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Blitze, Brände, Muren: Heftige Unwetter in Österreich

04.07.2012 | 07:50 |   (DiePresse.com)

In der Steiermark entgleiste ein Güterzug wegen einer Mure. Landesweit wurden Straßen überflutet. Mehrere Häuser brannten nach Blitzschlägen.

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Schwere Unwetter haben am Dienstagabend in der Steiermark und Kärnten zu heftigen Überschwemmungen und Vermurungen sowie Schäden durch Hagel geführt. Im Bezirk Weiz wurden zwei Personen auf einem Hochsitz von einem Blitz getroffen. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. Ein ÖBB-Güterzug entgleiste im Bezirk Murtal wegen einer Mure. Auch in Niederösterreich und dem Burgenland musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände infolge von Blitzschlägen ausrücken.

In der Steiermark war vor allem der Bezirk Murtal betroffen. 20 Feuerwehren waren zwischen Obdach und Weißkirchen im Einsatz. Der Granitzenbach war an mehreren Stellen über die Ufer getreten. In Amering bei Obdach war ein Teil des Ortes überschwemmt. Laut Landeswarnzentrale waren binnen eineinhalb Stunden 177 Liter Niederschlag gemessen worden. In Weißkirchen wurde Zivilschutzalarm gegeben, wie Kurt Kalcher, Leiter des Katastrophenschutzreferats berichtete. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, in den Häusern zu bleiben. Die Einsatzkräfte waren mit dem Auspumpen von Kellern und der Beseitigung von Verklausungen beschäftigt.

Muren und Fluten: Schwere Unwetter in Österreich

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Das Bundesheer erkundete Mittwochvormittag das Gebiet per Flugzeug. Laut Kurt Kalcher, Leiter der Katastrophenschutzabteilung, wurde Assistenz angefordert, vor allem für die Sicherung und Errichtung von beschädigten bzw. weggerissenen Brücken.

"Jahrhundert-Unwetter"

Der Ameringer Bürgermeister Peter Bacher meinte im ORF Steiermark, es habe sich um ein "Jahrhundert-Unwetter" gehandelt. Eine Person habe sich gerade noch aus einer Garage in Sicherheit bringen, ehe diese weggerissen worden sei. Der Ort Amering war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten und konnte von den angeforderten Hilfskräften über die Bundesstraße nicht erreicht werden. Die B78 Obdacher Straße musste zwischen Weißkirchen und der Kärntner Landesgrenze wegen Überflutungen gesperrt werden.

In Bischoffeld wurden nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos zahlreiche Keller und ein Wirtschaftsgebäude überflutet. In Knittelfeld kam es in Zusammenhang mit dem Unwetter auf der S 36 Murtalschnellstraße zu einem Verkehrsunfall, in St. Margarethen wurde ein Schwimmbad von den Schlammmassen sowie mehrere Keller überflutet. Auch in Graz und Umgebung haben Starkregen und Hagelschlag zu Schäden und kleinräumigen Überflutungen geführt. Um Graz und im Süden und im Südwesten der Steiermark gab es teilweise bis zu vier Zentimeter große Hagelschloßen.

ÖBB-Zug fuhr in Mure

Im Bezirk Murtal fuhr ein Güterzug der ÖBB in eine Mure. Zwei Waggons entgleisten und stürzten um, die beiden Loks blieben in der Spur. Verletzt wurde niemand. Der Zwischenfall hat sich nach Angaben der ÖBB gegen 17 Uhr auf der nur für Güterverkehr genutzten Strecke Zeltweg - Wolfsberg bei Obdach ereignet. Die beiden vorgespannten Loks durchquerten die Mure praktisch unbeschadet, der zweite und dritte Waggon - von insgesamt neun Waggons - sprangen aus den Schienen und kippten um. Den Schaden bezifferte ÖBB-Sprecher Christoph Posch mit "in die hundertausende Euro gehend". Die Strecke wird rund zwei Wochen gesperrt bleiben.

In Waisenegg (Bezirk Weiz) wurden zwei Personen auf einem Hochsitz von einem Blitz getroffen und verletzt ins Spital gebracht, wie die "Kleinen Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe berichtete.

Auch ein 44-Jähriger in Inzing im Tiroler Bezirk Innsbruck-Land ist durch einen Blitzeinschlag verletzt worden. Der Mann konnte sich nach Angaben der Polizei nicht mehr bewegen und musste in die Innsbrucker Universitätsklinik eingeliefert werden.

Feuerwehren im Dauereinsatz

Auch im Kärntner Lavanttal führten die Unwetter am Dienstagabend zu rund 150 Einsätzen der Feuerwehren. Nach heftigen Starkregen wurden vor allem Keller und Straßen in der Region geflutet. Es wurde erwartet, dass die Aufräumarbeiten bis in die Nachtstunden andauern. Orkanartiger Wind, sowie heftige Gewitter mit Starkregen ließen Bäche über die Ufer treten. Die Wassermassen überfluteten in den Gemeinden Wolfsberg, St. Andrä, Reichenfels und Bad St. Leonhard auch zahlreiche Keller. Auch Straßen waren in den Abendstunden nicht mehr passierbar, zahlreiche Bäume wurden umgeknickt.

Bei Frantschach/St. Gertraud gab es im Prössinggraben in der Nähe einer Wohnsiedlung zwei Erdrutsche. Häuser wurden dort aber nicht beschädigt und niemand verletzt. An die 300 Mann der umliegenden freiwilligen Feuerwehren standen während des heftigen Gewitters im Lavanttal im Einsatz, wie kaernten.orf.at berichtete.

Bis in die frühen Morgenstunden hatten die Feuerwehrleute die Verkehrsbehinderungen weitgehend beseitigt. Das Wegräumen der Schlammmassen wird Einsatzkräfte und Betroffene aber noch länger beschäftigen.

Brände infolge von Blitzschäden

Auch in Niederösterreich musste die Feuerwehr wegen mehrerer Brände infolge von Blitzschlägen ausrücken, zudem waren zahlreiche Keller von Überflutung bedroht. Im Bezirk Baden kam es in einem Einfamilienhaus in Leobersdorf vermutlich nach einem Blitzschlag zu einem Dachstuhlbrand, wie die Sicherheitsdirektion Niederösterreich mitteilte. Im Bezirk Neunkirchen meldete die Feuerwehr drei Brände. Der größte davon betraf ein Wohnhaus in Sankt Valentin, 65 Mann der Freiwilligen Feuerwehren konnten den Brand nach einem Blitzschlag rasch unter Kontrolle bringen. In Rohrbach stand das Erdgeschoß eines Wohnhauses im Vollbrand. Die über 80-jährige Hausbewohnerin konnte sich laut Feuerwehr in letzter Minute selbst aus dem Wohnhaus retten. Sie wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Landeskrankenhaus Neunkrichen gebracht.

Auch Im Burgenland haben die Gewitter in der Nacht auf Mittwoch ebenfalls für Feuerwehreinsätze gesorgt. Es gab zwar keine Überflutungen, dafür mussten mehrere Wehren im Bezirk Eisenstadt-Umgebung und und im Bezirk Oberwart wegen dreier Brände in St. Margarethen, Grodnau und Gerersdorf ausrücken, die offenbar durch Blitzschlag ausgelöst wurden.

In Wien regnete es ebenfalls heftig, die Feuerwehr meldete aber bis in die frühen Morgenstunden keine Unwetter-Einsätze.

Nach Angaben der Österreichischen Hagelversicherung betragen allein die geschätzten Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen in der Steiermark rund 3,5 Millionen Euro.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: xxxx
04.07.2012 20:33
0 0

Wenn wir die Euofighter gekauft haben

dann kann es ja nichts relevantes gegeben haben.
Alles roger im Murtal!

Gast: Blankensteiner Husar
04.07.2012 12:19
0 3

Aber zum Glück, halleluja und Hosanna!, haben wir das Österreichische Bundesheer, die Katastrophenrettungsbrigade, die uns alle vor nassen Füssen bewahrt und unser Leben und Eigentum ruckizucki rettet!

Und so kam es zukeinen Schäden, weil wir die vielen Milliarden Euroin den Eurofighter und Blackhawks investieren durften.
Die ballern die Gewitter vom Himmel und alle sind superhappy!
Mein persönlicher Dankgiltden Brigaden St. Michael und Zeltweg, die haben die Wetterschlacht bravourös gewonnen!
Danke, danke, danke!
Und Bussy!

Re: Aber zum Glück, halleluja und Hosanna!, haben wir das Österreichische Bundesheer, die Katastrophenrettungsbrigade, die uns alle vor nassen Füssen bewahrt und unser Leben und Eigentum ruckizucki rettet!

Na die Blackhawks sind schon gut investiert für mögliche Evakuierung und Versorgungsflüge.

Aber die Eurofighter braucht keine Sau.

Gast: Otto F.Krammer
04.07.2012 11:39
2 1

Österreich ist das Land,..

wo der kostbare Regen, hauptsächlich für Überschwemmungen genutzt wird und die übrige Zeit wird Daumen gedreht.

Gast: k.u.k Feldmarschall
04.07.2012 09:50
5 9

Jetzt bau ich mir auch ein Wochendhaus neben dem Bach, der jedes Jahr übergeht

Und dann bekomme ich jedes Jahr eine fette Überweisung vom Katastrophenschutzfonds.
Und die Feuelwehl läumt den Vorgarten auf, hehehehe!
Tja, dazu muss ich aber jedes Jahr betroffen dreinschaun und mich von aller Welt bemitleiden lassen.
Wenns andere schaffen, dann schaffen wir das auch, gell?

Re: Jetzt bau ich mir auch ein Wochendhaus neben dem Bach, der jedes Jahr übergeht

Exakt richtig- und.... wie bei
Hinterholz 8:
versichern ist Feigheit.
Es ist tatsächlich so- beim Grundstück- Kauf wird gespart, beim Bau und beim Versichern ebenso. Dann geht was schief und im ORF wird schon die Spendenkontonummer eingeblendet.

Re: Jetzt bau ich mir auch ein Wochendhaus neben dem Bach, der jedes Jahr übergeht

Passen Sie nur einmal auf, dass Ihnen nach dem 2. mal nicht die Versicherung abspringt. Viel Spaß mit den Schäden!

Im Bezirk Weiz wurden zwei Personen auf einem Hochsitz von einem Blitz getroffen.

bezirk weiz?
zu weit westlich.
also geht es dem graf pulli vermutlich (noch) gut....