In der weststeirischen Region um Voitsberg-Köflach ist am Donnerstagnachmittag ein schweres Unwetter niedergegangen.Auch in Oberösterreich gab es wieder Starkregen und Gewitter.
In der Weststeiermark standen rund zehn Feuerwehren im Einsatz, um Dutzende überflutete Keller auszupumpen und Straßen freizumachen. Auf der Südautobahn (A2) im Bereich Steinberg und Modriach musste die Asfinag sogar einen Schneepflug losschicken, um die Hagelkörner von den Fahrbahnen zu räumen.
Das Unwetter hatte sich am Nachmittag über der weststeirischen Bezirkshauptstadt zusammengebraut: Große Regenmengen gingen nieder, begleitet von teils heftigem Hagelschlag. Binnen Minuten sanken die Temperaturen von rund 30 auf unter 20 Grad Celsius. Die örtlichen Feuerwehren hatten alle Hände voll zu tun, um unter Wasser stehende Keller auszupumpen, so ein Feuerwehrsprecher.
"Winterdienst" auf der Südautobahn
Auf der Südautobahn machte laut Asfinag Hagel einen "Winterdienst-Einsatz" erforderlich: Tischtennisballgroße Hagelkörner prasselten im Zuge eines schweren Gewitters zwischen Steinberg und Modriach auf die Autobahn. Zahlreiche Lenker blieben in den Tunnelanlagen stehen, die daraufhin aus Sicherheitsgründen gesperrt werden mussten.
Um den zentimeterhoch auf der Fahrbahn liegenden Hagel wegzubekommen, ließ Autobahnmeister Markus Bratschko einen Schneepflug ausrücken. Nach knapp einer Dreiviertelstunde war der Unwetter-Spuk vorbei und die A2 konnte - auch dank des Einsatzes der Exekutive - wieder freigegeben werden.
Oberösterreich: 80 Feuerwehr-Einsätze
Im Auto eingeschlossene Personen, Überflutungen, umgestürzte Bäume und Felsstürze: So lautete eine erste Bilanz am Donnerstagabend nach der Gewitterfront über Oberösterreich. Etwa 100 Feuerwehren mit knapp 3.000 Kräften wurden zu mehr als 250 Einsätzen gerufen, teilte das Landesfeuerwehrkommando (LFK) in einer Presseaussendung mit.
In einer Unterführung in Ansfelden (Bezirk Linz-Land) waren vermutlich zwei Personen in einem Auto eingeschlossen. Ein Baum fiel auf ein Fahrzeug im Bezirk Vöcklabruck. Die Feuerwehr barg alle Insassen. Sie wurden nicht weiter verletzt, hieß es auf APA-Anfrage aus dem LFK. Vor allem überflutete Keller und von Bäumen oder Felsen versperrte Verkehrswege hielten die Helfer auf Trab. Aber auch ein Dachstuhl brannte nach einem Blitzeinschlag in Haslach an der Mühl (Bezirk Rohrbach).
Bereits am frühen Nachmittag zog eine Gewitterzelle über das Seengebiet im Bezirk Vöcklabruck. Nach und nach verlagerten sich die Einsätze in die Bezirke Ried im Innkreis und Grieskirchen. Besonders die Ortschaft Haag am Hausruck erwischte es, auch eine Autobahnabfahrt war dort blockiert, so die Feuerwehr. Im Zentralraum wetterte es vor allem in den Gemeinden Traun, Ansfelden und Pasching, ehe die Front weiter ins Mühlviertel zog.
Rust: Vermisster Bootsfahrer wohlauf
Heftige Gewitter und starker Regen haben Donnerstagabend für zahlreiche Einsätze der burgenländischen Feuerwehren gesorgt. Die Florianijünger mussten Dutzende Keller auspumpen, am Neusiedler See waren zwei Wassersportler in Seenot geraten, konnten jedoch wohlauf zurückkehren, teilte Swen Karassowitsch, Feuerwehrkommandant in Rust, der APA mit.
Ein Elektroboot-Fahrer schlug gegen 18.00 Uhr Alarm, er hatte versucht eine Schilfhütte zu erreichen, scheiterte jedoch. "Wir haben dann nach dem Mann gesucht, er konnte sich aber selbst in der Ruster Bucht in Sicherheit bringen. Gegen 19.30 Uhr war der Einsatz beendet", so Karassowitsch.
Der Bootsfahrer sei, wie auch ein gekenterter Segler, nach dem zuvor gesucht wurde, wohlauf, hieß es. Eine Privatperson hatte den Mann mit seinem Katamaran entdeckt und den Kommandanten verständigt.
Auch zu Land hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun, die Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) kam stellenweise mit dem Alarmieren nicht nach. In den Bezirken Neusiedl am See und Eisenstadt Umgebung mussten Keller ausgepumpt werden. Am schlimmsten dürfte es jedoch den Bezirk Oberpullendorf erwischt haben. "Fast jede Ortschaft ist betroffen, überall finden Pumparbeiten statt", sagte eine Sprecherin der LSZ.
(APA)
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