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460 Auflagen: Dritte Piste am Flughafen Wien genehmigt

13.07.2012 | 10:59 |   (DiePresse.com)

Der Bau einer dritten Piste beeinträchtigt laut UVP keine öffentlichen Interessen. 460 Auflagen müssen dabei erfüllt werden.

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Was am Dienstag bereits bekannt wurde, ist nun offiziell: Die Umweltverträglichkeitsprüfung für die dritte Piste am Flughafen Wien hat ergeben, dass durch das Projekt keine öffentlichen Interessen beeinträchtigt werden und auch die sonstigen Genehmigungsvoraussetzungen erfüllt sind, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten 398 Seiten dicken Bescheid der niederösterreichischen Landesregierung. Alle inhaltlichen Einwendungen gelten damit als abgewiesen. Zugleich listet der Bescheid zahlreiche Bedingungen auf - nach Zählung des Flughafens sind es 460 Auflagen, die zu erfüllen seien.

Die Bedingungen umfassen ein breites Spektrum. Damit die 3680 Meter lange und 60 Meter breite Piste gebaut werden kann, muss etwa die Landesstraße B 10 auf einer Länge von 7,5 Kilometern verlegt werden. Durch die Trassenverlegung wird der Weg zwischen Schwechat und Schwadorf um ca. 1,7 Kilometer länger.

Autobahn ausbauen, Wald roden

Um den erwarteten zusätzlichen Passagieren die Weiterfahrt in die Stadt zu sichern, muss die Anbindung an die Autobahn zweispurig ausgebaut werden. 186.620 Quadratmeter Wald dürfen dauerhaft und 26.155 Quadratmeter befristet gerodet werden, dafür muss aber das dreifache der dauerhaft gerodeten Fläche wieder aufgeforstet werden. Und mit der Rodung darf erst begonnen werden, wenn die Flächen für die Ersatzaufforstungen rechtlich gesichert sind.

Zum Schutz der Vögel darf in den Donauauen zwischen 1. März und 31. Juli nicht gebaut werden. Grabungen müssen von Archäologen begleitet werden, um allfällige Kulturschätze zu entdecken, geht aus dem Bescheid hervor. Allerdings gibt es auch eine Bewilligung zur allenfalls notwendigen Zerstörung oder Verlegung von Kulturgütern.

Dass Grundstücke im Bereich des Flughafens durch den Bau der dritten Piste weniger wert werden, könne zwar nicht ausgeschlossen werden, sei aber rechtlich nicht von Belang. Die "ortsübliche Nutzung" von Liegenschaften, sowohl im Außen- als auch im Innenbereich, werde weiter möglich bleiben - insbesondere bei Umsetzung der Auflagen. Eine Gesundheitsgefährdung von Menschen könne "aufbauend auf das umwelthygienische Teilgutachten ausgeschlossen werden".

Bedarf für dritte Piste ist vorhanden

Demgegenüber gebe es sehr wohl Bedarf nach einer dritten Piste, heißt es im Bescheid. Die Verkehrsprognose geht von 37 Millionen Flugpassagieren und 415.000 Flugbewegungen im Jahr 2015 aus, die mit den vorhandenen beiden Pisten nicht zu bewältigen seien. Die Prognose sei laut Sachverständigem "plausibel, jedoch tendenziell eher hoch eingeschätzt. Doch auch der Sachverständige kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass am Flughafen Wien jedenfalls ein starkes Passagierwachstum erwartet werden kann. Daraus lässt sich ein Bedarf an der dritte Piste jedenfalls ableiten", so die Behörde.

Der Flughafen verweist in einer Aussendung darauf, dass es vor dem Bescheid "Europas größtes Mediationsverfahren" gegeben habe, und darin geforderte Verbesserungen teilweise bereits umgesetzt seien. Die heute veröffentlichte erstinstanzliche Genehmigung sei "ein wichtiger Schritt für die nachhaltige Zukunftssicherung des Standortes und der Arbeitsplätze, nicht nur für den Flughafen, sondern für die gesamte Wirtschafts- und Tourismusregion Ostösterreich".

Im fünfjährigen Verfahren seien 35 Gutachter für 38 Sachgebiete bestellt worden. 1331 Einwendungen von 50 Parteien seien behandelt worden, was "für ein Projekt dieser Größenordnung sehr wenig ist". Gegen die gestoppte 3. Piste in München habe es über 100.000 Einwendungen gegeben.

Dialogforum prüft Bescheid

Das Dialogforum Flughafen Wien hat am Freitag den Bescheid grundsätzlich begrüßt und will nun die Berufungsfrist von vier Wochen nutzen, um ihn zu prüfen und die Auswirkungen zu bewerten. Dabe gehe es einerseits um die Einhaltung des Miedationsvertrags, anderseits ob die vereinbarten Maßnahmen umgesetzt werden können, so Wolfgang Hesina, Geschäftsführer des Dialogforums. Das Dialogforum bietet rund zwei Millionen Menschen aus ca. 130 Gemeinden und drei Bundesländern in Ostösterreich die Möglichkeit, sich über Repräsentanten in Verhandlung sowie die Umsetzung und Kontrolle von Maßnahmen gegen die Flugverkehrsbelastungen einzubringen.

Flughafen-Wien-Sprecher Peter Kleemann geht von einem Baubeginn „frühestens 2016“ aus, im Spätherbst 2012 könne man eine Kostenschätzung abgeben. Den Flughafengegnern bleibt bis zum 24. August Zeit, gegen den UVP-Bescheid Berufung einzulegen.

 

(APA)

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25 Kommentare
 
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die UVP war ein Hohn

ein abgekartetes Spiel, bei dem auch die Grünen mitgespielt haben

Gast: mmmh
14.07.2012 06:24
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womit

betankt man flugzeuge in 20 jahren?
und wieviel kostet die gallone von dem zeugs dann?
wie lange benötigt die dritte piste um sich für die flughafen ag zu amortisieren?
ich hoffe das hat sich irgendjemand ausgerechnet....

ruhezeit fuer die voegel? are you f-ing kidding me??

muss man vielleicht auch vorher noch ein paar nackt-schnecken re-locaten, bevor der boden planiert wird? wie waers ein straussen-nest umsiedeln? achso, die gibts ja gar nicht in schwechat, na dann einfach eine ausnahmeregelung erlassen, dass die ursprungsregelung strausse nicht inkludiert

dieser schwachsinn verteuert auch die autobahnen und saemtliches anderes fortbewegen in oesterreich. am besten 5 euro pro liter ablegen, 4.50 euro davon sind steuern, direkt abzuliefern in der sozialistischen parteizentrale der gruenen

abartig ist das. was glauben die eigentlich wie personen und waren von a nach b kommen? per microwelle? traktorstrahl? beamen? wtf???
das irrenhaus haut einen namen: volksrepublik oesterreich

Antworten Gast: mmmh
14.07.2012 06:20
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Re: ruhezeit fuer die voegel? are you f-ing kidding me??

glaubens mir ich bin KEIN grüner, aber sie fahren (pardon fliegen) nach kanada wenns einmal keine verbrennungsmotorengeräusche hören wollen in der freizeit, odr?
hmas schon einmal den index verfügbarer mobilität und mobilitätsdichte in zentraleuropa gegenüber der restlichen welt angesehen?
wtf!

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Na dann hoff ich mal

dass Wien und Niederösterreich nicht wieder ihre Experten für diesen Bau in Stellung bringen. Sonst wirds wieder einmal dreimal so teuer und frühestens 2030 fertig.

Antworten Gast: Gemmasan
16.07.2012 11:29
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Re: Na dann hoff ich mal

Frühestens 2030 fertig? Wäre nicht das schlechteste ...

LG

Gast: africano
13.07.2012 16:00
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Hoch LEBE LUG und Betrug.

Kaum ist der erste Schreck vorbei ,geht es schon wieder los.

Gast: Gast Nr 1
13.07.2012 15:40
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Hohn

Wie kann so ein Projekt "umweltverträglich" sein? Das ist doch ein Hohn.

Mal ganz abgesehen davon was 415 000 Flugbewegungen an CO2 mit sich bringen, wird Wald gerodet, Autobahnen ausgebaut und die Anrainer im Umkreis von 30km vom Flughafen mit Lärm zugedröhnt.

All das, soll das öffentlich Interesse nicht verletzen?

Antworten Gast: international_
13.07.2012 17:29
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Re: Hohn

zufällig sind wien und niederösterreich ja die gesellschafter des flughafens.

haben sie da ein anderes ergebnis erwartet?

allein die formulierung
"Dass Grundstücke im Bereich des Flughafens durch den Bau der dritten Piste weniger wert werden, könne zwar nicht ausgeschlossen werden, sei aber rechtlich nicht von Belang."
ist eine verhöhnung der betroffenen.

noch dazu zeigt die piste in richtung wien süd - das heißt, teile der stadt oder des dichtverbauten gebiets südlich von wien werden relativ tief überflogen werden. nette geräuschkulisse!
wer sich ein bild davon machen will, wie das klingt, soll einfach einmal den laaer berg in wien 10 besuchen, wenn gerade über wien angeflogen wird - und das ist öfter als man glaubt!


Antworten Antworten Gast: Vogel Strauss
13.07.2012 19:12
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Re: Re: Hohn

Das geht bereits in Gablitz los, wenn über den Westen eingeflogen wird ...

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Re: Hohn

nja, AT ist ein ziemlich gesetzesloser raum, wenn man genau hinsieht.

Re: Re: Hohn

wohl kaum
90% der weltweiten gesetzestexte sind in deutscher sprache verfasst ...

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Re: Re: Re: Hohn

... mit sehr löchrigen Inhalten.

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3te Piste

Die neue Piste legt doch eine alte Piste lahm. Da ist ziemlicher Kreuzungsverkehr notwendig.

Her damit!

MUC und FRA stehen, Bratislava keine Alternative. Sehr gut.

Gast: heydude
13.07.2012 14:54
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UVP-bescheid

gibts den Bescheid irgendwo zum Download?

Gast: Gast: Herrjeh
13.07.2012 14:45
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nicht noch mehr Flugzeuglärm1

Ich bin nicht auf noch mehr Fluglärm scharf - an welche Stelle kann man sich wenden, wenn man Einwände gegen den Bau hat? Danke für die Info

Gast: Eleonora K.
13.07.2012 13:29
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dritte Piste

wer braucht die eigentlich?

Re: dritte Piste

der Flughafen, wenn er wachsen will. will er das nicht, braucht er sie auch nicht.

so einfach...

Re: Re: dritte Piste

man koennte auch die wiener boerse zusperren, weil wenn sie nicht handeln will, dann handelt sie einfach nicht

Antworten Antworten Antworten Gast: ungeliebter Heike
14.07.2012 14:28
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der Schaden

wäre aber genau so gering ...

:-)

Antworten Antworten Gast: internatinal_
13.07.2012 17:42
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Re: Re: dritte Piste

die frage ist, ob wachsen überhaupt sinn macht!
die hauptfluglinie aua ist marod und noch mehr abgase werden unserm kyoto-ziel auch nicht gerade gut tun!

dass flughäfen nicht gerade umweltfreundlich sind, sollte ja bekannt sein. durch konzentration des beinahe kompletten österreichischen flugverkehrs auf schwechat werden die anrainer dort (inklusive wien süd) schon jetzt extrem belastet.
es ist ja nicht nur der lärm - die abgase hört und sieht man nicht, aber so ein startender flieger vernichtet ganz schöne mengen kerosin und stößt entsprechend abgase aus.

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Re: Re: Re: dritte Piste

dann wird man wohl die autofahrer im umfeld zu 50km/h verdonnern. (emissionschutzgesetz)

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Re: Re: dritte Piste

sie können nur piste 11 und die neue gleichzeitig betreiben. piste 16 und die neue wird wohl schwer möglich sein.

die rollwege sind ja nicht ohne.
warum hat man das skylink nicht gleich in die zone zwischen piste 11 und neu gebaut?

Millionengrab 2.0

Fertigstellung 2000 irgendwann

 
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