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Aufgescheuchtes Pferd galoppiert durch Salzburg

29.06.2012 | 09:11 |   (DiePresse.com)

Ein Bremsen-Schwarm setzte das Tier in Panik. Es riss sich vom Fiakergespann und kollidierte mit einem Pkw. Pferd, Fiaker und die Autofahrerin wurden dabei verletzt.

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Ein durch einen Schwarm blutsaugender Bremsen aufgescheuchtes Pferd hat am Donnerstagabend in der Stadt Salzburg für Aufregung gesorgt. Das Tier hatte sich gegen 19.30 Uhr in der Hofstallgasse vor dem Festspielhaus von einem Fiaker-Gespann losgerissen und war panisch geflüchtet.

Der Fiaker, ein 55-jähriger Bauer aus Salzburg, stürzte beim Versuch, das Tier zu bändigen, vom Gespann und brach sich das rechte Schlüsselbein. Eines seiner beiden Pferde riss sich von der Kutsche los und galoppierte durch das Neutor stadtauswärts und prallte unmittelbar nach der Tunnelausfahrt gegen das Auto einer 25-jährigen Krankenschwester aus Salzburg. Das Pferd wurde gegen die Windschutzscheibe und in weiterer Folge auf das Dach des Wagens geschleudert. Durch die Kollision verlor die Krankenschwester die Kontrolle über ihren Pkw und prallte gegen einen Hydranten. Die Frau erlitt bei dem Zusammenstoß Verletzungen unbestimmten Grades und wurde vom Roten Kreuz in das Landeskrankenhaus Salzburg eingeliefert. Ihr Wagen wurde erheblich beschädigt.

Das herrenlose Pferd setzte trotz einer bei der Kollision erlittenen Verletzung am Vorderhuf die Flucht fort - und galoppierte über Hauptverkehrsstraßen und eine Salzachbrücke durch die halbe Stadt. Erst nach sechs Kilometern gelange es einer Polizeisteife, das Tier einzufangen. Das Pferd wurde vom Tierarzt versorgt.

Tierschutzverein fordert Verbot

"Leider kommt es immer wieder zu Unfällen - mit zum Teil heftigen Folgen für Mensch und Tier. Wir fordern daher ein Verbot der Fiaker-Tradition in Wien und Salzburg", so Janina Koster vom Österreichischen Tierschutzverein am Freitag. Die Tiere würden nur für den Profit einiger weniger und zur Belustigung und als Fotomotiv für ahnungslose Touristen missbraucht.

Die Kritik wurde von Franz Winter, dem Sprecher der Salzburger Fiaker, scharf zurückgewiesen: "Die Pferde sind unser Kapital. Wir haben ein Interesse daran, dass es ihnen gut geht. Davon leben wir." Die Tiere würden sich nach einem Tag Einsatz in der Stadt in der Regel zwei Tage auf der Wiese erholen. Eine Kontrolle des Magistrats in der vergangenen Woche habe keine Beanstandungen ergeben. "Alle Pferde waren in Ordnung."

Gegen einen derartigen Unfall sei man übrigens machtlos. Winter zeigte sich erleichtert darüber, dass nicht mehr passiert ist. Sein Kollege dürfte sich beim Sturz aber nicht nur das Schlüsselbein, sondern offenbar auch drei Rippen gebrochen haben.

In der Stadt Salzburg stehen 13 Fiaker-Kutschen im Einsatz, die jeweils von zwei Pferden gezogen werden. Laut Winter würden die Kutscher auf insgesamt rund 100 Pferde zurückgreifen.

(APA)

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1 Kommentare
Gast: Blankensteiner Husar
29.06.2012 09:45
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Jetzt stell sich einer vor wir Menschen wären so ein scheuches Hendl wie dieser Gaul!

"urch einen Schwarm blutsaugender Bremsen aufgescheuchtes..." - He! Wir sind ja durch unsere Beamten schon abgehärtet!