Die Stadt Salzburg aktiviert am heutigen Montag gleich zwei Sperren, um die Altstadt vor einem Stau-Chaos zu bewahren. Wegen des angekündigten schlechten Wetters tritt einerseits die Schlechtwettersperre in Kraft: Touristen-Fahrzeuge wurden von 9 bis 14 Uhr von der Innsbrucker und Münchner Bundesstraße auf Park&Ride-Plätze abgeleitet. Andererseits startet auch die "Mittagsregelung": Bis 17. August ist die Einfahrt in die Altstadt vom Müllner Hügel, Neutor und von der Staatsbrücke aus werktags von 10 bis 14 Uhr nur mehr für Berechtigte erlaubt.
Die Mittagsregelung, auch "Innenstadtsperre" genannt, wurde für diesen Sommer als zusätzliche Maßnahme gegen den Stau getroffen. Ausgenommen davon sind Menschen mit Berechtigung wie Bewohner, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Hotelgäste, Taxis, Lieferanten, Gehbehinderte oder der öffentliche Verkehr. Die Berechtigten müssen einen Nachweis bei sich haben.
Bilanz: Staus vor Parkplätzen
Erste Zwischenbilanz zur "Schlechtwettersperre": Staus von bis zu 1,5 Kilometern Länge bildeten sich dennoch, und zwar auf zwei Einfahrtstraßen vor der Ableitung zu den Parkplätzen. Die Kapazitäten in den Park&Ride-Anlagen waren bei weiten nicht ausgeschöpft. Ab 12.30 Uhr wurde die Sperre wieder aufgehoben.
Entscheidend für den weiteren Verlauf wird aber das Wetter sein. "Bei Schönwetter ist in der Stadt generell weniger los", erklärt Chefinspektor Wolfgang Ebner vom Stadtpolizeikommando Salzburg. Dann würden deutlich mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren.
Die "Mittagsregelung" hat laut Polizeisprecher Anton Schentz aus polizeilicher Sicht gut funktioniert: "Der Beginn ist absolut zufriedenstellend." Zirka die Hälfte der nicht berechtigten Autofahrer, die trotz des Fahrverbotes in die Altstadt gefahren und von der Polizei kontrolliert worden waren, zeigten sich aber ahnungslos. Derzeit hat eine Missachtung der "Mittagsregelung" noch keine Konsequenzen: Erst ab Mittwoch drohen Strafen. Von 20 Euro für ein Organmandat, im Falle einer Anzeige 70 bis zu 200 Euro.
Bei Schlechtwetter fast nur Österreicher
Von der Schlechtwettersperre ausgenommen sind laut Stadtverwaltung Fahrzeuge mit österreichischem Kennzeichen und den deutschen Kennzeichen "BGL" (Berchtesgadener Land) und "TS" (Traunstein). In die Innenstadt hinein dürfen auch Lastwagen, einspurige Fahrzeuge, öffentliche Linien, Omnibusse sowie Personen mit Hotelbuchungsbescheinigung und mit Wohnsitz oder Arbeitsstätte in der Stadt Salzburg sowie stark Gehbehinderte.
Die von der Schlechtwettersperre betroffenen Verkehrsteilnehmer werden an der Innsbrucker Bundesstraße nach der Himmelreichkreuzung auf den P&R Flughafen (400 Stellplätze) und an der Münchner Bundesstraße im Kreisverkehr Mitte auf den P&R Messe (3000 Stellplätze) abgeleitet.
Um den Rückstau auf der Münchner Bundesstraße zur Westautobahn zu vermeiden, werden die Fahrzeuge von jenen Personen, die eine Hotelbuchungsbescheinigung in Händen halten, und auch jene Personen, die in der Stadt wohnen oder arbeiten, ebenfalls auf den Messeparkplatz abgeleitet, sie können aber über die Bessarabierstraße zu ihrem Zielort fahren.
Einbußen für Innenstadtgeschäfte befürchtet
Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) befürchtet massive Einbußen für die Innenstadtkaufleute. "Die Altstadtgaragen waren heute um 12.00 Uhr noch halbleer. Da sich diese Vertreibungsaktion anscheinend herumgesprochen hat, bleiben die Touristen der Stadt lieber gleich fern", so Preuner.
(APA)
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