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Dritte Flughafen-Piste: UVP fällt positiv aus

10.07.2012 | 15:38 |   (DiePresse.com)

Die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau einer dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat ist fertig. Das Ergebnis ist - in erster Instanz - positiv.

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Für den Flughafen Wien gibt es diese Woche einen entscheidenden Fortschritt für das nächste Mega-Projekt: den Bau der dritten Piste. Die zuständige Behörde, das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, hat am Dienstag das Umweltverträglichkeitsprüfungs-Verfahren (UVP) abgeschlossen. Der positive (erstinstanzliche) Bescheid wird noch am Freitag per Edikt zugestellt. Danach bleibt den Gegnern der dritten Piste bis 24. August Zeit dagegen zu berufen, sagte Friedrich Zibuschka, der in der niederösterreichischen Landesregierung für große Infrastruktur-Projekte zuständig ist.

Der Flughafen Wien begrüßte die Entscheidung, will aber frühestens im Spätherbst eine Kostenschätzung für die dritte Piste abgeben. "Wir erwarten den Genehmigungsbescheid bis Ende dieser Woche, erst dann kennen wir die Auflagen", sagte Pressesprecher Peter Kleemann. Die Baukosten hängen stark von den Auflagen aus dem UVP-Bescheid ab.

Zibuschka nannte erste Details: So müsse südlich der neuen Piste ein kilometerlanger und rund fünf Meter hoher Lärmschutzdamm erreichtet werden. Der Fluglärm sei das Hauptthema im Verfahren gewesen. Außerdem müsse, wie bereits bekannt, die Bundestraße B10 verlegt werden.

Zeitplan für Bau ungewiss

Ob die dritte Piste tatsächlich gebaut wird, steht aber noch in den Sternen ("Presse"-Bericht vom 7. April). Vor allem weil der Flughafen erst beobachten muss, wie sich die Passagierzahlen entwickeln – was nicht zuletzt von den Plänen der Lufthansa für die Zukunft der AUA abhängen wird.

Außerdem ist von einem Einspruch gegen den jetzigen Bescheid auszugehen. In zweiter Instanz ist dann der Umweltsenat zuständig. Einen endgültigen Bescheid werde es erfahrungsgemäß Ende 2015 geben, sagte Zibuschka. Mit dem Bau würde dann frühestens 2016 begonnen werden.

Rot-Grün gespalten

"Wir begrüßen den Bau der dritten Piste, da er ein substanzieller Beitrag zur Sicherung und zum Ausbau der wirtschaftlichen Position Wiens und der Centrope-Region darstellt", meinte Erich Valentin, Umweltsprecher der Wiener SPÖ. Er unterstrich allerdings, dass die Bundeshauptstadt bereits im Verfahren betont habe, dass negative Auswirkungen für die Bevölkerung - vor allem Fluglärm - minimal gehalten werden müssten.

Anders sah das der Regierungspartner, die Wiener Grünen. Verkehrssprecher Rüdiger Maresch prophezeite via Aussendung, dass das Projekt für die Anrainer noch mehr Fluglärmbelastung bedeuten werde. Außerdem würde das Vorhaben die Steuerzahler bis zu zwei Milliarden Euro kosten, rechnete Maresch vor. Er plädiert für eine Kooperation mit dem Flughafen Bratislava.

1331 Einwendungen eingebracht

Das UVP-Verfahren war das größte in der österreichischen Geschichte, mit einer Dauer von fünf Jahren, heißt es in einer amtlichen Mitteilung des Landes Niederösterreich. Das Projekt sei strengstens geprüft worden. Insgesamt 35 Sachverständige in 38 Sachgebieten waren involviert. Laut Zibuschka haben die Sachverständigen im Interesse der Anrainer relativ niedrige Lärm-Grenzwerte festgelegt. 50 Parteien haben 1331 Einwendungen eingebracht. Im Vergleich: Bei der heftig umstrittenen dritten Piste am Flughafen München seien über 100.000 Einwendungen eingebracht worden.

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(APA/red.)

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14 Kommentare

Bürgerbeteiligung unerwünscht

anders kann man eine Einspruchsfrist mitten in der Urlaubszeit, wo viele weg sind und es heiß ist, nicht verstehen. Und das ist nicht der erste Trick.

So hat man den Liesingern in der offiziellen Version zur Stellungnahme vorgegaukelt, dass es mit einer 3. Piste leiser werden würde. Tatsächlich ist in der letzten Version des Flughafens für Liesing eine Vervierfachung der Flugbewegungen nachzulesen.

Der Variantenvergleich mit dessen Hilfe man eine Ausrichtung Richtung Wiener Zentralraum als umweltverträglichste Piste verkauft hat, wurde ebenfalls durch die neue Version des Flughafens ad absurdum geführt. usw.

Der ORF macht auf seiner Homepage....

.... in Zusammenhang mit dem Bau der dritten Landebahn erneut per Fotos massiv Werbung für die AUA.

Auf die Frage in einem Forum ob der ORF für diese Form der Werbung bezahlt wird, wurde vom Zensor der Beitrag gelöscht.

Ich finde das ist unlauterer Wettbewerb. Immer wieder werden auf den Seiten des ORF im Zusammenhang mit Berichten über den Flughafen Wien Schwechat Fotos von Flugzeugen der AUA gezeigt, jedoch keine der Konkurrenz.

Als Gebührenzahler finde ich es unerträglich das diese Form der Schleichwerbung betrieben wird und ich würde gerne von der PRESSE, die sich ja aus Werbemitteln finanzieren muss,wissen ob man hier im Falle einer Klage bzw. Anzeige vor der RTR, dem Publikumsrat und eventuellen anderen regulatorischen Instanzen, mit Unterstützung zu rechnen hat.

Was hat eine Landebahn mit einem einzelnen spezifischen Luftfahrtunternehmen zu tun?

Ich würde es sehr begrüssen wenn hier eine Aussage seitens der PRESSE getroffen wird.

Die AUA ist nicht mehr im Staatsbesitz, das ist Schleichwerbung und unfair denjenigen gegenüber die sich mit einer geringeren Reichweite am Markt mittels Werbeeinnahmen finanzieren müssen.

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an lärm gewöhnt man sich nie

der lärm ist über der grenze des erträglichen. deshalb pisten meinetwegen. gleich noch ein paar dazu. aber länge-mal-breite-von-oben-bis-unten-von-a-bis-z für die belästigung und schaden mit allen erdenklichen lärm- kerosions- ruhestörung- tag- und nacht- schadenersatz-steuer dafür aufkommen. wer andere schädigt soll zahlen; aber richtig. damit das fliegen das wird, was es nämlich fast gänzlich ist: entbehrlich (und gar nicht cool). macht mehr video calls; ist billiger und viel entspannter. mind setup. alternative: flieger produzieren, die schlicht nicht laut sind. schafft das wer? dann wäre alles eitel wonne. aber LÄRM...nope. das letzte.

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Lärmschutz?

Ich wohne in der betroffenen Umgebung. Der Lärm ist jetzt schon an der Grenze des Erträglichen. Im Sommer bei offenem Fenster versteht man regelmäßig sein eigenes Wort kaum. Da dürfte die 5 Meter hohe Wand auch nicht helfen, da die Flieger ja irgendwann den Boden verlassen, nicht?
Generell wird auf die Anrainer viel zu wenig Wert gelegt..

Da kann man nur hoffen, dass die 3. Piste nicht gebaut wird.

Antworten Gast: skubido
11.07.2012 11:06
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Re: Lärmschutz?

Ja, da muss ich Ihnen recht geben. Ich kann an manchen Tagen auch nicht mit offenem Fenster schlafen, da ich von den aufsteigenden Flugzeugen geweckt werde. Das ist einfach unerträglich, welchen Lärm die machen.
Und es ist mittlerweile mehrfach bewiesen: Lärm macht krank!!!!

Gast: Klaus
10.07.2012 19:37
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haha

alles was notwendig ist sind Controller die den Traffic ordentlich abarbeiten ... in den USA habe ich Flugplätze mit nur 1 Runway erlebt die mehr Traffic als das verschlafene Wien hatten.

Gast: Valery
10.07.2012 18:42
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Dritte Pieste ist notwendig!

Warum aber baut man diese nicht näher zum Terminal? Sie ist ca. 7km vom Terminal, das ist ein langer Weg! Unnötige Zeit wird verbaucht und unnötig Kerosin verschwendet,
Da sollte es eine besser Lösung geben!

Re: Dritte Pieste ist notwendig!

Wo haben Sie denn diese 7km-Info her? So ein Unfug.

unnötig

gott sei dank fehlt dem flughafen ohnehin das geld für den bau der 3. landebahn. durch die sterbende aua wird dieser flughafen ohnehin an bedeutung verlieren. die uvp ist natürlich etwas geschönt - aber man muss dazu wissen, dass in dieser region scheinbar keine Pröll-leute wohnen - beim semmering war das wohl ein bisserl anders - oder ?

ich hätte gern

ein atommüll-endlager in meinem garten. wieviel kostet eine positive uvp dafür?

Antworten Gast: Der Tip am Rande
10.07.2012 18:01
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Re: ich hätte gern

Fragens doch den Göttergatten von der Masken Mitzi, der verschafft Ihnen sicher eine. Wahrscheinlich müssens noch ein bisserl dafür sparen. Aber keine Bange in Ö. ist alles käuflich zu erwerben.

Gast: international_
10.07.2012 16:51
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überraschend war das nicht

immerhin sind ja die länder n und w die gesellschafter des flughafens und haben somit eigentümerinteressen.

ein 5 m hoher wall südlich der piste wird wohl nur während der beschleunigungsphase am boden nützen. sobald die maschine abhebt wird sie wahrscheinlich höher als 5 m fliegen - oder?

Re: überraschend war das nicht

Naja, wenn ein paar geistige Tiefflieger aus dem Parlament oder der Regierung dort duchstarten, dann vielleicht nicht.

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Gratuliere

Im Feinstaubsanierungsgebiet ist eine Verdoppelung der Emissionen Umweltverträglich - eine weise Erkenntnis.

Frage an die zuständigen Politiker: Durch die mit einer 3.Piste mögliche Zunahme des Flugverkehrs müßten wir, um das Kyoto Protokoll einzuhalten, den PKW Verkehr um 90% reduzieren - wann sagen Sie das der Bevölkerung? Oder zahlen wir dann die CO2 Zertifikate für den Flugverkehr aus öffentlichen Geldern?

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