23.05.2013 21:41 Merkliste 0

Bauernaufstand im Waldviertel

14.07.2012 | 18:06 |  von andreas wetz (Die Presse)

Niederösterreichs Agarbehörde plant die Neuverteilung von Grundstücken zahlreicher Bauern. Einige Betroffene fühlen sich betrogen, ihr Zorn richtet sich gegen den "Kommunismus der ÖVP".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Auf halbem Weg zwischen Krems und Zwettl liegt in einer tiefen Furche des Waldviertels die Ortschaft Moniholz. Die wildromantische Ansammlung von Höfen ist so klein, dass nicht einmal die sonst allwissende Online-Enzyklopädie Wikipedia einen eigenen Eintrag führt.

Trotzdem: Bei der Landesregierung in St. Pölten und am Verwaltungsgerichtshof (VwGH) in Wien kennt man das Dorf inzwischen gut. Den Mitarbeitern von Justiz und Verwaltungsapparat sind Teile der hiesigen Bevölkerung geradezu in unangenehmer Erinnerung.

In Moniholz herrscht nämlich dicke Luft. Grund für den Aufstand einer Gruppe von Bauern ist ein sogenanntes Zusammenlegungsverfahren, in der Fachsprache auch Kommassierung genannt. Stark vereinfacht gesagt, wirft die Behörde kleinräumig strukturierte und in privatem Eigentum stehende Äcker, Wälder und Wiesen in einen Topf, zieht neue Grenzen und verteilt die so entstandenen größeren und zusammenhängenden Flächen wieder an die beteiligten Bauern. Wenn es sein muss, auch gegen deren Willen, denn: Das dazugehörige Gesetz stammt aus der Nachkriegszeit. Damals sollte durch die solcherart verordnete Effizienzsteigerung der Landwirtschaft die Ernährung der Bevölkerung sichergestellt werden (siehe auch Kasten).

Heute hungert niemand mehr. Die Bauern von Moniholz gehen deshalb für ihre Anliegen auf die Barrikaden. Denn einem Landwirt sein Land zu nehmen, kommt selten gut an. „Wir dürfen nicht mehr über unseren Boden bestimmen“, sagt Gerhard Allinger, Bauer und einer von anfänglich 17 Beschwerdeführern gegen das von der Agrarbezirksbehörde geführte Verfahren.

Ein anderer „Aufständischer“, Johann Scheichl, investierte kürzlich mehrere hunderttausend Euro in eine Rinderhalle mit vollautomatischer Melkanlage. Eines Tages kam Nachricht von der Bank. Ob mit dem Land, das er als Sicherheit einbringen wollte, alles in Ordnung sei, wollte diese wissen. Hintergrund: Während einer Kommassierung – sie dauert mehrere Jahre – ist das Grundbuch gesperrt, dürfen Eintragungen nur mit Genehmigung der abwickelnden Behörde gemacht werden. Das Maß war voll.

Nachdem schließlich auch der Landesagrarsenat die Entscheidung über die Kommassierung in zweiter Instanz gebilligt hatte, zog die Gruppe vor den Verwaltungsgerichtshof. Die Beschwerde langte im Dezember 2011 ein – und wurde Ende Mai wegen fehlender Zuständigkeit zurückgewiesen. Liest man das Erkenntnis kritisch, könnte man es so zusammenfassen: Das Gesetz stellt die Behörde in ihren Entscheidungen über die Neuordnung bäuerlicher Grundstücke völlig frei, die Eigentümer dürfen dabei nur zuschauen. Pech gehabt.

Inhaltlich sind die Vorwürfe der beteiligten Bauern gegen Beamte und Politiker aber starker Tobak.

So soll sich die zuständige Agrarbezirksbehörde nicht an ihre selbst auferlegten Spielregeln gehalten haben. Ein Mitarbeiter des Amtes hatte die Bauern einst darüber informiert, dass ein solches Verfahren nur dann eingeleitet werde, wenn die Mehrheit dafür sei. Auf der Website des Amtes ist das noch heute nachzulesen. Im Zuge einer Abstimmung fand das Vorhaben nur 37Prozent Zustimmung. Trotzdem wurde die Zusammenlegung von insgesamt 390 Hektar Land eingeleitet. Warum eigentlich?

Vorspiegelung falscher Tatsachen? Anlass war – so die Eingabe beim VwGH – ein Antrag des Bürgermeisters der zuständigen Marktgemeinde Sallingberg, auf dem die Unterschriften von mehr als der Hälfte der betroffenen Bauern standen. Diese Unterschriften jedoch soll ein ÖVP-Parteifreund und Gemeinderat unter Vorspiegelung falscher Tatsachen im Ort gesammelt haben.

Der Beschuldigte, Manfred Guttmann, entschuldigt sich heute dafür. „Es war ein Fehler“, sagt er, „aber keine Absicht.“ Auf der Liste habe er nämlich Befürworter der (großen) Kommassierung mit jenen der ebenfalls zur Diskussion stehenden und ungleich kleineren Flurbereinigung miteinander vermischt. Leopold Bock, der Bürgermeister, hat nach eigenen Angaben nichts mit der Aktion zu tun. Und die Agrarbehörde? Die beruft sich darauf, dass das Gesetz, das die Kommassierung regelt, eine Abstimmung über das Verfahren gar nicht vorsieht. Angesprochen auf die freiwillige Selbstverpflichtung zur Abstimmung unter den Betroffenen, wird dann lieber doch auf laufende Verfahren und die Amtsverschwiegenheit verwiesen.

Dass ihnen ein demokratischer Prozess zugesagt und später verwehrt wurde, stört die Bauern besonders. „Was ist das für eine Behörde, die gegen den Willen der Betroffenen und ohne Grund ins Eigentum von Bürgern eingreift?“, fragt Andreas Hafner. Der Mohnbauer aus der Nachbargemeinde ist selbst nicht vom Verfahren betroffen, berät als ehemaliger Jusstudent jedoch die Beschwerdeführer.

Und bemüht sich nebenbei auch noch um den guten Ton. Der Zorn über das Vorgehen der Behörden sitzt so tief, dass am Stammtisch schon einmal deutliche Worte fallen. Von der „ÖVP gelebter Kommunismus“ sei das, sagt ein Anwesender. Von einem aufgelegten Elfmeter für einen befreundeten Bauunternehmer des Bürgermeisters spricht ein anderer. Schließlich erfordere die Zusammenlegung Baumaßnahmen. „Man nennt diesen Bauunternehmer den Toni Rambold von Sallingberg“, erklärt ein Dritter den Zusammenhang mit einer jovial-zwielichtigen Figur aus der bekannten TV-Krimiserie „Der Bulle von Tölz“.

„Wenn ich erfahre, wer das gesagt hat, klage ich ihn“, kontert Leopold Bock. Solche Verdächtigungen müssten sich er und sein Unternehmerfreund nicht bieten lassen. Der Bürgermeister sieht nämlich gute Gründe für die Neuordnung der Grenzen. Nur so könnten die seit langer Zeit nötigen Hochwasser-Rückhaltebecken errichtet, die teilweise auf Privatgrund verzeichneten Gemeindestraßen neu kartiert werden. Und überhaupt: Eigentlich sei die Mehrheit im Ort ja für die Kommassierung. Die paar Gegner würden nur versuchen, die anderen „aufzuhussen“. Von einem Streit in der Gemeinde will er nichts wissen.
Doch auch die Aufständischen haben Argumente. 40 Prozent der betroffenen 390Hektar stehen in ihrem Eigentum. Sie haben errechnet, dass sie das Verfahren – inklusive der nötigen Erschließungsmaßnahmen wie Drainagierung, Wegebau etc. – wenigstens 500.000 Euro kosten würde. Hinzu kommt, dass ein Teil ihrer Einkommen aus Förderungen besteht, die deshalb fließen, weil die Landschaft eben kleinräumig ist. Der eine oder andere sieht sogar die vom Lebensministerium entwickelt Marke der „Genussregion Waldviertel“ in Gefahr. Die daran hängenden Einkünfte würden nach der Zusammenlegung allesamt wegfallen – und einige Bauern in den Ruin stürzen.

Letzter Trumpf im Ärmel der Gegner ist eine Altlast der Vergangenheit: Innerhalb des neu aufzuteilenden Gebiets liegt eine illegale und stillgelegte Mülldeponie, die der neue Eigentümer – nach Zuweisung des Geländes durch die Behörde – auf eigene Kosten sanieren müsste. Wer der Glückliche ist, entscheidet sich im Verfahren. Es sei denn, die Behörde stellt die Zusammenlegung doch noch ein.

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

52 Kommentare
 
12
Gast: Lagler
05.08.2012 19:34
0 0

Bauernaufstand

Man muss ja sagen wer den Rambold kennt und den Bürgermeister das die immer gemeinsame Sache machen. Weil der Bürgermeister vom Rambold abhängig ist.

Gast: Gigera
17.07.2012 07:41
0 2

Ansichtssache

Finde ebenfalls, dass der Artikel einseitig übertrieben und an der Wahrheit etwas vorbeigeht. Glaube nicht, das dies das richtige Medium ist in dieser verfahrenen Situation die Fronten zu durchbrechen (eher aufwiegelei).

Auf der Liste für die Zusammenlegung müssen über 50% Unterschriften gewesen sein, sonst wäre diese wahrscheinlich nicht an die Agrarbezirksbehörde gesendet worden, ob es nun Vorspiegelung falscher Tatsachen war oder nicht.

Es wird nur von den Gegner berichtet, dass sie enteignet, übergangen und sogar gelegt worden sind. Welche Rechte haben die Befürworter? Haben diese nicht auch das Recht ihre landw. Flächen kostengünstig, zeitsparend, fortschrittlich,sowie in Rechtssicherheit zu bewirtschaften.

In dem Bericht wird auch nirgends erwähnt, dass es bereits eine Wahl des Z-Ausschusses gab. Wie kann es sein, das trotz massiven Widerstand der Gegnerschaft, in den Ausschuß mehrheitlich Befürworter gewählt wurden und somit das Vertrauen ausgesprochen bekommen haben.
Die Frage bleibt offen, war die Mehrheit dafür oder dagegen.

Stellen sich die Fragen:
1. Gab es 2 verschiedene Stimmzetteln für Gegner und Befürworter oder gab es sogar Wahlbetrug?
2. Hat eventuell "Toni Rampold" die Wähler gekauft?
3. Waren die Wähler nicht mündig genug richtig zu entscheiden?

Da die Wahl normalerweise ein Jurist leitet, kann man einige Punkte wohl ausschließen.

Man soll vielleicht nicht zu egoistisch sein.

Bedenke: Es ist alles nur geliehen...

Antworten Gast: weberknecht
07.08.2012 20:31
0 0

Re: Ansichtssache

nein, ich wohne in der gemeinde, aber nicht im ort. und wenn man unseren bürgermeister kennt, dann weiß man, dass er nichts macht, woraus er nicht selbst einen vorteil hat. das mit dem "rampold" ist schwerst übertrieben, denn dieser baumeister hat dort überhaupt nichts gemacht. naja.

eine kommasierung ist ja grundsätzlich eine gute idee, aber dort gibt es halt sehr unterschiedliche auffassungen. der eine hat seine gründe trenagiert und laufend im schuss und die anderen gründe sind in schlechtem zustand. der herr bürgermeister kann sich sein hab und gut nur verbessern, während andere wieder viel geld reinstecken müssen, dass sie es wieder so haben, wie die alten gründe. und das ganz abgesehen davon, dass jeder quadratmetermäßig das bekommt, was er auch hergibt. und daher weht dieser wind.

die mülldeponie gab es wirklich und der bauer, der die bekommt, kann gleich konkurs anmelden. mein vater hat erzählt, dass er die deponie noch kannte und diese dann zu bereinigen kostet sicherlich mehr als der bauernhof, in dem der bauer lebt. der tut mir jetzt schon leid.

dem bürgermeister wär ich die deponie vergönnt, aber da hat er sich schon abgesichert, dass er die sicherlich nicht bekommt.

es haben mehr als 50% unterschrieben, daher wird die kommasierung durchgezogen, aber ganz ehrlich: ich finds nicht okay, wie das läuft. gott sei dank betrifft es mich nicht.

Antworten Gast: Schatzi
17.07.2012 10:46
0 1

Re: Ansichtssache

Da muss ich ihnen Recht geben weil anscheinend haben einige die Unterschrieben haben ein Kurzzeitgedechtnis und wissen nicht mehr dass sie unterschrieben haben.
Aber ein altes Sprichwort sagt; Ohne Hirn bist a ......!!!!!!!!
Die Gegner leben ja noch alle in der Vergangenheit und weil sie es nicht zustande Gebracht haben eine Komassierung einzuleiten und die Idee nich von Ihnen gekommen ist werden jetzt Die die es zu Stande gebracht haben angekreidet und beschimpft!
Ich habe mir jetzt alle Kommentarte durchgelesen und habe festgestellt da gibt es schon noch viele Leute die noch im Mittelalter leben!

Antworten Antworten Gast: Granitbeißer
17.07.2012 12:44
0 2

Mittel zum Zweck

Es ist beschämend und traurig, mit welchen Unterstellungen so wie Vermutungen eine Person(dazu zählt auch ein Bürgermeister) in der Öffentlichkeit über sich ergehen lassen muss.
Anscheinend ist diesen sogenannten Aufständischen jedes Mittel recht, ihren eigenen Willen durchzusetzen, und die Meinung anderer auf keinen Fall zu akzeptieren.
Hier scheint das gröbere Demokratiedefizit nicht bei der Behörde, sondern bei den Kommassierungsgegner zu geben.
Stimmt es das es in dieser Gemeinde noch einen zweiten Unternehmer gibt, der aus dieser Situation Profit schlagen könnte?

Gast: interessierter Leser
16.07.2012 07:16
3 1

Nur um es auf den Punkt zu bringen:

Die Behörde kann von sich aus tätig werden?

Einige Bauern sind gelegt worden, man hat ihnen eine Flurbereinigung vorgegaukelt?

Gegen das "Produkt" der Behörde kann auch nicht rechtlich vorgegangen werden?

Eine Kommassierung hätte zur Folge, daß zB Bauland an die "Richtigen" kommt. Oder eben ertragsstarke Flächen?

Mit einem Wort: Mit so einer Kommassierung ist viel Geld zu machen?

Re: Nur um es auf den Punkt zu bringen:

Sie stellen genau die richtigen Fragen !

Und je entrüsteter die Antworten darauf werden, um so fester verdichten sich Ihre Ahnungen zur Gewißheit....

Gast: die
16.07.2012 01:05
3 0

eu

die eu enteignungen gegeh weiter....nur grossflächiger monoanbau erlaubt wer kleinanbau betreibt wird enteignet...monsanto lässt grüßen...meine volle unterstützung für die bauern.....österreich muss wieder frei werden.....

Antworten Gast: UmGottesWillen
16.07.2012 13:11
0 1

Re: eu

Ihr Beitrag klingt ja schon fast wie ein FP-Wahlplakat. Wo bitte ist bei der ganzen Sache von Enteignung der EU die Rede???
Und passens ein bisschen in Geschichte auf, das "Österreich ist frei" war schon 1955.

Gast: normani
15.07.2012 22:05
0 3

betroffener!

wiedermal ein artikel wo nur die sogenannten gegner befragt wurden leider!

aber als zukunftsorientierter moderner inteligenter landwirt kann mann nur für so ein projekt sein!
weil in dieser schnell lebigen von wetter kapriolen geprägten zeit muss mann schlagkräftig und effizient arbeiten können und das geht nur mit zusammen gelegten flächen mit vermarkteten Grenzen.

es wurde mit mehr als 50% eingereicht weil sonnst wäre die behörde nicht aktiv geworden!
und es gab 3 info veranstaltungen wo die sogenannten gegner kein argument dagegen gesagt haben sondern nur da gesessen sind und nix gesagt haben!
erst dann wo sie gesehen haben das es zur sache geht sind sie aktiv geworden aber halt zu spät nach den ganzen einspruchsfristen !

ich sage nur ´´stillstand ist gleich rückschritt´ und wenn mann alles so lässt wie vor fünfzig Jahren dann kann mann gleich das pferd wieder heraus holen!!

lasst euch beführworter nicht vom weg abbringen ziehts es durch euren Kindern zu Liebe sie werden es euch danken!!


Kommassierungen haben es so an sich,

daß es immer Zufriedene und Unzufriedene, Gewinner und Verlierer gibt! Das geht gar nicht anders und in Pröllistan ganz besonders, wie man sich lebhaft vorstellen kann !!!

Antworten Gast: Be-obachter
16.07.2012 19:25
1 0

Re: betroffener!

Den Spruch mit "rationell" & "effizient" hab ich bereits bis zum Erbrechen satt.

Im Klartext bedeutet das, kleinere Bauern zu vernichten und große zu fördern.

Wie in den Betrieben: einheimisch Arbeiter abbauen und Südländer importieren...

Antworten Gast: Allinger & Co.
16.07.2012 10:37
2 0

Re: betroffener!

Lieber Nachbar.
Die 50 Prozent wurden von der Gemeinde und dem Bürgermeister erlogen. Uns selbst als das rauskam hats die Behörde nicht mehr interessiert.

Gast: bern
15.07.2012 19:22
0 1

Interessant

Interessant wäre, wie viele der negativ kommentierenden personen schon eine Kommasierung hinter sich gebracht haben.

Schon nett zu sehen, wie alle die etwas positives über Kommasierungen posten negativ bewertet werden. Hauptsache man kann sich über jemanden beschweren.

PS: das eine Kommasierung auch hilft Geld zu sparen wird wohl nicht bedacht

Antworten Gast: gern
16.07.2012 00:30
2 0

Re: Interessant

Lass dich doch oder deine Sachen auch kommassieren, das spart uns Geld, und du brauchst dich nicht beschweren.

Man muss das positiv sehen!

Wir werfen deine Sachen mit denen deiner Nachbarn in eine grosse Mülltonne zusammen und mischen erst mals kräftig durch.

Anschließend darfst du Dir aus der Kommunen-Tonne per Zufallsprinzip beliebige Bestandteile zukommen lassen, bis dieselbe Anzahl an Sachen die Du reingeworfen hast wieder rauskommen.

Es ist doch sehr erfrischend, ein bisschen Abwechslung zu haben! Mach mit, sei dabei, es ist toll!

Gast: Blankensteiner Husar
15.07.2012 19:06
0 6

Fesch! Unsere tollen Bauern zahlen eh nix für ihren "wertlosen" Grund und wenns ihn mal abtauschen sollen, dann ist er Gold wert!

Keine Steuern zahlen und keine Sozialversicherung aber immer fest die Pap... offen!
Die Subventionsritter at work!

jö schau!

unser steuergeld (und das anderer EU) staaten reicht wohl nicht mehr!
ist euch fad?

Gast: ''Emil''
15.07.2012 17:30
0 0

Bauernaufstand im Waldviertel

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!

;-)

Gast: Waldviertler Bauer
15.07.2012 16:17
2 0

Da geht es jetzt also zu wie bei der Bodenreform in der Nachkriegszeit in der DDR, als die Kommunisten Landwirte enteigneten und die Ländereien neu verteilten

Man glaubt es nicht

Die Sturschädeln sind in den Gemeindestuben zu Hause

Ein unmöglicher Job sei er, der Job des Bürgermeisters, aber nur dann, füge ich hinzu, wenn der Bürgermeister seine Befugnisse allzu weit auslegt bzw. seinen Amigos, denen er sein Amt verdankt, zu sehr entgegen kommt.
Viel spricht dafür, dass es auch in dem kleinen Nest im Zentrum des Waldviertels so ist. Die Hinweise auf windige Gesellen aus einschlägigen Fernseh-Filmen lässt eine solche Vermutung als wahrscheinlich erscheinen, drängt sich sogar auf.
Freude kommt daher auf, wenn man beobachten kann, dass auch im Waldviertel nicht mehr alles kritiklos hingenommen wird, was aus den Lagerhäusern, vom Bauernbund und den Gemeindeämtern kommt. Denn vielerorts ist es noch immer so, dass das Wort des Bürgermeisters mehr gilt als das, was sich von den 10 Geboten her ableitet.
Das hat den Waldviertlern jedoch in den seltensten Fällen gut getan, aber viel zur Versteinerung der politischen Verhältnisse beigetragen. Ermutigend ist es daher, beobachten zu können, dass das geflügelte Wort "wir von der Gmoa", mit dem Bürgermeister nicht selten ihre eigenwilligen Entscheidungen begründen, auch in Klein- und Kleinstgemeinden bald Vergangenheit sein werden.

Gast: KTWWler
15.07.2012 14:20
1 3

Interessant, wie von der "Presse" über das Thema berichtet wird.

Eine Kommasierung, Zusammenlegung oder Flurbereinigung wird entweder auf Wunsch der Bauern durchgeführt oder im Zuge einer großflächigen Planung (Autobahnen, ÖBB-Strecken,...). Vorher wird die Behörde gar nicht aktiv!
Das hier nicht immer 100% Zustimmung herrscht ist klar. Die Regierung (bzw. diejenigen über 50%) nimmt die Opposition ja auch nicht immer ins Boot.

Jedoch werden jedes Jahr dutzende solcher Verfahren (nicht nur in NÖ) durchgeführt, die von allen Beteiligten gerne angenommen werden, da durch Vererbung, Verpachtung oder sonstiger Umstände (Strassenbau, Bahnbau, Hochwasserschutz,...) gewisse Ackerflächen umbewirtschaftbar werden.

Das die zuständige Behörde nicht tun kann was sie will, dafür gibt es Gesetze und die sind für jedermann zugängig (also bitte lieber Journalist, erst mal richtig recherchieren). Auch muss jedes Verfahren von einem unabhängigen Agrarsenat abgesegnet werden und auch das ist beeinspruchbar.

Auch die Bauarbeiten werden ausgeschrieben, jeder kann anbieten und der Beste wird genommen. Ist bei keinem Bauverfahren anders (außer bis zu einer gewissen Geringfügigkeitsgrenze, die hier klar überschritten wird).

Bevor hier also alles durcheinander gebracht wird, sollte sich jeder, der seinen Senf hier dazu gibt, einmal erst informieren wie so ein Verfahren wirklich abläuft. Man kann dieses Fachgebiet übrigens auf der Universität für Bodenkultur studieren.

Antworten Gast: Huababaua
15.07.2012 21:30
0 0

Re: Interessant, wie von der "Presse" über das Thema berichtet wird.

Falsch. Die Behörde ist in ihrer Entscheidung frei, kann, kann Verfahren laut Gesetz amtswegig veranlassen. In NÖ - wie sie schreiben - auf "Wunsch der Bauern".

Ja, angeblich. So stehts im Text. Wenn man sich wie in Moniholz Mehrheiten ergaunert. Und wenn sich im Nachhinein eben das herausstellt heißt es Ätschbätsch, kein Rechtsanspruch. So steht es auch im Gesetz.

Aber auf Ihrer Universität für Bodenkultur hat man Ihnen das vermutlich nicht beigebracht.

Antworten Antworten Gast: KTWWler
16.07.2012 10:27
1 0

Re: Re: Interessant, wie von der "Presse" über das Thema berichtet wird.

Dadurch dass sich hier jemand anscheinend die Unterschriften "ergaunert" hat, stellt das ganze Verfahren natürlich in Frage und ist eigentlich zu prüfen ob hier noch rechtmäßig gearbeitet wird.

Das Verfahren an sich, sollte sich aber grundsätzlich immer an den Wünschen der Bauern richten (ich weiß auch dass es dabei nie 100%e Zufriedenheit gibt). Oft haben aber viele Personen etwas zu sagen, die Grundstücke besitzen die sie von den letzten verbliebenen Bauern in Pacht bewirtschaften lassen, jedoch selbst keine Ahnung mehr von der zeitgemäßen Bewirtschaftung haben.

Aber so wie Sie schon richtig schreiben, Politik (vor allem Gemeindepolitik), wird und kann einem auf der Uni niemand beibringen.

Schon, schon ! Aber bei uns in Pröllistan.....


Re: Interessant, wie von der "Presse" über das Thema berichtet wird.

Sie beschreiben ein Idealverfahren, das in den seltensten Fällen einer kritischen Beurteilung standhält.
Eine Fiktion ist es z. B., wirklich zu glauben, dass der Bestbieter zum Zug kommt. Denn in der Regel erhält der den Auftrag, der über Informationen verfügt, die anderen nicht zugänglich sind.
Auch für Agrarsenate und deren Zusammensetzung würde ich nicht unbedingt die Hand ins Feuer legen.

Antworten Antworten Gast: KTWWler
16.07.2012 10:40
0 0

Re: Re: Interessant, wie von der "Presse" über das Thema berichtet wird.

Ich gebe Ihnen vollkommen recht. Ich habe mich vor allem gegen den hier verfassten Presse-Artikel gerichtet, der hier doch recht einseitig berichtet. Mit Beachtung aller Seiten und grundsätzlichen Vorgangsweisen ist dieser Fall ja trotzdem immer noch sehr brisant.
Vor allem die "ergaunerten" Unterschriften waren und sind hier anscheinden der eigentliche Auslöser. Das gleich das Verfahren und die ausführende Behörde an sich "verteufelt" wird, geht dann an einer sachlichen Debatte doch deutlich vorbei.

 
12