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Tierschützer: "Mafiaparagraf"-Freispruch rechtskräftig

29.06.2012 | 17:21 |   (DiePresse.com)

Der Staatsanwalt wird allerdings gegen die Freisprüche bei Einzeldelikten berufen. Damit ist das Verfahren für acht der 13 Beschuldigten beendet.

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Die 13 Tierschützer, die sich 14 Monate lang vor dem Landesgericht Wiener Neustadt verantworten mussten, haben keine kriminelle Organisation gebildet. Der im Mai 2011 erfolgte Freispruch vom Vorwurf des Mafia-Paragrafen 278a StGB ist seit Freitag rechtskräftig. Gegen Freisprüche bei Einzeldelikten werde allerdings berufen, teilte Staatsanwaltschafts-Sprecher Erich Habitzl mit. Das Justizministerium kündigte in der Folge eine baldige Reform des umstrittenen Paragrafen an.

Mit der Akzeptanz des Freispruchs vom "Mafia-Paragrafen" ist das Verfahren für acht der 13 Beschuldigten nun beendet. Am Tag nach der Urteilsbegründung hatte die Anklagebehörde noch Berufung wegen "Nichtigkeit und Schuld" angekündigt - dies erschien den Staatsanwälten nach Prüfung des schriftlichen Urteils aber nun doch "nicht aussichtsreich", wie es hieß.

Gegen Einzeldelikte - konkret schwere Nötigung, schwere Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Tierquälerei - wird aber Einspruch eingelegt. Darüber habe das Oberlandesgericht (OLG) Wien zu entscheiden, erläuterte Habitzl. Dieses könne die beeinspruchten Punkte des Ersturteils bestätigen oder aufheben und dann entweder selbst eine Entscheidung treffen oder das Verfahren an die erste Instanz zurückverweisen.

Das Berufungsschreiben wurde am Freitag beim Landesgericht eingebracht und muss von diesem erst an die weiteren Beteiligten verschickt werden. Nähere Details zu den Einzeldelikten, gegen die die Staatsanwaltschaft weiter vorgehen will, wollte der Behördensprecher daher noch nicht nennen.

Neuer Gesetzesentwurf in Arbeit

Nach der Urteilsverkündung im vergangenen Jahr hatte das Justizministerium eine Evaluierung des vieldiskutierten Mafia-Paragrafen begonnen. Diese habe eine gesetzliche Reform nahegelegt, was nun auch erfolgen werde, so ein Sprecher von Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP). Der Ministerialentwurf dazu werde noch im Sommer in Begutachtung gehen, inhaltliche Details würden "demnächst" bekanntgegeben.

Die Grünen, die die Rechtskraft des Freispruchs "erleichtert" zur Kenntnis nahmen, wünschen sich, dass danach die Bereicherungsabsicht im Zentrum des Gesetzes steht. Diese sei nämlich "ein typisches Merkmal krimineller Organisationen" und verhindere, dass zivilgesellschaftliche Aktivitäten ins Visier genommen werden können. Die SPÖ begrüßte die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ebenfalls. Sorgen bereitete Konsumentensprecher Johann Maier allerdings der materielle Schaden, den die Aktivisten durch das Verfahren erlitten hätten. Pro Betroffenem hätten sich rund 400.000 Euro angehäuft, forderte er eine entsprechende Entschädigung. Auch die Neuregelung des Kostenersatzes bei Freisprüchen sei dringend notwendig.

VgT: "Ein Versuch, das Gesicht zu wahren"

Als "ersten positiven Schritt" bezeichnete der nun Ex-Erstangeklagte Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VgT), die teilweise Rechtskraft des Freispruchs - allerdings "mit Wermutstropfen". Die Berufung bei einigen der Einzeldelikte sei offenbar "ein Versuch, das Gesicht zu wahren", wie er zur APA sagte. Dies gehe allerdings zulasten der noch Betroffenen. Zudem kritisierten er und ein weiterer Beschuldigter, dass sie bisher nur durch die Medien von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft erfahren hätten.

(APA)

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38 Kommentare
 
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Gast: rae turdz
03.07.2012 15:59
0 1

Die Fortführung der unRECHTSsprechung

denn diese hat mehr mit Rechts zu tun als mit Recht. Und dass Unrecht Teil von Undemokratien ist, darauf brauche ich wohl nicht hinzuweisen.

Gast: plebs potus
03.07.2012 15:46
0 1

Ein ÖVP-gewiesener Staatsanwalt

sollte wegen befangenheit sofort seines Amtes enthoben werden. Jeder Jurist greift sich ans Hirn bei diesem Prozess. Denn das Rechts- und Demokratieverständnis in diesem Land leiden darunter GEWALTIG. Ebenso wie das Ansehen unserer Justiz als ganzes..

Man zeige mir einen mafiosi oder Korruptionsfall der letzten 10 Jahre der in den Medien war, wo der StgB §278 so rigoros angewendet wurde. Was ist z.b. mit EF, BUWOG, WM-Vergabe, e.t.c.??? Quo vadis Austria?

Gast: b754
01.07.2012 16:31
3 1

in einem rechtsstaat wäre der staatsanwalt längst in u haft


Gast: Klippi
01.07.2012 13:42
1 1

Da werden feierlich "Antikorruptionsgesetze" beschlossen und die Politik..

...lässt weiterhin zu, dass die Justiz zum Hampelmann korrupter Politiker wird. Man sollte alle Verantwortlichen für dieses Justiz- und Korruptionsskandal sofort vor ein Uniabhängiges Gericht, am besten in Den Haag, stellen. Es kann doch nicht sein, dass ein EU-Land eine Lizenz zur Menschenrechtsverletzung geniest.

Gast: MarkXA
01.07.2012 10:01
1 0

ich kann mir gut vorstellen,

dass die 5 nicht freigesprochenen "Tierschützer"
(angeklagt wegen schwere Nötigung, schwere Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Tierquälerei) ziemlich sauer
sind die ganze Sache alleine ausbaden zu müssen und wie es so meistens ist anfangen werden zu singen und die anderen beschuldigen
werden .
Der Prozess kann sehr interessant werden da
gegenseitiges Beschuldigen wahrscheinlich ist ?

Antworten Gast: plebs potus
03.07.2012 16:04
0 0

Re: ich kann mir gut vorstellen,

Singen wegen was bitteschön? Dass sei vor der Filiale des Kleiderbauers ihre Kampagne (rechtskonform und in keiner Weise brutal oder aggressiv -ich bin da jeden Tag dran vorbeigelaufen) durchgeführt haben.

Keiner der Mitarbeiter war nun ein Jahr in U-Haft und hat wegen einer illegalen und korrupten Weisung nun Job, Ausbildung Plus jeweils Prozesskosten zwischen 200.000 oder 300.000 trotz Freispruches zu tragen. Ich möchte wirklich wissen, ob das gerechtfertig ist. Kein Kleiderbauer Mitarbeiter war je (ausser seitens der korrupten Firmenführung) dazu angehalten mit einem Tierschützer zu reden oder zu diskutieren. Dieser ganze Prozess zeigt einfach wie korrupt das System ÖVP schon geworden ist. Wer unangenehm ist, kommt in U-Haft, ob man da jetzt illegale -und erwiesenermassen manchmal tödliche- Abschiebepraxen filmt (was ist daran bitte falsch) und deswegen als Terrorist in Uhaft gesteckt wird. Hier wird bloss versucht die Courage von engagierten MEnschen, also unser aller Willen und Nächstenliebe zu brechen. Und das dank einer "christich-sozialen" "Justiz"

Antworten Gast: gast 1
03.07.2012 12:15
0 0

Re: ich kann mir gut vorstellen,

In der 2. Instanz gibt es keinen Prozess - da kann auch keiner "singen" . Warum solltens das auch tun?

Gast: anonymus
29.06.2012 22:21
0 0

mark poller

wir werden dich am richtigen ort aufheben

Gast: *** Mark Poller ***
29.06.2012 21:53
10 5

Immerhin hat es ja objektiv begangene einschlägige Straftaten gegeben


Man erinnere sich nur an den massiven Terror gegen Kleider-Bauer-Angestellte usw.

Ob das allerdings die sog. Tierschützer waren oder irgendwelche Außerirdischen zufällig jeweils zur gleichen Zeit am gleichen Ort auftraten bleibt wohl für immer ein Geheimnis.

Ob nach Mafiaparagraph oder nicht, das Treiben dieser Leutchen ist jedenfalls als mafiös einzustufen. Man muss sich nur die massiven Einschüchterungsversuche gegen die Richterin in Erinnerung rufen etc. etc.

Und Balluch, der wegen dem Wohlergehen eines Tieres sogar Menschentötung in Erwägung zieht ("Tyrannenmord") wäre ohnehin woanders besser aufgehoben, zum Schutz der Bevölkerung aber auch zum eigenen Schutz.

Antworten Gast: franz v. a.
30.06.2012 00:17
3 1

Re: Immerhin hat es ja objektiv begangene einschlägige Straftaten gegeben

Zitat: Balluch, "der wegen dem Wohlergehen eines Tieres sogar Menschentötung in Erwägung zieht ("Tyrannenmord")" etc.

Man möchte es nicht glauben, aber das hat er tatsächlich gesagt, und es sollte ihn aus der Gemeinschaft der zivilisierten Menschen eigentlich ausschließen.

Mir zumindest ist jeder Mensch lieber (auch Balluch) als jedes Tier, und einen Menschen zu töten um das Leben eines Tieres zu erhalten finde ich einfach barbarisch. Aber warum sollen wir uns über die militante "Tierschützer"szene wundern? An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!

Antworten Antworten Gast: yoshi1
01.07.2012 13:13
2 1

Re: Re: Immerhin hat es ja objektiv begangene einschlägige Straftaten gegeben

Rein philosophisch: Was genau macht ein Menschenleben wertvoller als das eines Tieres? Im Endeffekt ist es nur unsere Macht.

Folgerung: Wenn irgendwann einmal kleine hochentwickelte grüne Männchen/Maschinen aus den Tiefen des Alls zu uns kommen und uns als Nahrungsquelle/Energiequelle/Gartenzwerge/... zweckentfremden wollen, so haben wir kein moralisches Recht dagegen zu protestieren. Immerhin gilt nur das Gesetz des Stärkeren. Ich persönlich sehe das problematisch im Bezug auf einen analogen Vergleich zum Schleier der Ignoranz.

PS. Ich bin kein Vegetarier.

"... ist auf jedenfall mafiös einzustufen."

Und ich erinnere daran, dass der mittlerweile zum LVT beförderte Ermittler Zwettler im Zeugenstand unter Wahrheitspflicht gelogen hat, dass eine verdeckte Ermittlerin und eine V-Person nie etwas zu Tage gebracht haben, obwohl sie im innersten Zirkel aktiv waren.

Viel eher mafiös einzustufen ist der Umstand, dass sich hier eine Firma Ermittlungen inkl. existenzvernichtenden Prozess bestellen konnte - und dieser auch prompt geliefert worden ist.

Gast: albert schweitzer
29.06.2012 21:45
2 1

borne free

Re: tiere haben ein recht auf freiheit und schutz
Tiere sind Eigentum. "Der Tierschützer", der in fremdes Eigentum eingreift, ist kriminell und gehört bestraft.
grudsätzlich ist das rischtig- jedoch sollte man überlegen- ob es nicht an der zeit wäre, den tieren ein recht auf selbstbestimmung wieder einzuräumen. das heiß lebensräume schaffen, in denen sie frei , wie sie geboren sind leben können. Thats the aim and keep it natural with reverence for life.

Was für ein Hohn!

Tierschützer wegen Tierquälerei anzeigen ist doch der blanke Aberwitz. Offenbar ist unsere verparteipolitisierte Staatsanwaltschaft unterbeschäftigt. Anders kann ich mir diese Parodie auf den Rechtsstaat nicht erklären.

Gast: Hans H..
29.06.2012 19:55
4 5

Jetzt reicht es,Staatsanwalt (KARL,Kleiderbauer)

lasst endlich die Tierschützer in Ruhe und kümmert euch um Grasser und Komplizen.
Was hier in Österreich mit meinem Steuergeld "abgeht" ist untragbar.
Dieser Staatsanwalt gehört sofort rausgeschmissen.Hat der sonst keine Arbeit?

Diesen komischen Staatsanwalt bitte nicht bei Graf Lobby,bei Eurofighter,bei den Grippemasken oder sonstwo einsetzen. Zum Schluss ist der auch noch Jäger.
Lasst endlich diese Tierschützer in Ruhe Frau Karl.
Mir wird richtig schlecht wie mit meinem Steuergeld Schindluder getrieben wird und ich dachte immer die schwarze ESM Justiz hat kein Personal.
Ich hoffe jetzt auf die FPÖ und Herrn Strache das er sich diesen Fall annimmt. Von den Gauner und Verräterparteien SPÖ-ÖVP-Grüne ist hier nichts zu erwarten.

Gast: albert schweitzer
29.06.2012 19:49
2 5

tiere haben ein recht auf freiheit und schutz

wie man sieht ist im polizeistaat österreich alles möglich. der tierschützer der sich auf die seite der tiere stellt wird zum bösen buben erklärt. der psychopatisch veranlagte polizist, der seinen hund im sinne der dienstausbildung psychisch foltert und mit stöcken schlägt ist der brave.
ein klares zeichen der schizophrenen justiz in österreich.

Re: tiere haben ein recht auf freiheit und schutz

Tiere sind Eigentum. "Der Tierschützer", der in fremdes Eigentum eingreift, ist kriminell und gehört bestraft.

Re: Re: tiere haben ein recht auf freiheit und schutz

Richtig !

Genau.

Wer zig-tausend Hühner abseits von Tageslicht quälen will, ihnen Antibiotika verabreicht, damit sie diese Tortur 3 Wochen lang bis zur Schlachtung halbwegs gesund überstehen...
der soll das ruhig tun, denn die Hühner sind ja nur sein 'EIGENTUM'.

Und wenn jemand diesen Missstand dokumentiert und dazu in die Halle einsteigt, der ist dann ein Einbrecher und gehört verfolgt.

Also Menschen gibts... z-z-z

Re: Genau.

Ein Grundprinzip unserer Gesellschaft ist das Gewaltmonopol des Staats. Wenn jemand vermutet, dass Gesetze nicht eingehalten werden, kann er jederzeit Anzeige erstatten und man wird sich darum kümmern. Sie würden schön blöd schau'n, wenn ich in Ihre Wohnung einstiege, um irgendwelche Missstände zu dokumentieren.

Und zum Schluss: Mir ganz persönlich ist es egal, was mit den Hühnern passiert. Gut schmecken sollen's.

*gääähn*

Glaub was Du willst. Ich finds gut, wenn Initiativen Missstände der Gesellschaft thematisieren bzw. problematisieren. Es gibt einfach genug Felder, in denen der Staat versagt, durch Kampagnen jedoch ein Umdenken bewirkt wurde.
Du würdest auch sicherlich Käfigeier essen, wären diese noch im Handel. Das Verbot derselben ist aber genau durch solche Vorfälle und Dokumentationen zustande gekommen.

Wenn Du glaubst, dass es Dir gut tut, dann iss auch weiterhin Deine Antibiotika-Henderln. Mir würds grausen...

Antworten Antworten Antworten Gast: Kibietz
29.06.2012 23:25
0 1

Re: Genau, Antibiotika

Das ist die nächste Schweinerei. Dank diesen Leuten werden immer mehr "ungefährliche" Bakterien, Vieren und Keime antibiotikaresistent. Das kostet jährlich tausendenden Menschen das Leben in Österreich.

Das ist der Skandal!

Gast: albert schweitzer
29.06.2012 19:48
2 4

tiere haben ein recht auf freiheit und schutz

wie man sieht ist im polizeistaat österreich alles möglich. der tierschützer der sich auf die seite der tiere stellt wird zum bösen buben erklärt. der psychopatisch veranlagte polizist, der seinen hund im sinne der dienstausbildung psychisch foltert und mit stöcken schlägt ist der brave.
ein klares zeichen der schizophrenen justiz in österreich.

Gast: globetrotterneu
29.06.2012 19:21
1 2

zeit für gerechtigkeit

herr staatsanwalt schwache leistung.

Gast: franz d. a.
29.06.2012 17:55
10 2

Die Staatsanwaltschaft wird allerdings gegen die Freisprüche wegen schwerer Nötigung, schwerer Sachbeschädigung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Tierquälerei berufen, teilte Sprecher Erich Habitzl am Freitag in einer Aussendung mit.


Gut so!

Antworten Gast: kljlk
06.07.2012 23:26
0 0

Re: Die Staatsanwaltschaft wird allerdings gegen die Freisprüche wegen schwerer Nötigung, schwerer Sachbeschädigung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Tierquälerei berufen, teilte Sprecher Erich Habitzl am Freitag in einer Aussendung mit.

"Schwere Nötigung"? Durch Demonstrationen? Na weit haben wir's gebracht... und was ist mit der nicht genehmigten Bespitzelung durch die SOKO Tierschutz, die keinerlei stichhaltige Fakten zu Tage gebracht hat?

Fein, dass das mit unserem Steuergeld passiert... kann nur auf dem Mist eines politischen "Leistungsträgers" gewachsen sein...

 
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