Die Tathintergründe zu den am 7. Juli beim Wienerwaldsee in der Nähe von Wien gefundenen Leichenteilen dürften geklärt sein. Das Opfer soll dem mutmaßlichen Täter eine fünfstellige Geldsumme zu Wucherzinsen geborgt haben. Als der Gläubiger, der 55-jährige Autohändler Milos N., das Geld plus Zinsen mit Nachdruck zurückverlangte, konnte der Schuldner, Zika M., nicht zurückzahlen. Bei einer persönlichen Begegung am 2. Juli soll Zika M. sein Opfer mit einem Hammer erschlagen, Die Leiche danach im Keller zerstückelt und sie zum Wienerwaldsee transportiert haben. Das berichtet der Anwalt des unter Mordverdacht in U-Haft sitzenden Mannes.
Der mutmaßliche Täter wollte sich den Schilderungen des Verteidigers zufollge im Anschluß selbst das Leben nehmen. Der Versuch, sich die Pulsadern aufzuschneiden, schlug jedoch fehl und der Mann verständigte die Rettung. Durch einen vorbereiteten Abschiedsbrief, in dem auch die Leichenteile erwähnt wurden, konnte die Polizei die Verbindung zum Leichenfund herstellen. Kurz darauf hat er aufgrund der Konfrontation mit dem Brief ein Geständnis abgelegt
Anwalt Mayer sagt, sein Mandant sei von Milos N. bedroht worden und habe "nach einer Akutbedrohung hingeschlagen". Zudem sei das Zerteilen der Leiche eine Deckungshandlung gewesen. "Er hat ihn ja nicht bestatten können. Jeder Täter steht vor dem Problem, dass er nicht weiß, wo er mit der Leiche hin soll", so Mayer. Er sieht voraus, dass die künftigen Geschworenen im Prozess beurteilen müssen, welches Tötungsdelikt vorliege: Mord, Totschlag, Körperverletzung mit tödlichem Ausgang oder ob es eine Notwehrhandlung gewesen sei.
(APA)
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