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Bürgerbefragung in Graz: Mehrheit gegen Umweltzone

17.07.2012 | 11:09 |   (DiePresse.com)

Eine deutliche Mehrheit stimmte gegen die Einführung der Umweltzone und gegen den Ankauf der Reininghausgründe.

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Bei der Bürgerbefragung in Graz stimmte eine eindeutige Mehrheit gegen die Einführung einer Umweltzone, sowie gegen den Ankauf der Reininghausgründe. Das Ergebnis wurde am Dienstag präsentiert. Beide Anliegen wurden von gut zwei Drittel der teilnehmenden Bürger abgelehnt. Insgesamt lag die Beteiligung bei 30 Prozent - es stimmten rund 70.000 von 230.000 Bürgern ab, knapp die Hälfte davon per Internet.

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) erklärte bereits im Vorfeld, dass das Ergebnis bindend sein werde, sofern sich mehr als 45.000 Grazer an der Befragung beteiligen.

Bei der Frage nach der Umweltzone ging es um die Einführung einer ganzjährigen Fahrbeschränkung für Diesel-Pkw ohne Partikelfilter in der Stadt. Der Ankauf der Reininghausgründe durch die Stadt Graz war Gegenstand der zweiten Frage. Diese Baulandreserve für rund 10.000 Menschen könnte um 75 Millionen gekauft werden.

Nagl betrachtete das Ergebnis als "großen Schritt in die direkte Demokratie". "Die Grazer haben bei den Themen entschieden, bei denen die Politik zu stocken kam", so der Bürgermeister. "Die Bürger haben große Sorge, die Stadt Graz nicht weiter zu verschulden", nennt er als Hauptgrund für das Ergebnis gegen den Kauf der Reininghausgründe. Die Ablehnung der Umweltzone enttäuscht Nagl. Die Schadstoffreduzierung werde Nagls Einschätzung nach im November wieder Thema werden: "Ich bin auf Lösungen gespannt."

Grüne: "Bürgen waren zu wenig informiert"

Die Grazer Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (Grüne) ist vom Ergebnis nicht überrascht und führt es auf fehlende Bürgerinformation zurück. "Ich finde es schon eine sehr durchsichtige Strategie von Siegfried Nagl, die direkte Demokratie nun so hoch leben zu lassen." Der Ausgang der Befragung ist für sie ein Hinweis darauf, dass sich die Menschen zu wenig informiert gefühlt hätten. "Wir wären mit der Umsetzung der Zone fast fertig gewesen", erklärt Rücker im Hinblick auf die Ablehnung der Umweltzone.

Aus ihrer Sicht hätten die zahlreichen Inserate in Printmedien betreffend der Reininghausgründe zu wenig Vertrauen verbreitet. Die Bürger hätten sich mehr sachliche und objektive Informationen gewünscht, so Rücker. Zudem führt sie das schnelle Durchführen der Befragung als Ursache für die mehrheitliche Ablehnung der beiden Projekte zurück, denn dies hätte das Misstrauen der Bürger geschürt. Sie kritisiert, dass es bei der Frage nach den Reininghausgründen nicht um die bautechnische Verwendung gegangen sei, sondern lediglich um den Kauf. Die Beteiligung der Bürger bezeichnete sie als beachtlich.

Berlakovich: "Feinstaubbelastung senken"

Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) sieht die Verringerung der Feinstaubbelastung "als weiterhin größte umweltpolitische Herausforderung in Graz". "Dass die Einführung der Umweltzone für bestimmte Fahrzeuge in der Bürgerbefragung mehrheitlich abgelehnt wurde, ändert nichts am umweltpolitischen Handlungsbedarf.

In Graz sei laut Berlakovich die Lebenserwartung um elf Monate geringer als im übrigen Österreich, der sei die Bekämpfung der Feinstaubemissionen weiterhin eine wichtige Aufgabe der steirischen Landesregierung. Seit Jahresbeginn wurde in Graz an 33 Tagen der Grenzwert für Feinstaubemissionen überschritten.

Die Bürgerbefragung in Zahlen

230.864 Personen mit Hauptwohnsitz in Graz waren bei der Befragung teilnahmeberechtigt, 70.593 Stimmen wurden abgegeben.

Von den 69.784 gültigen Abstimmungen im Fall Reininghausgründe sprachen sich 22.495 (32,24 Prozent) für einen Ankauf und mit 47.289 (67,76 Prozent) eine deutliche Mehrheit dagegen aus.

Bei der Umweltzone waren 21.566 (30,66 Prozent) der 70.332 gültigen Stimmen dafür und wiederum deutliche 48.766 (69,34 Prozent) Stimmen dagegen.

 

 

(APA)

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36 Kommentare
 
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Grazer Pannen und Pleiten

Nachdem die grüne Vizin Rücker (trotz Befürwortung für die Übernahme der konkursreifen Eigentümerfirma von Reininghaus) gegen die Befragung war, ging die schwarz-grüne Koalition zu Bruch. Bgm Nagl hat trotz massiver Proteste der AktivbürgerInnen mit der SPÖ überhastet und schlecht vorbereitet die Befragung durchgezogen. Datenschutzbedenken (leichte Identifizierung) und das Problem, dass viele BürgerInnen kein Abstimmungkuvert erhalten haben, wurden ignoriert. Nun haben er und seine Vizin die Rechnung bekommen. Sie hätte es wie in Wien (Parkraumgebühr) ohne Befragung durchgezogen! Der hämische Kommentar von ihr war überflüssig. Durch den Kauf der Firma, den Planungs-, Finanzierungs- und Infrastrukturkosten wären die Schulden von über 1 Milliarde € wesentlich angestiegen. Das haben die GrazerInnen abgelehnt. Statt Beton wünschen sich viele Bürger lieber einen Central Park. Positiv ist, dass nun hoffentlich der Startschuss für mehr Bürgerbeteiligung in ganz Österreich abgegeben wurde! Hoffentlich funktioniert die nächste GR-Wahl im Jänner 2013 besser und es erhalten alle GrazerInnen eine Wahlkarte.

Gast: Gast 2012
17.07.2012 18:04
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Gratulation an die Grazer!

sie lassen sich die Blödheiten der Politiker nicht mehr gefallen. Die Umweltzone in der Form wäre ein Schildbürgerstreich ersten Ranges und wenn eine Stadt wie Graz schon völlig überschuldet ist darf sie auch keine sündteuren Baugründe kaufen. Die Ohrfeige für Nagl hat gesessen!

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Kann ich mich verlassen?

Kann ich mich jetzt darauf verlassen, noch in 10 Jahren mit meinem alten Diesel durch Graz zu fahren?

was die Schweiz uns voraus hat...

ist eine vielseitige und objektiv geführte Diskussion vor einer Volksabstimmung. Dies war hier nicht der Fall. Also selbst Informationen suchen.
1) R.Gründe: Nach 4h Internet-Recherche war es mir nicht möglich, den eigentlichen Verkäufer der Gründe (die einst im Stadtbesitz waren) ausfindig zu machen. = Stinkt.
2) Die bereits erwähnten "Ausnahmen" bzgl. Feinstaub waren ein Witz. = Stinkt. Die Frage nach einer Citymaut wäre wohl zielführender gewesen.

Ich denke nicht, dass man den Wählern fehlende Weitsicht vorwerfen kann, angesichts dessen was bei uns teilweise im Parlament bzw. auf der Anklagebank sitzt.

Re: was die Schweiz uns voraus hat...

Nur ad. 1): Mit Zugang zu Grund- und Firmenbuch hellt sich der Sachverhalt auf. Stinkt gar nicht mehr so sehr, da man sich an die Umbuchung vom Steuerzahler hin zu Banken eigentlich schon gewöhnt hat.

Gast: ein grazer
17.07.2012 15:46
1 0

prozentuelle beteiligung

die beteiligung wäre noch höher gewesen, wenn viele leute nicht versehentlich den umschlag der stadt graz gleich mit dem anderen werbematerial im briefkasten entsorgt hätten.
der umschlag für die befragung hatte eben große ähnlichkeit mit den umschlägen gefüllt mit div. bürgerinformationen. da prangt groß das logo der stadt graz drauf und schon schmeißt man es in den papierkorb, da man ja auf die selbstbeweihräucherungspropaganda der schwarzen stadtregierung getrost verzichten kann.

ich bin deshalb umso erfreuter, dass überhaupt eine beteiligung von ~30% erreicht wurde. das ergebnis zeigt auch, dass die mehrheit der grazer nicht den hausverstand verloren und das selbstständige denken verlernt haben.

mfg
ein grazer

Gast: laterne
17.07.2012 15:43
2 1

fehlgriff

schwere niederlage der grünen vizebgm rücker für ihr chaotische verkehrspolitik in der stadt. millionen gingen den bach hinunter. wo die grünen dabei sind geht alles daneben. daher hände weg von diesen grünkasperln.

Hausverstand der Bürger..

..und deshalb dürfen die Bürger niemals über solche Verbrechen wie ESM abstimmen. Denn jeder Normalbürger weiß, daß man nicht mehr ausgeben darf, als man einnimmt und man kein gutes Geld dem schlechten Geld nachwerfen soll.

Grünschwarzgrün

Die Rücker und der Nagel sind der Nagel im Rücken eines jeden Bürgers!

Aber der Reflex ist beachtlich

Wer nicht so stimmt, wie´s die Minderheitspartei vorgibt, war "zu wenig informiert".
Wie originell.

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Ein Schlag in grüne Gesicher. Gut so.

Natürlich war das Volk wieder nicht ausreichend informiert. Glaub mir, Rücker, das Volk ist auchreichend darüber informiert, was die Grünossen so treiben. Völlig ausreichend. Darum habt ihr ja etwas gegen Volksabstimmungen.

überall unfähige Politiker!

Diese Aktion ist wieder einmal typisch!
Die Reininghausgründe zu erwerben, mit welchem Geld auch immer, eckt bei der Bevölkerung an.
Wahrscheinlich auch deshalb, weil schon jeder Bürger sich die Abwicklung so eines großen Projektes im Kopf vorstellen kann! Da eine Provision für den, dann dort ein paar Provisionen für diesen usw., dann da noch Werbungskosten (Lobbying) für den einen. Da haben sich bestimmte Personen schon in die Hände gespuckt, nämlich ohne viel Leistung zur fetten Kohle zu kommen!
Auf der anderen Seite die Umweltzone, aus dem nichts herausgezogen ohne irgendwelche Alternativen für die Bevölkerung, die zu 95% für die Unfähigkeit der Politiker in Graz (seit nun fast 30 Jahren) nun zahlen oder besser gesagt draufzahlen sollen!
Wenn nicht so viel Geld auf mysteriöse Weise verschwinden würde, wäre es auf alle Fälle möglich die Leute mit den Öffis gratis fahren zu lassen.
Oder das Heizungsproblem zu lösen mit einer langfristigen Vorfinanzierung der Stadt für Heizungsanlagen etc.
Irgendwann muss man dieses gewaltige und gesundheitsschädigende Problem loswerden!
Und da kreuzen sich beide Themen gewaltig:
Auf der einen Seite ist kein Geld da und auf der anderen Seite möchte man das Geld in ein Millionenprojekt stecken.
Irgendwie leicht zu durchschauen, beim Reininghaus-Projekt kann man schneller abzocken!
Den Verantwortlichen wird dazu niemals was Bürgernahes einfallen.
Siehe Siedlung Hirtenkloster Graz, wo 92% der Bewohner gegen eine Bustrasse direkt durch die Siedlung und die politisch Verantwortlichen sich über deren Wünsche stellen und das trotzdem durch ziehen wollen!

Gast: schwarzerMüll
17.07.2012 13:56
4 1

Die wahren Hintergründe der Befragung

in erster linie ging es nagl und seine övp um illegale parteienfinanzierung. Denn bei einem Ja hätte die ÖVP Provisionen von Banken, Bau- und Immobilienfirmen kassiert.

Der Bürger hat das durchschaut und richtig gehandelt.

Jetzt werden manche Korrupte in der Partei sehr nervös werden und die Tage von Nagl sind wohl gezählt.

Bei der Umweltzone war sehr starker Druck von der Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer. Denn die befürchten bei einem Nein um ihre Geschäfte.

Wenn jetzt Nagl die Ergebnisse nicht akzeptiert, würde ich vorschlagen bei der nächsten Befragung:

bei den zwei Kreuzchen jeweils JA zur Auswahl stellen. Dann kann die ÖVP immer gewinnen.

Ja, Herr Nagl, zehn Jahre sind wirklich genug. Also bei der nächsten Wahl gibt es eine Wahlschlappe der ÖVP. Das garantiere ich Ihnen.

Häferl ausgeschüttet! 3 x Nein

über 2/3 (67,76%) Nein zu Ankauf der Reininghausgründe
über 2/3 (69,64%) Nein zur Umweltzone

Die 3. Frage ergibt sich aus dem Kontext: “Soll Siegfried Nagl in der Politik bleiben?”

Sie wurde ebenso mit einer über 2/3-Mehrheit mit Nein eindeutig beantwortet.

Re: Häferl ausgeschüttet! 3 x Nein

da werdet ihr mal gefragt und jetzt gibt's wieder was zu raunzen...

Re: Häferl ausgeschüttet! 3 x Nein

Das ist völlig RICHTIG!!!!
"..."Wir wären mit der Umsetzung der Zone fast fertig gewesen"...und das ist ein Beispiel, dass die paar Grünen die Mehrheit tyrannisieren wollen.

Gast: deppen
17.07.2012 13:12
3 8

oben

na dann lasst sie ihm Feinstaub ersticken, diese mündigen Bürger

Antworten Gast: Lukas
17.07.2012 18:08
0 0

Re: oben

gratuliere, ihr Gastname trifft auf sie perfekt zu!

Re: oben

Die, die wirklich Dreck machen wären in die Ausnahmeregelung gefallen!
Bittschön, zuerst denken (informieren) und dann den Mund aufreißen!

Re: oben

nur haben PKWs nichts mit Feinstaub zu tun....

Antworten Antworten Gast: istdochetwasanderes
17.07.2012 15:45
2 0

Re: Re: oben

oje, auch wenn ich mit den grünen nur bedingt sympatisiere muss ich bei diesem argument leider den grünen recht geben: feinstaub ist ein teilprodukt der dieselverbrennung (vor allem bei den neuen dieselfahrzeugen= PKW)

Re: Re: Re: oben

Richtig; aber der Teil der Verbrennung verbleibt im Partikelfilter; der übrigens äußerst aufwändig und teuer ist....

Re: Re: Re: oben

....nur verursachen die PKWs nicht das Problem, da gibt es sehr viele, wesentlich massivere andere Faktoren. Das bitte ist doch längst erwiesen.

Antworten Antworten Antworten Gast: diegrünensinddochimmernurdasgleiche
17.07.2012 17:21
0 1

Re: Re: Re: oben

oje, da istdochtetwasanderes völlig uninformiert. Wahrscheinlich ein Grün-Fanatiker. Besonders die neuen Dieselfahrzeuge sind weniger umweltschädlich, da sie schon Partikelfilter eingebaut haben und nicht wie die nachträglichen, die nicht viel bringen.

Also Öko-Fanatiker: Am besten Schweigen, sonst nur blamieren.

Gehen Sie doch in Ihren Wald und tanzen um Ihr Lagerfeuer.

Gast: gasti
17.07.2012 12:38
11 0

liebe grüße an die mündigen grazer bürger für die richtige entscheidung

schickt uns bitte ein paar nach wien

Re: liebe grüße an die mündigen grazer bürger für die richtige entscheidung

Das mit den Bürgern ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Immerhin haben sich 2/3 ja gar nicht erst beteiligt. Für mich schon das reinste Wunder, warum man die Leute überhaupt noch fragt, es ist ihnen eh alles wurscht.

Und bei aller Entfernung zur ÖVP muss man dem Bgm. zugutehalten, die Fragen überhaupt an die Bürger weitergereicht zu haben. Bei aller auch politisch dahintersteckenden Taktik hat er sich selbst in beiden Fragen soweit ich weiss recht klar positioniert.

Es ist zu hoffen, dass der Ausgang die zarte Blume direkterer Demokratie zumindest auf lokaler Ebene nicht sofort wieder im Keim erstickt.

 
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