Nach dem Mord an einer 31-jährigen Tirolerin im Ötztal von Montagnacht hat der Verdächtige bei seiner Einvernahme Eifersucht als Tatmotiv angegeben. Der 65-jährige Einheimische soll einen Nebenbuhler vermutet haben, weshalb er mit einem Jagdgewehr in einem Lokal in Oetz der Frau in die Brust geschossen hatte, sagte Christoph Hundertpfund, stellvertretender Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes, am Mittwoch. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck die Verhängung der Untersuchungshaft über den mutmaßlichen Täter beantragt.
"Gestern Nachmittag wurde der Tatverdächtige in die Justizanstalt eingeliefert", sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Thomas Willam. Inzwischen sei auch ein Ermittlungsverfahren wegen des dringenden Verdacht des Mordes eingeleitet worden. Der Ötztaler war zum Tatzeitpunkt alkoholisiert.
"Eine noch nicht näher definierte Beziehung"
"Unser Verdacht hat sich bestätigt", meinte Hundertpfund, wonach die Kriminalisten bereits am Dienstag Eifersucht als Grund für die Bluttat vermuteten. Der Täter und das Opfer, beide aus dem Ötztal, dürften "vermutlich eine noch nicht näher definierte Beziehung" gehabt haben, hatte er zuvor gesagt. Nach einer mehrstündigen Vernehmung des 65-jährigen Beschuldigten am Nachmittag konnte die Frage nach dem Motiv geklärt werden.
Die Bluttat hatte sich am Montag gegen 23 Uhr ereignet. Zuvor dürfte es eine Auseinandersetzung zwischen der 31-jährigen Angestellten und dem Täter gegeben haben, er wurde nach dem Streit des Lokales verwiesen. Wenig später kam er mit einem Jagdgewehr bewaffnet zurück. Dabei schoss er der Frau in die Brust. Sie wurde schwer verletzt in die Innsbrucker Klinik eingewiesen, wo sie verstarb.
Der 65-Jährige wurde nach der Tat im Lokal von Anwesenden überwältigt und der Polizei übergeben. Bei seiner Festnahme zeigte er sich geständig. "Er räumte ein, dass er den Schuss auf die Frau aus seiner Waffe abgegeben hat", schilderte Hundertpfund. Der Mann war im Besitz einer gültigen Jagdkarte. Er war dadurch ermächtigt, eine Jagdwaffe zu führen, erklärte der Kriminalbeamte. Das Jagdgewehr, die spätere Tatwaffe, befand sich im Besitz des Verdächtigen.
(APA)
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