Über Salzburg und Tirol sind in der Nacht auf Montag zum Teil heftige Unwetter gezogen. Hagel hat dabei vor allem im Tiroler Unterland erhebliche Schäden angerichtet. Sachverständige der Hagelversicherung bezifferten diese für die Landwirtschaft mit zwei Millionen Euro. Etwa 2500 Hektar waren betroffen.
Im Bundesland Salzburg wurden Straßen vermurt und Keller überflutet, in Saalfelden stand auch eine Tiefgarage unter Wasser. Die meisten Feuerwehreinsätze gab es im Pongau, aber auch der Pinzgau und der Tennengau waren betroffen, berichtete die Landesleitzentrale der Polizei. In Pfarrwerfen stand ein Campingplatz teilweise unter Wasser, 14 Personen wurden in Sicherheit gebracht. Insgesamt standen laut Landesfeuerwehrverband bei 81 Einsätzen zwölf Feuerwehren mit 304 Mann im Einsatz.
Wegen Verklausungen mussten die A10 bei Bischofshofen, die B99 bei Niedernfritz, die B166 bei Sonnberg und die B159 im Bereich Kreuzbergmaut vorübergehend gesperrt werden. In der Früh waren alle Straßen wieder weitgehend befahrbar. Im Pongau standen laut Polizei rund 27 Keller unter Wasser, im Tennengau waren es sieben.
Campingplatz unter Wasser
Gegen 22.30 Uhr setzten die Gewitter mit starken Regenfällen ein. Bei Pfarrwerfen wurde die Salzachtalstraße (B159) vermurt. Weil auch die Kanalisation verstopft war, strömte das Wasser auf einen unterhalb der Straße gelegenen Campingplatz. Urlauber flüchteten aus überfluteten Zelten. "In den Senken ist dort das Wasser knietief gestanden", schilderte der Ortsfeuerwehrkommandant von Werfen, Alexander Weiss.
Golfballgroße Hagelkörner in Tirol
Auch im Tiroler Unterland haben Unwetter in der Nacht zum Teil große Schäden verursacht. Die Feuerwehren standen vor allem im Raum Kufstein, Wörgl und Kirchbichl im Dauereinsatz. Golfballgroße Hagelkörner beschädigten Dächer, Hausfassaden und durchschlugen zum Teil sogar Autoscheiben. Meldungen über Verletzte gab es vorerst keine.
Mehrere Straßen mussten in den betroffenen Gebieten kurzfristig gesperrt werden, weil starke Windböen Bäume entwurzelten. In Kirchbichl wurde die Unterführung beim Bahnhof rund einen Meter hoch überschwemmt. Die Einsatzkräfte waren bis in die frühen Morgenstunden mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.
Beruhigung am Mittwoch
In der ersten Wochenhälfte besteht weiterhin erhöhte Unwettergefahr. Beruhigung zeichnet sich dann ab Mittwochabend ab, berichtet die Unwetterzentrale. Mit dem Durchzug einer Kaltfront ist ab Donnerstag auch ein Ende der Hitzewelle im Osten in Sicht.
(APA)
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