25.05.2013 09:02 Merkliste 0

Lotto auch an Tankstellen: Trafikanten fürchten Verluste

13.07.2012 | 14:58 |   (DiePresse.com)

Das Vertriebsnetz der Österreichischen Lotterien wird ausgeweitet. Künftig kann man auch auf Tankstellen und in Supermärkten seinen Lottoschein aufgeben.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Österreichischen Lotterien wollen die Zahl der aktuell rund 3800 Lotto-Annahmestellen bis Mitte 2013 auf etwa 6000 erhöhen. Dazu sollen 2200 neue Vertriebsstellen, die derzeit nur Brieflose und Rubellose verkaufen, auf die Abwicklung des Lotto-Geschäfts umgerüstet werden. Ein Plan, der Trafikanten Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Sie befürchten Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent.

Die Ausweitung des Glückspielangebots soll sich sowohl auf weitere Trafiken, als auch auf Postämter, Banken, Lebensmittelgeschäfte und Tankstellen erstrecken und den Österreichischen Lotterien ein Umsatzplus von zehn Prozent einspielen - auf Kosten der Trafikanten, wie Peter Trinkl, Obmann des Bundesgremiums der Tabaktrafikanten in der Wirtschaftskammer Österreich betont:  "Das ist für uns existenzbedrohend."

Primär geht es bei diesen Befürchtungen nicht um die Handelsspanne, die zwischen fünf und neun Prozent liegt, sondern um die wegfallende Kundenfrequenz. "Jeder, der Lotto spielt, nimmt noch was mit", erklärt Trinkl und bezeichnet den Zusatzverkauf als wesentlichen Faktor. Eine durchschnittliche Trafik erziele, je nach Standort, einen Jahresumsatz zwischen 200.000 und 400.000 Euro. 30 bis 50 Prozent davon spielt das Lottogeschäft ein.

925 Tankstellen als Annahmestelle

2200 neuen Annahmestellen sollen entstehen: 925 in Tankstellen, 500 in Bankfilialen (Bawag P.S.K.), 300 in Trafiken und der Rest in Tabakverkaufsstellen im Lebensmittelhandel. Ein Probebetrieb mit 50 Online-Geräten soll noch diesen Sommer starten. Die Umstellungskosten von 2500 Euro pro Lotto-Terminal wollen die Österreichischen Lotterien auf die neuen Vertriebspartner abwälzen.

Besonders hart könnte es die knapp 200 reinen Lottotrafikanten in Österreich treffen, die ausschließlich Glücksspiele wie Lotto, EuroMillionen und Toto anbieten. Solche sogenannten Kollekturstellen waren nach der Einführung der Lotterie im Jahr 1986 die Einzigen, die Lottoscheine vertreiben durften. Mittlerweile bilden 2400 Tabaktrafiken das Herzstück aller 3800 Annahmestellen.

Trinkl wünscht sich eine langsame Umsetzung des Plans seitens der Österreichischen Lotterien, denn die Trafikanten haben von der geplanten Ausweitung der Vertriebsstruktur erst Mitte Juni dieses Jahres erfahren. Streikmaßnahmen soll es keine geben, verrät Trinkl, denn man suche den Dialog mit den Lotterien. Die Trafikanten wünschen sich bis Ende August konkrete Auskünfte über zumutbare Umsatzeinbußen und Mindestumsatzschwelle sowie  Hilfemaßnahmen, falls die Umsätze dramatisch sinken.

 

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

29 Kommentare
 
12
Gast: Ulrich_L
25.08.2012 22:46
0 0

Mwst-für Geschäftsraummieten

Die Neuregelung für Mwst auf Geschäftsraummieten ab 1.9.2012 hat auch interessante Auswirkungen auf das Thema Lotto im Lebensmittelgeschäft. Da der Lotto-Umsatz mwstfrei ist, kann es gut sein dass der Billa-Laden um die Ecke dann mehr als 5% seines Umsatzes mit Mwst-befreiter Ware macht, weshalb der Vermieter auf die Miete keine Mwst mehr verrechnen darf, und gleichzeitig die abgezogene Vorsteuer auf die Investition zurückzahlen muss.
Dadurch werden Bilka und Spar dann eher völlig unattraktive Mieter, was irgendwie seltsam ist.

0 0

!

Je höher die Streuung, desto weniger verdient der Einzelne daran, bis ein paar drauf sch..... werden und dann passts wieder! :-)

Gast: harras
14.07.2012 12:54
2 0

na, da müssen halt

die Trafikanten halt Grün wählen, dann haben sie bald ein Zusatzgeschäft, nämlich den Verkauf von Cannabis, sagt der Rauch, oder ?

Gast: Rigor mortis
14.07.2012 09:56
3 0

GLÜCKSPIEL VERBIETEN!!!

Diese Mafia muss zerschlagen werden!
Gezählte 20 (!) "Wettbüros" (als ob Hazard etwas mit Arbeit zu tun hätte) Automaten-Casinos, Sportwetten-Cafés auf der Strecke Julius Tandler Platz - Wallensteinplatz. Und regelmäßig sperren neue Spielhöllen auf, neben den tristen 99Cent-Läden, türkischen Bäckereien, Tomaten-Tandlern und Handyshops.

Kundschaft: SPIELSÜCHTIGE und HALBWELT, immer wieder auch ganz junge Leute, fast Kinder.
Dieses ELEND produziert KRIMINALITÄT, aber der SPÖ Wien ist das egal.

Schlimmer als im viktorianischen England!!!!

Lotto an Tankstellen

finde ich gut.

Muss ich nicht elendslange in der Trafik auf Zigaretten warten!

Antworten Gast: james 198
05.09.2012 18:26
0 0

Re: Lotto an Tankstellen

wenn du Pech hast muss deine Trafik wegen Umsatzeinbußen schließen und du bekommst gar keine Zigaretten .

Gast: Schmieranski
14.07.2012 09:17
0 0

Willkommen Österreich

wer gut schmiert, der gut fährt !!! Das wäre doch was für den Untersuchungsausschuss, wieviel die gewissen Lotto Herrschaften von der OMV im Plastiksackerl dafür kassiert haben....

Gast: Argesauge
14.07.2012 08:04
0 0

Leute!

spielt nicht - ihr schenkt der MAFIA euer Geld!

spielt lieber mit euren Freunden - um kleine betraege - macht mehr Spaß und das Geld bleibt im Freundeskreis - und kommt sogar zurück - ein Freund zahlt dann üblicherweise eine runde bei Gewinn!


1 0

Nur der typische Lemming

liefert heute noch brav diese Deppensteuer ab!!!

Gott sei Dank hab ich das hinter mir :-))

also so schauts aus

der trafikant, in der regel ein geschützter arbeitsplatz aus gesundheitlichen gründen, bezieht 30 % seiner einnahmen aus glücksspiel...

alleine diese offenbarung wäre eine viel grössere schlagzeile wert, da sie vielerlei aufzeigt: das schamlose ausnutzen von suchtverhalten anderer, die unterstützung des staates dieser sucht, selbiger unterstützt zwar viele trafikanten vergibt nun aber lizenzen an tankstellen.

??? wozu ??? der spielsüchtige findet seine trafik, dem trafikanten wird der süchtige autofahrer in zukunft als kunde abgehen... und für den staat machts keinen unterschied, auf welchem weg er die süchtigen abzockt.

Antworten Gast: Abhängigkeit beginnt dort, wo wir am falschen Ort nach dem Richtigen suchen!
13.07.2012 22:07
0 0

Re: also so schauts aus

So ist es!

1 0

5-9% Handelsspanne?!

Kann das stimmen? Bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz von 300 000 Euro und 40% Anteil Lotteriegeschäft ergibt das 120 000 Euro Umsatz. Davon sagen wir durchschnittlich 7 % Spanne, ergibt einen Rohgewinn von 8400 Euro. Da sind aber noch keine Mitarbeiter, Miete, Heizung oder dergleichen bezahlt. Wie kann das gehen?! Da bin ich ja eher versucht beim nächsten Einkauf meinem Trafikanten ein wenig Trinkgeld zu geben...

Antworten Gast: Baluin
14.07.2012 09:04
0 0

Re: 5-9% Handelsspanne?!

gute Frage! Kann ich mir auch nicht ganz erklären...

Antworten Gast: Rudolf Redlich
14.07.2012 04:06
0 0

Re: 5-9% Handelsspanne?!

Sie offenbaren, dass Sie von der Materie keine Ahnung haben.

Gast: Eusebius
13.07.2012 20:32
0 0

Superidee

Ich stelle mir einen Supermarkt vor, der Lottoscheine zB bei einem Dreifach-Jackpot entgegenzunehmen hat! Wow, das wird lustig werden....
UND wer zahlt die Gewinne aus? Auch die Frau an der Supermarktkassa?
Oder wird eine Kassa im Supermarkt für Lotteriespieler exklusiv frei gemacht? Wobei die meisten Lottospieler die Gewohnheit haben immer im letzten Moment spielen zu wollen.

Ich spiele nicht Lotto, mir kanns egal sein.

Antworten Gast: bärle
14.07.2012 19:04
0 0

Re: Superidee

Eusebius: Gewinne über 1.000 EUR werden nicht mehr an den Annahmestellen ausbezahlt, sondern müssen an authorisierten Stellen beantragt werden. In jedem Bundesland gibt es ein paar davon. Oder man muss sich direkt an die Lottogesellschaft in Wien wenden.

Gast: Wirtschaftler
13.07.2012 20:04
0 0

Lotto- der staatliche Schwindel

Wer Lotto spielt schenkt dem Staat Geld. Das Ganze ist nichts als ausgemachter Schwindel, in dem der Staat mit den Wünschen der eher Ärmeren auf Glück und Geld sich einen Superverdienst schafft, welches dann wieder für das Politikzocken und Belügen mit Wahlversprechen verwendet wird.

Gast: Seher
13.07.2012 18:55
2 3

Lotto auch an Tankstellen: Trafikanten fürchten Verluste........

....ui, da wird unser Trafikant sehr darunter leiden, da wird er sich das nächste Mal keinen Mercedes um 130 000 Euro kaufen können, da wird sich nur mehr einer um 120 000 ausgehen, naja, muss er halt bei den Extras ein bisschen zurückziehen!

0 0

Re: Lotto auch an Tankstellen: Trafikanten fürchten Verluste........

Gehts noch? Wie kommen Sie auf so einen Schwachsinn?

Antworten Gast: Lilli
13.07.2012 20:37
1 0

Re: Lotto auch an Tankstellen: Trafikanten fürchten Verluste........

Gratulation an diesen Trafikanten, dann besitzt er eine der bestgehenden Trafiken in Österreich und davon gibt es nicht sehr viele.

Die Verluste der Trafiken

können nur durch vermehrten Ausbau an Trafiken an den Autobahnen ausgeglichen werden.

Am besten mit extra Auf- und Abfahrten.

Kugelschreiber gibts in Trafiken ebenfalls zu kaufen, auch Geschenkpapier!

Und natürlich Zigaretten.

Antworten Gast: Eusebius
13.07.2012 20:36
0 0

Re: Die Verluste der Trafiken

Und was glauben Sie, was ein Trafikant an Kugelschreibern und Geschenkpapier verdient? Das sind Kleinstnebenartikel, die gering ins Gewicht fallen.

2 0

Zeichen von Armut

Je mehr Lottoscheine überall angeboten werden, desto ärmer die Bevölkerung. Man erwartet offenbar eine rapide steigende Verarmung udn daher steigendes Geschäft für die Loterien.

trafiken sind atavismen

.

Antworten Gast: Gos
14.07.2012 09:33
0 0

Re: trafiken sind atavismen

... wie auch die alle anderen auf ehemalige Staatsmonopole zurückgehenden s.g. 'geschützten Werkstätten'.

Die ewige Jammerei solcher Berufsstände ist so was von mühsam! In einer freien Marktwirtschaft sollte ein Unternehmen(in dem Fall die Lotto Gesellschaft) wohl selbst entscheiden dürfen, wer als Outlet für seine Produkte fungiert!

Re: trafiken sind atavismen

hä ???

 
12