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35 Grad, 40.000 Einwohner und (fast) kein Freibad

02.07.2012 | 11:26 |  Klemens Patek (DiePresse.com)

In Wiener Neustadt fielen zwei Freibäder dem Sparstift zum Opfer. Das dritte war am Wochenende wegen eines Wettkampfs großteils gesperrt.

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Sommer, Sonne, Sonnenschein - da gehört das Freibad mit dazu. Während sich Wiens städtische Freibäder am Sonntag mit mehr als 135.000 Besuchern über einen Besucherrekord freuen können, sieht die Lage im südlichen Niederösterreich etwas trister aus. Das Problem ist nicht die Nachfrage, sondern das Angebot: In Wiener Neustadt, mit rund 40.000 Einwohnern immerhin die elftgrößte Stadt Österreichs, mussten die vor allem bei der Jugend wegen Rutsche und Co beliebten Freibäder "Ungarbad" und "Volksbad" aufgrund der hohen Kosten 2007 bzw. 2010 geschlossen werden. Übrig bleibt das Akademiebad mit einem nicht allzu großen Familienbecken und einem 50-Meter-Schwimmbecken. Doch das einzige größere Freibad-Becken der Stadt war den ganzen Samstag und bis Sonntag zu Mittag Schauplatz der burgenländischen Schwimm-Landesmeisterschaften. Den 40.000 Einwohnern blieb also das kleine Familien-Becken über.

Gutes Wetter war "Pech"

"Die Veranstaltung war angemeldet, die gibt es seit ca. 20 Jahren", verteidigt Rainer Spenger, Sprecher des Bürgermeisters Bernhard Müller (SPÖ), die Situation vom Wochenende. Es sei Pech gewesen, dass es wegen des Wetters so einen Ansturm gegeben habe. Man werde mit den Veranstaltern reden, dass man den Wettbewerb auf Anfang Juni verschiebt. Das Becken im Akademiebad ist das einzige 50-Meter-Becken der Region und daher der einzig mögliche Austragungsort für Meisterschaften auf der Langbahn.

Die Stadt Wiener Neustadt hat einen Vertrag mit dem Heer abgeschlossen, dem das Bad eigentlich gehört. Die Stadt tritt als Betreiber auf und beteiligt sich an den Investitionskosten. Im Gegenzug für die Nutzung muss die Stadt dem Heer regelmäßig Bahnen im großen Becken für Trainings zur Verfügung stellen. Eine Situation die auch abseits von Wettkämpfen zu Platznot im großen Becken führt.

Die beiden alten Bäder mussten aus finanziellen Gründen geschlossen werden. Die Auslastung vor allem im Ungarbad sei zu gering und die damals anstehenden Investitionskosten zu hoch gewesen, als dass die Stadt diese beiden Freibäder halten hätte können. "Es gibt kaum eine Stadt in der Größenordnung, die drei Bäder hat", so Spenger.

"Armutszeugnis für eine Stadt dieser Größe"

"Man sieht, wohin das schlechte Wirtschaften der SPÖ geführt hat", kritisiert Philipp Gruber, Klubobmann der ÖVP Wiener Neustadt. "Es ist für eine Stadt dieser Größe ein Armutszeugnis, wenn an einem Wochenende wie diesem kein Freibad zur Verfügung steht." Der blaue Stadtrat Udo Landbauer stößt in dasselbe Horn: "Es war ein Fehler, dass man sich in diese Lage manövriert hat." Das alte Volksbad zu revitalisieren, darin sehen alle Oppositionsparteien keine Lösung. Die Grünen könnten sich vorstellen, die so genannte Achterlacke, einen Teich im Westen der Stadt, als Badeteich auszubauen. Derzeit ist dort das Baden wegen fehlender sanitärer Anlagen und Aufsicht verboten, erklärt die Fraktionvorsitzende der Grünen im Gemeinderat, Tanja Windbüchler-Souschill. Freibäder seien auch Sozial- und Jugendpolitik "und Wiener Neustadt schafft es nicht, die Infrastruktur einzurichten".

Hallenbad soll auch Freibad werden

Eine Alternative könnte ein Freibecken im städtischen Hallenbad "Aqua Nova" sein. Bis 2015 soll es eröffnet werden. Ein Beachvolleyball-Platz soll das Bad bereits in der näheren Zukunft für den Sommer aufwerten.

Bleibt den Wiener Neustädtern an Wochenenden wie diesen nur noch die Bäderflucht ins Umland. Das Strandbad am Neufelder See im nahegelegenen Burgenland war am Samstag mit 5400 Besuchern und am Sonntag mit 6900 Besuchern allerdings wie die meisten Bäder in Österreich an der Kapazitätsgrenze angelangt.

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18 Kommentare
Gast: Boban
16.08.2012 00:35
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Turm

Wenn sie schon ein Freibad baun sollte es eines mit min. einem 5m turm :D
dann wären klasse umsätze sicher ;)

Gast: StreitBar
02.07.2012 19:24
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Die Schwerpunkte sind halt jetzt anders gesetzt.

Ich als Wiener Neustädter habe jetzt zum Beispiel vor der Wohhausanlage ums Eck einen Integrations-Kräutergarten mit eigener Asylwerber-Parzelle (Wtf??). Man muss halt Prioritäten setzten, es ist nicht genug Geld für alles da.

Gast: Claudia Banditen Ort
02.07.2012 17:10
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dafür gibts aber ein kühles Landesgericht!


Gast: Nurnedaufmuckn
02.07.2012 16:41
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großartige politische Leistung - der Pinky und der Brain

Während die Schwarzen den Roten und die Roten den Schwarzen die Schuld an den fehlenden oder nicht verfügbaren Schwimmbädern geben - schauen die Wiener Neustädter durch die Finger und dürfen Schwitzen.

Das nenn ich doch eine großartige politische Leistung!

Bitte Leute, denkt langsam nach, engagiert euch, bildet eigene politische Interessensverbände oder gründet Parteien oder tretet Parteien bei denen das Wohl der Menschen ein Anliegen ist, statt dem Wohl der eigenen Brieftasche. Wählt bei den nächsten (NR-)Wahlen und egal auf welcher Ebene einfach ANDERS!


Gast: hügo
02.07.2012 15:36
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hm!

liest sich irgendwie wie das partei-bulletin der övp wiener neustadt.

Gast: aaaaha
02.07.2012 15:29
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Muss es immer chlorwasser ssein?

In wiener Neustadt und Umgebung gibt es enorm viele, nett angelegte Badeteiche, warum nützt man nicht dieses anstelle der Freibäder....naja, dem Andrang nach zu urteilen tun die Wiener Neustädter ja genau das.
Bingt einen auf den Gedanken, dass die ewigen Raunzer mal wieder die Wochenendhaus-Besitzer sind^^

Antworten Gast: eziorc
04.07.2012 13:32
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Re: Muss es immer chlorwasser ssein?

Es muss nicht immer Chlorwasser sein. Ich selber habe am Samstag eine Abkühlung gebraucht. Da ich in der Nähe vom Akademiebad wohne, dachte ich mir, ich schaue dort hin. Das Bad war zwar offen, aber nur das Familienbecken zugänglich. Da vergeht einem die Lust. Habe mich dann ins (sehr heiße) Auto gesetzt und bin zum nächsten öffentlichen Badesee gefahren. Und was war dort? Wegen Überfüllung geschlossen. Noch weiter fahren wollte ich dann nicht, blieb mir nur mehr der Garten und der Gartenschlauch...

Staatswirtschaft!

Wäre der privat-wirtschaftliche Bädermarkt in den letzten Jahrzehnten durch staatliche subventionierte Stadtbäder nicht kaputtsubventioniert worden, dann gäbe es - zwar zu einen höhren Preis - noch Freibäder!

Ruinierte Freizeitinfrastruktur ist eine Erscheidnung der fortschreitenden Sozialdemokratisierung unserer Gesllschaft!

"...Erscheidnung..."

Die Liberalen sind schuld an der "Erscheidnung" des Neoliberalismus!

So ein Tag im Freibad ist schon was "schönes"

http://kofferkind.blog.de/2009/09/05/freibadbesuch-6896251/

:-)

Was soll's, ...

... planschen die halt nicht in einem Freibad.

Freibad

Keine 10 Pferde bringen mich in so eine öffentliche Menschenwaschanlage. Für warmes Wasser sorgen die vielen Kinder die ins Wasser p...., 1000e verschwitzte Leiber stecken in einem Wasserloch und das soll angenehm sein? Nein, danke.

Gast: Neustädter
02.07.2012 13:35
2 0

Stimmt nicht ganz

Ein wenig muss man hier schon differenzieren: Die Bäder wurden geschlossen, weil sie schwach besucht waren (steht auch im Artikel). Klar, an so einem heißen Tag wären sie voll gewesen. Aber das rechtfertigt nicht, Millionen in die Bäder zu pulvern, wenn sonst kaum wer hingeht.
Zudem ist die "Achterlacke" ja ein inoffizielles Freibad in Neustadt, obwohl es immer mehr zum Hundeklo verkommt.

Gast: LilaLaune
02.07.2012 13:29
2 0

arme Kinder

Das Aqua Nova ist mir persönlich zwar ohnehin am liebsten, aber grade für Jugendliche und Kinder, die alleine schwimmen gehen wollen, fast nicht zu erreichen, weil einfach abgelegen - traurig ist das. Sogar in den kleineren Gemeinden ringsrum gibt es ausreichend große Freibäder und dann grade in der "großen" Stadt nicht...

(fast) kein Freibad

...es gibt Menschen die noch immer verdursten!

Antworten Gast: DerHike
02.07.2012 19:26
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Re: (fast) kein Freibad

Und was? Es gibt noch immer Menschen, die ertrinken! Sogar in Afrika.

"...Menschen die noch immer verdursten!"

Ja, ham s' denn kein Wasser? Dann soll'n s' doch ein Bier trinken!
(Originalzitat Mizzi Antoinette)

"...es gibt Menschen die noch immer verdursten!"????
Oder meinten Sie: "...es gibt noch immer Menschen die verdursten!"?

Re: (fast) kein Freibad

Nicht in Österreich, zum Glück.
Den Menschen in Afrika hilft es auch nicht, wenn wir in Österreich aufs Schwimmen verzichten.