Der wegen Mordes an seiner Geliebten angeklagte 51-jährige Mann bekannte sich im Prozess am Dienstag in Wiener Neustadt schuldig. Der Angeklagte spricht aber lediglich von "schwerer Körperverletzung mit tödlichem Ausgang", da er keine Tötungsabsicht hatte. Sein Verteidiger bezeichnet die Tat als Affekthandlung, die Schulfrage sei aber klar. Dies räumte zwar auch Staatsanwalt Norbert Hauser ein, was aber an der Schuld des Angeklagten nichts ändere.
Der Angeklagte hatte im August des vergangenen Jahres seine 46-jährige Geliebte in ihrem Eissalon geschlagen, gewürgt, einen Plastiksack über den Kopf gestülpt und in die Brust gestochen.
"Sie soll einfach nur ruhig sein", habe der Angeklagte gedacht, als er die Frau mit einer Hand würgte und ihr mit der anderen den Mund zuhielt. Durch den Schlag ins Gesicht sei sie voller Blut gewesen. "Das hat ausgeschaut, das kann sich keiner vorstellen", so der Angeklagte. An den anschließenden Messerstich in die Brust könne er sich nicht mehr erinnern und der Gedanke, Hilfe zu holen, kam ihm in dieser Situation nicht. Das Opfer war noch reanimiert worden, starb aber am 12. September im Krankenhaus.
Das Mordopfer war in einer langjährigen Beziehung mit einem anderen Mann, der jedoch von der Affäre wusste. An Abend des 21. August saß man zu dritt vor dem Geschäft beisammen, aß und trank Prosecco. Um 23 Uhr begab sich der Lebensgefährte zu Bett, die beiden blieben - und es kam zum Streit. Weil der Abend nicht nach den Vorstellungen des Angeklagten verlaufen war, sei er in Wut geraten, führte der Staatsanwalt aus.
Die Verhandlung ist für einen Tag anberaumt.
(APA)
Der American Dream platzt an der Grenze
Liu Bolin Der ''unsichtbare Künstler''
WienDie Votivkirche, eine ewige Baustelle
SpeiseplanErobern Würmer die Teller Europas?