Studie: Wetterextreme nehmen doch nicht zu

22.05.2012 | 18:34 |   (Die Presse)

Langzeituntersuchung bringt überraschendes Ergebnis. Hitze, Sturm und Unwetter heute in den Alpen nicht häufiger als früher. Insgesamt gesehen wird das Alpenwetter aber wärmer.

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Wien/Awe. Egal, ob Schneefall, Starkregen, Sturm oder Trockenheit: Nach jedem auffälligen Wetterereignis erklären Medien und Experten, dass der durch Menschen verursachte Klimawandel der Grund für die Häufung von Extremereignissen in unmittelbarer Vergangenheit und absehbarer Zukunft ist. Hinterfragt hat die Erklärung noch kaum jemand.

Bis auf einen. Reinhard Böhm ist Klimatologie an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. Für seine jüngste Forschungsarbeit wertete er bis zu 250 Jahre alte Wettermessdaten des Alpenraums aus. Das Ergebnis hat ihn selbst überrascht. Die Kernaussage: Eine Häufung von Wetterextremen, verursacht durch den Klimawandel, konnte – zumindest im Alpenraum – nicht festgestellt werden.

Böhms Forschungen stehen im zum Teil krassen Gegensatz zu den Äußerungen von Politikern, Umweltschützern, Journalisten und Klimatologen. Das Medienarchiv ist voll mit Meldungen über die angebliche Häufung von Naturkatastrophen, „verrückt spielendem“ Wetter und angeblich immer häufiger werdenden Extremen. Was darf man nun glauben?

Böhm spricht es nicht direkt aus, weist jedoch auf die weltweit wohl einzigartige Qualität seiner weit in die Vergangenheit zurückreichenden Messdaten hin. Für 58Orte im Alpenraum liegen der ZAMG objektivierte und miteinander vergleichbare Aufzeichnungen über Temperatur, Luftdruck und Niederschlagsmenge vor. Manche davon stammen noch aus dem Jahr 1760.

(c) DiePresse

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Kritik an Untergangspropheten

Als Maß für die „Verrücktheit“ des Wetters zieht Böhm die Abweichung der Messwerte bei Wetterereignissen vom Durchschnitt (siehe auch Grafik) heran. Den untersuchten Alpenraum unterteilte er in drei unterschiedliche Klimaregionen (südlich, nordwestlich und nordöstlich des Alpenbogens). Die Kurven zeigen deutlich, dass die Abweichungen nach oben (und unten) in allen Regionen schon einmal höher waren.

„Unbestritten ist für mich nur, dass wir derzeit durch eine Phase der durch den Menschen verursachten Klimaerwärmung gehen“, sagt Böhm im Gespräch mit der „Presse“. Das hat zur Folge, dass Wärmeereignisse (Hitze) leicht zu-, Kälteperioden aber noch stärker abnehmen. „Die Schwankungen, die wir als Extreme wahrnehmen, werden also weniger.“ Das Gleiche gilt für die Niederschlagsmengen und den Luftdruck, in dessen Messwerten sich die Sturmereignisse abbilden.

Aber wie erklärt sich der Wissenschaftler den gegenteiligen, öffentlichen Mainstream? Zum einen erwecke überregionale, manchmal sogar globale Berichterstattung über lokale Wetterereignisse den Eindruck, dass sich diese häufen. Zum anderen lasse die Qualität der (historischen) Daten mancher Meteorologen zu wünschen übrig.

Zudem spart Böhm nicht mit Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit mancher Kollegen. „Um die Welt vor dem Klimawandel zu retten, braucht man Aufmerksamkeit. Behauptungen, dass die Zunahme der Temperatur mit der Zunahme von Wetterextremen einhergeht, sind zwar wunderbar für das eigene Marketing, entsprechen aber nicht der Realität.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.05.2012)

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29 Kommentare
 
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Gast: DsinghisKhan
24.05.2012 11:18
0

Wetter nicht gleich Klima

Aus den HISTALP-Datensätzen kann nicht auf tatsächliche Wetterextreme wie Starkniederschläge, Hitzetage usw. rückgeschlossen werden, da diese Datensätze nur MONATSMITTELWERTE betrachten. Wetterextreme spielen sich aber bekanntlich an Tagen bzw. in Stunden ab und fallen demnach bei HISTALP durch das Raster. Aus dieser Studie dann abzuleiten, dass das Wetter und auch Wetterextreme sich nicht ändern, ist fatal und unwissenschaftlich. Damit wird die Öffentlichkeit (wieder einmal) nur verwirrt. Absicht?

Re: Wetter nicht gleich Klima

Bei der Beurteilung der Wetterextreme hat Reinhard Böhm im Buch "Heiße Luft" die HISTALP-Daten kaum benützt:

Sturm: aus europäischen Luftdruckreihen berechnet von Matulla et al.
Hurricanschäden: nach Pielke jr. et al.
Donauhochwasser: Godina R., Hydrographisches Zentralbüro, Wien.
Maximale jährliche Niederschlagssumme: HISTALP.
Niederschlagsjahressumme im Donauraum: Auer et al.
Elbe-Hochwässer: Mudelsee et al.
Heiße Nächte und längste Trockenperioden in Wien, Bregenz und Innsbruck: Auer et al.
Niederschlags-Extremwertindizes für Rauris: Auer et al.
Wechselhaftigkeit des Temperaturklimas im Großraum Alpen: ZAMG-Wien.

HISTALP kommt bei 10 Quellenangaben nur einmal vor!


Man sollte Reinhard Böhms Buch "Heiße Luft" lesen!

In diesem 2008 erschienen Buch wird die "Verrücktheit" des Klimas in Kapitel 4 ausführlich besprochen. Es werden hier auch andere Ereignisse als nur Temperatur und Niederschlag untersucht.

Dieses Buch befasst sich auch sehr eingehend mit den Methoden Klimadaten zu messen. Man sollte diese kennen, um beurteilen zu können,wie sicher oder unsicher die häufigen alarmistischen Pressemeldungen über das Weltklima sind!

Aus der großen Zahl von Büchern über den Klimawandel sticht dieses Buch hervor, weil es niemandem etws einreden will, sondern einfach nur nüchtern die Tatsachen schildert. Eine Meinung bildet man sich dann von selbst!

Die ...

... Feinstaub-Lüge
... Brent-Spar Lüge
... Club of Rome Lüge
... Waldsterben Lüge

Sogar hier ..

... wird zensuriert - erstaunlich.

Gast: pan-tora
23.05.2012 16:10
3

ipcc

was soll man schon von einer organisation erwarten, in deren gruendungspapieren als wesentliches ziel "der nachweisz der durch den menschen verursachten klimaerwaermung" festgelegt wurde?!?
aber mit sicherheit wird fuer dieses (im artikel ben.) "wetterverhalten" eine mit der ipcc vereinbare erklaerung gefunden.
unabhaengig davon sollte der globus in wirklichkeit vor der menschheit geschuetzt werden.

Re: ipcc

Außerdem ist das IPCC

massiv von diversen religiösen Grünsekten(z.B.Greenpeace)

durchseucht,

deren

Klima- "Studien"

naturwissenschaftlich

massiv in Frage gestellt werden müssen.

Gast: Klimadiagramm 93'
23.05.2012 13:59
2

Mensch hin Mensch her

Wenn man das Wetter auf lange Zeit hin betrachtet gab es schon immer Zeiten in denen Wetterextreme auftraten, auch als es den Menschen noch nicht gab. Der Mensch hat es sicher beeinflusst, jedoch nicht so sehr, wie es immer in den Medien behauptet wird.
Ach ja und:
"Reinhard Böhm ist Klimatologie an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien." Er ist Klimatologie? Das sollte doch wohl eher Klimatologe heißen oder?

Gast: Erklärbär9
23.05.2012 13:07
2

Oh nein, es wird wärmer.

Wenn die Klimaerwärmung anhält, fällt bei uns im Herbst das Laub nicht mehr und wir hätten ewig Frühling und Sommer!
Hilfe!!

Re: Oh nein, es wird wärmer.

Leider passiert das nicht,denn es wird wieder kälter!

Gast: GFE
23.05.2012 09:03
13

Überbevölk. und Besiedlung

ich bin der Meinung , dass die Auswirkungen für die Versicherungen immer höher werden. Grund jedoch ist die Überbevölkerung und Besiedlung.
Bei Katastrophen sind nun mal mehr Menschen und Sachwerte betroffen als früher.

Gast: Gastritis
23.05.2012 08:55
15

Jaja..

..die Klimalüge, daraus entstand die Elektroautolüge, die Treibstoff-muß-teurer-werden Lüge, die Parkpickerllüge und das ganze Lügengerüst gewisser politischen Parteien.

Re: Jaja..

Ja diese gewissen Parteien leben davon, Angst zu erzeugen. Hat sich ja in Deutschland gezeigt wie diese Parteien von Katastrophen profitieren (Fukushima).

Warum also diese nicht tagtäglich heraufbeschwören und gleich die Lösung präsentieren - Grün wählen dann wird alles wieder gut.

green business - ihr habt (umwelt)gesuendigt, tut busse und kauft euch frei

ach nein , alles nicht wahr ? die luegenorganisation IPCC und der rest der endzeit hysteriker entlarvt ? wohl kaum, denn ist ein begriff "tot" oder die argumente wurden durch fakten widerlerlegt und gefaelschte statistiken und manipulierte messwerte blossgestellt, schon betreten neue schwachsinnsbegriffe die "buehne".
"ecological footprint and conserve biodiversity" - urheber sind wieder die selben apokalyptiker, und die NGO's (WWF, GLOBAL2000, geenpiss) sind wieder ganz vorne mit dabei.

Gast: MH
23.05.2012 07:04
7

Weissagungen diverser Wetterpropheten

Widersprüchlicher könnten die Aussagen diverser Wetterkundler u. Klimatologien
untereinander u. gegenüber eigener Erkenntnissen u. Beobachtungen nicht sein. Mit derartigen Studien, Diagnosen u. Prognosen werden die Wetterkundler nur noch unglaubwürdiger. Treibhauseffekt, globaler Temperaturanstieg, Urwaldvernichtung, Unwetterhäufigkeiten, Wirbelstürme, Gletscherabschmelzungen, alles Unsinn. Offensichtlich sind so mancher Wetterbeobachter bei diesem verrückten Wetter heuer selbst zu lange unter freien Himmel gestanden.
Nach den Aussagen diverser scheinbarer Wetterversteher u. Sternengucker urteilend, bestätigt sich wieder einmal mehr, dass die Wetterkunde doch ausschließlich eine Pseudowissenschaft ist, wo Experten, Selbsternannte u. Hobbykundler auf gleichem unseriösen Niveau um das Wetter wetteifern u. letztendlich deren Aussagen nicht viel besser sind als eines wetterkundigen Bauern

Gast: skeptischer iggi
23.05.2012 01:06
17

schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

kam zum schluss (wenn auch im kleindruck) dass es erst in 30,40 jahren ueberhaupt statistische moeglich ist, aenderungen in 'wetterextremen' nachzuweisen.
dieser art vernueftiger, ehrlicher aussagen steht ein jahrelanger superhysterischer schwall von den ueblichen phrasen unwissender politiker, gezieltes einpeitschen von luegen aus den pr-abteilungen von spendensammelfirmen und foerderungswilliges koente-sein herumdrucksen der akademiker.

Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

lesen u VERSTEHEN!! wetterextrema können nicht nachgewiesen werden, jedoch ist eine klimaerwaermung, bzw schwächer ausgeprägte kaelteperioden, sehr wohl nachweisbar!!

Re: Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Und der kürzliche abnormale Frost im Weinviertel mit Millionenschäden für die Bauern!

Nix mit Kirschen und Marillen in Kärnten!

Zunahme der Kälte im Winter in den letzten 3 Jahren mit zusätzlichen Kosten für die Heizung!

Mehr Eisberge um die Antarktis!

Kühle Sommer in Australien und Südafrika seit 3 Jahren!

Schnee im Zulu-Land usw.!


Re: Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Die Erwärmungsperiode (von ca. 1970 bis 2000) ist seit mittlerweile 12 Jahren zu Ende, trotz stark steigender CO2-Emmissionen (chinesischer und indischer Wirtschaftsboom). Denn Erwärmungs- und Abkühlungsphasen gab es immer schon, ganz ohne Zutun des Menschen.

Re: Re: Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Warum nimmt das Volumen der arktischen Polkappe (Eiskappe) seite dem Jahr 2000 in Ausdehnung, Volumen und Dicke immer noch ab?

Re: Re: Re: Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Stimmt nicht,denn das Neu-Eis nimmt auch in der Arktis seit 3 Jahren wieder zu und sogar viele Grönlandgletscher wachsen wieder.

Ständig achgut.com lesen und Sie werden im Klima-Wissen gebildet!

Vergessens die lächerlichen "Greenpiss"-Broschüren!

Re: Re: Re: Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Weil es das immer schon getan hat. Manchmal abgenommen, manchmal zugenommen.

http://wattsupwiththat.com/2012/05/02/cache-of-historical-arctic-sea-ice-maps-discovered/

Im Vergleich zu 2000 hat sich bei der Eisbedeckung übrigens kaum was geändert, also ist ihre Aussage auch noch aus der Luft gegriffen.

Re: Re: Re: Re: Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Nicht aus der Luft gegriffen, sondern Wikipedia 2. Absatz im Abschnitt
"Veränderungen durch Klimawandel" (mit Beleg)
http://de.wikipedia.org/wiki/Arktische_Eiskappe

Re: Re: Re: Re: Re: Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Wikipedia ist nicht gerade eine gute Quelle sich über Klimawandel zu informieren. Gerade dort tummeln sich sehr viele Klimawandelapologeten die peinlichst darauf achten die Deutungshoheit ala "menschenverursachtes CO2 ist Schuld" nicht zu verlieren.

Wie Sie anhand der historischen Karten in meinem Link oben sehen können, gab es immer schon Schmelzphasen und Aufbauphasen beim Arktiseis. Der wikipedia-Artikel spricht außerdem von 2008, mittlerweile haben wir das Jahr 2012. Es gibt natürlich laufend aktuelle Messungen, wie diese der NSIDC: http://nsidc.org/data/seaice_index/images/n_plot_hires.png

Da sieht man schön, dass es ab 2007 einen Aufwärtstrend gibt und der 2012-Wert auf gleicher Höhe mit dem 2000 Wert liegt, meine Aussage oben stimmt also. Wobei auch zu beachten ist, dass als Referenz immer das Mittel von 1979-2006 herangezogen wird. Wer sagt, dass gerade dieser Zeitrahmen "normal" ist und was ist überhaupt ein "normale" Eisbedeckung der Arktis. Beim Arktiseis fehlt es also auch schon an einem glaubwürdigen Referenzpunkt.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Lese mir das bei Gelegenheit nochmals durch. Es ist eh nicht so, dass ich mich davon nicht überzeugen liesse. Ich hoffe ich bin noch lernfähig und nicht einfach stur Befürworter oder Gegner.

Das mit der Wikipedia ist natürlich so eine Sache. Bei neutralen Themen recht wertvoll, bei kontroversen Themen mit Vorsicht zu geniessen. Es können immer Quellen angegeben werden, die gerade in den Kram des Editierenden passt.

Was anderes noch. Für Hausschadensversicherer ist das aber zu blöd. Nun haben sie keine Argumente mehr, ihre Versicherungen noch weiterhochzufahren. Aber denen wird sicher was dafür einfallen, noch teurer zu machen, da wette ich darauf.

Re: schon ein bericht der ICCC vor einigen monaten

Man kann damit halt so gut abzocken und die Steuern (für den guten Zweck der "Klimarettung") erhöhen.

 
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