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Serie von Überfällen: Angst bei Juwelieren und Wettbüros

17.07.2012 | 18:29 |  KLAUS STÖGER (Die Presse)

Die Zahl der Überfälle ist im Steigen begriffen - die Täter werden dabei immer brutaler. 2011 gab es österreichweit 19 Raubüberfälle auf Juweliere, allein in Wien wurden 17 davon verübt.

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Die trockenen Zahlen der Kriminalstatistik wurden gestern, Dienstag, auf drastische Weise greifbar: Innerhalb kurzer Zeit wurden gleich zwei spektakuläre Überfälle verübt – beim ersten auf ein Wettbüro in der Reinprechtsdorfer Straße wurde ein Mann sogar lebensgefährlich verletzt. Kurz nach sechs Uhr Früh hatten drei Männer mehrere Schüsse auf einen Mitarbeiter abgegeben, der gerade Geld zur Bank bringen wollte. Der 49–Jährige wurde mehrere Stunden lang notoperiert, die Täter entkamen mit der Beute. Wenige Stunden später wurde in Wien-Meidling ein Juwelier überfallen. Die Angestellten lösten sofort Alarm aus, die beiden Täter flüchteten ohne Beute. Der gestohlene Fluchtwagen wurde kurze Zeit später in der Nähe gefunden. Es gab keine Verletzten.

Überfälle auf Juweliere sind seit Herbst vergangenen Jahres besonders in Wien zum Problem geworden. 2011 gab es österreichweit 19 Raubüberfälle auf Juweliere, allein in Wien wurden 17 davon verübt. Im ersten Halbjahr 2012 registrierte die Polizei in der Bundeshauptstadt schon zwölf Überfälle. Einen Anstieg gibt es aber auch bei den Überfällen auf Wettbüros: Österreichweit wurden im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 32 Taten angezeigt, heuer waren es schon 45.

1 Wie schlagen sich Raubüberfälle in der Kriminalstatistik nieder?

Am Montag veröffentlichte das Innenministerium die aktuellen Zahlen für das erste Halbjahr 2012. Von Jänner bis Juni wurden österreichweit insgesamt 214 Überfälle auf Geldinstitute, Juweliere, Tankstellen, Trafiken und Wettbüros registriert. Im Vergleichszeitraum 2011 waren es 140. In allen fünf Bereichen gab es Zuwächse (siehe auch nebenstehende Grafik). Juweliere waren heuer bereits 14 Mal Ziel von Überfällen (2011: 8), Wettbüros 45 Mal (32).

2 Überfälle auf Juweliere: Wer sind die Täter?

Beim Thema Juwelierüberfälle taucht seit einigen Jahren immer wieder der Name „Pink Panther Bande“ auf. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von Kriminellen, das äußerst straff strukturiert und in Führungsebenen gegliedert ist. Die Mitglieder werden zumeist in Balkanstaaten rekrutiert. Neben einer „Management“-Ebene gibt es Personen, die die Tatorte ausspionieren, Überfälle logistisch vorbereiten und die Flucht planen. Die Täter selbst reisen nur für den Überfall an. Wiederum andere Bandenmitglieder beschäftigen sich mit dem Verkauf der gestohlenen Ware.

Die Gruppierung tritt weltweit auf, neben europäischen Großstädten hat die „Pink Panther Bande“ auch schon in Dubai oder in Japan zugeschlagen. Die Täter gehen bei den Überfällen professionell vor. Vor knapp zwei Wochen berieten im österreichischen Bundeskriminalamt neben heimischen Ermittlern auch Fahnder aus Deutschland, Serbien und der Schweiz über gemeinsame Maßnahmen gegen die „Pink Panther Bande“. Bei Interpol beschäftigt sich eine eigene Projektgruppe ebenfalls staatenübergreifend mit dem Kampf gegen diese Gruppe.

3 Überfälle auf Wettbüros: Wer sind in diesen Fällen die Täter?

Auch bei diesen Überfällen gibt es Serientäter, allerdings treten sie nicht so professionell auf wie die „Pink Panther Bande“. Wiener Kriminalisten gelang es im Februar diesen Jahres, drei Männer festzunehmen, die für mindestens zehn Überfälle auf Wettbüros von Dezember 2011 bis Februar 2012 verantwortlich sein sollen. Sie erbeuteten insgesamt knapp 100.000 Euro. Die Verdächtigen stammen aus Ägypten. In manchen Fällen sind aber auch Einzeltäter am Werk. Die Polizei geht davon aus, dass sich unter den Tätern auch zahlreiche Spieler befinden.

4 Welche Geschäftslagen sind besonders betroffen?

Professionell agierende Juwelierbanden schrecken nicht davor zurück, Geschäfte in noblen Innenstadtlagen oder in belebten Einkaufsstraßen zu überfallen. In Wien waren zum Beispiel Juweliere am Kohlmarkt, Graben, in der Kärntner und der Mariahilfer Straße Ziel von Überfällen. Einer der spektakulärsten Juwelierüberfälle in Wien endete mit einem Todesfall: Am 11. Mai 1998 wurde der Geschäftsführer eines noblen Innenstadt-Juweliers durch einen Kopfschuss getötet. Betroffen sind aber auch Geschäfte in Einkaufsstraßen in Außenbezirken: Beim gestrigen Coup war ein Juwelier in der Meidlinger Hauptstraße Ziel. In den Bundesländern gab es bereits Tatorte in Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt, aber auch in Wels und der Bezirksstadt Kitzbühel.Wettbüros und Spiellokale befinden sich in Wien meist in Gürtel-Nähe oder in Außenbezirken.

5 Wie sicher sind Juweliere und Wettbüros?

In Österreich, schätzt ein Sicherheitsexperte, haben derzeit nicht mehr als zehn Prozent der Juweliere elektronische Sicherungen in ihren Geschäften. Auch bei exklusiven Adressen gebe es deutliche Mängel: So würden manche Juweliere ihre gesamten Vitrinen mit einem einzigen Schlüssel sperren. Überwachungskameras sind aber bei Juwelieren und Wettbüros mittlerweile Standard, ebenso wie Tresore, die sich erst Minuten nach Eingabe des Codes öffnen lassen. Zuletzt hat man auch verstärkt auf den Einsatz von Security-Diensten gesetzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.07.2012)

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41 Kommentare
 
12
Gast: xxxx
18.07.2012 15:26
0 0

"Serie" - aber hallo! Wenn es jeden Tag auf der Strasse tuscht, dann ist das auch eine "Serie"

Überfälle happen eben!
Ist so wegen der "Wahrscheinlichkeit" und so Zeugs.

Gast: justerix
18.07.2012 14:23
1 0

Trotz der Serie von Überfällen

lasse ich mir mein Wien nicht "schlecht reden":
(M. Häupl)

Die Zahl der Überfälle wird jetzt eh zurückgehen...

...wegen der teuren Parkpickerln

Gast: Alien (Dauerzensuriert)
18.07.2012 13:00
1 0

Auch wenn die Polizei es behauptet,

der tödliche Überfall im Jahre 1998 war kein "missglückter Raubüberfall": Kein Räuber betritt das Geschäft, geht direkt auf den Verkäufer zu, setzt die Waffe an dessen Kopf und drückt ab, nur um danach sofort zu flüchten.

2 0

Die Zahl der Überfälle ist im Steigen begriffen

unglaublich, stand doch gestern oder vor 2 Tagen noch zu lesen, dass nur Internetkriminalität stark ansteigt ?!

Man darf (und will oft) ja auch gar nicht all die "Vergehen" täglich lesen, welche halt nur die einfache Bevölkerung betrifft; sobald aber Banken, Juweliere oder gar Wettbüros betroffen sind, sind die Meldungen sogar Titelseiten in manch Blättern tagelang wert !?

Und wenn die Verbrecher zu Tausenden kommen:

Wien ist sicher. Diese Losung wurde vom allseits verehrten Herrn Bürgermeister ausgegeben, daran darf nicht gerüttelt werden.

Antworten Gast: Michl H. & die Roten Stadtmusikanten
18.07.2012 15:29
0 0

Re: Und wenn die Verbrecher zu Tausenden kommen:

Wenigstens einer der es geschnallt hat!
Erfolg und Sicherheit kommen nämlich im Kopf zustande!
Wenn wir alle fest an das Glück glauben, dann kommt es auch!
Auch zum Salz- und Pfefferstreuer!

super häupl !

du lebst auch schon lange in einer parallelwelt !

hoffe euer roter verein wird einmal zur rechenschaft gezogen für all "eure ver brechen" welche ihr an den wiener verübt habt !

WP

Wäre man mit der Vergabe von Waffenpässen für diese Ladenbesitzer nicht so verdammt zögerlich (um nicht zu sagen gutmenschlich), würds anders aussehen.

Re: WP

IM geschaeft kann aber auch mit WBK eine FFW gefuehrt werden, mit Zustimmung des Geschaeftsinhabers .

Re: WP

naja die Täter könnten ja auch aus einem Konkurrenzbetrieb kommen. Ausserdem haben die ja eh eine Knarre unterm Pult liegen.

Re: WP/McCarthy the Great

Schreibt hier "Wyatt Earp" persönlich? Wie, meinen Sie, gingen dann die Ladenbesitzer vor - gegen Leute, die mit BEREITS GEZOGENER Waffe das Lokal betreten? Ich glaube, da galoppiert Ihre Fantasie ein wenig. Aber vielleicht sind SIE wirklich so "cool", wie Sie schreiben.

2 0

Re: Re: WP/McCarthy the Great

gäbe es wenigstens ein Gesetz welches endlich wie sonst fast überall erlaubt, das eigenes Leben und Gut mit allen Mittel schützen zu dürfen statt dann wegen "Selbstjutiz" vor dem Richter stehen zu müssen, würden sich viele Gauner zuvor schon ernsthaft überlegen ob sie soetwas durchziehen wollen !

Aber das darf und will man nicht, weil `````?

Antworten Antworten Gast: austria wien
18.07.2012 09:31
0 1

Re: Re: WP/McCarthy the Great

mc carthy the great ist ein jäger dem man den jagdschein inkl. waffenpass abgenommen hat. jetzt ist er immer auf die behörden böse - lol

Re: Re: WP/McCarthy the Great

Unter die Budel fallen lassen, Waffe ziehen, Stellung wechseln und gegebenenfalls aus der Deckung das Feuer eröffnen, sollte auch für halbgeriatrische Ladenbesitzer möglich sein.
Übrigens gibt es Statistiken der NRA, daß in über 90% der Notwehrfälle nicht geschossen wird, da die Herren Unverteiler nicht besonders willig sind selber einen Bauchschuß abzubekommen und lieber das Weite suchen.

wo sind unsere

linken Freunde die immer über die "Ewiggestrigen" schimpfen.
ist das euer neues Österreich wie ihr es wollt?
zu ko....

Gast: Analytiker der Szene
18.07.2012 01:57
8 0

Anzeichen einer (Finanz-)Wirtschaft am (gewollten) Zusammenbruch:

1) Es ist zu viel digitale "Geldmenge als Anspruch auf Geld" vorhanden
2) Große Risikokapitalsummen gebündelt in Investitionen
3) Blasen, da zu viel Geld an wenigen Stellen gebündelt wird und die Annahme der Geldvermehrung nicht aufgeht/bewusst nicht aufgeht- um die Krise auszulösen
4) Korruption in der Politik: Politik weiss über Insiderinfos a la Bilderberger: es geht jetzt abwärts: "Chao ab ordo". Es soll über Chaos was verändert werden.
5) Steuererhöhungen, neue Steuern- da der Staat, der Geld nicht selbst schafft, dringend Geld benötigt
6) Banken, die sich gegenseitig nicht mehr trauen, einander Geld zu borgen
7) Medien, die wichtige Inhalte an schlechtere Positionen auf der Startseite setzen, werden Themen zu brenzlig, verschwinden diese weiter zurück
8) KMU kommen schwerer an Kredite ran
9) Börse bricht immer wieder ein
10) In der Wirtschaft fehlt das Geld, da Banken zwar gerettet werden, aber keine Kredite vergeben werden
11)Ratings
12)einseitige Lösungen nur zum Bankenvorteil a la ESM, ein Finanzminister, 1 EU Präsident (-als Ziel des Chaos schaffen)
13) KMUpleiten
14) Einfache Bürger haben wenig echtes Geld und/oder Geldzugang im Umlauf, wenn sich Geld nur bei wenigen sammelt- diese werden kriminell, plündern und rauben

15) der Cut:
Geldentwertung folgt, Massenarmut, Massenarbeitslosigkeit und das Spiel beginnt mit selben Bankengeschäftsmodell von vorne nachdem das Vermögen des Bürgers und des Staates zu den Bankbesitzern mit Politdarstellerhilfe verteilt wurde

Re: Anzeichen einer (Finanz-)Wirtschaft am (gewollten) Zusammenbruch:

Ziemliche Themaverfehlung,dabei ist es eh nicht mehr so heiß..........

2 0

Re: Ziemliche Themaverfehlung,dabei ist es eh nicht mehr so heiß

es wird künftig noch viel "heisser" in einigen Ländern zugehen, als man sich dies je gewünscht bzw erwartet hat !

Gleichzeitig wird es "kälter" in der (einfachen) Gesellschaft, viele können sich bald schon das Heizen im Winter nicht mehr leisten, weil dei Ksote nwegen der pol Gier ständig ansteigen, die Löhne oder sonstige Einkommen zum Leben aber längst stagnieren bzw zurückgeschraubt werden ...... !

ja und was nun ?

haben Journalisten ne Statistik Vorlesung? klar ändern sich zahlen... jedes Jahr.. spannend wäre natürlich tiefergehende Analysen, als einfach die zahlen heuer, mit denen vom letzten Jahr zu vergleichen.. vielleicht war's ja bis jetzt einfach öfter besseres Juwelier Raub Wetter, und bis zum Jahres Ende gleicht sich's wieder aus.. muss nicht sein, aber soviel Information aus so wenig zahlen ist auch sehr gewagt ;)

matzleinsdorferplatz

wenigstens ist es nicht weit vom abzockplatz matzleinsdorferplatz zur reinprechtsdorferstrasse...

Gast: Hubertus
18.07.2012 00:15
13 0

Wien ist eine sichere Stadt

So hat doch unser aller vielgeliebter Bürgermeister vor noch nicht allzu langer Zeit getönt,als die FPÖ plakatierte: Wien darf nicht Chicago werden. Offensichtlich kam diese Aussage nach einem Heurigenbesuch, denn nüchtern hätte er so etwas nicht gesagt. Vor dem EU Beitritt und dem Schengenabkommen gab es so etwas in Wien nicht.Wieder einer der vielen Vorteile der EU und des Schengenabkommens. Danke EU.

ich vermisse ...

.... die ganzen hoffnungslosen Gestalten die sich bei derlei Artikel wieder über die "Ausländer" aufregen, die ja ausnahmslos an allem Schuld sind was so schief läuft...
Nichts? Nicht schimpfen auf die bösen Politiker? Auf Brüssel? Auf die Benzinpreise? Die Unternehmer?

irgendwas geht immer..

Antworten Gast: was auffällt
18.07.2012 02:13
6 0

Kleinkriminalität wird hervorgehoben, die große Kriminalität wird aber unter den Tisch gekehrt.

Beim ESM waren die Onlineartikel immer kürzer.

Der Unterschied und Grund:
Kleinkriminalität wird hervorgehoben, die große Kriminalität über Banken wird aber unter den Tisch gekehrt.

vorsicht bei derartigen artikeln,

sonst sind gleich die presseförderungsgelder weg.

Gast: . Eisendraht
17.07.2012 22:39
15 0

Feuer frei

Juweliere sollen Mut frassen und sich bewaffnen. Man hört es gerne, wenn dann einer dieser zugereisten Banditen in seinem Blute zappelt

 
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Das Hochwasser auf Twitter