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Pilotprojekt: Eigene Parkplätze nur für Anrainer

24.06.2012 | 18:26 |  DUYGU ÖZKAN (Die Presse)

In Teilen der Wiener Bezirke Mariahilf, Neubau und der Josefstadt werden zehn Prozent der Parkflächen für Anrainer reserviert. Kritiker sprechen von einer Verschiebung des Problems.

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Parkplätze für die, die hier wohnen – das ist das Ziel eines Pilotprojekts, das nun in drei Bezirken Wiens gestartet wird: Heute, Montag, wird das Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou die Details des Pilotprojektes Anrainerparkplätze in Mariahilf, Josefstadt und Neubau präsentieren. In Mariahilf wurden die „Parken nur für Parkpickerl-Inhaber“-Schilder bereits aufgestellt. 60 Parkplätze rund um das Raimundtheater sind ab heute für Parkpickerl-Besitzer des sechsten Bezirks reserviert.

Die Umgebung des Raimundtheaters ist hart umkämpftes Gebiet. Ziel des Bezirkes ist, dass Theaterbesucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen und nicht die Parkplätze verstellen, die die Anrainer bräuchten. Parken Autofahrer ohne Parkpickerl für den jeweiligen Bezirk auf einem dieser Plätze, müssen sie mit Strafen rechen – auch ein korrekt ausgefüllter Kurzparkschein reicht nicht. Daneben sind in Mariahilf auch eigene Anrainerplätze für Motorräder geplant.

Die meisten Anrainer begrüßen das Pilotprojekt. Aus der Bezirksvorstehung Neubau ist etwa zu hören, dass durchwegs positive Rückmeldungen eingelangt seien. 46 Anrainerparkplätze werden demnächst um den unteren Spittelberg entstehen, das entspricht zirka zehn Prozent der Gesamtparkplätze in diesem Gebiet (480). Diese Regelung – zehn Prozent einer ausgesuchten Zone für Anrainer – gilt auch in den anderen Pilotbezirken.

 

Brief an die Anrainer

In Neubau wurden die Anrainer bereits mit einem Brief des grünen Bezirksvorstehers Thomas Blimlinger über die genaue Lage der Parkplätze benachrichtigt; die meisten befinden sich in der Neustiftgasse (Hausnummern 2, 3 bis 5, 18 bis 22) und der Burggasse (47 bis 51, 24, 12 bis 16).

Wie das Gebiet um das Raimundtheater in Mariahilf ist auch der Spittelberg in Neubau ein Kultur-Hotspot – auch hier sollen Besucher animiert werden, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Aus dem Rathaus heißt es, dass diese drei Bezirke gerade aufgrund ihren vielen (kulturellen) Treffpunkte und Lokale ausgewählt worden seien. Bewährt sich das Pilotprojekt, ist eine Ausweitung „geplant“ und „denkbar“, wie es heißt. Für alle drei Bezirke wurde eine Beobachtungsphase von einem Jahr einkalkuliert.

In der Josefstadt hat der Bezirk die Details zu den Anrainerparkplätzen auch bereits festgelegt. Die meisten werden sich in der Lammgasse (1 bis 3, 10 bis 12), Lange Gasse (45 bis 47, 56 bis 60) und Piaristengasse (43, 60 bis 62) befinden (rund um das Theater in der Josefstadt). Wann genau die Schilder hier aufgestellt werden, könne man aber noch nicht sagen, heißt es aus dem Bezirksamt.

 

ÖAMTC: Nur Garagen eine Lösung

Dass die ausgewiesenen Parkplätze „zersplittert“ sind und nicht großflächig in einem Bereich entstehen, wird von der Stadt als bestmögliche Lösung in den grundsätzlich eng verbauten Innenstadtbezirken gesehen. Kritiker hingegen befürchten einen Schilder-Overkill. Der ÖAMTC kritisiert etwa, dass so nicht mehr Parkplätze geschaffen, sondern nur der Druck verschoben würde. Es bestehe die Gefahr, dass Anrainer aus demselben Bezirk, aber aus einer anderen Zone, die Parkplätze belegen. Dadurch seien die wirklichen Anrainer weiterhin benachteiligt. Laut ÖAMTC bringen nur kostengünstige Garagen eine Lösung für das Parkplatzproblem.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2012)

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78 Kommentare
 
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Als Arbeitnehmer zahlt man! So oder so!

Was zu all dem noch hinzu kommt, ist die Tatsache, dass Firmen die auf ihrem Grund und Boden für Angestellte ein Parkhaus/Tiefgarage bauen eigentlich etwas zu Parkraumentlastung beitragen.
Allerdings muss ein Angestellter umgerechnet ~16€ im Monat für so einen Parkplatz an den Staat abgegeben sofern die Firm in einem Bezirk liegt der in die Parkraumbewirtschaftung hinein fällt. Wie rechtfertigt man das Bitte?
Tiefgarage liegt im Dritten und deshalb muss ich jetzt dafür etwas an den Staat zahlen obwohl es sich dabei um die Garage der Firma handelt?

Gast: Günstling8
25.06.2012 15:54
3 1

Günstlinge

Bei Gebühren von € 2.- für eine Stunde für den Parkschein liegt der Wert des Anrainerparkplatzes bei € 560.- im Monat den die AnrainerInnen geschenkt bekommen! Wieso diese Begünstigung für Leute, die dort in der Stadt ja gar kein Auto brauchen, weil man ihnen die Öffis vor die Türe gebaut hat!?

Antworten Gast: Pendler-Parkplatzdiebe-Opfer
25.06.2012 16:10
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Re: Günstlinge

"Wieso diese Begünstigung für Leute, die dort in der Stadt ja gar kein Auto brauchen, weil man ihnen die Öffis vor die Türe gebaut hat!?"

--> genau, warum sollten irgendwelche NIcht_Anrainer überhaupt mit dem PKW in die dicht bebauten Stadtteile einfahren dürfen, Öffis sind ja ausreichend vorhanden.

City-Maut wäre fairer!

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Re: Re: Günstlinge

ja und eine maut für wiener die aus wien rausfahren.
sie wollen zum flughafen, zahlen sie kräftig dafür.
auch eine extramaut für leute die innerhalb des gürtels wohnen.
sie wollen in die aussenbezirke, also zahlen sie.

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Re: Re: Re: Günstlinge

Am Flughafen zahlen Sie ohnehin, aber 4,50 pro Stunde Parken.

Antworten Antworten Antworten Gast: Balta
25.06.2012 17:20
1 3

Re: Re: Re: Günstlinge

Also bevor Sie sich gedanklich verwurschteln...würde so aussehen: Citymaut wird beim "Reinfahren" gezahlt, deswegen auch Citymaut und nicht Grüngürtelmaut. In anderen Worten: Josefstädtler fährt zunächst "gratis" nach Pampa. Bei Fahrt von Pampa zurück zahlt er dann wie alle anderen auch...

Gast: Kern Karl
25.06.2012 15:40
4 0

Privatisierung öffentlichen Raumes

Öffentlicher Raum wird hier auf Kosten aller zum Nutzen einiger Weniger privatisiert. Wer dort wohnt braucht aber doch gar kein Auto. Wieso fördert Grün diesen Unsinn? Der Platz wäre für andere frei zu halten, die auf ein Auto angewiesen sind, weil sie dort wohnen wo die Öffis nicht hinfahren!

Antworten Gast: Autofahrer123
25.06.2012 16:03
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Re: Privatisierung öffentlichen Raumes

"Öffentlicher Raum wird hier auf Kosten aller zum Nutzen einiger Weniger privatisiert "
--> genau, nur die PKW-Besitzer dürfen Ihr Privateigentum einfach so auf öffentlichen Verkehrsflächen großflächig abstellen,
andere Menschen dürfen das nicht "

Wer dort wohnt braucht aber doch gar kein Auto."
--> wer dort hinfährt braucht kein Auto, es gibt öffentlich Verkehrsmittel ab der Stadtgrenze bzw. bereits in NÖ (Schnellbahn; Regionalbusse etc.)

"Der Platz wäre für andere frei zu halten, die auf ein Auto angewiesen sind"
--> gibt es bereits z-B für Behinderte mit Behindertenausweis, die überall Parken dürfen bzw. bei bedarf auch einen "Reservierten Stellpatz vor dem Hauseingang

FAIZT: Parkpickerl ist gut, weil niemand mit dem Auto dort hinfahren muss!

Gast: Kibietz
25.06.2012 14:56
2 0

Der Witz ist der

das die Anrainer längere Wege von und zum Auto in Kauf nehmen müssen, nur weil man die Raimundtheaterbesucher in die Öffis zwingen will.

Hoffentlich wird das Theater konsequent boykottiert damit die Stadtoberen sehen das man mit den Bürgern nicht alles machen kann.

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dann kriegen eben die grünen freikarten, um das theater zu füllen,

und die allgemeinheit kann das wiederum zahlen.

die grünen habens offenbar heraus, wie sie sich selbst ins licht stellen und dabei die anderen dabei abzocken.


Antworten Gast: Raimund_Theater_Opfer
25.06.2012 16:04
1 1

Re: Der Witz ist der

Wieso denn muss ein Anrainer weiter gehen, nur weil die Theater-Besucher in Ihrer erbitterten Armut und/oder Ihrem erbittertem Leidensweg mit dem ÖV anzureisen, nicht merh beim Theater parken sollen?

Gast: Franz888
25.06.2012 14:46
3 1

"Rot-Grün" Vorbild für ganz Österreich?

Wien verdient nichts anderes!

Re: "Rot-Grün" Vorbild für ganz Österreich?

Und wieder einmal sind die Rot/Grüninnen Schuld...

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20101216_OTS0247/bv-mickel-josefstadt-soll-modellregion-fuer-bewohner-parkplaetze-werden

Gast: dreamerinvienna
25.06.2012 13:31
4 1

diskriminierung

das ist ja reine diskriminierung. ich finde die vorgehensweise mit parkpickerl und dann auch noch anrainerparkpickerl eine unglaubliche vorgehensweise.

wo sollen bitte die besucher des raimundtheaters ihre autos parken? hat die stadt auch dafür eine BRAUCHBARE lösung BEVOR sie die besucher von kulturveranstaltungen diskriminiert???

es wäre gut, wenn die spö/grünen endlich mal ein vernünftiges KONZEPT entwickeln würden. dieses stückwerk ist ja reinster pfusch und verschwendung von steuergeld

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na und?

kultur wird auch finanziert (=subventioniert),
wenn keiner hingeht

Antworten Antworten Gast: HaHaFuzzi
25.06.2012 17:27
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Re: na und?

Ja genau, alle Kultursubventionen Streichen. Die Touristen kommen sicher wegen der tollen kommerziellen internationalen Popmusik und wegen der Galerie O**o nach Wien. Und die Chinesen interessieren sich bei der Weltausstellung nicht mehr für Mozart und Haydn, sondern für die Österreichische Raumfahrt und Brennzellentechnologie, weil in diesen Segmenten Österreich wirklich eine Weltmacht ist!!!

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Re: Re: na und?

(hallo, hahafuzzi - ich sags ihnen ganz leise ins ohr: ich habs sarkastisch und ein wenig provokativ gemeint. vielleicht hätt ichs auch so deklarieren sollen ... im grunde bin ich selbst kulturfreund, nur ziemlich oft geht mir auf den geist, wenn so getan wird, als wäre kultur etwas urlinkes, und gleichzeitig wird auf jene gespuckt, die durch ihre steuerleistung, ihre arbeit und ihr sponsorentum erst den kulturbetrieb ermöglichen und erhalten.)


Antworten Gast: Pederka
25.06.2012 13:47
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Raimundtheater

Da gibt es U-Bahnen, Busse, Taxis ...

Re: Raimundtheater

der Besucher aus tulln kann die ganz sicher nutzen!

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Re: Re: Raimundtheater

Warum nicht?

weg mit allen parkpickerln in ganz wien.


Na spär aber doch ist man sich in Wien bewusst geworden ...

... dass einfach nur Geld aus den Taschen zu ziehen, ohne irgendeine Gegenleistung dafür zu bieten nicht ausreicht.

Der Schwachsinn geht also in die nächste Runde, nachdem niemand auch nur annähernd feststellt / feststellen kann, wie viele Parkplätze auch dafür genau reserviert werden müssen.

Antworten Gast: Der Steuerzahler
25.06.2012 12:49
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Re: Na spär aber doch ist man sich in Wien bewusst geworden ...

Die für parkende Autos reservierte Fläche ist keine Gegenleistung?

Gast: Der Steuerzahler
25.06.2012 11:47
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Frage mich, ob das in anderen Städten auch so ist

dass sich spiessige Kleingeister vollkommen über das Auto, den Sprit und das Parken identifizieren.

Fangt zum leben an, das Auto ist einfach nur ein Transportmittel. Nicht mehr - nicht weniger.

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Re: Frage mich, ob das in anderen Städten auch so ist

wenn es so wäre, dann bräuchte es das ja gar nicht.
In Wahrheit sind die Grünen Autofetischisten. Das Auto muss unheimliche Bedeutung in deren Leben haben, dass sie sich ständig damit beschäftigen, asl gäbe es nichts wichtigeres in der Politik.

 
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