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Belo Monte-Staudamm: Österreichische Beteiligung ein "Schandfleck"

14.06.2012 | 13:34 |   (DiePresse.com)

Grüne und Greenpeace fordern den Ausstieg des österreichischen Unternehmens Andritz aus dem umstritten Staudammprojekt.

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Vor dem Hintergrund des in einer Woche stattfindenden Erdgipfels in Rio de Janeiro in Brasilien forderten die Grünen und Greenpeace bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag erneut den Ausstieg des österreichischen Anlagenbauers Andritz AG aus dem umstrittenen Staudamm-Projekt in Belo Monte. Um einen Rückzug zu erzwingen, werde man auch zu parlamentarischen Maßnahmen greifen, so die Klubobfrau der Grünen, Eva Glawischnig. Die Beteiligung eines österreichischen Unternehmens an einem Projekt, das weder menschenrechtlich noch in Umweltfragen europäischem Recht entspreche, sei ein "Schandfleck".

Man werde eine parlamentarische Initiative starten und Umwelt-, Energie- und Finanzminister zu einer Stellungnahme zwingen. Zusätzlich will Glawischnig einen Stopp der Sicherung von Auslandsgeschäften durch die österreichische Kontrollbank für alle weiteren Projekte der Andritz AG und die Einstellung der Geschäfte des Verbunds mit der Firma erreichen. Die Bundesregierung sowie Umweltminister Nikolaus Berlakovich (VP) forderte sie auf "das Projekt endlich klar zu verurteilen, und zwar bevor sie in das Flugzeug nach Brasilien steigen". Es könne nicht sein, dass in Rio über Green Economy "geschwafelt" werde, während im selben Land genau das Gegenteil passiere, erklärte Glawischnig.

Der Staudamm in Belo Monte in Brasilien wäre mit einer Leistungskapazität von 11.233 Megawatt der drittgrößte der Erde. Für seine Errichtung müssten 500 Quadratkilometer Amazonas-Gebiet geflutet und etwa 30.000 Menschen der indigenen Bevölkerung Brasilien umgesiedelt werden. Der Bau kostet nach Angaben von Greenpeace rund 13 Milliarden Euro, die Andritz AG ist mit einer Auftragshöhe von etwa 300 Millionen Euro beteiligt und wird sich vor allem mit der technischen Ausführung befassen. Immer wieder kam es zu Verzögerungen und Stopps des Wasserkraftwerk-Baus. Derzeit werden die ersten Bauarbeiten vorbereitet, mehrere Klagen sind noch anhängig.

Die Umweltkonsequenzen des Projekt seien fatal, meinte Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace. Das geplante Wasserkraftwerk sei "umweltzerstörend und menschenrechtsverletzend und ein Beispiel für die Pervertierung des Ansatzes der Green Economy". An keinem Ort in Europa wäre dieses Projekt genehmigungsfähig, man müsse europäische Standards einhalten und nicht "doppelbödig" auf die rasch wechselnde regionale Gesetzgebung hinweisen, kritisierte Egit. Würde Andritz aussteigen, wäre das ein erheblicher Rückschlag für das Projekt.

In Zukunft solle man Projekte dieser Größenordnung generell überdenken, so Glawischnig. Es sei für ein österreichisches Unternehmen wie die Andritz AG nicht notwendig, sich die Hände so schmutzig zu machen.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: Edwin 1
15.08.2012 13:14
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Die Grünen!

Die Grünen sprechen immer von sauberen Strom aber verhinder oder verteufeln immer wieder Waserkraftwerksbauten! Verzichten sie aber auf Strom?

Gast: Otto F.Krammer
16.07.2012 13:42
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Das DoKaWe HJainburg hätte 600MW geleistet..

und die GrünInnen haben das verhindert.
Das Kraftwerk in Brasilien wird 20 Mal stärker, da wäre der "Erfolg" für die GrünInnen eben 20 Mal größer.
Dass in Österreich viele Arbeiter damit arbeitslos geworden sind und dass damit der AKW-Stromimport notwendig geworden ist, davon spricht niemand.
Woher sollte Brasilien anstatt dieses Kraftwerkes seinenj Strom importieren?
Als ob diese Indianer in dem neuen Stausee nicht auch ihre Fische fangen könnten!

Gast: biersauer
18.06.2012 20:33
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Kann man den Grüninnen nur raten schnell alle hinfahren und den Urwald besetzen!

Weil dann sind wir sie endlich hier los.

Gast: Constanze
15.06.2012 08:19
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Tod dem Regenwald oder Stop Belo Monte

Es sind zuerst die Indianervölker, die vom Fischfang leben, denen die Lebensgrundlage entzogen werden, denn der Fischreichtum (unzähligen Arten!) des Xingu wird versiegen... Aber bei Weitem nicht nur das: 40.00 Arbeiter bedeutet 40.000 Familien, die sich dort niederlassen und Infrastruktur brauchen: Geschäfte, Straßen, Verkehrsmittel... Man muss damit rechnen, dass in der Folge etwa die Hälfte des derzeitigen brasilianischen Regenwaldes draufgehen wird.

Antworten Gast: Talbot
15.06.2012 11:02
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Re: Tod dem Regenwald oder Stop Belo Monte

Bleiben Sie bitte bei den Tatsachen. In Brasilien gibt es fast 5 Millionen km² Regenwald. Wie sollen 40000 Arbeiter die Hälfte davon vernichten?

Gast: Kibietz
14.06.2012 14:19
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Das Kraftwerk "Belo Monte", auf Deutsch "Berg der Hunde", ist natürlich für die Ururureinwohner dort eine Katastrophe.

Man könnte sowas auch nicht nur am Berg sondern wie in Österreich im Tal bauen, so wie das KW Freudenau, dann störts keinen.
Und die Hunderl können beruhigt weiter kläffen.

Re: Das Kraftwerk "Belo Monte", auf Deutsch "Berg der Hunde", ist natürlich für die Ururureinwohner dort eine Katastrophe.

"Belo Monte", auf Deutsch "Berg der Hunde"

Mein guter " Belo" bedeutet "schön" also "Schöner Berg"

Brasilien ist mit normalen grössen vergleiche für einen Europäer undenkbar. Man kann nur mit Kontinentalen Gedanken und vergleiche ziehen.

Belo Monte wird gebaut ob es den Grünen gefällt oder nicht.

Sollten wir Österreicher nicht den Auftrag ausführen und die 300.000 Euros nicht einkassieren.
So tun es die Amerikaner oder Engländer ohne mit der Wimper zu zucken und ohne Skrupel.

Also bitte nicht Dumm daher reden.

Antworten Gast: Talbot
14.06.2012 16:23
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Re: Das Kraftwerk "Belo Monte", auf Deutsch "Berg der Hunde", ist natürlich für die Ururureinwohner dort eine Katastrophe.

Großprojekte sind grundsätzlich böse, und österreichische Unternehmen dürfen sich daran nicht beteiligen.
Wie soll Brasilien den steigenden Strombedarf stillen?