauslocken können, uns Leichtgläubigen!

9 0

Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

steht auch drinnen.

2 17

Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

Vollkommen richtig.

Auch der zweite Autor kommt aus dieser Ecke: "Seit 2007 ist [Luehnemann] als Afrikaexperte beim Öl- und Gasunternehmen RWE Dea beschäftigt."

Re: Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

Und Sie leben vom Kioto-Protokoll oder doch?

1 6

Re: Re: Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

Gibts dort denn was zu verdienen? Vielleicht sollte ich mich da mal melden.

Re: Re: Re: Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

Der Kioto-Schwachsinn ist ein Milliarden-Geschäft mit CO2-Zertifikaten!

0 8

Re: Re: Re: Re: Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

Ach ist es das denn? Wer verdient denn damit und wieviel wurde bis jetzt verdient? Koennen Sie uns das verraten?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Ah ok , der Typ arbeitet für die RWE..

An Kyoto verdienen die, die dort den Mund nicht so voll genommen haben wie die Österreicher, also z. B. die Deutschen!
Wegen unsinniger Versprechungen der österreichischen Delegierten in Kyoto musste Österreich bis Ende 2011 schon 900 Millionen Strafzahlungen leisten. Für heuer sind 600 Millionen geplant. Die Deutschen freuen sich schon auf dieses leicht verdiente Geld!

Aha, der "Klimawissenschaftler" Alfi, der ein Pseudonym braucht, weil er seine Auftraggeber nicht preisgeben will!

Seine provokant geistlosen Fragen und unsinnigen Behauptungen öden wirklich nur mehr an!!!!!

0 5

Re: Aha, der "Klimawissenschaftler" Alfi, der ein Pseudonym braucht, weil er seine Auftraggeber nicht preisgeben will!

Hört hört, auch der selbsternannte "Doktor" Stöckl meldet sich zu Wort. Wie immer wieder mal ohne jeglichen Inhalt.

Re: Re: Aha, der "Klimawissenschaftler" Alfi, der ein Pseudonym braucht, weil er seine Auftraggeber nicht preisgeben will!

Gegen eine Ideologie oder eine Religion gibt es keine Argumente!

Und die CO²-Lüge ist eben eine Ideologie, eine reichlich dumme sogar, die teilweise wirklich schon religiös-fanatische Züge annimmt!!

0 2

Re: Re: Re: Aha, der "Klimawissenschaftler" Alfi, der ein Pseudonym braucht, weil er seine Auftraggeber nicht preisgeben will!

Haha. Das sehen Sie ganz falsch, so wie die meisten Dinge.

Es gibt hunderte Argumente gegen eine Religion. Es ist die Religion selber die kein (rationales) Argument fuer Ihre Existenz vorbringen kann.

Nachdem Sie kein Argument vorbringen koennen gehe ich davon aus dass Sie selber von Ideologie und Religion angebtrieben werden.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Mr. Meer
14.02.2012 21:56
1 1

Re: Re: Re: Aha, der "Klimawissenschaftler" Alfi, der ein Pseudonym braucht, weil er seine Auftraggeber nicht preisgeben will!

Worin genau besteht diese Lüge, wer verbreitet sie und wie weisen sie nach, dass es eine lüge ist?

 
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